13In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 14Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden, und du kommst zu mir?
15Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. 16Kaum war Jesus getauft und aus dem Wasser gestiegen, da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
17Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.

„In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen“. (Mt 3,13)

„[Jesus,] während Du am Jordan ankommst, tauche ich in diese Fluten mein „Ich liebe Dich“ ein: So wirst Du, kaum dass der heilige Johannes sie über Dein Haupt gießen wird, um Dich zu taufen, in ihnen die Fülle meiner Liebe fließen fühlen, die für alle Kreaturen um das Taufwasser Deines Göttlichen Willens und die Ankunft Seines Reiches fleht.
Geliebter, in diesem feierlichen Akt Deiner Taufe bitte ich Dich um eine Gnade, die Du mir sicher nicht verweigern wirst: Ich bitte Dich nämlich, mit Deinen heiligen Händen meine kleine Seele zu reinigen mittels des lebenspendenden und schöpferischen Wassers Deines Göttlichen Willens, damit ich nichts höre, nichts sehe und nichts kenne außer das Leben Deines Fiat. O ja, ich bitte Dich, mache, dass meine Existenz nichts als ein ununterbrochener Akt Deines Willens sei! (Rundgang der Seele im wirken des Göttlichen Willens – Übersetzung von Irmengard Haslinger)

„Lass es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert, ganz erfüllen“ (Mt 3,15)

… „Du musst wissen, als Ich auf die Erde kam, wollte Ich die alten Gesetze abschaffen und andere vervollkommnen. Doch obwohl Ich sie abschaffte, nahm Ich Mich nicht davon aus, jene Gesetze zu beobachten, sondern Ich beobachtete sie auf vollkommenere Weise als die anderen.
Doch da Ich in Mir das alte und das neue [Gesetz] vereinigen sollte, wollte Ich sie beobachten, um den alten Gesetzen ihre Erfüllung zu geben und ihnen das Siegel der Abschaffung aufzuprägen.
Ich wollte dem neuen Gesetz den Anfang geben, für dessen Einsetzung Ich auf die Erde kam – ein Gesetz der Gnade und der Liebe – wodurch Ich alle Opfer in Mir einschloss, da Ich der wahre und einzige Geopferte sein sollte. So waren alle anderen Opfer nicht mehr notwendig, denn da Ich Mensch und Gott war, war dies mehr als ausreichend, um für alle Genüge zu tun.
Nun, meine geliebte Tochter, da Ich aus dir ein vollkommeneres Abbild von Mir machen und eine so edle und göttliche Heiligkeit begründen möchte, nämlich das „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“, so will Ich in dir alle Seelenzustände konzentrieren, die es bisher auf dem Weg der Heiligkeit gegeben hat, und [im Maß,] wie du diese [aszetischen Praktiken dieser Seelenzustände] erleidest und zugleich deine Akte in meinem Willen tust, verleihe Ich ihnen die Erfüllung, die Krone, Ich verschönere sie und drücke mein Siegel darauf.
Alles muss in meinem Willen vollendet werden, und wo die anderen Heiligkeiten aufhören, hat die Heiligkeit meines Willens, da sie edel und göttlich ist, ihren Anfang und hält alle anderen Heiligkeiten als ihren Fußschemel. Lass Mich deshalb machen, lass Mich mein Leben und das, was Ich mit so viel Liebe bei der Erlösung gewirkt habe, wiederholen.
Nun will Ich es mit noch größerer Liebe in dir wiederholen, um [in dir] den Anfang der Gabe des Lebens in meinem Willen zu begründen, sodass seine Gesetze bekannt werden; doch wünsche Ich, dass dein Wille mit dem Meinen vereint und in Ihn versenkt sei.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 8. November 1923)

„Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe“ (Mt 3,17)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, sagte mir der gebenedeite Jesus, als Er kam:
„Meine Tochter, wenn meine Gnade im Besitz mehrerer Personen ist, feiert sie mehr. Es ist wie bei den Königinnen: je mehr Mägde auf ihre Winke achten und sie wie eine Krone umgeben, umso mehr freuen sie sich und feiern festlich. Du, verankere dich in Mir, schau auf Mich, und du wirst so von Mir ergriffen sein, dass alles Materielle für dich wie tot umfallen wird.
Du musst dich so sehr in Mir verankern, dass du Mich vollständig in dich hineinziehst, sodass Ich, wenn Ich Mich selbst in dir finde, in dir mein vollkommenes Wohlgefallen finden kann. Wenn Ich also in dir alle möglichen Freuden finde, die Ich in einem menschlichen Geschöpf antreffen kann, so kann Mich das, was die anderen Mir antun, nicht so sehr missfallen.“
Während Er dies sagte, schloss Er sich in mir ein und war voll Freude. Wie glücklich würde ich mich schätzen, wenn es mir gelänge, meinen geliebten Jesus ganz in mich hineinzuziehen! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 6. Februar 1901)

