Mittwoch der 1. Woche im Jahreskreis (Mk 1,29-39)
29In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. 30Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, 31und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie. 32Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. 33Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt, 34und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.
35In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. 36Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, 37und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. 38Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. 39Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.
„Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie, und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie“ (Mk 1, 30-31)
Ich dachte über den Heiligen Göttlichen Willen nach und fragte mich: „Wie kann es sein, dass Adam nach der Sünde, als er die Einheit seines Willens mit dem Willen Gottes verloren hatte, die Kraft und die Herrschaft verlor, und seine Akte Gott nicht mehr so gefielen, dass sie seine Wonne gebildet hätten?
Adam hatte in der Tat, bevor er sündigte, seine Akte auf Gott hin getan, er hatte sie gelernt. Warum enthielten sie, als er sie danach wiederholte, nicht mehr denselben Klang, dieselbe Fülle an göttlicher Liebe und der vollständigen Herrlichkeit Gottes?”
Als ich dies erwog, bewegte sich mein liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und teilte mir mittels eines Lichtes, das Er mir sandte, mit: „Meine Tochter, vor alledem war Adam, ehe er sich aus meinem Willen zurückzog, mein Sohn, und er enthielt als Mittelpunkt seines Lebens und aller seiner Akte meinen Willen, daher besaß er eine Kraft, eine Herrschaft, eine Anziehungskraft, die ganz göttlich war.
So strahlten sein Atem, sein Herzschlag, seine Akte etwas Göttliches aus, sein ganzes Wesen strömte einen himmlischen Duft aus, dass Wir ganz von ihm angezogen waren.
Wir fühlten Uns von allen Seiten von diesem Sohn verwundet: wenn er atmete, sprach oder arbeitete – die unschuldigsten, indifferentesten und natürlichsten Dinge waren Liebeswunden für Uns, und Wir unterhielten Uns mit ihm und überschütteten ihn immer mehr mit unseren Gütern, denn alles, was er tat, ging von einem einzigen Punkt – unserem Willen – aus.
Deshalb gefiel Uns alles, Wir fanden nichts, das Uns missfiel. Nach der Sünde nun, stieg Adam vom Stand des Sohnes herab und degradierte sich zum Stand des Dieners.
Als er mit dem Höchsten Willen brach, verließen ihn die göttliche Kraft, die Herrschaft, die Anziehungskraft, der himmlische Duft; daher strahlten seine Akte und sein Wesen nichts Göttliches mehr aus, sondern füllten sich mit einem menschlichen Empfinden, das ihn die Anziehungskraft verlieren ließ.
Wir fühlten Uns nicht mehr verwundet, im Gegenteil, Wir hielten Abstand voneinander – er von Uns und Wir von ihm. Dass er dieselben Akte wiederholte, die er vor der Sünde tat – wie er es in der Tat machte – heißt nichts.
Weißt du, was die Akte des Geschöpfes ohne die Fülle unseres Willens sind? Sie sind wie die Speisen ohne Würze und ohne Substanz, die, anstatt köstlich zu sein, dem menschlichen Gaumen nicht schmecken, und so missfallen sie auch dem Gaumen Gottes.
Sie sind wie jene unreifen Früchte, die weder Süßigkeit noch Aroma enthalten, wie Blumen ohne Duft, wie Vasen, wohl voll, aber mit alten, zerbrechlichen und zerlumpten Dingen.
All das könnte einem strikten Bedürfnis des Menschen dienen und auch einem Schatten, einer Nuance der Herrlichkeit Gottes, doch nicht zur Seligkeit und dem vollständigen Wohlbefinden des Geschöpfes, und zur Fülle der Herrlichkeit Gottes.
Mit welchem Wohlgefallen isst man hingegen eine gut gewürzte und gehaltvolle Speise! Wie stärkt sie die ganze Person! Allein der Duft der Gewürze regt den Appetit an und die Lust, sie zu essen.
So würzte Adam, ehe er sündigte, mit der Substanz unseres Willens alle seine Akte und regte so den Appetit unserer Liebe an, alle seine Akte als die Uns wohlgefälligste Speise anzunehmen, und Wir gaben ihm als Vergeltung die köstliche Speise unseres Willens.
Doch nach der Sünde verlor der Ärmste den direkten Verbindungsdraht mit seinem Schöpfer, in ihm herrschte nicht mehr die reine Liebe, sondern sie wurde geteilt von der Furcht, von der Angst, und da er nicht mehr die absolute Herrschaft des Höchsten Willens besaß, hatten seine früheren Akte nach dem Sündenfall nicht mehr denselben Wert.
