{"id":62108,"date":"2025-09-27T12:00:36","date_gmt":"2025-09-27T10:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/26-sonntag-im-jahreskreis-c-lk-1619-31\/"},"modified":"2025-09-27T14:17:51","modified_gmt":"2025-09-27T12:17:51","slug":"26-sonntag-im-jahreskreis-c-lk-1619-31","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/26-sonntag-im-jahreskreis-c-lk-1619-31\/","title":{"rendered":"26. Sonntag im Jahreskreis \u2013 C &#8211; (Lk 16,19-31)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">19In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag f\u00fcr Tag herrlich und in Freuden lebte. 20Vor der T\u00fcr des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschw\u00fcre war.<br \/>\n21Er h\u00e4tte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Statt dessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschw\u00fcren. 22Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams Scho\u00df getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.<br \/>\n23In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem Scho\u00df. 24Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge k\u00fchlen, denn ich leide gro\u00dfe Qual in diesem Feuer.<br \/>\n25Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er daf\u00fcr getr\u00f6stet, du aber musst leiden. 26Au\u00dferdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, un\u00fcberwindlicher Abgrund, so dass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.<br \/>\n27Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! 28Denn ich habe noch f\u00fcnf Br\u00fcder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen.<br \/>\n29Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie h\u00f6ren. 30Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.<br \/>\n31Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht h\u00f6ren, werden sie sich auch nicht \u00fcberzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">\u201eIn jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag f\u00fcr Tag herrlich und in Freuden lebte\u201c (Lk 16,19)<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230; Dann fuhr Er fort: &#8222;Von dir will Ich die vollkommene \u00dcbereinstimmung mit meinem Willen, sodass dein Wille in dem Meinen vernichtet ist, und absolute Losl\u00f6sung von allem \u2013 sodass Ich will, dass alles Irdische wie Mist und F\u00e4ulnis von dir betrachtet wird, vor dem jemand schon beim blo\u00dfen Hinsehen Abscheu empfindet.<br \/>\nUnd dies deshalb, weil selbst dann, wenn jemand nicht an diesen irdischen Dingen h\u00e4ngt, er sie aber um sich hat und auf sie schaut, diese bereits Schatten auf die himmlischen Dinge werfen und die Erf\u00fcllung dieser mystischen Verm\u00e4hlung verhindern, die Ich dir verhei\u00dfen habe.<br \/>\nMehr noch, Ich will, dass du Mich in der Armut nachahmst, so wie Ich arm war: du musst dich in diesem Bett als eine kleine Arme betrachten; die Armen sind mit allem, was sie haben, zufrieden, und sie danken zuerst Mir, und dann ihren Wohlt\u00e4tern.<br \/>\nSo mache es du mit allem, was dir gegeben wird, ohne um dieses oder jenes zu bitten, denn es k\u00f6nnte in deinem Geist ein Hindernis sein, sondern ergib dich mit heiliger Gleichg\u00fcltigkeit, ohne zu denken, ob es dir Gutes oder Schlechtes bringt, dem Willen der anderen.