6. SONNTAG IM JAHRESKREIS – B – (Mk 1,40-45)
40In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. 41Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein! 42Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein.
43Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an 44und sagte zu ihm: Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis.
45Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
“Wenn du willst, kannst du…” (Mk 1,40)
… „Meine Tochter, was Ich in meiner Macht einschließe, das umfasst die Seele in ihrem Willen; alles Gute also, das sie in Wahrheit tun will, betrachte Ich so, als hätte die Seele es in Wirklichkeit getan. Ich habe Wollen und Macht, wenn Ich will, dann kann Ich. Die Seele hingegen kann vieles nicht tun, und der Wille ersetzt das Können.
So wird sie Mir ähnlich, und Ich bereichere die Seele mit all jenen Verdiensten, die ihr guter Wille einschließt, und ihr Wille tun möchte.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 2. März 1916)
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Ich bin weiterhin in meinem Zustand der Beraubung und vielleicht noch schlimmer. O Gott, welch einen Abstieg habe ich gemacht! Nie konnte ich mir vorstellen, soweit zu kommen, aber ich hoffe wenigstens, wirklich niemals aus dem Kreis seines Heiligsten Willens herauszutreten – Er ist alles für mich.
Ich würde gerne meinen bedauernswerten Zustand beweinen, und manchmal tue ich es auch, aber Jesus tadelt mich mit den Worten:
„Willst du immer ein kleines Kind sein? Man sieht, dass Ich es mit einem Kind zu tun habe – Ich kann Mich nicht auf dich verlassen; Ich hoffte, in dir den He-roismus des Ich dachte an das große Interesse meines stets liebenswürdigen Jesus, seinen Heiligen Willen bekannt zu machen und sagte mir: ‘Er liebt, er-sehnt und wünscht die Ankunft seines Reiches, und doch zögert Er so lange, es unter den Völkern erscheinen zu lassen.
Wenn Er wollte, kann Er doch alles, die Macht fehlt Ihm nicht, und Er könnte in einem Augenblick Himmel und Erde überwältigen. Wer kann seiner Macht widerstehen? Niemand.
Zumal in Jesus Wollen und Können ganz dasselbe sind – warum also zögert Er bis jetzt?‘ Als ich darüber nachsann, bewegte sich mein süßer Jesus, machte Sich in meinem Inneren bemerkbar und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wenn man ein Gut ersehnt, wünscht und haben möchte, so disponiert man sich damit für seinen Empfang. Und wenn man dieses so sehr ersehnte Gut bekommt, dann liebt, schätzt und bewahrt man es und begrüßt es als das lang ersehnte Geschenk und als den Überbringer des lang ersehnten Gutes.
Nicht nur das, es ist ein weiteres Übermaß unserer Liebe, dass Wir wollen, dass der Mensch das Gute, das Wir ihm schenken möchten, ersehne; er soll näm-lich etwas von sich dazu beitragen, wenigstens seine Seufzer, Gebete und den Wunsch nach diesem Guten, damit Ich ihm sagen kann:
„Siehst du, du hast es dir verdient, denn von dir aus hast du getan, was du konntest, um es zu erlangen, und Wir geben es dir von ganzem Herzen“, wobei aber alles die Wirkung unserer Güte ist.
Darum zeigen Wir den Geschöpfen zuerst, was Wir ihnen geben wollen. Wir nehmen [mit den Menschen] sozusagen Korrespondenz auf, indem Wir Uns brief-lich ankündigen und unsere Boten schicken, die ihnen verkünden sollen, was Wir geben wollen.
So sollen sie sich disponieren und nach dem große Gut sehnen, das Wir gewähren wollen. Gingen Wir bei der Erlösung nicht genauso vor? Viertausend Jahre lang warteten die Völker: je näher die Zeit heranrückte, umso dringender waren die Ankündigungen und häufiger die Briefe, um die Seelen für die Ankunft Christi vorzubereiten.
So ist es auch mit dem Reich meines Göttlichen Willens: Ich zögere noch, da Ich möchte, dass sie Es kennenlernen, darum beten, seine Herrschaft ersehnen und den großen Schatz begreifen, den es mit sich bringt, und Ich ihnen also sagen kann: ‚Ihr habt es gewollt und habt es euch verdient, und Es kommt be-reits, um in eurer Mitte zu herrschen.
Indem ihr Es kennengelernt, erbetet und ersehnt habt, habt ihr sein auserwähltes Volk gebildet, in welchem es herrschen und regieren kann.‘
Ohne Volk kann man kein Reich begründen; dies ist noch ein weiterer Grund, dass man um den Wunsch meines Göttlichen Willens nach seiner Herrschaft auf Erden wissen soll.