Umso mehr, als die ganze Schöpfung, einschließlich des Menschen, vom Ewigen Schöpfer als der Quelle des Lebens hervorgegangen war, in der sie sich allein mit dem Leben des Göttlichen Willens bewahren sollte; alles sollte auf Ihm basiert sein, und diese Grundlage des Göttlichen Willens sollte alle Dinge schön und edel erhalten, wie sie von Gott ausgegangen waren.
Alle geschaffenen Dinge sind tatsächlich so, wie sie erschaffen worden sind, keines hat etwas von seinem Ursprung verloren. Nur der Mensch verlor das Leben, die Basis und somit den Adel, die Kraft und die Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer.
Doch trotz allem hat mein Wille den Menschen nicht ganz verlassen, und da Er ihm nicht mehr Quelle des Lebens und Grund, der ihn stützte, sein konnte, da er selbst sich aus Ihm zurückgezogen hatte, bot Er sich als Medizin an, damit er nicht ganz zugrunde gehe.
So ist mein Wille Medizin, Gesundheit, Konservierung, Speise, Leben, Fülle der höchsten Heiligkeit, je nachdem, wie das Geschöpf Ihn haben möchte. Wenn der Mensch Ihn als Medizin wünscht, bietet Er sich an, das Fieber der Leidenschaften wegzunehmen, die Schwäche der Ungeduld, den Schwindel des Stolzes, die Kränklichkeit der Anhänglichkeiten, und so mit allen übrigen Fehlern.
Wenn das Geschöpf Ihn als Gesundheit wünscht, bietet Er sich an, um es gesund zu bewahren und von jeglichem geistigen Übel zu befreien. Wenn die Seele Ihn als Speise wünscht, gibt Er sich als Nahrung, damit sie ihre Kräfte entfaltet und in der Heiligkeit wächst.
Wenn sie Ihn als Leben und als Fülle der Heiligkeit wünscht, o dann feiert mein Wille ein Fest, weil Er sieht, dass der Mensch in den Schoß seines Ursprungs zurückkehrt, von dem er ausgegangen ist, und Er bietet sich an, ihm die Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer zu verleihen – der einzige Zweck seiner Erschaffung.
Mein Wille verlässt den Menschen nie; wenn Er ihn verließe, würde er sich im Nichts auflösen. Und wenn sich der Mensch nicht darauf einlässt, sich von meinem Willen heilig machen zu lassen, gebraucht Er die Mittel, um ihn wenigstens zu retten.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 28. Januar 1926)
„In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten“ (Mk 1, 35)
Später befand ich mich außerhalb meines Leibes, und mein süßer Jesus brachte mich umher zu allen Orten, wo Er auf Erden gewirkt, gelitten, gebetet und auch geweint hatte.
Alles, was Er getan hatte, war im Akt, und mein geliebtes Gut sagte zu mir: „Meine Tochter, Tochter meines Höchsten Willens, mein Wille möchte dich an allem teilhaben lassen.
Alles, was du siehst, sind meine Werke, die Ich auf Erden tat, die mein Wille in Sich in der Schwebe hält (verspart), weil die Geschöpfe sich nicht für ihren Empfang disponieren, und zum Teil deshalb, weil sie noch nicht wissen, was Ich getan habe.
Siehst du, hier sind meine Gebete, die Ich bei Nacht verrichtete, bedeckt mit bitteren Tränen und brennenden Seufzern für die Rettung aller: sie warten alle darauf, sich den Seelen zu schenken und ihnen die Früchte mitzuteilen, die sie enthalten.
Tochter, tritt du in sie ein, bedecke dich mit meinen Tränen, bekleide dich mit meinen Gebeten, damit mein Wille in dir die Wirkungen ausführe, die in meinen Tränen, Gebeten und Seufzern enthalten sind.
Mein Wille hält in Sich wie aufgereiht die Leiden meiner Kindheit, alle inneren Akte meines verborgenen Lebens, welche Wunder an Gnade und Heiligkeit darstellen, alle Demütigungen, Herrlichkeit und Leiden meines öffentlichen Lebens, die verborgensten Leiden meiner Passion; alles ist wie in der Schwebe (verspart), die Seelen haben die vollständige Frucht noch nicht entgegengenommen, und Ich erwarte jene, die in meinem Willen leben sollen, damit meine Werke nicht mehr in der Schwebe seien, sondern sich über sie ergießen, um ihnen die vollständige Frucht zukommen zu lassen.
