38In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. 39Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.
40Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. 41Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.
42Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. 43Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?
48Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

„Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Mt 5, 39)

Jesus, mein göttlicher Wächter! Nun habe ich mich ein wenig dem Schlummer hingegeben. Da du jedoch nicht allein und ohne mich bleiben willst, hast du mich geweckt und lässt mich mit dir im Hause des Hannas zusammen sein. Er fragt dich nach deiner Lehre und deinen Jüngern.
Und du, o Jesus, öffnest deinen heiligen Mund und sprichst mit würdevoller und klarer Stimme: „Ich habe offen vor aller Welt gesprochen. Ich habe immer in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen.
Nichts habe ich im Geheimen gesprochen. Warum fragst du mich? Frag doch die, die mich gehört haben, was ich zu ihnen gesagt habe; sie wissen, was ich geredet habe.“ Bei diesem würdevollen Auftreten staunen die Ratsherren.
Aber die Ruchlosigkeit eines Dieners, der sich Hannas gefällig zeigen will, ist so groß, dass er sich dir nähert und dir mit eiserner Faust einen solchen Schlag ins Gesicht versetzt, dass du wankst und dein Angesicht anschwillt.
Nun begreife ich, mein süßes Leben, warum du mich geweckt hast. Du hattest recht. In der Tat, ich hätte dich gehalten, als du nahe daran warst niederzusinken. Und deine Feinde brechen in teuflisches Gelächter aus und klatschen johlend in die Hände bei dieser ungerechten Handlungsweise.
Doch ich stütze dich und erkläre mich bereit, mutig jedes Leid für dich zu ertragen. Ich bemitleide dich wegen dieser Beschimpfung.
In der Vereinigung mit dir möchte ich Sühne leisten für so viele furchtsame Seelen, die sich so leicht einschüchtern lassen; für jene, die aus Menschenfurcht nicht die Wahrheit sagen; für solche, die es an der schuldigen Hochachtung Priestern gegenüber fehlen lassen, und für so viele Fehler, die durch Murren begangen werden. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 2 bis 3 Uhr: Jesus von Hannas verhört, beschimpft und ins Angesicht geschlagen)

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Als ich mich nach meinem anbetungswürdigen Jesus sehnte, kam Er in dem Aussehen, das Er hatte, als seine Feinde Ihn ohrfeigten, sein Gesicht mit Spucke bedeckten und Ihm die Augen verbanden.
Mit bewundernswerter Geduld erlitt Er alles; mehr noch, Er schien sie nicht einmal zu beachten, so sehr war Er auf sein Inneres gerichtet, um auf die Frucht zu sehen, welche diese Leiden hervorbringen würden. Ich bewunderte alles mit Staunen, und Jesus sagte mir:
„Meine Tochter, in meinem Tun und Leiden sah Ich nie nach außen, sondern stets nach innen; und da Ich die Frucht erblickte, wollte Ich, was immer es war, nicht nur leiden, sondern alles mit Sehnsucht und Begierde leiden.
Ganz im Gegensatz dazu sieht der Mensch, wenn er Gutes tut, nicht auf das Innere der Arbeit, und da er ihre Frucht nicht sieht, wird es ihm schnell langweilig, alles wird ihm lästig, und oft vernachlässigt er das Gutestun. Wenn er leidet, verliert er leicht die Geduld; und wenn er Böses tut, tut er dies, da er nicht auf das Innere des Bösen schaut, mit Leichtigkeit…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. November 1902)

