23An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. 24Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat nicht erlaubt.
25Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten, 26wie er zur Zeit des Hohepriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?
27Und Jesus sagte zu ihnen: Der Sabbat wurde für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für den Sabbat. 28Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.
1Als er wieder in die Synagoge ging, war dort ein Mann mit einer verdorrten Hand. 2Und sie gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.
3Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! 4Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt – Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.
5Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand wurde wiederhergestellt. 6Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

„Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten“ (Mk 2,24)

Jesu Beraubungen dauern an, Er erscheint höchstens wie ein flüchtiger Blitz, und während man glaubt, es wird hell, bleibt man in noch mehr Dunkelheit als zuvor.
Nun, inmitten dieser Bitterkeit seiner Beraubung, zeigte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren, wie Er ganz mit Schreiben beschäftigt war – nicht mit einer Feder, sondern mit seinem Finger, der Lichtstrahlen aussandte; dieses Licht diente Ihm als Feder, um auf dem Grund meiner Seele zu schreiben.
Ich wollte Ihm alles Mögliche über meine arme Seele erzählen, doch Er legte seinen Finger an die Lippen und deutete mir zu schweigen, da Er nicht abgelenkt werden wollte.
Als Er dann fertig war, sagte Er zu mir: „Tochter meines Höchsten Wollens, Ich schreibe in deine Seele das Gesetz meines Willens und das Gute, das Er bringt. Zuerst möchte Ich es in deine Seele einschreiben, und dann werde Ich es dir nach und nach erklären.”
Und ich: „Mein Jesus, ich möchte Dir über den Zustand meiner Seele berichten – o, wie schlecht fühle ich mich! Sag mir, warum verlässt Du mich? Was soll ich tun, um Dich nicht zu verlieren?”
Und Jesus: „Betrübe dich nicht, meine Tochter. Du musst wissen, als Ich auf die Erde kam, wollte Ich die alten Gesetze abschaffen und andere vervollkommnen. Doch obwohl Ich sie abschaffte, nahm Ich Mich nicht davon aus, jene Gesetze zu beobachten, sondern Ich beobachtete sie auf vollkommenere Weise als die anderen.
Doch da Ich in Mir das alte und das neue [Gesetz] vereinigen sollte, wollte Ich sie beobachten, um den alten Gesetzen ihre Erfüllung zu geben und ihnen das Siegel der Abschaffung aufzuprägen.
Ich wollte dem neuen Gesetz den Anfang geben, für dessen Einsetzung Ich auf die Erde kam – ein Gesetz der Gnade und der Liebe – wodurch Ich alle Opfer in Mir einschloss, da Ich der wahre und einzige Geopferte sein sollte.
So waren alle anderen Opfer nicht mehr notwendig, denn da Ich Mensch und Gott war, war dies mehr als ausreichend, um für alle Genüge zu tun. Nun, meine geliebte Tochter, da Ich aus dir ein vollkommeneres Abbild von Mir machen und eine so edle und göttliche Heiligkeit begründen möchte, nämlich das „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“, so will Ich in dir alle Seelenzustände konzentrieren, die es bisher auf dem Weg der Heiligkeit gegeben hat, und [im Maß,] wie du diese [aszetischen Praktiken dieser Seelenzustände] erleidest und zugleich deine Akte in meinem Willen tust, verleihe Ich ihnen die Erfüllung, die Krone, Ich verschönere sie und drücke mein Siegel darauf.
Alles muss in meinem Willen vollendet werden, und wo die anderen Heiligkeiten aufhören, hat die Heiligkeit meines Willens, da sie edel und göttlich ist, ihren Anfang und hält alle anderen Heiligkeiten als ihren Fußschemel. Lass Mich deshalb machen, lass Mich mein Leben und das, was Ich mit so viel Liebe bei der Erlösung gewirkt habe, wiederholen.
Nun will Ich es mit noch größerer Liebe in dir wiederholen, um [in dir] den Anfang der Gabe des Lebens in meinem Willen zu begründen, sodass seine Gesetze bekannt werden; doch wünsche Ich, dass dein Wille mit dem Meinen vereint und in Ihn versenkt sei.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 8. November 1923)

„Voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz…“ (Mk 3,5)

Jeden Augenblick deines Lebens will ich mit meinem „Ich liebe Dich” besiegeln: Ich liebe Dich in deiner Geburt, ich liebe Dich in der Kälte, die Du erlitten hast, ich liebe Dich in jedem Tropfen Milch, den Du von deiner Heiligsten Mutter getrunken hast; ich beabsichtige, mit meinen „Ich liebe Dich” die Windeln zu füllen, mit denen deine Mutter dich umwickelt hat; ich breite mein „Ich liebe Dich” über jene Erde aus, in der deine teure Mutter Dich in die Krippe gebettet hat, und wo deine zartesten Glieder das raue Heu spürten, doch mehr noch als das Heu, die Härte der Herzen… “ (aus „Das Buch des Himmels“; Vor-läufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 17. Mai 1925)