&#8220;\u2026 (aus \u201eDas Buch des Himmels\u201c; Vorl\u00e4ufiger deutscher Text, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia &#8211; DI Irmengard Haslinger &#8211; F\u00fcr den privaten Gebrauch &#8211; Band 1; (68))<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, dachte ich an den Schmerz, den mein s\u00fc\u00dfer Jesus im Garten von Getsemani litt, als sich vor seiner Heiligkeit alle unsere S\u00fcnden zeigten. Und Jesus sagte ganz betr\u00fcbt in meinem Inneren:<br \/>\n\u201eMeine Tochter, mein Schmerz war gro\u00df und f\u00fcr den geschaffenen Geist unbegreiflich, besonders, als Ich den menschlichen Intellekt verunstaltet sah, das sch\u00f6ne Abbild von Mir, das Ich im Intellekt reproduzierte, nicht mehr sch\u00f6n, sondern h\u00e4sslich und schrecklich.<br \/>\nIch stattete ihn mit Willen, Intellekt und Ged\u00e4chtnis aus: im ersten erstrahlte mein Himmlischer Vater, der ihm als ersten Akt seine Macht, Heiligkeit und Erhabenheit mitteilte, durch welche Er den menschlichen Willen erhob, indem Er ihn mit seiner eigenen Heiligkeit, Macht und seinem Adel erf\u00fcllte, und alle Str\u00f6me zwischen Ihm und dem menschlichen Willen offen lie\u00df, damit dieser sich immer mehr mit den Sch\u00e4tzen meiner Gottheit bereichern konnte.<br \/>\nZwischen dem menschlichen Willen und dem G\u00f6ttlichen gab es weder Dein noch Mein, sondern alles war gemeinsam, in gegenseitiger \u00dcbereinstimmung. Die Seele war unser Abbild, unser eigenes Ding, sodass sie Uns andeutete; unser Leben sollte daher das der Seele sein, und deshalb bildete Ich als ersten Akt ihren Willen frei und unabh\u00e4ngig, wie als erster Akt, der Wille meines Himmlischen Vaters war.<br \/>\nDoch wie wurde dieser Wille entstellt! Von der Freiheit, die er hatte, wurde er zum Sklaven der niedrigsten Leidenschaften. Ach, es ist der Wille, welcher der Anfang aller \u00dcbel des Menschen ist! Er ist nicht wieder zu erkennen! Wie ist er von seinem Adel herabgesunken, er ist ekelhaft anzusehen!<br \/>\nNun, beim zweiten Akt wirkte Ich, der Sohn Gottes, mit und stattete den Menschen mit Vernunft aus: Ich teilte ihm meine Weisheit mit und die Wissenschaft von allen Dingen, damit er durch ihre Kenntnis im Guten genie\u00dfen und sich erfreuen k\u00f6nne. Doch, ach, welche Lasterh\u00f6hle ist der Intellekt des Menschen! Des Intellekts bediente er sich, um seinen Sch\u00f6pfer zu verleugnen.<br \/>\nUnd als dritter Akt sodann, wirkte der Heilige Geist mit und stattete ihn mit dem Ged\u00e4chtnis aus, damit er sich an so viele Wohltaten erinnere und er somit in st\u00e4ndigen Liebesstr\u00f6men, in st\u00e4ndigen Beziehungen sein k\u00f6nne. Die Liebe sollte ihn kr\u00f6nen, ihn umfangen und sein ganzes Leben gestalten.<br \/>\nDoch wie sehr wird die Ewige Liebe betr\u00fcbt! Dieses Ged\u00e4chtnis erinnert sich an Vergn\u00fcgungen, an Reicht\u00fcmer und sogar an S\u00fcnden, und die Heiligste Dreieinigkeit wird aus den Gaben hinausgeworfen, die Sie ihrem Gesch\u00f6pf gegeben hat. Mein Schmerz war unbeschreiblich beim Anblick der Verunstaltung der drei Kr\u00e4fte im Menschen.<br \/>\nWir hatten unseren K\u00f6nigspalast in ihm gestaltet, und er hatte Uns daraus verjagt.\u201c (aus \u201eDas Buch des Himmels\u201c; Vorl\u00e4ufiger deutscher Text, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia &#8211; DI Irmengard Haslinger &#8211; F\u00fcr den privaten Gebrauch &#8211; Band 14; 8. April 1922)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #008000;\"><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort erwarten dich neue Peinen. Die Soldaten ziehen dich abermals aus, rei\u00dfen dir die Kleider vom Leib und die Krone vom Haupt. Ach, du seufzt bei dieser rohen Behandlung. Denn mit der Krone rei\u00dfen sie dir auch die Dornen aus und mit