15In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen. 16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden. 17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. 18Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. 19Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. 20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

„Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen“ (Mt 18,15)

… Und ich: „Meine Liebe, mir ist nicht danach, Geschmack an irgendetwas zu finden, so gut es auch sei; und überdies, Du weißt es besser als ich – wie könnte ich Geschmack an anderen Dingen finden, wenn der Kummer über deine Beraubung mich verzehrt und bis ins Mark meiner Gebeine mit Bitterkeit erfüllt, mich alles vergessen lässt, und das einzige, das mir präsent ist und in mein Herz eindringt, der Nagel deiner Abwesenheit ist?”
Und Jesus: „Und dies sagt dir, dass du Mein bist und voll bist von Mir, denn jeder Geschmack hat folgenden Einfluss: wenn es mein Geschmack ist, wandelt er den Menschen in Mich um, wenn es eine natürliche Freude ist, treibt sie die Seele fort zu menschlichen Dingen, wenn es ein Geschmack an Leidenschaften ist, wirft er sie in den Strom des Bösen.
Der Geschmack scheint unbedeutend zu sein, aber es ist nicht so, er ist der erste Akt – entweder des Guten oder des Bösen. Schau, ob es nicht so ist: Warum hat Adam gesündigt?
Weil er den Blick von der göttlichen Anziehung[skraft] abwandte, und er, als Eva ihm die Frucht zeigte, um ihn essen zu lassen, diese betrachtete und das Auge an ihrem Anblick Gefallen fand, das Gehör Wohlgefallen an den Worten Evas empfand – dass nämlich das Essen der Frucht bedeuten würde, Gott ähnlich zu werden – und der Gaumen Geschmack am Genuss fand. So war der Geschmack der erste Akt seines Untergangs.
Wenn er hingegen Missfallen am Anblick der Frucht empfunden hätte, Überdruss und Belästigung beim Anhören der Worte Evas, Ekel beim Essen, so hätte Adam nicht gesündigt, sondern hätte vielmehr den ersten heroischen Akt in seinem Leben gesetzt, indem er Eva widerstanden und wegen ihrer Tat zurechtgewiesen hätte; er hätte die unvergängliche Krone der Treue Dem gegenüber behalten, Dem er so viel schuldete, und Der alle Rechte auf Adams Unterwerfung besaß.
O, wie bedarf es der Wachsamkeit hinsichtlich der verschiedenen Geschmäcker, die in der Seele aufkommen! Sind es rein göttliche Freuden, so muss man ihnen Leben gewähren, sind es aber menschliche Geschmäcker oder Freude an Leidenschaften, muss man sie abtöten, sonst besteht die Gefahr, in den Strom des Bösen zu stürzen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 6. Juni 1923)

„Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein“ (Mt 18,18)

Jesus übergibt sich bereitwillig den Händen seiner Feinde, weil er darin den Willen seines Vaters erblickt. Wenn wir von den Geschöpfen enttäuscht und verraten werden, sind auch wir dann sofort bereit zu verzeihen, wie Jesus verziehen hat?
Nehmen auch wir alles Böse, das uns von den Menschen zukommt, als etwas an, das von der Hand Gottes kommt? Sind wir bereit, unverzüglich das zu tun, was Jesus von uns verlangt? Können wir sagen, dass in Kreuzen und Trübsalen unsere Geduld der Geduld Jesu nahe kommt?
In Banden geschlagener Jesus! Deine Ketten mögen mein Herz fesseln und festhalten, dass ich stets bereit sei, das zu leiden, was du willst. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von Mitternacht bis 1 Uhr: Gefangennahme Jesu im Garten Gethsemane)
„Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten“ (Mt 18, 19)
Mir scheint, dass ich nicht anders kann, als meinen Rundgang im Höchsten Willen fortzusetzen. Ich fühle, dass Er mein wahres Zuhause ist, und dann bin ich glücklich, wenn ich in Ihm kreise, denn ich finde alles, was meinem süßen Jesus gehört, und kraft seines Willens ist all das, was Sein ist, auch mein.
So habe ich meinem geliebten Gut viel zu geben, ja, ich habe Ihm so viel zu geben, dass ich nie damit zu Ende komme, Ihm alles zu geben. Es bleibt mir also der Wunsch, zurückzukehren und meinen Rundgang wiederaufzunehmen, um Ihm alles zu geben, was seinem anbetungswürdigen Willen gehört.
Als ich den Rundgang machte und die großen Segnungen erwog, die der Höchste Wille den Seelen bringt, bat ich Jesus, dass Er Ihn schnell allen bekannt mache, damit sie an einem so großen Gut teilnehmen könnten. Um dies zu erlangen, sagte ich – bei jedem geschaffenen Ding angelangt – zu Ihm:
„Ich komme in die Sonne, um deinem in ihr regierenden und herrschenden Willen Gesellschaft zu leisten, in allem Glanz seiner Majestät. Doch während ich Dir in der Sonne Gesellschaft leiste, bitte ich Dich, dass dein ewiges FIAT bekannt werde, und wie Es triumphierend in der Sonne regiert, so möge Es mitten unter den Menschen triumphierend zur Herrschaft gelangen. Du siehst, auch die Sonne bittet Dich, ihr ganzes Licht verwandelt sich in Gebet.
Und wie sie sich über die Erde ausbreitet und mit ihrem Licht Pflanzen und Blumen, Berge und Ebenen, Meere und Flüsse umhüllt, so bittet sie Dich, dass dein FIAT eines sei auf Erden und mit allen Geschöpfen in Einklang stehe. So bin nicht ich allein es, die Dich bittet, sondern es ist die Macht deines eigenen, in der Sonne regierenden Willens, der dich bittet: es bittet das Licht, es beten seine unzähligen Wirkungen, die Güter, die Farben, die es enthält.
Alle beten darum, dass dein FIAT über alle herrsche. Kannst du einer so großen Menge von Licht widerstehen, das mit der Macht deines eigenen Willens betet?
Während ich, klein wie ich bin, Dir in dieser Sonne Gesellschaft leiste, benedeie, bete an und verherrliche ich deinen anbetungswürdigen Willen, mit jener Größe und Herrlichkeit, mit der dein eigener Wille sich in seinen Werken verherrlicht. Sollte etwa dein Wille nur in den Menschen nicht die vollkommene Herrlichkeit seiner Werke finden? Deshalb komme dein FIAT, Es möge kommen.”
Doch während ich dies tue, nehme ich wahr, wie das ganze Licht der Sonne um das Kommen des ewigen FIAT betet. Oder besser gesagt, sein eigener anbetungswürdiger Wille betet, indem Er das Licht erfüllt. Und ich lasse Ihn beten, und gehe zu den anderen geschaffenen Dingen über, um meinen kleinen Besuch zu machen.
Ich leiste dem anbetungswürdigen Willen in jedem seiner Akte, die Er in jedem geschaffenen Ding ausführt, ein wenig Gesellschaft.
Darum gehe ich durch den Himmel, die Sterne, das Meer, damit der Himmel bittet, die Sterne bitten, das Meer mit seinem Gemurmel darum bittet, dass das Höchste FIAT bekannt werde und über alle menschlichen Geschöpfe triumphierend herrsche, wie Er in ihnen herrscht…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 17. Oktober 1926)