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Das erste Wort, das Jesus am Kreuze sprach, war das Wort der Verzeihung, um beim Vater seine Henker und alle sündigen Seelen zu entschuldigen, seine Gerechtigkeit in Barmherzigkeit umzuwandeln. So wollen auch wir dem Vater Akte darbieten, um die Sünder zu entschuldigen, dass er, gerührt durch unser Flehen um Verzeihung, keine Seele mehr der Hölle verfallen lassen könne. Wir wollen uns auch mit Jesus vereinigen, uns als Wache bei den Herzen der Menschen aufstellen, damit niemand mehr ihn beleidige. Wir lassen seiner Liebe in uns freien Lauf, wenn wir wohlgemut alles annehmen, was er über uns verhängt: Herzenskälte, Geistesdürre, Finsternis, Bedrückungen, Versuchungen, Zerstreuungen, Verleumdungen, Krankheiten und andere Leiden, um ihm einen Ersatz zu bieten für das, was er von den Geschöpfen leidet.
Doch lässt Jesus nicht allein seiner Liebe in uns freien Lauf. Gar oft, wenn er Herzenskälte vonseiten der Menschen erfährt, begibt er sich zur Seele und lässt sie seine Kälte empfinden. Ist die Seele empfänglich dafür, dann fühlt sich Jesus entschädigt für alle Kälte vonseiten der Geschöpfe, und diese Kälte wird an den Herzen der Menschen so lange Wache halten, bis sie den lieben, der sie liebt. Jesus, mein geliebtes Gut! Du leidest so schwer wegen des Verlustes der Seelen. Aus Mitleid mit dir stelle ich mein ganzes Wesen zu deiner Verfügung. Ich will deine und der Sünder Leiden auf mich nehmen. Dann wirst du erquickt, und die Sünder werden an dich gefesselt sein. Mein Jesus, mach, dass mein ganzes Wesen sich in Liebe auflöse, um dir ohne Unterlass Trost zu bereiten und alle deine Bitterkeiten zu versüßen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 19 bis 20 Uhr: Das gesetzliche Abendmahl)

„Sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund“ (Mk 3, 5)

Ich dachte an den Heiligen Göttlichen Willen und sagte mir: „Doch was wird das große Gut dieses Reiches des Höchsten FIAT sein?” Und als wollte Jesus geschwind meine Gedanken unterbrechen, bewegte Er sich in meinem Innern und sprach zu mir: „Meine Tochter, was wird das große Gut sein?! Was wird das große Gut sein?!
Das Reich meines FIAT wird alle Güter, alle Wunder und die großartigsten Wundertaten einschließen. Ja es wird sie alle zusammen übertreffen, und wenn ein Wunder darin besteht, einem Blinden das Sehvermögen zu geben, einen Krüppel aufzurichten, einen Kranken zu heilen, einen Toten aufzuwecken, usw., wird das Reich meines Willens die Nahrung haben, die davor bewahrt.
Für keinen, der es betritt, wird noch Gefahr bestehen, dass er blind, verkrüppelt und krank bleiben könnte. Der Tod wird keine Macht mehr in der Seele haben, und wenn er sie über den Körper haben wird, so wird es kein Tod, sondern ein Übergang sein.
Ohne die Nahrung der Schuld und des degradierten menschlichen Willens, der den Verfall des Leibes verursacht hat, und mit der bewahrenden Nahrung meines Willens, werden auch die Körper nicht der Verwesung und dem Verfall unterworfen sein. Er ist so schauderhaft, dass es auch den stärksten Menschen
Schrecken einjagt, wie es bis jetzt noch der Fall ist, sondern sie werden in ihren Gräbern unverwest bleiben und den Tag der Auferstehung aller erwarten.
Was glaubst du, ist ein größeres Wunder: einem armen Blinden das Augenlicht zu geben, einen Krüppel aufzurichten, einen Kranken zu heilen, oder ein vorbeugendes Mittel zu haben, damit das Auge nie sein Sehvermögen verliert, damit man immer aufrecht geht und immer gesund bleibt?
Ich glaube, dass das vorbeugende Wunder größer ist als das Wunder, nachdem das Unglück geschehen ist. Hier liegt der große Unterschied zwischen dem Reich der Erlösung und dem Reich des Höchsten FIAT. Im ersten gab es das Wunder für die armen Unglücklichen, wie es noch heute ist, von denen sich einige in diesem unglücklichen Zustand, jene in einem anderen befinden.
Deshalb gab Ich auch äußerlich das Beispiel so vieler verschiedener Heilungen, welche die seelischen Heilungen symbolisierten, die Ich den Seelen schenkte, und die leicht zu ihrer Krankheit zurückkehren.
Das zweite wird ein bewahrendes Wunder sein, denn mein Wille besitzt die wunderbare Macht, dass jeder, der sich von Ihm beherrschen lässt, keinem Übel unterworfen sein wird. Deshalb wird mein Wille es nicht nötig haben, Wunder zu wirken, denn Er wird seine Kinder immer gesund, heilig und schön bewahren, würdig jener Schönheit, die aus unseren schöpferischen Händen bei der Erschaffung des Menschen hervorgegangen ist.
Das Reich des Göttlichen FIAT wird das große Wunder bewirken, alle Übel, Armseligkeiten und Befürchtungen zu verbannen. In der Tat, mein Wille wird kein auf Zeit und Umstände bezogenes Wunder wirken, sondern die Kinder seines Reiches in einem Akt des ständigen Wunders bei Sich behalten, um sie vor jeglichem Übel zu bewahren und sie als Kinder seines Reiches unterscheidbar zu machen.
So wird es in den Seelen sein, aber auch im Leib wird es viele Veränderungen geben, denn immer ist es die Schuld, die alle Übel nährt. Ist die Sünde beseitigt, so fehlt dem Bösen die Nahrung, umso mehr, als mein Wille und die Sünde nicht koexistieren können, daher wird auch die menschliche Natur seine wohltuenden Wirkungen erfahren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 22. Oktober 1926)