14In jener Zeit, als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes von dem Berg herabgestiegen war und sie zu den anderen Jüngern zurückkamen, sahen sie eine große Menschenmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten. 15Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn.
16Er fragte sie: Warum streitet ihr mit ihnen? 17Einer aus der Menge antwortete ihm: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht. Er ist von einem stummen Geist besessen; 18immer wenn der Geist ihn überfällt, wirft er ihn zu Boden, und meinem Sohn tritt Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und wird starr. Ich habe schon deine Jünger gebeten, den Geist auszutreiben, aber sie hatten nicht die Kraft dazu.
19Da sagte er zu ihnen: O du ungläubige Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir! 20Und man führte ihn herbei. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her, so dass er hinfiel und sich mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden wälzte.
21Jesus fragte den Vater: Wie lange hat er das schon? Der Vater antwortete: Von Kind auf; 22oft hat er ihn sogar ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!
23Jesus sagte zu ihm: Wenn du kannst? Alles kann, wer glaubt. 24Da rief der Vater des Jungen: Ich glaube; hilf meinem Unglauben! 25Als Jesus sah, dass die Leute zusammenliefen, drohte er dem unreinen Geist und sagte: Ich befehle dir, du stummer und tauber Geist: Verlass ihn, und kehr nicht mehr in ihn zurück!
26Da zerrte der Geist den Jungen hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Der Junge lag da wie tot, so dass alle Leute sagten: Er ist gestorben. 27Jesus aber fasste ihn an der Hand und richtete ihn auf, und der Junge erhob sich.
28Als Jesus nach Hause kam und sie allein waren, fragten ihn seine Jünger: Warum konnten denn wir den Dämon nicht austreiben? 29Er antwortete ihnen: Diese Art kann nur durch Gebet ausgetrieben werden.

„Sobald die Leute Jesus sahen, liefen sie in großer Erregung auf ihn zu und begrüßten ihn“ (Mk 9,15)

… So ergab ich mich ganz in seinen Willen, doch ich fühlte einen großen Widerwillen gegen die Gerechtigkeit; und mein süßer Jesus kehrte zurück und sagte zu mir:
„Wenn du wüsstest, wie schwer es für Mich ist, Gerechtigkeit zu üben, und wie sehr Ich das Geschöpf liebe! Die ganze Schöpfung ist für Mich wie der Leib für die Seele, wie die Haut für die Frucht.
Ich bin in ständigem unmittelbarem Akt mit dem Menschen, doch die geschaffenen Dinge verbergen Mich, wie der Körper die Seele verbirgt. Ohne die Seele jedoch hätte der Körper kein Leben, so würden, wenn Ich mich aus den geschaffenen Dingen zurückzöge, alle ohne Leben bleiben.
In allen geschaffenen Dingen besuche Ich also den Menschen, berühre ihn und verleihe ihm das Leben: Ich bin verborgen im Feuer und besuche den Menschen mit der Wärme. Wäre Ich nicht darin, so wäre das Feuer ohne Wärme, es wäre ein gemaltes und lebloses Feuer; aber während Ich den Menschen im Feuer besuche, erkennt er Mich nicht und begrüßt Mich nicht.
Ich bin im Wasser und suche ihn auf, wenn Ich seinen Durst lösche. Wenn Ich nicht darin wäre, könnte das Wasser keinen Durst löschen, sondern wäre ein totes Wasser. Und während Ich ihn besuche, geht er an Mir vorüber ohne sich auch nur vor Mir zu verneigen. Ich bin in der Speise verborgen und besuche den Menschen, indem Ich ihm die Substanz, die Kraft, den Geschmack verleihe.
Wenn Ich nicht darin wäre, bliebe der Mensch trotz der Speise hungrig, und doch kehrt er Mir, während er sich von Mir nährt, den Rücken zu. Ich bin in der Sonne verborgen und besuche ihn gleichsam in jedem Augenblick mit meinem Licht, doch vergilt er Mir undankbar mit ständigen Beleidigungen.
In allen Dingen besuche Ich ihn: in der Luft, die er einatmet, in der duftenden Blume, im Windhauch, der ihn erfrischt, im Donnerschlag, in allem; unzählig sind meine Besuche. Siehst du, wie sehr Ich ihn liebe?
Und da du in meinem Willen bist, bist du bei Mir, um gemeinsam mit Mir den Menschen zu besuchen und ihm das Leben zu geben. Fürchte dich also nicht, wenn du manchmal mit der Gerechtigkeit mitwirkst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 12. Mai 1922)

„Wenn du kannst, hilf uns; hab Mitleid mit uns!“ (Mk 9, 22)