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… „Meine Tochter, die Schergen konnten meinen Leib zerfleischen, Mich beleidigen, mit Füßen treten, usw., aber sie konnten weder meinen Willen noch meine Liebe antasten.
Diese wollte Ich frei, damit sie wie zwei Ströme, in denen Ich Mich zum Wohl, auch selbst meiner Feinde, ergoss, dahineilen konnten, ohne dass jemand sie daran hindern könne.
O, wie triumphierten mein Wille und meine Liebe inmitten der Feinde! Sie schlugen Mich mit Geißeln, und Ich schlug ihre Herzen mit meiner Liebe, und mit meinem Willen fesselte Ich sie.
Sie stachen mein Haupt mit Dornen, und meine Liebe entzündete in ihrem Geist das Licht, damit sie Mich erkennen sollten; sie öffneten Mir die Wunden, und meine Liebe heilte die Wunden ihrer Seelen; sie brachten Mir den Tod, und meine Liebe gab ihnen das Leben zurück, sodass, während Ich mein Leben am Kreuz aushauchte, die Flamme meiner Liebe, die ihre Herzen berührte, sie dazu nötigte, sich vor Mir niederzuwerfen und Mich als wahren Gott zu bekennen.
Niemals war Ich so glorreich und triumphierend, wie Ich es in den Leiden im Lauf meines sterblichen Lebens hier unten war. Nun, meine Tochter, habe Ich nach meinem Abbild die Seele frei im Willen und in der Liebe ausgestattet.
So können sich die anderen des äußeren Wirkens der Geschöpfe bemächtigen, aber niemand, niemand des Inneren, des Willens und der Liebe! Und Ich selbst wollte sie diesbezüglich frei, damit dieser Wille und diese Liebe zu Mir nicht gezwungen, sondern frei fließen können und die Seele – sich in Mich versenkend – Mir die edelsten und reinsten Akte aufopfern könne, die das Geschöpf Mir geben kann.
Und da Ich frei bin und sie ebenfalls, können Wir Uns gegenseitig ineinander ergießen und eilends zum Himmel laufen, um den Vater zu lieben und zu verherrlichen und zusammen mit der Heiligsten Dreifaltigkeit wohnen, Wir können zur Erde hin eilen, um allen Wohltaten zu erweisen, in die Herzen aller zu dringen, um sie mit Liebe zu schlagen und sie mit dem Willen zu fesseln und aus ihnen Eroberungen zu machen; eine größere Mitgift hätte Ich den Geschöpfen nicht schenken können.
Aber wo kann das Geschöpf diesen freien Willen und diese Liebe mehr entfalten? Im Leiden, denn im Leiden wächst die Liebe, wird der Wille riesengroß; die Seele beherrscht sich selbst wie eine Königin, fesselt mein Herz, und ihre Leiden umgeben Mich wie eine Krone, bewegen Mich zum Mitleid, und Ich lasse Mich beherrschen; den Leiden einer liebenden Seele kann Ich also nicht widerstehen, und wie eine Königin führe Ich sie an meiner Seite, und so groß ist die Herrschaft jenes Geschöpfes in den Leiden, sodass die Leiden bewirken, dass sie edle, würdevolle, gewinnende, heroische und uneigennützige Züge erringt, ähnlich meinen Zügen, sodass die anderen Geschöpfe darin wetteifern, sich von jener Seele beherrschen zu lassen.
Und je mehr die Seele gemeinsam mit Mir wirkt, mit Mir vereint bleibt und sich mit Mir verschmilzt, umso mehr fühle Ich Mich von ihr absorbiert; wenn sie also denkt, fühle Ich meinen Gedanken in ihrem Geist absorbiert, wenn sie schaut, spricht, atmet, fühle Ich meinen Blick, die Stimme, den Atem, die Handlung, den Schritt, den Herzschlag absorbiert, alles absorbiert Mich.
Und während sie Mich aufnimmt, erwirbt sie dabei ständig meine Züge, die Ähnlichkeit mit Mir, und Ich betrachte Mich andauernd in ihr und finde Mich selbst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. Dezember 1916)

„Wer dich bittet, dem gib“ (Mt 5, 42)