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… „Nun, unser Göttlicher Wille will [das] Leben des Geschöpfs sein, der größte Akt, die überschwänglichste Liebe, deren nur ein Gott fähig ist und die nur Er zu wirken vermag.
Nun, damit eine Seele den Göttlichen Willen besitzen kann, schenkt Er ihr die Gabe des [Bitt]Gebetes, gleichsam seine bittende Kraft und stellt sich selbst an die Spitze, um die Gabe zu bestätigen und lässt alle geschaffenen Dinge darum beten.
Er drängt sich unserer Liebe, Macht und Güte auf, und lässt unsere Liebe, Macht und Güte beten. All unsere Eigenschaften bitten, auch unsere Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Macht verwandeln sich in Gebet; niemand darf hierbei fehlen.
Wenn unser Wille wünscht, dass Wir einen Akt vollbringen und ein Geschenk machen, bitten alle und alles gleichsam auf den Knien, um das zu tun, was Er will.
Wenn alle Ihn gebeten haben, auch unsere göttlichen Attribute, bestätigen Wir die Gabe. Das Gebet dieser Seele wird universell, und wann immer sie betet, hat sie solche Macht, dass alles, was Unser ist, [mit]betet, auch unsere Eigenschaften, denn mit der Gabe wurde der Seele das Recht über alle [und alles] gewährt.
Was kann man mit dieser Gabe des Gebetes nicht alles erlangen? Man kann sagen, die Himmel werden erschüttert, unser eigenes Sein fühlt sich besiegt und gebunden – und gewährt [die Bitte]…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 26. September 1937)

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… „Meine Tochter, wenn die Seele meinen Willen in ihre Akte und ihr Gebet ruft, dann wiederholt Er gemeinsam mit der Seele den Akt und betet zusammen mit ihr.
Da Er sich nun in seiner Unermesslichkeit überall befindet, fühlen die Schöpfung, Sonne, Wind, Himmel, die Engel und Heiligen in sich selbst die Kraft des schöpferischen Gebetes, und alle beten.
Die Wunder dieses allmächtigen Gebetes beziehen alle mit ein und schenken sich allen. Nur jene, die es undankbarerweise nicht aufnehmen wollen, bleiben seiner Wirkungen beraubt. So besitzt mein Wille also die Eigenschaft, die Kraft des Gebetes.
O, wie schön ist es, Ihn auf seine göttliche Weise und mit seiner schöpferischen Kraft beten zu sehen, die sich allen auferlegt und bewirkt, dass alle beten! Dieses Gebet drängt sich unseren göttlichen Eigenschaften auf und lässt reichlich Barmherzigkeit, Gnade, Vergebung und Liebe herabströmen. Es genügt zu sagen, dass es unser Gebet ist, um behaupten zu können: ‚Es kann alles geben…’“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 6. Juli 1938)

„Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18, 20)

