13Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. 14Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten.
15Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn ge-rufen. 19Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum 20und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.
21Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel. 22Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa 23und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.

„Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten“ (Mt 2, 13)

Ich fuhr fort, den Akten Jesu nachzufolgen, die Er auf Erden in seinem Göttlichen Willen getan hatte und folgte Mutter und Sohn auf der Flucht nach Ägypten. Da dachte ich mir: „Wie schön muss es gewesen sein, das liebe Kindlein im Arm seiner Göttlichen Mama zu sehen, das – während Es so klein war – in Sich das Ewige FIAT einschloss, und [dadurch] Himmel und Erde einschloss.
Alles ging aus Ihm als Schöpfer hervor, und alles hing von Ihm ab. Und die Höchste Königin, die durch die Kraft desselben FIAT, das Sie beseelte, in den kleinen Jesus gleichsam verschmolzen war, bildete Jesu Widerschein, seinen Widerhall, sein eigenes Leben.
Wie viele verborgene Schönheiten besaßen Sie doch, welche Vielfalt an Himmeln, schöner als der auf unserem Horizont, wie viele noch strahlendere Sonnen enthielten Sie! Und doch sah niemand etwas, man erblickte nichts anderes als drei arme Flüchtlinge. Jesus, meine Liebe, ich will Schritt für Schritt, den Tritten meiner Himmlischen Mama folgen.
Während Sie dahingeht, möchte ich die Grashalme, die Atome der Erde beseelen und Dich unter ihrer Vegetation mein „Ich liebe Dich” hören lassen. Ich will das ganze Licht der Sonne beleben, und wenn sie Dir ins Gesicht strahlt, soll sie Dir mein „Ich liebe Dich” bringen.
Alle Windstöße, seine Liebkosungen, sagen Dir alle: „Ich liebe Dich”. Ich bin es, die Dir in deinem FIAT die Glut der Sonne bringt, um Dich zu wärmen, den Hauch des Windes, um Dich zu liebkosen, sein Pfeifen, damit es zu Dir spricht und Dir sagt: „Teures Kind, gib, dass alle deinen Göttlichen Willen erkennen, lass Ihn aus deiner kleinen Menschheit hervortreten, damit Er seine Herrschaft antritt und sein Reich unter den Menschen errichtet.“
Doch als sich mein Geist in Jesu Gegenwart verlor und es zu weitschweifig wäre, wenn ich alles sagen wollte, bewegte sich Jesus, mein höchstes und einziges Gut, in meinem Inneren und sprach voller Güte zu mir: „Meine Tochter, Ich und meine Mama waren wie Zwillinge, hervorgegangen aus derselben Geburt, denn Wir hatten nur einen einzigen Willen, Der uns das Leben gab.
Das Göttliche FIAT legte unsere Akte zusammen, sodass der Sohn sich in Ihr spiegelte, und die Mutter im Sohn. So war das Reich des Göttlichen Willens in voller Blüte und hatte seine vollkommene Herrschaft in Uns. Während Wir nach Ägypten flohen, brachten wir den Göttlichen Willen wie im Vorübergang durch diese Gebiete und empfanden seinen großen Schmerz, weil Er nicht in den Geschöpfen herrschte.
Da betrachteten Wir die Jahrhunderte und spürten große Freude über sein Reich, das Er in ihrer Mitte gründen sollte. O, wie willkommen waren Uns auf den Flügeln unseres FIAT deine wiederholten Kehrreime im Wind, in der Sonne, im Wasser, unter unseren Schritten: „Ich liebe Dich, ich liebe Dich, dein Reich komme!” Es war unser Widerhall, den Wir in dir hörten, die Wir nichts anderes wollten, als dass der Göttliche Wille herrschen und alle erobern möge.
Daher liebten Wir schon seit damals unsere ganz Kleine, die um nichts bat und nichts wollte, außer das, was Wir wollten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 9. Februar 1928)

