Samstag der 2. Woche im Jahreskreis (Mk 3,20-21)
20In jener Zeit ging Jesus in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. 21Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
„Wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. 21Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen“ (Mk 3,20-21)
Ich dachte daran, wie Jesus das Kreuz auf den Kalvarienberg trug, besonders als Er den Frauen begegnete, wie Er seine Schmerzen vergaß und sich damit befasste, jene armen Frauen zu trösten, zu erhören und zugleich zu belehren.
Wie sehr war doch alles Liebe in Jesus! Er hätte selbst Trost gebraucht, und stattdessen ist Er es, der tröstet und in welchem Zustand! Er war mit Wunden bedeckt, das Haupt mit den stechendsten Dornen durchbohrt, keuchend und fast zum Sterben unter dem Kreuz – und doch tröstet Er die anderen; welches Beispiel, welche Beschämung für uns, wo ein kleines Kreuz ausreicht, dass wir unsere Pflicht vergessen, die anderen zu trösten!
So erinnerte ich mich an die vielen Male, als ich von Leiden oder von den Beraubungen Jesu bedrückt war, die mich durchbohrten und mein ganzes Inneres zerrissen, und da ich von Personen umgeben war, spornte mich Jesus an, Ihn in jenem Schritt seiner Passion nachzuahmen.
Und obwohl bis ins Mark meiner Knochen betrübt, zwang ich mich, mich selbst zu vergessen, um die anderen zu trösten und zu belehren.
Und nun, da ich frei bin und nicht mehr mit Personen umgehen muss, wegen und dank des Gehorsam, dankte ich Jesus dafür, dass ich mich nicht mehr in jener Lage befand; mir kommt vor, dass ich freier atmen kann, um mich nur mit mir selbst beschäftigen zu können.
Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, und doch war dies für Mich eine Erleichterung, und Ich fühlte Mich wie erquickt, besonders in jenen, die wirklich kamen, um Gutes zu tun.
In diesen Zeiten fehlen wirklich jene, die den wahren Geist der Innerlichkeit in die Seelen säen, denn da sie ihn [selbst] nicht besitzen, können sie ihn auch den anderen nicht einflößen; so lehren sie die Seelen Empfindlichkeit, Skrupulosität und Leichtfertigkeit, ohne eine wahre Grundlage der Loslösung von allem und von allen – und dies bringt unfruchtbare Tugenden hervor, die aufblühen und dann verwelken.
Und einige glauben, dass sie den Seelen zum Fortschritt verhelfen, wenn diese ganz minutiös und skrupulös werden, aber statt eines Fortschritts sind dies wahre Hemmnisse, welche die Seelen ruinieren, und meine Liebe bleibt in jenen dann unerfüllt.
Da Ich dir nun viel Erleuchtung über die innerlichen Wege geschenkt und dich die Wahrheit über die wirklichen Tugenden und die wahre Liebe begreifen ließ, konnte Ich durch deinen Mund, da du in der Wahrheit bist, den anderen die Wahrheit über den wahren Pfad der Tugend verständlich machen, und darüber freute Ich Mich.“
Und ich: „Aber mein gebenedeiter Jesus, nach dem Opfer, das ich brachte, gingen jene hin und tratschten umher, und so hat der Gehorsam zu Recht verboten, dass Menschen zu mir kommen.“
Und Jesus: „Das ist der Fehler – dass man auf das Geschwätz achtet, und nicht auf das Gute, das man tun soll. Auch über Mich haben sie getratscht – hätte Ich darauf achten wollen, so hätte Ich die Erlösung des Menschen nicht vollzogen.
Man muss sich also auf das konzentrieren, was man tun muss, und nicht auf das, was die Leute reden, und das Geschwätz wird denen angerechnet, die tratschen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 2. September 1910)
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… „Meine Tochter, wer alle Beziehungen zwischen Schöpfer und Geschöpf kennen, und seine Bande instand halten möchte, muss meinen Göttlichen Willen in sich selbst mit absoluter Herrschaft regieren lassen; denn da sein Leben in der ganzen Schöpfung präsent ist, wird diese Seele ein einziges Leben für alle geschaffenen Dinge bilden.
Da das Leben eines ist, wird sie die Sprache der Schöpfung und die Beziehungen mit ihrem Schöpfer verstehen. Jedes geschaffene Ding spricht von seinem Schöpfer und besitzt die lesbaren Buchstaben meines Göttlichen FIAT.
Doch weißt du, wer fähig ist, ihre Stimme zu vernehmen, ihre himmlische Sprache zu verstehen und die göttlichen Buchstaben zu lesen, die in jedes geschaffene Ding eingeprägt sind? Wer meinen Willen besitzt!
Er hat das Gehör, um ihre Stimme zu vernehmen und die Intelligenz, um sie zu verstehen, Augen, um die göttlichen Buchstaben zu lesen, die der Schöpfer mit so viel Liebe jedem geschaffenen Ding einprägt.