Sie sollen ja darum beten, Ihn ersehnen und sich bereiten, sein Volk zu bilden, in dessen Mitte Er herabsteigen und seinen Palast, seine Residenz, seinen Thron errichten soll. Wundere dich daher nicht über die Verzögerung, obwohl du siehst, wie groß mein Verlangen ist, dass mein Wille herrsche.
Es sind die Wege unserer unergründlichen Weisheit, die alles mit Ordnung verfügt und diesen zeitlichen Verzug dazu benutzt, um das Wissen [um dieses Reich] voranzubringen – was die Form von Briefen, Telegrammen, Telefonaten und Botschaften annimmt, um das Volk für die Gabe des Lebens in meinem Göttlichen Willen zu bereiten.
Bete daher, und lasse deinen Flug in Ihm andauernd sein.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 26. Februar 1930)
“Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein!“ (Mk 1,41)
„Meine Tochter, die Schuld kettet die Seele an und hindert sie am Tun des Guten: der Geist empfindet die Kette der Sünde und wird daran gehindert, das Gute zu begreifen, der Wille fühlt die Kette, die ihn einwickelt und fühlt sich stumpf, und anstatt das Gute zu wollen, will er das Böse; das gefesselte Verlangen fühlt seine Flügel, um zu Gott zu fliegen, gestutzt.
O, wie erregt der Anblick des von seinen eigenen Sünden gefesselten Menschen mein Mitleid! Deshalb war das erste Leid, das Ich in der Passion erdulden wollte, die Ketten: Ich wollte gefesselt sein, um den Menschen von seinen Ketten zu lösen.
Die Ketten, die Ich erlitt, verwandelten sich, sobald sie Mich berührten, in Ketten der Liebe, die, als sie den Menschen berührten, die seinen verbrannten und zerbrachen und ihn mit meinen liebenden Ketten fesselten. Meine Liebe wirkt, sie kann nicht unwirksam bleiben.
Deshalb bereitete Ich für alle und für jeden einzelnen das, was nötig war, um sie wiederherzustellen, zu heilen und von neuem zu schmücken. Alles tat Ich, damit, wenn die Seele sich entscheidet, sie alles bereit und zu ihrer Verfügung vorfindet.
So halte Ich meine Ketten bereit, um die ihren zu verbrennen; die Fetzen meines Fleisches, um ihre Wunden zu bedecken und sie mit Schönheit zu zieren, mein Blut, um ihr das Leben zurückzugeben.
Alles halte Ich für jeden bereit und in Reserve, was er braucht, doch meine Liebe will sich schenken und möchte wirken. Ich fühle eine Sehnsucht, eine unwiderstehliche Kraft, die Mir keine Ruhe lässt, wenn Ich nicht gebe, und weißt du, was Ich tue?
Wenn Ich sehe, dass niemand etwas nimmt, konzentriere Ich meine Ketten, die Stücke meines Fleisches und mein Blut in dem, der sie wünscht und Mich liebt, und übersäe ihn mit Schönheit, indem Ich ihn mit den Ringen der Ketten meiner Liebe schmücke und sein Gnadenleben verhundertfache, und so kann sich meine Liebe ergießen und beruhigt sich.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 18. März 1922)
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… „Meine Tochter, wenn die Seele in unseren Willen eintritt, um sich Ihn anzueignen, macht sie sich den Unseren zu dem ihren, und Wir machen den ihren zu Unserem. In allem, was die Seele tut, wenn sie liebt, anbetet, arbeitet, leidet, betet, bildet unser Wille den göttlichen Samen in ihren Akten.
O, wie schön, frisch und heilig wächst sie heran! Unser Wille ist wie der Saft, die Lymphe für die Pflanzen. Ist der Saft vorhanden, so gedeihen die Pflanzen gut und sind grün, haben kräftige Blätter und bringen reife, üppige und schmackhafte Früchte hervor.
Wenn es aber am Saft zu mangeln beginnt, verliert die arme Pflanze ihr grünes Kleid, die Blätter fallen ab, sie kann keine schönen Früchte mehr hervorbringen und trocknet schließlich aus.
Der Saft ist nämlich gleichsam die Seele der Pflanze, wie die Lebenssäfte, die sie nähren und gedeihen lassen. So ist die Seele ohne meinen Willen. Sie verliert das Prinzip, das Leben und die Seele des Guten, sie verliert das lebendige Wachstum, die Frische und Kraft, sie wird farblos, hässlich, wächst kümmerlich heran und büßt schließlich den Samen des Guten ein.
Wenn du wüsstest, wie sehr Ich eine Seele bemitleide, die ohne meinen Willen lebt! Ich könnte sie ‚die leidvollen Szenen der Schöpfung‘ nennen.
Ich, der Ich alles mit so großer Schönheit und Harmonie erschaffen habe, bin von der menschlichen Undankbarkeit gezwungen, meine schönsten Geschöpfe, die Ich gemacht habe, arm, schwach und mit erbärmlichen Wunden bedeckt zu sehen – und dennoch steht mein Wille allen zur Verfügung und verweigert sich niemandem.