deinen Kleidern St\u00fccke deines wunden Fleisches weg, das angeklebt war. Die Wunden brechen wieder auf, das Blut rieselt auf die Erde, und deine Qualen sind so gro\u00df, dass du mehr tot als lebendig erscheinst. Aber niemand wird zum Mitleid bewegt, mein h\u00f6chstes Gut! Im Gegenteil, mit tierischer Wut setzen sie dir aufs Neue die Krone aufs Haupt und dr\u00fccken sie mit Schl\u00e4gen ein. Die Qualen, die du empfindest, sind so entsetzlich, dass nur die Engel zu sagen verm\u00f6chten, was du leidest. Erschaudernd wenden sie ihre Blicke von dir ab, die Engel des Friedens weinen.<br \/>\nMein der Kleider beraubter Jesus! Lass mich dich erw\u00e4rmen, denn ich sehe, dass du zitterst und kalter Schwei\u00df deinen Leib bedeckt. Wie gerne w\u00fcrde ich mein Leben und mein Blut hingeben, das deine zu ersetzen, das du ja vergossen hast, um uns allen das Leben zu geben. Nun schaust du mich mit tr\u00fcben, halb erloschenen Augen an. Mir ist, als spr\u00e4chest du zu mir: \u201eMein Kind, wie viel kosten mich die Seelen! Hier ist der Ort, wo ich alle erwarte, um sie zu retten; wo ich die S\u00fcnden jener s\u00fchnen will, die sich unter das Tier erniedrigen und so hartn\u00e4ckig ihren S\u00fcnden ergeben sind, dass sie nicht mehr leben k\u00f6nnen, wenn sie mich nicht beleidigen. Ihre Vernunft ist verblendet, und sie s\u00fcndigen wie Wahnsinnige.<br \/>\nWenn sie mir die Kleider vom Leib rei\u00dfen, s\u00fchne ich f\u00fcr jene, die Prunkgew\u00e4nder und schamlose Kleider tragen, s\u00fchne die S\u00fcnden gegen die Z\u00fcchtigkeit und f\u00fcr jene, die so sehr an Reichtum, Ehre und Lustbarkeiten h\u00e4ngen, dass sie aus ihnen den Gott ihres Herzens machen. O gewiss, ein jedes dieser Vergehen l\u00e4sst mich den Tod empfinden. Wenn ich nicht sterbe, geschieht es deswegen, weil das Wollen des ewigen Vaters den Augenblick meines Todes f\u00fcr jetzt noch nicht festgelegt hat.\u201c Mein entbl\u00f6\u00dfter Jesus, w\u00e4hrend ich mit dir S\u00fchne leiste, bitte ich dich, mich von allen irdischen Neigungen zu entbl\u00f6\u00dfen und nicht zuzulassen, dass eine einzige s\u00fcndhafte Neigung in mein Herz eindringe.<br \/>\nWache \u00fcber ihm, umgib es mit deinen Leiden wie mit einer Einfriedung und erf\u00fclle es mit deiner Liebe. Mein Leben sei nichts anderes als die Wiederholung deines Lebens. So bekr\u00e4ftige mit deinem Segen meine Ent\u00e4u\u00dferung, segne mich von ganzem Herzen und gib mir die Kraft, deiner schmerzvollen Kreuzigung beiwohnen zu k\u00f6nnen, um mit dir stets ans Kreuz geheftet zu sein. (aus \u201eDie Stundenuhr der Passion Jesu Christi\u201c nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 10 bis 11 Uhr: Jesus nimmt das Kreuz auf die Schulter. Gang auf den Kalvarienberg. Jesus f\u00e4llt unter dem Kreuz und wird seiner Kleider beraubt)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">\u201eVor der T\u00fcr des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschw\u00fcre war\u201c (Lk 16,20)<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich mich nach meinem anbetungsw\u00fcrdigen Jesus sehnte, kam Er in dem Aussehen, das Er hatte, als seine Feinde Ihn ohrfeigten, sein Gesicht mit Spucke bedeckten und Ihm die Augen verbanden. Mit bewundernswerter Geduld erlitt Er alles; mehr noch, Er schien sie nicht einmal zu beachten, so sehr war Er auf sein Inneres gerichtet, um auf die Frucht zu sehen, welche diese Leiden hervorbringen w\u00fcrden. Ich bewunderte alles mit Staunen, und Jesus sagte mir:<br \/>\n\u201eMeine Tochter, in meinem Tun und Leiden