Wer indessen meinen Willen nicht herrschen lässt, gleicht einem Tauben, der nicht hört, einem Schwachsinnigen, der nicht versteht, einem, der nicht vielfältige Sprachen studiert hat und daher nichts vom Gesagten versteht.
So muss man auch, um die Beziehungen zwischen Erlöser und Erlösten aufrecht zu halten und zu erkennen, mein Leben, jedes meiner Worte, Werke, Schritte, Herzschläge und Leiden studieren – welches alle Bande darstellten, mit denen Ich alle Erlösten zu binden kam.
Doch wer bleibt verbunden? Wer mein Leben studiert und Mich nachzuahmen sucht; wenn er Mich nachahmt, bleibt er mit meinen Worten, Werken, Schritten usw. verbunden, empfängt das Leben dieser meiner Akte und wird das Gehör besitzen, um alle meine Lehren zu vernehmen, den Geist, um sie zu verstehen, und Augen, um alle Buchstaben zu lesen, die Mir eingeprägt waren, als Ich zur Erlösung des Menschengeschlechtes kam.
Wenn die Seele dies nicht tut, werden die Buchstaben der Erlösung unleserlich für sie sein und wie eine fremde Sprache bleiben, und die Beziehungen und Bande der Erlösung werden nicht in Kraft sein.
Das Geschöpf wird immer wie ein Blindgeborener hinsichtlich aller unserer Güter sein, mit denen Wir es bereichern wollen.
Wer alle Beziehungen und Bande der Heiligkeit kennen und empfangen will, muss den Heiligmacher lieben, und der Heilige Geist überströmt den mit seinen Flammen, der wahrhaft liebt und bindet ihn mit den Beziehungen seiner Heiligkeit.
Ohne Liebe gibt es keine Heiligkeit, da die Bande der wahren Heiligkeit bereits zerbrochen sind.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 12. Juni 1927)
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… Mein göttlicher König! Ich will deine Gebete und Sühneakte wiederholen und dich zu Herodes begleiten.
Ich sehe, deine Feinde möchten dich in ihrer Wut verschlingen und schleppen dich unter Spott und Hohn zu Herodes. Er, der sich freut, dich zu sehen, stellt dir viele Fragen.
Du aber antwortest nicht, schaust ihn nicht einmal an. Erzürnt, weil er seine Neugierde nicht befriedigt sieht und sich durch dein beharrliches Stillschweigen gedemütigt fühlt, erklärt er vor seinen Höflingen, du seiest ein Narr, und ordnet an, dich als einen Narren zu behandeln.
Um dich zu verhöhnen, lässt er dich mit einem weißen Mantel bekleiden und überlässt dich den Händen der Soldaten, dass sie dich misshandeln und erniedrigen sollen, soweit es ihnen möglich ist.
Mein unschuldiger Jesus! Keiner findet eine Schuld an dir, nur die Juden, weil sie in ihrer scheinheiligen Frömmigkeit nicht verdienen, dass in ihrem Geist das Licht der Wahrheit aufleuchte. Jesus, du unendliche Weisheit, was kostet es dich, zum Narren erklärt zu werden!
Die Soldaten treiben Unfug mit dir, werfen dich zu Boden, geben dir Fußtritte, verachten dich, besudeln dich mit Speichel, schlagen dich mit Stöcken und versetzen dir solche Schläge, dass ein anderer als du daran gestorben wäre.
Die Leiden, die Schmach, die Demütigungen, die sie dir zufügen, sind derart, dass „die Engel des Friedens weinen“ und sich mit ihren Flügeln das Antlitz verhüllen, um dich nicht in dieser Weise misshandelt zu sehen.
So weit geht das Übermaß deiner Liebe, dass du, anstatt dich beleidigt zu fühlen, betest und sühnst für jene Könige, die in ihrem Ehrgeiz, Reiche zu gewinnen, zum Ruin der Völker werden; für so viele Menschenschlächtereien, die sie veranlassen; für so viel Blut, das sie aus Willkür vergießen.
Du sühnst für alle Sünden sträflicher Neugierde sowie für alle Vergehen, die in der Politik und im Krieg begangen werden. Mein Jesus!
Welch ergreifendes Schauspiel, dich mit Schmähungen überschüttet zu sehen, während du betest und sühnst in unerschütterlicher Sanftmut und Treue. Dein Flehen hallt wider in meinem Herzen, und ich verfolge, was du tust…
Jesus vor Herodes, als Narr gekleidet, schweigt und leidet. Wenn wir verleumdet, verspottet, beschimpft und verlacht werden, denken wir daran, dass uns der Heiland sich ähnlich machen will?
Denken wir in unseren Leiden, bei Verachtung und allem, was unser armes Herz zu dulden hat, daran, dass es Jesus ist, der uns die Leiden gibt, uns durch seine Berührung in sich umgestaltet und dadurch die größte Ähnlichkeit mit sich verleiht? (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 7 bis 8 Uhr: Jesus im Gerichtshaus des Pilatus und am Hof des Herodes)