… „Meine Tochter, als Adam sündigte, gab Gott ihm die Verheißung des zukünftigen Erlösers. Jahrhunderte vergingen, doch die Verheißung nahm nicht ab, und die Generationen empfingen die Wohltat der Erlösung.
Da Ich nun, vom Himmel auf die Erde herabgestiegen, das Reich meiner Erlösung gegründet hatte, gab Ich, bevor Ich von der Erde schied, um zum Himmel aufzusteigen, im „Vater-Unser-Gebet“ eine andere, noch feierlichere Verheißung über das Reich meines Willens auf Erden.
Um ihr noch mehr Wert zu verleihen und sie eher zu erlangen, machte Ich diese formelle Verheißung in der feierlichen Form meines Gebetes, worin Ich den Vater bat, dass Er sein Reich kommen lasse, und der Göttliche Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe.
Ich stellte Mich an die Spitze dieses Gebetes, im Wissen, dass dies sein Wille war, und Er Mir nichts verweigern würde, wenn es von Mir erbeten wurde, zumal Ich mit seinem eigenen Willen betete und um etwas bat, das von meinem Vater Selbst gewollt war.
Nachdem Ich dieses Gebet vor meinem Himmlischen Vater formuliert hatte und sicher war, dass Mir das Reich meines Göttlichen Willens auf Erden gewährt würde, lehrte Ich es meine Apostel, damit sie es die ganze Welt lehren sollten, sodass man von allen nur den einen Ruf vernehmen möge: „Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.”
Eine sicherere und feierlichere Verheißung hätte Ich nicht geben können. Die Jahrhunderte sind für Uns nur ein Punkt, und unsere Worte sind Akte und vollbrachte Taten.
Dass Ich selbst zum Himmlischen Vater betete: „Es komme, es komme dein Reich, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden”, bedeutete, dass mit meiner Ankunft auf Erden das Reich meines Willens unter den Menschen [noch] nicht errichtet wurde, sonst hätte Ich gesagt:
„Mein Vater, unser Reich, das Ich schon auf der Erde aufgerichtet habe, möge bestätigt werden, und unser Wille soll herrschen und regieren”.
Stattdessen sagte Ich: „Es komme”, d.h., dass es kommen muss und die Geschöpfe es mit jener Sicherheit erwarten sollen, mit der sie den zukünftigen Erlöser erwartet haben, denn es ist mein Göttlicher Wille, der sich in diesen Worten des Vaterunser gebunden und festgelegt hat; und wenn Er sich bindet, ist das, was Er verheißt, mehr als sicher.
Umso mehr, da alles von Mir vorbereitet wurde, und nichts anderes mehr nötig war als die Offenbarungen über mein Reich – was Ich jetzt gerade tue. Glaubst du, dass die vielen Wahrheiten, die Ich dir über mein FIAT kundtue, nur einfache Nachrichten für dich sind?
Nein, nein – sondern Ich möchte, dass alle wissen, dass sein Reich nahe ist und sie seine schönen Vorzüge kennenlernen, damit alle es lieben und sich danach sehnen einzutreten, um in einem so heiligen Reich voller Seligkeit und aller Schätze zu leben.
Was dir also schwierig scheint, ist für die Macht unseres FIAT leicht, da Es alle Schwierigkeiten zu entfernen und alles zu erobern weiß, wie und wann Es will.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 5. Februar 1928)

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… „Meine Tochter, Gott ist Ordnung, und wenn Er den Geschöpfen eine Wohltat geben will, geschieht es immer seiner Göttlichen Ordnung gemäß (richtet Er darin stets seine Göttliche Ordnung auf); alles, was nötig ist, um ein so großes Gut zu erlangen, beginnt bei Gott, Der sich als das Haupt [dieses Gutes] einsetzt, um die Aufgabe zu übernehmen, und dann ordnet Er die Seelen darauf hin, gerade diese Absicht zu erfüllen.
Das tat Ich, damit Ich die [Gnade der] Erlösung schenken und damit die Geschöpfe sie empfangen konnten. Und das tue Ich nun Selbst, damit Ich das Reich meines Göttlichen Willens geben und die Menschen es annehmen können.
Als Ich Selbst das Vaterunser formulierte, setzte Ich Mich an die erste Stelle und verpflichtete Mich, dieses Reich zu gewähren. Indem Ich es meine Apostel lehrte, brachte Ich die Ordnung in die Menschengeschlechter hinein, wie sie ein solches Gut erlangen könnten. So betet die ganze Kirche, und es gibt wohl keine Seele, die ihr angehört und die nicht das Vaterunser betet.
Obwohl zwar viele es gedankenlos hersagen und gar kein Interesse haben, ein so heiliges Reich zu erbitten – dass nämlich der Göttliche Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe – so hat Jener umso mehr Interesse daran, Der es gelehrt hat.
Selbst dann, wenn der Mensch das Gebet des Herrn einfach hersagt, gewinnt er mein Interesse. Ich glaube, mein eigenes Gebet zu vernehmen, das um die Ankunft des Reiches Gottes und die Erfüllung des Göttlichen Willens wie im Himmel so auf Erden fleht…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 26. Mai 1928)