sah Ich nie nach au\u00dfen, sondern stets nach innen; und da Ich die Frucht erblickte, wollte Ich, was immer es war, nicht nur leiden, sondern alles mit Sehnsucht und Begierde leiden. Ganz im Gegensatz dazu sieht der Mensch, wenn er Gutes tut, nicht auf das Innere der Arbeit, und da er ihre Frucht nicht sieht, wird es ihm schnell langweilig, alles wird ihm l\u00e4stig, und oft vernachl\u00e4ssigt er das Gutestun. Wenn er leidet, verliert er leicht die Geduld; und wenn er B\u00f6ses tut, tut er dies, da er nicht auf das Innere des B\u00f6sen schaut, mit Leichtigkeit.\u201c<br \/>\nDann f\u00fcgte Er hinzu: \u201eDie Gesch\u00f6pfe wollen sich nicht \u00fcberzeugen lassen, dass das Leben von verschiedenen Umst\u00e4nden begleitet wird, bald von Leiden, bald von Trost. Doch sogar die Pflanzen und Blumen geben ihnen ein Beispiel davon, da sie Winden, Schnee, Hagel und Hitze unterworfen sind.\u201c (aus \u201eDas Buch des Himmels\u201c; Vorl\u00e4ufiger deutscher Text, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia &#8211; DI Irmengard Haslinger &#8211; F\u00fcr den privaten Gebrauch &#8211; Band 4; 9. November 1902)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war weiterhin in meinem gew\u00f6hnlichen Zustand, da sah ich den gebenedeiten Jesus kurz, und Er sagte zu mir:<br \/>\n\u201eMeine Tochter, f\u00fcr jeden kleinsten Genuss, den sich die Seele in diesem Leben aus Liebe zu Mir versagt, werde Ich ihr ein weiteres Paradies im n\u00e4chsten Leben geben; so bedeutet eine Befriedigung weniger hier unten ein weiteres Paradies dort oben. Stelle dir ein wenig vor, wie viele Beraubungen du in diesen zwanzig Jahren im Bett, meinetwegen erlitten hast, und wie viele zus\u00e4tzliche Paradiese Ich dir im Himmel daf\u00fcr schenke!\u201c<br \/>\nAls ich das h\u00f6rte, sagte ich: \u201eMein Gut, was sagst Du? Ich f\u00fchle mich geehrt und fast als Schuldnerin Dir gegen\u00fcber, weil Du mir die Gelegenheit gegeben hast, mich aus Liebe zu Dir zu berauben, und Du sagst mir, dass Du mir ebenso viele Paradiese geben wirst?\u201c<br \/>\nUnd Er f\u00fcgte hinzu: \u201eGenauso ist es.\u201c Deo Gratias. (aus \u201eDas Buch des Himmels\u201c; Vorl\u00e4ufiger deutscher Text, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia &#8211; DI Irmengard Haslinger &#8211; F\u00fcr den privaten Gebrauch &#8211; Band 7; 10. August 1906)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">\u201eAuch der Reiche starb und wurde begraben\u2026\u201c (Lk 16, 22)<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein armes Herz, verwundet von Liebe und durchbohrt von deinen Leiden, kann ohne dich nicht leben. Darum suche und finde ich dich abermals vor Pilatus. Welch ersch\u00fctterndes Schauspiel! Die Himmel erschaudern, die H\u00f6lle erzittert vor Furcht und Wut zugleich. Leben meines Herzens, mein Auge kann dich nicht sehen, ohne dass ich dem Tode nahe komme. Aber deine hinrei\u00dfende Liebe n\u00f6tigt mich trotzdem, dich anzuschauen, um deine Leiden in vollem Ma\u00df begreifen zu k\u00f6nnen. Und ich betrachte dich unter Seufzern und Tr\u00e4nen. Jesus, du bist noch deiner Kleider beraubt. Anstatt mit einem Gewand, sehe ich dich mit Blut bekleidet. Dein Fleisch h\u00e4ngt dir in St\u00fccken vom Leib, deine Gebeine sind blo\u00dfgelegt, dein heiligstes Antlitz ist nicht mehr zu erkennen. Die Dornen sind bis in die Augen in dein Haupt eingedrungen. Ich sehe nur Blut, das zur Erde rinnt und ein blutiges B\u00e4chlein hinter deinen Schritten zur\u00fcckl\u00e4sst.