28In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! 29Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
30Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. 31Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
32Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

„Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht“ (Mt 21, 29)

… „Meine Tochter, Ich berücksichtige keine Worte, sondern nur Taten. Glaubst du, dass es leicht ist, eine Seele zu finden, die wirklich leiden will? O, wie schwierig ist dies!
Mit Worten wollen viele leiden, doch tatsächlich laufen sie davon, wenn ein Schmerz sie bedrückt oder andere Leiden sie umgeben. O, wie viel lieber möchten sie frei sein davon! Und Ich bleibe stets der Jesus, der einsam leidet.
Wenn Ich daher eine Seele finde, die das Leiden nicht flieht, sondern Mir in meinen Leiden Gesellschaft leisten will, ja noch sehnlichst darauf wartet, dass Ich ihr das Brot des Schmerzes bringe – so versetzt sie Mich in das Delirium der Liebe und bringt Mich so weit, Torheiten zu begehen und so großzügig mit dieser Seele zu sein, dass Himmel und Erde staunen.
Glaubst du, dass es meinem so liebenden Herz gleichgültig war, dass du, als du Meiner beraubt warst, auf Mich gewartet hast – und auf nichts anderes, als dass Ich dir meine bitteren Leiden bringe?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 18. Mai 1923)

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… „Unser Wille disponiert das Geschöpf zum Empfang aller göttlichen Eigenschaften und Farben. Und unser ununterbrochener Atem malt wie ein überaus geschickter Pinsel mit bewundernswerter und unnachahmlicher Meisterhaftigkeit die schönsten Nuancen und formt die Faksimiles unseres Höchsten Seins.
Wären da nicht diese Faksimiles, dann wäre dieses große Werk der Schöpfung nichts Besonderes, noch das große Werk unserer mächtigen Schöpferhände. Die Erschaffung der Sonne, des Himmels, der Sterne und des ganzen Universums wäre ein absolutes Nichts für unsere Macht gewesen.
Unsere ganze Macht jedoch, die Geschicklichkeit unserer göttlichen Künste und das unbeschreibliche Übermaß unserer intensiven Liebe besteht darin, unseren vollständigen Akt im Geschöpf auszuführen, indem Wir unser Leben in ihm bilden.
Unser Wohlgefallen daran ist so groß, dass Wir in unserem Akt selbst, den Wir ausführen, hingerissen sind. Wenn Wir einen vollständigen Akt ausführen, ist das eine Glorie, die Uns am meisten verherrlicht, die intensivste Liebe, die Uns am meisten lobpreist, ist die Macht, die Uns ständig huldigt.
Doch ach, bei denen, die nicht in unserem Willen leben – wie viele zerbrochene Akte von Uns gibt es da, wie viele, die nicht vollendet sind, wie viele göttliche Leben von Uns, die kaum empfangen oder höchstens geboren sind, aber nicht weiterwachsen!
Die Geschöpfe unterbrechen die Fortdauer unseres Werkes und binden uns die Arme, sodass Wir nicht weitermachen können. Sie versetzen Uns gleichsam in die Machtlosigkeit eines Gutsherrn, der von seinen undankbaren Dienern daran gehindert wird, die nötige Arbeit auf seinem Grundbesitz zu tun, zu säen und die gewünschten Pflanzen anzubauen.
Der arme Grundbesitzer: wegen seiner bösen Diener ist er genötigt, die Erde unfruchtbar zu halten und ist der Früchte beraubt, die er ernten könnte!
Unser Grund[besitz] sind die Menschen, und der undankbare Diener ist der menschliche Wille, der sich dem Unseren widersetzt und es Uns somit unmöglich macht, unser göttliches Leben in ihnen zu bilden.
Wisse, dass niemand in den Himmel kommt, der nicht unser göttliches Leben besitzt, das wenigstens empfangen oder geboren ist; die Glorie und Seligkeit der Seligen wird so groß sein, wie weit sie unser Leben in sich haben anwachsen lassen.
Wie groß wird nun der Unterschied sein zwischen einer Seele, in der dieses Leben kaum empfangen, geboren oder nur in kleinem Maß gewachsen ist und einer, in der Wir ein vollständiges Leben heranbilden konnten?
Der Unterschied wird so groß sein, dass er vom Menschen nicht begriffen werden kann. Jene [ersten] werden gleichsam das Volk des himmlischen Reiches sein, [die anderen,] unsere Abbilder hingegen, werden wie Prinzen, Minister, wie der adelige Hofstaat und die königliche Armee des großen Königs sein.
So kann die Seele, die meinen Göttlichen Willen tut und in Ihm lebt, sagen: ‘Ich tue alles, und ich gehöre auch schon auf dieser Erde zur Familie meines himmlischen Vaters.‘“(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 12. Oktober 1931)