„Und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder“ (Mt 2,23)

„… O bitte, ahme Mich nach, als Ich im Hause von Nazaret war: Mein Geist war mit nichts anderem beschäftigt, als mit der Ehre des Vaters und der Rettung der Seelen; Mein Mund öffnete sich nur zu heiligen Gesprächen. Mit Meinen Worten versuchte ich, die Beleidigungen gegen den Vater wiedergutzumachen, die Herzen mit Pfeilen zu durchbohren, und sie zu Meiner Liebe zu ziehen – zuerst jene meiner Mutter und des heiligen Josef.
Mit einem Wort, alles bezog sich auf Gott, alles wurde für Gott getan und alles wandte sich an Ihn. Warum kannst du nicht dasselbe tun?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; (20))

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… Dann überlegte ich, während ich meinen süßen Jesus im Kämmerchen von Nazareth begleitete, um seinen Akten zu folgen: „Mein geliebter Jesus hatte mit Sicherheit das Reich seines Willens in seinem verborgenen Leben daheim: denn die Höchste Herrin besaß sein FIAT, Er Selbst war der Göttliche Wille, und der heilige Josef inmitten dieser Meere von grenzenlosem Licht – wie sollte nicht auch er sich von diesem Heiligsten Willen beherrschen lassen?“
Als ich dies erwog, seufzte Jesus, mein Höchstes Gut, vor Schmerz in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, sicher herrschte in diesem Haus von Nazareth mein Göttlicher Wille „wie im Himmel so auf Erden“. Ich und meine Himmlische Mutter kannten keinen anderen Willen, der heilige Josef lebte in den Widerspiegelungen des Unsrigen – doch Ich war wie ein König ohne Volk, einsam, ohne Gefolge, ohne Heer.
Und meine Mutter war als Königin ohne Nachkommenschaft, da Sie nicht von anderen Kindern umgeben war, die Ihrer würdig waren. Sie hatte keine, denen Sie ihre Königskrone anvertrauen konnte, um ihren [eigenen] Stammbaum ihrer adeligen Sprösslinge zu haben – alles Könige und Königinnen.
Mir wurde der Schmerz zuteil, ein König ohne Volk zu sein, und wenn man jene, die Mich umgaben, Volk nennen kann, so war es ein krankes Volk: Blinde, Stumme, Taube, Lahme, von Wunden Bedeckte. Es war ein Volk, das Mir zur Unehre, nicht zur Ehre gereichte, das Mich nicht einmal kannte, noch kennen wollte. So war Ich König nur für Mich allein, und meine Mutter war Königin ohne die lange Generation ihres Stammes der königlichen Kinder.
Damit man es aber mein Reich und meine Herrschaft nennen konnte, musste Ich Minister haben. Obwohl der heilige Josef mein erster Minister war, stellt nun aber ein einziger Minister kein Ministerium dar. Ich musste ein großes Heer haben, das kampfbereit auf die Verteidigung der Rechte des Reiches meines Göttlichen Willens bedacht sein, und ein treues Volk, dessen Gesetz allein das Gesetz meines Willens sein sollte.
Das war aber nicht der Fall, meine Tochter, daher kann Ich nicht sagen, dass Ich bei meinem Kommen auf die Erde das Reich meines FIAT bereits gehabt hätte. So war unser Reich allein für Uns, da die Ordnung der Schöpfung und die Königswürde des Menschen noch nicht wiederhergestellt waren.
Indem aber Ich und meine Himmlische Mutter ganz im Göttlichen Willen lebten, wurde der Same gesät und der Sauerteig gebildet, damit unser Reich auf Erden sprieße und wachse.
Es wurden also alle Vorbereitungen getroffen, alle Gnaden erfleht, alle Leiden gelitten, damit das Reich meines Willens auf Erden zur Herrschaft gelange. So kann man Nazareth den Ort nennen, wo das Reich unseres Willens zurückgerufen wurde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 7. Juli 1928)