<br \/>\nMan erkennt dich nicht mehr, so bist du zugerichtet, auf der tiefsten Stufe der Dem\u00fctigung und am h\u00f6chsten Grad der Leiden angekommen. Ach, ich kann deinen Anblick kaum mehr ertragen! O ich m\u00f6chte dich der Gewalt des Pilatus entrei\u00dfen, dich in meinem Herzen verschlie\u00dfen, um dir Ruhe zu g\u00f6nnen. Wie gern m\u00f6chte ich deine Wunden mit deiner Liebe heilen, mit deinem Blut die ganze Welt \u00fcberschwemmen, um alle Seelen hineinzutauchen und als Siegesbeute deiner Leiden zu dir zu f\u00fchren. Geduldigster Jesus, kaum vermagst du durch die Dornen mich anzuschauen, um zu mir zu sprechen: \u201eMein Kind, komm in diese meine gefesselten Arme, neige dein Haupt an meine Brust, und du wirst die heftigsten und bittersten Schmerzen empfinden. Das, was du an meiner Menschheit von au\u00dfen siehst, ist nur das \u00dcbersch\u00e4umen meiner inneren Qualen.<br \/>\nAchte auf die Schl\u00e4ge meines Herzens, und du wirst erkennen, dass ich s\u00fchne f\u00fcr die Ungerechtigkeiten vieler Befehlshaber, f\u00fcr die Unterdr\u00fcckung der Armen und der Unschuldigen, die den Schuldigen nachgesetzt werden. Ich s\u00fchne f\u00fcr den Hochmut jener, die, um ihre W\u00fcrden, ihre Stellung, ihre Reicht\u00fcmer behaupten zu k\u00f6nnen, nicht davor zur\u00fcckschrecken, jedes Gesetz mit F\u00fc\u00dfen zu treten und dem N\u00e4chsten Unrecht zuzuf\u00fcgen, weil sie ihr Auge dem Licht der Wahrheit verschlie\u00dfen. Mit diesen meinen Dornen m\u00f6chte ich ihren stolzen Herrschaftsd\u00fcnkel zerst\u00fcckeln und durch die Vertiefungen, die sie in meinem Haupte bilden, mir den Weg zu ihrem Geist bahnen, um in ihm alles im Geist der Wahrheit in Ordnung zu bringen.<br \/>\nStehe ich so tief gedem\u00fctigt vor diesem ungerechten Richter, so will ich dadurch alle begreifen lassen, dass die Tugend allein jene W\u00fcrde verleiht, die den Menschen zum K\u00f6nig \u00fcber sich selbst macht. Ich will allen Befehlshabern die Lehre geben, dass nur die Tugend, verbunden mit einem geraden Sinn, allein w\u00fcrdig und f\u00e4hig macht, andere zu leiten und zu regieren. Alle W\u00fcrden ohne Tugend sind hingegen gef\u00e4hrliche und beweinenswerte Gaben. Meine Tochter, lass dir meine S\u00fchneakte zu Herzen gehen und fahre fort, auf meine Leiden zu achten.\u201c (aus \u201eDie Stundenuhr der Passion Jesu Christi\u201c nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 9 bis 10 Uhr: Jesus mit Dornen gekr\u00f6nt, verspottet und verh\u00f6hnt. Ecce homo! Von Pilatus zum Tode verurteilt)<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #008000;\">\u201eAbraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er daf\u00fcr getr\u00f6stet, du aber musst leiden\u2026\u201c (Lk 16,25)<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich f\u00fchle mich von den ewigen Wellen des G\u00f6ttlichen Wollens gleichsam fortgerissen und sp\u00fcre seine st\u00e4ndige Bewegung, die als Leben stets murmelt \u2013 doch was murmelt Es? Es murmelt Liebe und gibt allen Liebe.<br \/>\nEs murmelt und beseligt, Es murmelt und st\u00e4rkt, murmelt und spendet Licht, murmelt und gibt allen Leben, erh\u00e4lt alle und bildet den Akt aller, erf\u00fcllt alles, umh\u00fcllt und verbirgt alles in sich selbst, um sich allen zu geben und alles zu erhalten. O Macht des G\u00f6ttlichen Wollens!<br \/>\nWie gerne w\u00fcrde ich Dich doch als Leben in der Seele besitzen, um von Dir zu leben und kein anderes Leben als das Deine zu kennen! Doch, o wie ferne bin ich davon! Zu viel braucht es, um so weit zu kommen, im G\u00f6ttlichen Willen zu leben.