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… „Jetzt verstehst du, mit welcher Macht eine Kreatur ausgestattet werden kann, die den Göttlichen Willen nicht daran hindert, frei sein wirkendes Leben in ihr zu verwirklichen.
Dieses FIAT, das in seiner Wesenheit die erschaffende Kraft besitzt, schafft in der Kreatur alle Güter, macht sie fruchtbar und verleiht ihr die Mutterschaft über alle, über alle Güter und über Den, der sie erschaffen hat.
Mutterschaft bedeutet wahre Liebe, heldenhafte Liebe, Liebe, die freudig ihr Leben dem schenkt, den sie gezeugt hat; wenn dies nicht zutrifft, ist das Wort Mutterschaft unfruchtbar, ist leer, es reduziert sich zu einem Wort ohne Taten.
Wenn du die Erzeugung aller Güter willst, mache, dass das FIAT in dir das wirkende Leben werde; es wird dir die Mutterschaft verleihen, du wirst alles mit mütterlicher Liebe lieben, und ich, deine Mutter, werde dich die Art lehren, wie diese heilige und göttliche Mutterschaft fruchtbar zu machen.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 20. Tag)

„Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch“ (Mt 21, 30)

… „Meine Tochter, niemand kann für Mich ohne Prüfung akzeptabel sein. Hätte es keine Prüfung gegeben, hätte Ich eine Sklavin als Mutter gehabt, die nicht frei gewesen wäre, und die Sklaverei tritt weder in unsere Beziehungen noch unsere Werke ein, noch kann sie an unserer freien Liebe teilhaben.
Meine Mutter hatte ihre erste Prüfung vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an. Sobald ihre Vernunft den ersten Akt tat, erkannte sie einerseits ihren menschlichen Willen und andererseits den Göttlichen Willen und war frei, einem der beiden Willen anzuhangen.
Ohne einen Augenblick zu verlieren, und im Bewusstsein des ganzen Ausmaßes des Opfers, das sie brachte, schenkte sie Uns ihren Willen, ohne ihn jemals mehr kennen zu wollen, und Wir gaben ihr den Unseren als Geschenk.
In diesem Austausch der gegenseitigen Willenshingabe ergossen sich alle Vorzüge, Schönheiten, Wunder und unermesslichen Gnadenmeere in die Unbefleckte Empfängnis des privilegiertesten aller Geschöpfe.
Es ist stets der Wille, den Ich gewöhnlich prüfe. Alle Opfer, auch der Tod, würden Mir, wenn sie nicht vom Willen des Menschen auf Mich gerichtet wären, Ekel bereiten und nicht einmal eines Blickes von Mir gewürdigt werden.
Doch willst du wissen, welches das größte von Uns gewirkte Wunder in diesem so heiligen und schönen Geschöpf war, und was den größten Heroismus darstellte, den niemand, niemand erreichen wird können?
Ihr Leben begann sie mit unserem Willen, sie folgte Ihm und erfüllte ihr Leben in Ihm. So kann man sagen, dass sie unseren Willen von dem Augenblick an erfüllte, wo sie begann [in Ihm zu handeln], und dort begann, wo sie [ihre Akte in Ihm] vollendete.
Unser größtes Wunder war, dass sich in jedem ihrer Gedanken, Worte, Atemzüge, Herzschläge, Bewegungen und Schritte unser Wille über sie ergoss, und sie Uns den Heroismus eines Gedankens darbot, eines Wortes, eines Atemzuges, eines göttlichen, ewigen Herzschlages, der in ihr wirkte.
Dies erhob sie so hoch, dass sie aus Gnade das wurde, was Wir von Natur aus sind.
Alle ihre anderen Vorrechte und Privilegien, selbst ihre Unbefleckte Empfängnis wären ein absolutes Nichts vor diesem großen Wunder gewesen; ja gerade dies bestärkte sie vielmehr und machte sie stabil und stark für ihr ganzes Leben.
Mein Wille, der sich ständig über sie ergoss, machte sie der göttlichen Natur teilhaftig, und da sie Ihn beständig aufnahm, wurde sie stark in der Liebe, stark im Schmerz – einzigartig unter allen.