Nur wer Ihn zurückweist, wer undankbar ist und Ihn nicht kennen will, beraubt sich Seiner freiwillig zu unserem höchsten Schmerz.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 2. Oktober 1938)
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Mein Jesus, Dein väterliches Herz fühlt starke Schmerzen wegen des menschlichen Elends, daher schickst Du Dich an, Wunder auszusäen, um inmitten der Geschöpfen Deinen Göttlichen Willen regieren zu lassen: Du richtest die Verkrüppelten auf, reinigst die Aussätzigen, heilst die Gelähmten.
Und ich, mein Himmlischer Erlöser, indem ich Dich immer mit meinem „Ich liebe Dich, ich bete Dich an, ich preise Dich, ich danke Dir“ begleite, bitte Dich, diejenigen aufzurichten, die hinkend in Deinem Willen gehen, die menschlichen Generationen vom Aussatz des Willens zu reinigen, der sie an der Seele und vielleicht auch am Körper entstellt hat, alle jene zu heilen, die von ihrem Willen gelähmt worden sind.
Meine Liebe, der menschliche Wille ist der Sämann aller Übel, deswegen bitte ich Dich, das Wunder der Wunder zu wirken; gib, dass Dein Wille wie im Himmel so auf Erden regiere, damit jedes moralische und physische Übel ein Ende hat. (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Siebzehnte Stunde)
„(Jesus) schärfte ihm ein: Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon… Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war“ (Mk 1, 44+45)
Diesen Morgen sagte ich nach dem Empfang der Kommunion zu meinem liebenswürdigen Jesus: „Wie kommt es, dass diese Tugend des Gehorsams so impertinent und manchmal so stark ist, dass sie sogar launenhaft wird?“
Und Er: „Weißt du, weshalb diese vornehme Dame Gehorsam so ist, wie du sagst? Weil sie allen Lastern den Tod gibt, und natürlich muss einer, der einem anderen den Tod bringt, stark und mutig sein; und wenn er damit keinen Erfolg hat, wird er Impertinenz und Launenhaftigkeit gebrauchen.
Wenn das notwendig ist, um den Leib zu töten, der so zerbrechlich ist, dann umso mehr, um die Laster und die eigenen Leidenschaften zu ertöten, was so schwierig ist, dass sie manchmal, während sie tot scheinen, wieder aufleben.
Und so ist diese eifrige Dame stets in Bewegung, und beobachtet ständig, ob die Seele die geringste Schwierigkeit gegen das, was ihr angeordnet wurde, aufkommen lässt; in der Befürchtung, dass irgendein Laster in ihrem Herzen erneut aufzuleben beginnt, führt sie einen derartigen Krieg gegen die Seele und lässt ihr keine Ruhe, bis die Seele sich selbst zu ihren Füßen auf den Boden wirft und in stillem Schweigen heiß und innig liebt, was immer der Gehorsam wünscht.
Deshalb ist sie so impertinent und beinahe launisch, wie du sagst. Ach ja, es gibt keinen wahren Frieden ohne Gehorsam; und wenn man Frieden zu genießen scheint, ist es ein falscher Friede, denn er stimmt mit den eigenen Leidenschaften überein, doch niemals mit den Tugenden, und so endet man im Ruin; denn wenn sich die Seele vom Gehorsam löst, entfernt sie sich von Mir, der Ich der König dieser edlen Tugend war.
Zudem tötet der Gehorsam den Eigenwillen und gießt den Göttlichen in Strömen aus, sodass man sagen kann, dass die gehorsame Seele nicht mit ihrem eigenen Willen lebt, sondern vom Göttlichen.
Kann es je ein schöneres, heiligeres Leben geben, als vom Willen Gottes selbst zu leben? Bei den anderen, sogar den erhabensten, Tugenden könnte zugleich die Eigenliebe existieren, aber mit dem Gehorsam niemals.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 17. August 1899)
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… „Meine Tochter, der Pass zum Eintritt in die Seligkeit, welche die Seele auf dieser Erde besitzen kann, muss mit drei Unterschriften versehen sein, und zwar mit Ergebung, Demut und Gehorsam.
Vollkommene Ergebung in meinen Willen ist Wachs, das unsere beiden Willen fusioniert und einen einzigen daraus bildet; sie ist Zucker und Honig. Bei einem kleinen Widerstand gegen meinen Willen jedoch wird das Wachs getrennt, der Zucker wird bitter, und der Honig verwandelt sich in Gift.
Nun, die Ergebung genügt nicht, sondern die Seele muss überzeugt sein, dass das größte Gut für sie und die beste Art, Mich zu verherrlichen, diese ist, stets meinen Willen zu tun.