<br \/>\nAls ich dies erwog, \u00fcberraschte mich mein guter Jesus, mein geliebtes Leben, und sagte voller G\u00fcte zu mir: \u201eMeine gesegnete Tochter, sag Mir, was willst du? M\u00f6chtest du, dass mein Wille in dir als Leben regiere und lebe? Wenn du es wirklich willst, ist alles getan.<br \/>\nIn der Tat, unsere Liebe und der brennende Wunsch, dass die Seele unseren Willen als Leben besitze und von Ihm lebe, sind so gro\u00df, dass unser Wille, sobald die Seele dies wirklich will, den menschlichen Willen mit unserem H\u00f6chsten Willen erf\u00fcllt, um hier sein Leben zu bilden und in der Seele wie in seinem eigenen Mittelpunkt zu leben.<br \/>\nWisse, dass der G\u00f6ttliche und der menschliche Wille zwei geistliche Kr\u00e4fte sind: der G\u00f6ttliche ist unermesslich und besitzt unerreichbare Macht, der menschliche ist eine kleine Macht, doch wenn auch klein, hat er seine Macht.<br \/>\nDa nun beide spirituell sind, kann sich der eine in den anderen ergie\u00dfen und k\u00f6nnen sie beide ein einziges Leben bilden. Die ganze Macht liegt im Wollen, und da der menschliche Wille eine geistliche Macht ist, hat er einen Platz, um in seinen Willen das Gute hineinstellen zu k\u00f6nnen, das er m\u00f6chte, und auch das B\u00f6se.<br \/>\nWas also der Wille m\u00f6chte, das befindet sich in ihm selbst: W\u00fcnscht er Selbstsch\u00e4tzung, Ehre, Liebe zu den Vergn\u00fcgungen und Reicht\u00fcmern, dann wird sich in seinem Wollen das Leben der Selbstsch\u00e4tzung, der Ehre, das Leben des Genusses, der Reicht\u00fcmer befinden; wenn er die S\u00fcnde will, wird auch die S\u00fcnde ihr Leben [in der Seele] bilden; umso mehr wird dann eine Seele, die in Wahrheit das Leben unseres Willens in dem ihren haben m\u00f6chte \u2013 was Wir mit so vielen Seufzern w\u00fcnschen und anordnen \u2013 die gro\u00dfe Wohltat erlangen, unseren Willen als Leben zu besitzen.<br \/>\nW\u00e4re das nicht so, dann w\u00e4re die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen eine schwierige und fast unm\u00f6gliche Heiligkeit. Ich kann aber weder schwierige Dinge lehren, noch will Ich Unm\u00f6gliches. Es ist vielmehr meine Gewohnheit, dem Gesch\u00f6pf die beschwerlichsten Dinge und die h\u00e4rtesten Opfer, soweit es ihm m\u00f6glich ist, zu erleichtern.<br \/>\nWenn n\u00f6tig, gebe Ich von dem Meinen dazu, damit die kleine Macht seines Wollens unterst\u00fctzt wird, Hilfe erf\u00e4hrt und von der unbesiegbaren Macht meines Willens belebt wird. So mache Ich das Gute leicht und auch das Leben meines Willens, welches die Seele besitzen m\u00f6chte.<br \/>\nMeine Liebe ist so gro\u00df, dass Ich, um es der Seele noch leichter zu machen, in das Ohr ihres Herzens fl\u00fcstere: \u201aWenn du wirklich dieses Gute tun willst, werde Ich es gemeinsam mit dir tun. Ich werde dich nicht allein lassen, sondern dir meine Gnade, meine Kraft, mein Licht, meine Heiligkeit zur Verf\u00fcgung stellen. Wir werden zu zweit das Gute tun, das du besitzen willst.\u2019<br \/>\nDeshalb braucht es nicht allzu viel, um von meinem Willen zu leben. Das \u201aallzu viel\u2019 liegt [nur] im Willen. Wenn die Seele sich entschlie\u00dft und es fest und ausdauernd will, hat sie bereits meinen Willen besiegt und sich Ihn zu Eigen gemacht. O, wie viel kann der menschliche Wille in sich einschlie\u00dfen, da er eine spirituelle Macht ist, die viel einsammelt und nichts verliert!