… „Meine Tochter, an der Macht fehlt es Mir nicht, auch nicht am Willen. Darum muss Ich den gefallenen Menschen wieder erheben und wiederherstellen, denn der menschliche Wille machte aus dem Werk unserer schöpferischen Hände ein Wrack.”
Dann verstummte Er – bewegt und voll Schmerz über den armen Menschen, und ich dachte mir: „Wie können wir je in den ursprünglichen Zustand der Schöpfung zurückkehren, wo doch der menschliche Wille den Menschen in einen Abgrund des Elends stürzen ließ und seinen Zustand, in dem er erschaffen wurde, fast entstellt hat?“ Da erwiderte mein süßer Jesus:
„Meine Tochter, mein Wille vermag alles. Wie Er den Menschen aus Nichts erschuf, so kann Er den neuen Menschen aus seinem Elend herausholen. Ohne die Methode seiner Erschaffung zu ändern – und ihm somit seinen freien Willen lassend – werden Wir einen anderen Kunstgriff der Liebe anwenden.
Das Licht unseres Willens wird seine leuchtendsten Strahlen noch intensiver aussenden und sich dem Menschen auf eine Art nähern, dass mein Wille den menschlichen Willen von Angesicht zu Angesicht ansehen wird.
Dieser [menschliche Wille] wird von seinem durchdringenden Licht bezaubert sein, das ihn blenden und zugleich auf süße Weise an Sich ziehen wird. Der menschliche Wille wird, angezogen von einem so strahlenden Licht und einer seltenen Schönheit, den Wunsch haben, jene Schönheit zu sehen, welche dieses Licht enthält; wenn er dann meinen Willen betrachtet, wird der menschliche Wille entzückt sein, sich glücklich fühlen, und liebend gern in unserem Willen leben wollen – nicht gezwungen, sondern spontan.
Hat nicht das Sonnenlicht diese Eigenschaft, dass es das menschliche Auge mit seinem Licht blendet, wenn es die Sonne anstarren möchte? Will man schauen, so sieht man nichts anderes als Licht, und das starke Licht hindert das Auge daran, die Dinge in der Umgebung zu sehen.
Wenn der Mensch genötigt ist, die Augen zu senken, um sich vom Licht abzuwenden, dann deshalb, weil das Licht zu stark ist, ihn stört und er sich nicht glücklich fühlt. Doch wenn er sich glücklich fühlte, würde er seine Augen nicht so leicht vom Inneren des Sonnenlichtes zurückziehen.
Das Licht meines Willens hingegen stört die Pupillen der Seele nicht, sondern die Seele wird das Glück haben, die menschlichen Akte selbst in Licht umgewandelt zu sehen.
So wird sie sich nach einer noch intensiveren Ausgießung der Strahlen dieses Lichtes sehnen, um ihre [eigenen] Akte im Zauber und in der Schönheit dieses Göttlichen Lichtes zu sehen. Mein Wille hat die Macht, die Probleme des Menschen zu lösen.
Doch muss Er dafür einen ganz außergewöhnlichen Akt der größten Großmut unseres Höchsten FIAT ins Spiel bringen – deshalb bete und flehe für eine so heilige Angelegenheit zugunsten der armen Menschen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 12. Juni 1928)

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Ich war in Gedanken versunken über das, was mein süßer Jesus mir über den Göttlichen Willen sagte und sprach zu mir: “Wie ist es möglich, dass die Seele solche Höhen erreichen kann, dass sie mehr im Himmel als auf der Erde lebt?” – Und als Jesus kam, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, was dem Geschöpf unmöglich ist, ist für Mich alles möglich; es ist wahr, dass es sich um das größte Wunder meiner Allmacht und meiner Liebe handelt, aber wenn Ich will, kann Ich alles, und das, was schwierig erscheint, ist für Mich ganz leicht; Ich wünsche jedoch das ‘Ja’ der Kreatur, und dass sie sich wie weiches Wachs dem ausliefert, was Ich mit ihr tun will.
Ja, du sollst wissen, dass Ich, bevor Ich eine Seele dazu berufe, gänzlich in meinem Willen zu leben, sie von Zeit zu Zeit rufe, sie von allem entblöße, sie einer Art Gerichtsurteil unterwerfe, [denn in meinem Willen gibt es keine Gerichtsurteile, die Dinge bleiben ganz im Einklang mit Mir, daher existiert in Meinem Willen kein Urteil.
Überdies, wer würde es wagen, das zu beurteilen, was in meinen Willen eintritt? Ich versichere dir, Ich richte Mich nie selbst]. Und nicht nur das, oft lasse Ich die Seele sogar sterben, [in einem gewissen Ausmaß] auch körperlich, und dann gebe Ich ihr von neuem das Leben; so lebt die Seele, als lebte sie nicht, ihr Herz ist im Himmel und das Leben auf Erden ist ihr größtes Martyrium.
Wie oft habe Ich nicht an dir so gehandelt? Dies alles waren Vorbereitungen, um deine Seele für das Leben in meinem Willen zu disponieren; und außerdem, wie oft habe Ich dich nicht mit den Ketten meiner Gnaden und meiner wiederholten Besuche gefesselt? Dies geschah alles, um dich auf die Erhabenheit des Lebens im unermesslichen Meer meines Willens vorzubereiten.
Stelle deshalb keine Nachforschungen an, sondern setze deinen Flug [in meinem Willen] fort.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 6.3.1919)