Gedenktag der Hl. Schutzengel (Mt 18,1-5.10)
1In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist im Himmelreich der Größte? 2Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.
4Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. 5Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf.
10Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
„Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte“ (Mt 18,4)
Meine Hingabe an den Göttlichen Willen dauert an. Ich fühle mich stets wie ein kleines Atom, das in seinen Akten auf und ab wandert, um sein und mein Leben in seinen Akten zu finden.
Mein Atom bleibt nicht stehen, sondern läuft und eilt stets, da ich sehr danach verlange, im Fiat das Leben zu finden! Ohne sein Leben spüre ich, dass ich nicht leben kann, und ohne seine Akte bin ich wie ausgehungert.
So muss ich mich eilends auf die Suche nach Leben und Nahrung machen, zumal mich der Göttliche Wille ja mit unbeschreiblicher Liebe in seinen Akten erwartet, um seiner kleinen Tochter Nahrung zu reichen.
Doch als sich mein Geist in seinem Licht verlor, kam der gute und erhabene Jesus auf einen kleinen Sprung zu seiner Tochter und sagte zu mir: „Gesegnete Tochter, wie schön ist dein Lauf in unserem Willen, und obschon du das kleine Atom bist, können Wir dich so großziehen, wie Wir wollen.
Die Kleinen können mit unseren Zügen heranwachsen, die Uns ähnlichsehen. Wir lehren die Seele unsere göttlichen Wege und himmlische Wissenschaft, sodass sie die ungeschliffenen, derben Weisen und die Unwissenheit des menschlichen Willens vergisst.
Die Erwachsenen sind schon ausgeformt, und Wir können an ihnen wenig oder nichts wiederherstellen; zudem sind sie daran gewöhnt, als Erwachsene nach ihrem menschlichen Willen zu leben – und Gewohnheiten zunichte zu machen, würde Wunder erfordern, wenn es überhaupt gelingt.
Bei den Kleinen hingegen gelingt es Uns leicht und kostet Uns auch nicht so viel, da sie keine tiefgreifenden Gewohnheiten besitzen, höchstens einige flüchtige [Gemüts]Bewegungen.
Hier genügt ein kleines Wort von Uns, eine Brise unseres Lichtes, dass sie sich nicht mehr daran erinnern. Sei daher stets klein, wenn du willst, dass mein Göttlicher Wille dich wie eine wahre Mutter aufzieht, damit alles zu unserer und auch zu deiner Ehre sei.
Wisse, dass ein wiederholt erneuerter Akt die Gewohnheit bildet. Und da ein unaufhörlicher Akt nur ein Akt des Höchsten Wesens sein kann, bedeutet das, wenn sich die Seele im Besitz eines Aktes fühlt, den sie stets wiederholt, dass Gott sein Leben und seinen Modus in diesen Akt eingeschlossen hat.
Ein kontinuierlicher Akt ist göttliches Leben und ein göttlicher Akt. Nur wer in meinem Göttlichen Willen lebt, verspürt in sich die Macht, die Eigenschaft und wunderbare Stärke eines unaufhörlichen Aktes.
Da diese Seele nämlich von Uns großgezogen wurde, kann es ihr nicht leicht passieren, dass sie von unserem Modus abweicht und in sich selbst nicht das Leben und die kontinuierlichen Akte ihres Gottes wahrnimmt, der sie großgezogen hat.
Darum eilst du und fühlst dieses ständige äußerste Bedürfnis, unser und dein Leben im Fiat, in seinen Akten zu finden, und Wir eilen in dir, um in unseren unaufhörlichen Akten gegenwärtig zu bleiben.
Du läufst zusammen mit Uns, damit unsere Akte, die in dir sind, ein gemeinsames Leben mit unseren Akten führen, die außerhalb von dir sind. Und wie du das äußerste Bedürfnis fühlst, so empfinden auch Wir das äußerste Bedürfnis der Liebe, deine Kleinheit in allen Akten unseres Fiat kreisen zu lassen.
Da du sie nämlich nicht alle in dir einschließen kannst, nimmst du, wenn du in ihnen umherkreist, an so vielen teil, wie dir nur möglich ist. Deshalb laufe, laufe immer.