… „Meine Tochter, es ist wahr, dass das Leben in meinem Willen eine Gabe ist und der Besitz des größten Geschenkes. Aber diese Gabe, die unendlichen Wert hat, die ein Geldstück ist, das jeden Augenblick hervorgeht, die Licht ist, das nie verlöscht, Sonne, die niemals untergeht, welche die Seele auf ihren von Gott in der göttlichen Ordnung festgesetzten Platz stellt, und die Seele daher ihren Ehrenplatz und herrscherlichen Platz in der Schöpfung einnimmt – wird nur dem gegeben, der dafür disponiert ist.
Er darf sie nicht vergeuden und muss sie mehr als das eigene Leben schätzen und lieben, ja muss sogar bereit sein, das eigene Leben zu opfern, damit diese Gabe meines Willens die Oberherrschaft über alles habe und für mehr als das Leben selbst gehalten werde. Ja, das eigene Leben ist ein Nichts im Vergleich mit Ihm.
Daher will ich zuvor sehen, dass die Seele in Wahrheit meinen Willen tun will und nie den ihren, bereit zu jeglichem Opfer, um den Meinen zu tun, und bei allem, was sie tut, Mich immer um das Geschenk meines Willens bittet, [wenn] auch [nur] als Leihgabe.
Wenn Ich dann sehe, dass sie nichts tut ohne das Darlehen meines Willens, gebe Ich Ihn der Seele zum Geschenk, denn mit ihrem unaufhörlichen Bitten darum hat sie in ihrer Seele einen leeren Raum gebildet, wo Ich dieses himmlische Geschenk hinterlegen kann; und da sie sich daran gewöhnt hat, mit dem Darlehen dieser göttlichen Speise zu leben, hat sie den Geschmack am eigenen Willen verloren; ihr Gaumen hat sich veredelt und wird sich nicht an die niedrige Kost des eigenen Ich anpassen; wenn sie sich also in Besitz jenes Geschenkes sieht, das sie so sehr ersehnt, erwünscht und geliebt hat, wird sie aus dem Leben jenes Geschenkes leben, wird es lieben und ihm die Hochachtung entgegenbringen, die es verdient.
Würdest du nicht einen Menschen tadeln, der, gepackt von einer kindischen Zuneigung zu einem Knaben, nur damit er eine kurze Zeit bei ihm bleibe und mit ihm spiele, ihm einen Tausenderschein gibt, und das Kind, das den Wert nicht kennt, ihn nach einigen Minuten in tausend Stücke reißt?
Aber wenn er ihn den Schein zuerst ersehnen und ihn dann dessen Wert erkennen lässt, sowie das Gute, das ihm dieser Tausenderschein tun kann und ihn dann ihm gibt, dann wird jener Knabe ihn nicht in tausend Stücke zerreißen, sondern er wird hingehen und ihn unter Verschluss halten, das Geschenk schätzen und den Geber noch mehr lieben, und du würdest diesen Mann loben, der es vermochte, dem kleinen Jungen den Wert des Geldes klarzumachen.
Wenn der Mensch so handelt, um wie viel mehr Ich, der Ich meine Gaben mit Weisheit und Gerechtigkeit und mit wahrer Liebe gebe. Du siehst daher die Notwendigkeit der richtigen Verfassung, der Kenntnis der Gabe, der Würdigung, Wertschätzung und der Liebe zu dieser Gabe selbst.
Daher ist der Vorbote des Geschenkes meines Willens, das Ich dem Geschöpf machen will, die Kenntnis von Ihm. Die Kenntnis bereitet den Weg: die Kenntnis ist wie der Vertrag, den Ich hinsichtlich des zu gewährenden Geschenkes machen möchte; je mehr Erkenntnis Ich der Seele verleihe, umso mehr wird sie angetrieben, die Gabe zu ersehnen, und den göttlichen Schreiber zu drängen, die letzte Unterschrift zu setzen, dass das Geschenk das ihre sei und sie es besitze.
Das Zeichen also, dass ich das Geschenk meines Willens in diesen Zeiten geben will, ist die Kenntnis von Ihm; sei daher aufmerksam und lass dir nichts von dem entgehen, was Ich dir über meinen Willen offenbare, wenn du wünschst, dass Ich die letzte Unterschrift hinsetze auf das Geschenk, das Ich den Menschen zu geben verlange…” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 25. Dezember 1925)

„Damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“ (Mt 5, 45)

