1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! 2Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten?
3Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. 4Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr.
5Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? 6Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

„Den Weg dorthin kennt ihr“ (Joh 14, 4)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, befand ich mich außerhalb von mir. Nachdem ich lange auf der Suche nach Jesus umhergegangen war, fand ich stattdessen die Königin Mutter, und niedergedrückt und müde wie ich war, sagte ich zu Ihr: „Meine süßeste Mama, ich habe den Weg verloren, um Jesus zu finden, ich weiß nicht, wohin ich noch gehen noch was ich tun soll, um Ihn wieder zu finden.“
Während ich dies sagte, weinte ich, und sie sprach zu mir: „Meine Tochter, folge Mir und du wirst den Weg finden und Jesus.
Mehr noch, Ich will dich das Geheimnis lehren, wie du immer mit Jesus sein kannst, und stets zufrieden und glücklich leben kannst, sogar auf dieser Erde: halte in deinem Inneren fest, dass es nur Jesus und dich auf der Welt gibt und niemanden sonst; und dass du Ihm alleine gefallen, Ihn zufrieden stellen und lieben musst, und von Ihm alleine erwarten musst, wiedergeliebt und in allem zufriedengestellt zu werden.
Wenn du auf diese Art mit Jesus bist, wird es dich nicht mehr kümmern, ob du von Schmähungen oder Lobreden umgeben bist, von Verwandten oder Fremden, von Freunden oder Feinden.
Jesus allein wird deine Freude sein, und Jesus allein wird dir genügen an der Stelle aller.
Meine Tochter, solange nicht alles, das hier unten existiert, vollkommen aus der Seele verschwindet, kann man keine wahre und andauernde Zufriedenheit finden.“
Nun, während sie dies sagte, kam Jesus in unsere Mitte wie aus einem Blitz. Ich nahm Ihn und brachte Ihn mit mir; dann fand ich mich in mir selbst. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 21. August 1901)