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Als ich in meinem gewohnten Zustand war, schien ich die Heiligste Dreifaltigkeit zu sehen. Sie sahen Einander an, und in diesen Blicken war ihre Schönheit so groß, dass Sie beim bloßen sichbetrachten in Ekstase blieben. In diesem Zustand flossen Sie von Liebe über und waren gleichsam erschüttert von dieser Liebe, um noch intensiver in Ekstase zu geraten.
So war all ihr Gut und ihr Wohlgefallen in Ihnen selbst eingeschlossen, und ihr ganzes ewiges Leben, ihre Glückseligkeit und ihr Walten waren in diesem Wort allein eingeschlossen: ‚Liebe’. Die ganze Seligkeit der Heiligen bestand aus diesem vollkommenen Wirken der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Als ich dies sah, nahm der Sohn die Gestalt des Gekreuzigten an, und aus ihrer Mitte heraustretend, kam Er zu mir und teilte mir die Leiden der Kreuzigung mit. Und während Er in mir war, begab Er sich wiederum in ihre Mitte, und bot seine und meine Leiden dar und leistete Genugtuung für die Liebe, die alle Geschöpfe Ihnen schuldeten.
Wer beschreibt ihr Wohlgefallen, und wie befriedigt Sie durch das Angebot des Sohnes waren? Da bei der Erschaffung der Geschöpfe aus ihrem Inneren nichts als Liebesflammen hervorgetreten waren, sodass Sie, um dieser Liebe freien Lauf zu lassen, viele weitere Abbilder von sich zu erschaffen begannen, so schien es, dass Sie erst dann befriedigt sind, wenn Sie das empfangen, was Sie gegeben haben, d.h. Sie schenkten Liebe und wollen Liebe.
So ist es die schrecklichste Beleidigung, Sie nicht zu lieben. Und doch, o dreimal heiliger Gott, wer ist es, der Dich liebt? Danach verschwanden Sie; doch wer kann sagen, was ich verstand? Mein Geist verlor sich und meine Zunge ist unfähig, ein Wort zu artikulieren…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 13. Januar 1903)

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… „Meine Tochter, die Einheit unseres Dreifaltigen Willens ist so groß, dass der Wille der einen [Person] nicht von dem der anderen unterschieden werden kann. Es ist diese Einheit der Willen, welche die ganze Vollkommenheit der Drei Göttlichen Personen ausmacht; denn da Wir gleich im Willen sind, bringt diese Unsere Gleichheit die Einheit hervor an Heiligkeit, Weisheit, Schönheit, Macht, Liebe und an allem Übrigen, was zu Unserem Wesen gehört.
So spiegeln Wir Uns, der Eine im Anderen, und unser Glück in diesem EinanderAnsehen ist derart, dass es Uns vollkommene Seligkeit bringt. So wird jeder von Uns im Anderen widergespiegelt, und jeder gießt in den Anderen alle Eigenschaften Unseres Wesens, wie viele unermessliche Meere von verschiedenen Freuden. Wenn zwischen Uns irgendeine Unähnlichkeit bestünde, so wäre Unser Wesen weder vollkommen noch könnte es völlige Seligkeit genießen.“
Als Wir nun den Menschen erschufen, gossen Wir unser Abbild und Gleichnis in ihn ein, um den Menschen mit unserer Glückseligkeit gleichsam zu überwältigen, und in ihm sollten Wir unsere Widerspiegelung und unser Entzücken finden; aber der Mensch hat den ersten Ring der Verbindung, des Willens, zwischen sich und dem Schöpfer zerbrochen und damit die wahre Glückseligkeit verloren, ja, mehr noch, alle Übel sind auf ihn herabgestürzt, deswegen können Wir Uns weder in ihm spiegeln noch uns beglücken.
Nur in jener Seele, die in allem unseren Willen erfüllt, tun Wir dies und erfreuen Uns in ihr der vollendeten Frucht der Schöpfung. In jenen, die, obgleich sie einige Tugend besitzen, beten, die Sakramente empfangen, aber unserem Willen nicht gleichförmig sind, können Wir Uns nicht spiegeln, weil – da die Verbindung ihres Willens mit dem Unseren unterbrochen ist – alles ungeordnet und verkehrt ist.
Ach, meine Tochter, nur unser Wille ist willkommen, weil Er wieder Ordnung schafft, glücklich macht und alle Güter mit sich bringt. Tue also immer und in allem meinen Willen und sorge dich um nichts anderes.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 8.2.1915)