… „Mut, meine Tochter! Denk daran, dass ein Göttlicher Wille in dir herrscht, der die Quelle endloser Wonnen und Freuden ist. So bilden deine Bitterkeit und Traurigkeit Wolken um die Sonne meines Willens, die ihre Strahlen daran hindern, dein ganzes Wesen zu erleuchten.
Und Er, der dich glücklich machen möchte, fühlt, wie du die Freuden, die Er dir schenken möchte, durch deine Traurigkeit zurückweist. Obwohl du eine göttliche Sonne zur Verfügung hast, empfindest du wegen deiner Bitterkeit den Regen, der dich bedrückt und deine Seele bis zum Rand füllt.
Du sollst nämlich wissen, dass die Seele, die in meinem Willen lebt, im Zentrum des Göttlichen Sonnenballes lebt und zu Recht sagt: ‘Die Sonne gehört ganz mir.’ Wer jedoch nicht in Ihm lebt, lebt im Kreisumfang des Lichtes, das die göttliche Sonne überall verbreitet, da mein Wille sich in seiner Unermesslichkeit niemandem verweigern kann noch will.
Mein Wille ist wie die Sonne, die aus Notwendigkeit heraus allen Licht spendet – wenn auch nicht alle es wollen. Und warum? Nur weil sie Licht ist und es dem Licht wesenseigen ist, sich allen zu schenken, ob sie es wollen oder nicht (vgl. Mt 5,45). Doch wie groß ist der Unterschied zwischen der Seele, die im Mittelpunkt meiner Göttlichen Sonne und einer, die in ihrem Umkreis lebt!
Die erste besitzt die Eigenschaften des Lichts und all seine unendlichen Wohltaten; das Licht schützt sie vor allen Übeln, sodass die Sünde in diesem Licht nicht bestehen kann. Und wenn eine Traurigkeit aufkommt, gleicht sie Wolken, die schnell verschwinden.
Ein kleiner Hauch meines Willens genügt, um die dichtesten Wolken zu vertreiben, und die Seele ist im Mittelpunkt der Sonne versenkt, die sie besitzt; zumal die Seele, die in meinem Willen lebt, immer um Meinetwillen traurig ist.
Ich kann behaupten, dass Ich zugleich mit dir betrübt bin und, wenn Ich dich weinen sehe, zusammen mit dir weine, da Mich mein eigener Wille von der in Ihm lebenden Seele unzertrennlich macht und Ich ihre Leiden mehr als meine Eigenen fühle.
Ja, mein eigener Wille, der in der Seele wohnt, ruft sogar meine Menschheit in diese leidende Seele hinein, damit meine Menschheit ihr Leben, das sie auf Erden führte, [in der Seele] wiederhole.
Welch göttliche Wunder geschehen dann, welch neue Ströme tun sich auf zwischen Himmel und Erde wegen dieses neuen Lebens der Schmerzen, das Jesus in dieser Seele führt! Mein menschliches und zugleich auch göttliches Herz ist erfüllt mit süßester Zärtlichkeit.
Die Anziehungskraft und machtvollen Zärtlichkeiten meines Herzens sind gewaltig stark: wenn Ich die Seele, die Mich liebt, leiden sehe, lässt meine überaus zarte Liebe mein Herz gleichsam schmelzen und ergießt sich über die Leiden und das Herz meines geliebten Geschöpfs.
Daher bin Ich im Leiden bei dir und erfülle zwei Aufgaben: als Protagonist der Leiden und als Zuseher, der die Früchte meiner Leiden genießt, die Ich in der Seele gerade durchleide.
So bin Ich für die in meinem Willen lebende Seele Sonne und ihr Lebensmittelpunkt, und somit sind Wir unzertrennlich. Ich fühle ihre lebendigen Herzschläge in Mir, und sie nimmt mein pochendes Leben im Innersten ihrer Seele wahr.
Wer jedoch [nur] im Umkreis des Lichtes lebt, das die Sonne meines Göttlichen Willens überall hin ausbreitet, ist nicht Besitzer des Lichtes. Denn von wahrer Besitz[tum] ist nur dann die Rede, wenn man ein Gut in sich selbst besitzt; dieses Gut im Inneren [der Seele] kann niemand nehmen, weder im Leben noch nach dem Tod.
Die äußeren Güter jedoch sind der Gefahr ausgesetzt und können uns nicht in Sicherheit bewahren. So macht die Seele Schwäche, Un-beständigkeit und quälende Leidenschaften durch, dass sie sich schließlich sogar fern von ihrem Schöpfer fühlt.
Darum wünsche Ich dich stets in meinem Willen, damit Ich mein Leben auf Erden [in dir] fortsetzen kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 13. Februar 1931)

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… „Siehst du, als du beim ersten Tagesanbruch sagtest: „Mein Geist steige auf im Höchsten Willen, um alle Intelligenzen der Geschöpfe mit deinem Willen zu bedecken, damit alle in Ihm sich erheben, und ich erweise Dir im Namen aller die Anbetung, Liebe und Unterwerfung jedes geschaffenen Verstandes“, während dieser Worte legte sich ein himmlischer Tau über alle Geschöpfe, der sie bedeckte, um allen die Erwiderung deines Aktes zu bringen.
O wie schön war es, alle Geschöpfe mit diesem himmlischen Tau bedeckt zu sehen, den mein Wille bildete, dessen Symbol der nächtliche Tau ist, der sich am Morgen auf allen Pflanzen befindet, um sie zu schmücken und ihnen Fruchtbarkeit zu verleihen, und jene, die am Verdorren sind, am Austrocknen zu hindern.
Mit seiner himmlischen Berührung scheint Er eine Berührung des Lebens auf sie zu legen, damit sie gedeihen. Wie bezaubernd der Tau am frühen Morgen auch ist, noch viel bezaubernder und schöner ist der Tau der Akte, welche die Seele in meinem Willen bildet…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 22. November 1925)

„Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“. (Mt 5, 48)

… „Wie kann man jene Worte erklären, die Ich aussprach, als Ich den Menschen schuf: „Lasst Uns den Menschen machen nach unserem Abbild und Gleichnis?“ Wie könnte das Geschöpf, das doch so unfähig ist, Mir je ähnlich sehen und mein Abbild sein?
Nur in meinem Willen konnte ihm dies gelingen, denn wenn sich das Geschöpf diesen Willen zu eigen macht, kommt es soweit, auf göttliche Art zu wirken, und mit der Wiederholung dieser göttlichen Akte gelangt es dahin, Mir ähnlich zu sehen und zu meinem vollkommenen Abbild zu werden.
Es geschieht wie bei einem Kind, das mit der Wiederholung der Akte, die es beim Lehrer sieht, diesem ähnlich wird. So ist das einzige, was das Geschöpf Mir ähnlich macht, mein Wille.
Deswegen habe Ich so großes Interesse daran, dass das Geschöpf den wahren Zweck erfüllt, wozu es erschaffen wurde, indem es sich meinen Willen zu eigen macht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 24. August 1915)