Vielmehr sage Ich dir, laufen Wir immer, denn Ich kann dem Geschöpf keine größere Gnade geben, als dass es in sich selbst die Wirkung eines kontinuierlichen Aktes verspürt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 6. Februar 1932)
„Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters“ (Mt 18,10)
Ich hatte weiterhin meine gewohnten Ängste, und mein stets liebenswürdiger Jesus zeigte sich voller Güte und sprach zu mir:
„Meine Tochter, verliere keine Zeit, denn jedes Mal, wenn du dich mit dir selbst beschäftigst, ist es ein Akt, den du in meinem Willen verlierst. Wenn du wüsstest, was es bedeutet, in meinem Willen einen einzigen Akt zu verlieren!
Du verlierst einen göttlichen Akt, jenen Akt, der alles und alle umfängt und der alle Güter enthält, die es im Himmel und auf Erden gibt, zumal mein Wille ein andauernder Akt ist, der in seinem Lauf nie innehält, noch auf dich warten kann, wann du mit deinen Ängsten aufhörst. Es ziemt sich eher für dich, Ihm in seinem ununterbrochenen Lauf nachzufolgen, statt dass Er auf dich wartet, wenn du dich auf den Weg begibst, um Ihm zu folgen.
Und du verlierst nicht nur Zeit dabei, sondern zwingst Mich – da Ich dich beschwichtigen und von deinen Ängsten wieder erheben muss, um dich auf den Weg meines Willens zu stellen – Mich mit Dingen zu beschäftigen, die nicht den Höchsten Willen betreffen.
Und selbst dein Engel, der dir nahe ist, geht leer aus. Jeder Akt nämlich, den du im Göttlichen Willen tust und wenn du seinem Lauf folgst, ist eine außerwesentliche Seligkeit mehr, die der Engel genießt, der dir nahesteht, ein verdoppeltes Paradies von Freuden, das du ihm anbietest, sodass er glücklich darüber ist, dich als seine Schutzbefohlene zu haben.
Und da die Freuden des Himmels gemeinschaftlich sind, bietet dein Engel die akzidentielle (außerwesentliche) Seligkeit, die er von dir empfangen hat, sein verdoppeltes Paradies, dem ganzen Himmlischen Hof dar, als Frucht des Göttlichen Willens seiner Schutzbefohlenen.
Alle feiern ein Fest und erhöhen und loben die Macht, Heiligkeit und Unermesslichkeit meines Willens. Sei also aufmerksam: in meinem Willen kann man keine Zeit verlieren, es gibt viel zu tun, es gebührt sich für dich, dem niemals unterbrochenen Akt eines Gottes nachzufolgen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 28. Februar 1926)
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… “Mut, meine Tochter, sei nicht niedergeschlagen! Der ganze Himmel ist auf dich konzentriert, und alle empfinden durch die unwiderstehliche Kraft meines FIAT eine so innige Vereinigung mit dir, dass sie nicht anderes können, als dich zu betrachten, zu lieben und mit allen deinen Akten mitzuwirken. Du musst wissen, dass die Engel, die Heiligen, die Höchste Königin, alle eins (geeint) sind.
Ihr Wesen ist nichts als ein einziger Akt des Göttlichen Willens. Daher sieht man in einem jeden von ihnen nichts als den Göttlichen Willen: in ihren Gedanken, Blicken, Worten, Werken und Schritten erscheint nichts anderes als FIAT! FIAT!, und dies stellt die ganze Fülle der Glückseligkeit aller Heiligen dar.
Wer nun meinen Willen auf Erden tut und in Ihm lebt, gleicht den Himmelsbewohnern, d.h. diese Seele ist ganz aus einem Stück und in einer Einheit mit ihnen. Wenn also die Seele im Pilgerstand denkt, liebt, oder arbeitet, so denken, lieben und arbeiten die Heiligen gemeinsam mit ihr.
Es bestehen so enge Bande zwischen ihr und dem Himmel, dass alle zusammen einen einzigen Akt meines Willens bilden, sodass alle Himmelsbewohner gleichsam auf ihrem Wachtposten stehen und ausforschen, was die Seele auf Erden tut, damit ihnen nichts entgeht.
Wo immer mein Göttlicher Wille regiert, dort ist sein Himmel und dort hat Er die Kraft, den Himmel auf die Erde zu entführen und die Erde in den Himmel und aus ihnen eine Einheit zu machen.
Habe daher Mut, verzage nicht, sondern denke daran, dass du es mit einem Göttlichen Willen zu tun hast – dies sollte dich froh machen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 3. Februar 1929)