<br \/>\nEr gleicht dem Licht der Sonne: Wie viele Dinge schlie\u00dft die Sonne doch ein, w\u00e4hrend man nichts anderes sieht als Licht und Glut. Und doch birgt sie fast unz\u00e4hlige G\u00fcter in sich; man erkennt, dass ihr Licht beim Auftreffen auf die Erde Wunderbares mitteilt, obwohl man blo\u00df Licht sieht. So ist der menschliche Wille: wie viele G\u00fcter kann er doch einschlie\u00dfen, wenn er will!<br \/>\nEr kann Liebe, Heiligkeit, Licht, Wiedergutmachung, Geduld, alle Tugenden einschlie\u00dfen, ja selbst seinen Sch\u00f6pfer. Da er eine geistliche Macht ist, hat er die Potenz und die Fassungskraft, alles einzuschlie\u00dfen, was er will. Und er hat nicht nur die Macht, das Gute einzuschlie\u00dfen, das er m\u00f6chte, sondern sich dabei auch in das Gut umzuwandeln, das er in sich birgt.<br \/>\nSo verwandelt sich der menschliche Wille in die Natur des Guten, das er w\u00fcnscht. Obwohl er viele Dinge nicht tut, die er wirklich will, bleiben sie aber im Willen wie [wenn sie] getan [worden w\u00e4ren]. Und man sieht, dass er bei einer g\u00fcnstigen Gelegenheit, jenes Gute zu tun, das er w\u00fcnschte, nun jenes Gute, das er seit so langer Zeit tun wollte \u2013 da er das Leben jenes Gutes besitzt \u2013 mit Bereitschaft, mit ganzer Liebe, ohne an einem Punkt zu z\u00f6gern, vollbringt.<br \/>\nEin Symbol daf\u00fcr ist wieder die Sonne: wenn sie weder Samen noch Blumen antrifft, kann sie weder die Wohltat der Reifung des Samens noch der F\u00e4rbung der Blumen weitergeben. Doch sobald sie diese mit ihrem Licht zu ber\u00fchren vermag, teilt sie, da sie das Leben dieses Gutes besitzt, dem Samen sogleich die Reifung, und den Blumen die F\u00e4rbung mit.<br \/>\nDer menschliche Wille besitzt mit unausl\u00f6schlichen Buchstaben [eingeschrieben] all das, was er tut und was er tun will; und wenn das Ged\u00e4chtnis auch vergisst, so verliert der Wille nichts, sondern enth\u00e4lt den Aufbewahrungsort, das Depot all seiner Akte, ohne dass er etwas verlieren kann. Daher kann man sagen, dass der ganze Mensch im Willen [begr\u00fcndet] ist.<br \/>\nIst dieser heilig, dann sind auch die gleichg\u00fcltigsten Dinge f\u00fcr ihn heilig. Wenn er schlecht ist, verwandelt sich f\u00fcr ihn vielleicht auch das Gute in einen perversen Akt. Wenn du also wirklich meinen G\u00f6ttlichen Willen als Leben willst, braucht es dazu nicht allzu viel, umso mehr, als es der Meine ist, der mit dem deinen vereint, es will.<br \/>\nDies ist eine Macht, die alles vermag, und auf deiner Seite wird man an den Taten sehen, ob du dich in allen Dingen als Besitzerin eines G\u00f6ttlichen Willens verh\u00e4ltst. Sei daher aufmerksam, meine Tochter, und lasse deinen Flug im H\u00f6chsten Fiat stets andauern.\u201c (aus \u201eDas Buch des Himmels\u201c; Vorl\u00e4ufiger deutscher Text, aus dem Italienischen \u00fcbersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia &#8211; DI Irmengard Haslinger &#8211; F\u00fcr den privaten Gebrauch &#8211; Band 33; 19. M\u00e4rz 1935)<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-62108","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-willst-du-wirklich-im-goettlichen-willen-leben-dann-werden-wir-jeden-tag-einen-schritt-machen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62108","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62108"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/62108\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62108"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62108"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.daslebenimgoettlichenwillen.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62108"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}