Hier siehst du also die Notwendigkeit der Unterschrift der Demut, denn die Demut bringt diese Erkenntnis hervor. Doch wer veredelt diese zwei Tugenden, wer stärkt sie, wer macht sie dauerhaft, wer verkettet sie so miteinander, dass sie sich nicht trennen können, wer krönt sie? Der Gehorsam!
Ach ja, indem der Gehorsam wirklich den eigenen Willen und alles, was materiell ist, vernichtet, vergeistigt er alles und umgibt es wie eine Krone. So sind Ergebung und Demut ohne Gehorsam der Unbeständigkeit unterworfen, doch mit dem Gehorsam werden sie fest und stabil sein.
Daher die strikte Notwendigkeit der Unterschrift des Gehorsams: so kann dieser Pass in Umlauf sein, um in das Reich der geistlichen Seligkeit einzutreten, das die Seele hier unten genießen kann.
Ohne diese drei Unterschriften wird der Pass keinen Wert haben, und die Seele wird stets aus dem Reich der Seligkeiten zurückgewiesen und gezwungen sein, im Reich der Ruhelosigkeit, der Ängste und Gefahren zu bleiben; zu ihrem Unglück wird sie als Gott ihr eigenes Ich haben, und dieses Ich wird als Gefolge den Stolz und die Rebellion führen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 6. April 1900)
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Jesus kommt weiterhin mit seinen gewohnten Verspätungen, und ich fühlte die ganze Last seiner Beraubung, als Er ganz plötzlich kam und – ich weiß nicht warum – mir diese Frage stellte: „Kannst du Mir sagen, weshalb der Gehorsam so verherrlicht wird und so viel Ehre erfährt, dass Er der Seele das Bild Gottes einprägt?“
Ganz verlegen, wusste ich nicht, was ich erwidern sollte, doch durch ein intellektuelles Licht, das Er mir sandte, antworte der gebenedeite Jesus selbst; und da es durch Licht war, nicht Worte, habe ich keine Begriffe, um mich auszudrücken.
Der Gehorsam will jedoch, dass ich versuche, es niederzuschreiben. Ich glaube, ich werde großen Unsinn sagen, und Dinge schreiben, die nicht zusammenpassen, doch ich setze all meinen Glauben in den Gehorsam, besonders, da dies Dinge sind, die ihn direkt betreffen, und ich beginne meinen Versuch:
Es schien mir also, dass Jesus sagte: „Der Gehorsam wird so verherrlicht, weil er die Kraft hat, die menschlichen Leidenschaften bis in ihre Wurzeln hinein zu entwurzeln.
Er vernichtet in der Seele alles, was irdisch und materiell ist und erstattet der Seele zu ihrer großen Ehre wieder ihren ursprünglichen Zustand zurück, d.h., so wie sie von Gott in ihrer ursprünglichen Gerechtigkeit erschaffen wurde, ehe sie aus dem irdischen Eden vertrieben wurde.
Und in diesem erhabenen Zustand fühlt sich die Seele stark hingezogen zu allem, was gut ist; sie fühlte alles, was gut, heilig und vollkommen ist, gleichsam als [wäre es] ihr eingeboren, und empfindet größten Schrecken sogar vor dem Schatten des Bösen.
Mit dieser glücklichen Natur, die sie aus der überaus erfahrenen Hand des Gehorsams empfangen hat, findet die Seele keine Schwierigkeit mehr darin, die erhaltenen Befehle auszuführen; umso mehr, da jener, der anordnet, stets das Gute befehlen muss.
Und so siehst du, wie es der Gehorsam versteht, das göttliche Bild gut einzuprägen; nicht nur das, sondern er verwandelt die menschliche Natur in die göttliche, denn so wie Gott gut, heilig und überaus vollkommen und zu allem Guten geneigt ist und alles Böse sehr hasst, so hat der Gehorsam die Kraft, die menschliche Natur zu vergöttlichen, und sie die göttlichen Eigenschaften erwerben zu lassen.
Und je mehr sich die Seele von dieser höchst erfahrenen Hand führen lässt, umso mehr erwirbt sie vom Göttlichen und macht ihr eigenes Sein zunichte.
Deshalb ist der Gehorsam so verherrlicht und geehrt, sodass Ich selbst Mich ihm unterworfen habe und dadurch geehrt und verherrlicht wurde; und durch ihn gab Ich all meinen Kindern die Ehre und Herrlichkeit zurück, die sie wegen des Ungehorsams verloren hatten.“
Das ist mehr oder weniger, was ich in der Lage bin, kundzutun; das Übrige fühle ich in meinem Geist, doch mir fehlen die Worte, denn die Erhabenheit des Begriffes dieser Tugend ist derart, dass meine arme menschliche Sprache keine geeigneten Worte finden kann… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. November 1900)