Es war dieser unser in ihr wirkender Wille, der das WORT auf die Erde herabzog und den Samen der göttlichen Fruchtbarkeit bildete, damit sie einen Menschen und Gott ohne menschliches Zutun empfangen könne. Er machte sie würdig, Mutter ihres eigenen Schöpfers zu sein.
Deshalb bestehe Ich immer auf meinem Willen, denn Er bewahrt die Seele schön – so wie sie aus unseren Händen hervorging und lässt sie wie die originale Nachbildung ihres Schöpfers heranwachsen.
Wie viele große Werke und Opfer jemand auch vollbringen mag, so weise Ich sie zurück, wenn mein Wille nicht in ihnen ist, und anerkenne sie nicht – sie sind keine Speise für Mich.
Und die schönsten Werke ohne meinen Willen werden zur Nahrung für den menschlichen Willen, für die Selbstschätzung und die Gier des Geschöpfes.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 8. Dezember 1924)

„Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?“ (Mt 21, 31)

Ich fragte mich: „Warum jubelte die ganze Schöpfung vor Freude und feierte die Unbefleckte Königin in ihrer Unbefleckten Empfängnis so sehr?“ Da bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
“Meine Tochter, willst du wissen, warum? Weil der Göttliche Wille den Anfang seines Lebens in dem kleinen Himmlischen Mädchen hatte, und somit den Anfang aller Güter in allen Geschöpfen. Es gibt nichts Gutes, das nicht in meinem Göttlichen Willen beginnt, herabsteigt, und in seine Quelle hinaufsteigt.
Da dieses Himmlische Mädchen von ihrer Unbefleckten Empfängnis an ihr Leben im Göttlichen FIAT begonnen hatte und vom menschlichen Stamm war, erwarb Sie mit meinem Willen das Göttliche Leben und besaß mit ihrer Menschheit den menschlichen Ursprung.
So war es in ihrer Macht, das Göttliche mit dem Menschlichen zu vereinigen, und Sie gab Gott, was der Mensch Ihm nicht gegeben und Ihm verweigert hatte, nämlich den eigenen menschlichen Willen.
Und Sie gab den Menschen das Recht, zu den Umarmungen ihres Schöpfers aufzusteigen. Mit der Macht unseres FIAT, das Sie in ihrer Macht hatte, verband Sie Gott und die Menschen.
So fühlte die ganze Schöpfung, Himmel und Erde, und sogar die Hölle, in der Unbefleckten Empfängnis dieses jungfräulichen Mädchens, sobald Es im Schoß seiner Mutter empfangen war, die Kraft der Ordnung, die Maria in die ganze Schöpfung hineinbrachte.
Mit meinem Willen verbrüderte Sie sich mit allen, umarmte alle, liebte alles und alle, und alle ersehnten und liebten Sie und fühlten sich geehrt, in diesem bevorzugten Geschöpf den Göttlichen Willen anzubeten. Wie sollte nicht die ganze Schöpfung feiern?
Bis dahin nämlich war der Mensch die Unordnung unter allen geschaffenen Dingen gewesen. Niemand hatte den Mut und Heroismus besessen, zu seinem Schöpfer zu sagen: ‘Ich will meinen Willen nicht kennen, ich bringe ihn Dir zum Geschenk und wünsche als Leben allein deinen Göttlichen Willen.’
Diese Heilige Jungfrau jedoch verschenkte ihren Willen, um vom Göttlichen zu leben, und daher fühlte die ganze Schöpfung die Glückseligkeit der Ordnung, die ihr durch Maria wieder hergestellt wurde.
Der Himmel, die Sonne, das Meer und alle wetteiferten untereinander, um Jene zu ehren, die mein FIAT besaß und die allen geschaffenen Dingen den Kuss der Ordnung gab.
Mein Göttlicher Wille legte das Zepter einer Göttlichen Königin in ihre Hand und umkränzte ihre Stirn mit der Krone der Befehlsgewalt, indem Sie Maria zur Herrscherin über das ganze Universum einsetzte.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 8. Dezember 1928)

„Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt“ (Mt 21,32)

… Da kehrte mein geliebtes Gut zurück, doch sah man beinahe alle seine Glieder verrenkt, die Ihm unsagbaren Schmerz bereiteten. Er warf sich in meine Arme und sagte zu mir:
„Meine Tochter, diese verrenkten Glieder, die Mir solchen Schmerz bereiten, sind alle Seelen, die nicht meinen Willen tun. Ich machte Mich bei meinem Kommen auf die Erde zum Haupt der menschlichen Familie, und sie sind meine Glieder.
Diese Glieder wurden gebildet, verknüpft, verbunden mittels der Lebenssäfte meines Willens. Wenn Er in ihnen fließt, so kommen sie in Verbindung mit meinem Leib und werden, jedes auf seinem Platz, gefestigt.
Mein Wille lässt nicht nur wie ein mitfühlender Arzt seine lebensspendenden und göttlichen Säfte fließen, um den notwendigen Kreislauf zwischen dem Haupt und den Gliedern zu bilden, sondern Er bildet hier seine vollkommene Bandage, damit die Glieder unter ihrem Haupt verbunden und gefestigt bleiben.
Wenn nun mein Wille in ihnen fehlt, fehlt jener, der die Wärme vorsieht, das Blut, die Kraft, den Befehl des Hauptes, um die Glieder rege zu machen. Wenn sie verrenkt sind, fehlt der, der die Bandagen setzt – es fehlt alles.
Man kann sagen, dass alle Verbindungen zwischen den Gliedern und dem Haupt unterbrochen sind und dass sie in meinem Leib sind, um Mir Schmerz zu bereiten.
Mein Wille allein ist es, der den Schöpfer und das Geschöpf, den Erlöser und die Erlösten, den Heiligmacher und die Geheiligten in Übereinstimmung und in Verbindung bringt.
Ohne Ihn wären die Schöpfung und die Erlösung gewissermaßen nichts für sie, da Der fehlt, der das Leben und die Güter strömen lässt, die sie enthalten.
Selbst die Sakramente würden ihnen zur Verdammung gereichen, denn wenn mein Wille in den Seelen fehlt, fehlt Der, welcher die Schleier zu den Sakramenten lüftet, um ihnen die Frucht und das Leben mitzuteilen, die sie enthalten.
Daher ist mein Wille alles. Ohne Ihn bleiben unsere schönsten Werke, unsere größten Wunder den armen Geschöpfen fremd, denn Er allein ist der Schatzwalter aller unserer Werke, und daher werden diese allein durch Ihn für die Menschen geboren.
O, wenn alle wüssten, was es bedeutet, meinen Willen zu tun oder nicht zu tun, alle würden sich in Übereinstimmung mit Ihm bringen, um alle möglichen und vorstellbaren Güter zu empfangen, und die Übertragung des göttlichen Lebens selbst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 20. September 1926)