Nur wer in meinem Willen leben soll, wird meine Güter nicht mehr in der Schwebe lassen. Tritt also in jeden meiner Akte und Leiden ein, damit sich mein Wille in dir erfülle; zwischen dir und Mir will Ich keine Dinge in der Schwebe, noch ertrage Ich es, wenn Ich dir nicht sagen kann, was Ich will, deshalb möchte Ich in dir meinen eigenen Willen vorfinden, damit nichts sich dem widersetzen kann, was dir mein eigener Wille zu geben wünscht.”
Als Jesus dies sagte, ging ich von einem Akt Jesu zum anderen und war wie verwandelt und bedeckt mit seinen eigenen Akten, Gebeten, Tränen und Leiden. Doch wer kann schildern, was ich alles erlebte?
Ich hoffe, dass der gebenedeite Jesus mir die Gnade gibt, seinem anbetungswürdigen Willen zu entsprechen und Ihn in mir und in allen auszuführen. Amen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 4. Oktober 1925)
„Und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich“ (Mk 1,37)
Diesen Morgen fand ich nach langem Warten schließlich meinen süßesten Jesus und klagend sagte ich: „Mein geliebtes Gut, wie kannst Du mich so lange warten lassen? Weißt Du etwa nicht, dass ich ohne Dich nicht leben kann, und meine Seele ein ununterbrochenes Sterben erfährt?“
Und Er: „Meine Geliebte, jedes Mal, wenn du Mich suchst, bereitest du dich vor zu sterben, denn was ist der Tod in Wahrheit, wenn nicht die stabile und andauernde Vereinigung mit Mir?
So war mein Leben ein ständiges Sterben aus Liebe zu dir, und dieser ununterbrochene Tod war die Vorbereitung für das große Opfer des Sterbens am Kreuz für dich.
Wisse, wer in meiner Menschheit lebt und sich von den Werken meiner Menschheit ernährt, der macht aus sich einen großen Baum voll überreicher Blüten und Früchte, welche die Nahrung Gottes und der Seele sind.
Wer außerhalb meiner Menschheit lebt, dessen Werke sind widerwärtig für Gott und unfruchtbar für ihn selbst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 17. Februar 1902)
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Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand und meditierte über die Passion des gebenedeiten Jesus. Er ließ sich als Gekreuzigter sehen und teilte mir einen kleinen Anteil seiner Leiden mit, wobei Er zu mir sprach:
„Meine Tochter, Ich wollte gekreuzigt und am Kreuze erhöht werden, damit die Seelen je nachdem, wie sie Mich [haben] wollen, Mich finden mögen.
Wenn Mich einer als Lehrer benötigt, weil er die Notwendigkeit fühlt, unterrichtet zu werden, lasse Ich Mich herab, um ihn sowohl die kleinen wie auch die höchsten und erhabensten Dinge zu lehren, sodass er der Gebildetste wird.
Ein anderer seufzt in seiner Verlassenheit und Vergessenheit und möchte gern einen Vater finden; er kommt zu Füßen meines Kreuzes, und Ich mache mich zu seinem Vater, indem Ich ihm ein Zuhause in meinen Wunden gewähre, mein Blut als Trank, mein Fleisch als Speise, und mein eigenes Reich als Erbe.
Ein anderer ist krank und findet in Mir einen Arzt, der ihn nicht nur heilt, sondern ihm die sicheren Arzneien reicht, um nicht abermals in Schwachheit zu fallen.
Wieder einen anderen bedrücken Verleumdung und Verachtung, und zu Füßen meines Kreuzes findet er seinen Verteidiger, der ihm die Verleumdungen und Geringschätzung sogar als göttliche Ehren zurückzahlt; und so ist es mit allem Übrigen.
Wer Mich also als Richter haben will, findet Mich als Richter; wer Mich als Freund, als Bräutigam, Fürsprecher, Priester haben möchte, der findet Mich als solcher.
Deshalb wollte Ich an Händen und Füßen angenagelt werden, um Mich dem, was sie wollen, in nichts zu widersetzen, um Mich so zu machen, wie sie Mich wollen.
Doch wehe jenen, die sehen, dass Ich unfähig bin, auch nur einen Finger zu bewegen und daher wagen, Mich zu beleidigen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 15. Dezember 1905)

