Der wahre Geist der Anbetung: die Seele verliert sich selbst und betet alles an, was Gott wirkt und vereint sich mit Ihm. Anbetung der Heiligsten Jungfrau bei der Begegnung mit Jesus am Kreuzweg.

Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand, da sah ich wenige Augenblicke lang den gebenedeiten Jesus mit dem Kreuz auf seinen Schultern, als Er gerade seiner Heiligsten Mutter begegnete.
Ich sagte zu Ihm: „Herr, was tat deine Mutter bei dieser so leidvollen Begegnung?“
Er erwiderte: „Meine Tochter, sie vollbrachte nichts anderes als einen sehr tiefen und einfachen Akt der Anbetung.
Und da ein Akt, je einfacher er ist, sich umso leichter mit Gott vereinigt, Der höchst einfacher Geist ist, so goss sie sich in diesem Akt selbst in Mich ein und setzte fort, was Ich selbst in meinem Inneren wirkte.
Das gefiel Mir so sehr – mehr, als hätte sie irgendetwas Größeres getan – denn der wahre Geist der Anbetung besteht darin: Das Geschöpf vernichtet sich und befindet sich in der Göttlichen Sphäre und betet alles an, was Gott tut und vereinigt sich mit Ihm.
Denkst du, dass es wahre Anbetung ist, wenn der Mund anbetet, der Geist aber anderswo ist, oder wenn der Geist anbetet, doch der Wille weit weg von mir ist?
Oder wenn eine Fähigkeit [des Menschen] Mich anbetet, und die anderen alle ungeordnet sind? Nein, Ich möchte alles für Mich, und alles, was Ich dem Geschöpf in Mir gegeben habe.
Dies ist der größte Akt der Verehrung und Anbetung, den das Geschöpf Mir darbringen kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 17. Dezember 1903)