38In jener Zeit sagte Johannes, einer der Zwölf, zu Jesus: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt. 39Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. 40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

„Wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt“ (Mk 9, 38)

… Dachte ich an die große Streitfrage bezüglich der Schriften über den Göttlichen Willen, die sich in Messina befanden. Der ehrwürdige Pater Di Francia – gesegneten Andenkens – hatte sie dorthin gebracht.
Ich und andere meiner Vorgesetzten wollen sie absolut hier haben, doch die Oberen in Messina wollen sie dort behalten, wie es ihnen der ehrwürdige Pater vor seinem Tod rigoros anempfohlen hatte, und sie veröffentlichen, wann es Gott gefällt.
So bewirkt dies nichts anderes als erregte Briefe von beiden Seiten, diese, um sie zurückzuhalten und wir, um sie zurückzubekommen.
Ich war ganz bekümmert, überdrüssig und müde und fragte mich: „Wie konnte der gute Jesus all das erlauben? Wer weiß, ob das nicht auch Ihm missfällt?“ Da bewegte Er sich in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, du bist besorgt, Ich aber gar nicht. Es missfällt Mir auch nicht, sondern Ich freue mich sehr über das Interesse der Priester an diesen Schriften, die das Reich meines Willens bilden werden.
Es bedeutet, dass sie dieses große Gut schätzen, und jeder würde gerne einen so großen Schatz bei sich haben, um sie den anderen als erster mitzuteilen.
Während die Streitfrage andauert, wer gewinnen soll, nähern sie sich gegenseitig an, um über die Vorgangsweise zu beraten, und Ich freue mich, dass auch andere meiner Diener diesen so großen Schatz kennenlernen, damit sie das Reich meines Göttlichen Willens bekanntmachen. Ich benütze diese Auseinandersetzung zur Heranbildung der ersten Priester des zukünftigen Reiches meines FIAT.
Meine Tochter, es ist sehr notwendig, dass die ersten Priester herangebildet werden. Sie werden Mir nützlich sein, wie Mir die Apostel beim Aufbau meiner Kirche dienten.
Und jene, die sich dieser Schriften annehmen, um sie zu veröffentlichen, sie herauszugeben und drucken zu lassen, um sie bekanntzumachen, werden die neuen Evangelisten des Reiches meines Höchsten Willens sein.
Wie jene, die sich in meinem Evangelium am meisten einen Namen gemacht haben, die vier Evangelisten sind, die es zu ihrer großen Ehre und zu meinem Ruhm aufgeschrieben haben, so wird es auch mit jenen sein, die sich damit befassen, die Wahrheiten über meinen Willen niederzuschreiben, um sie zu veröffentlichen: als neue Evangelisten werden sie im Reich meines Willens einen ruhmvolleren Namen haben, zu ihrer höchsten Ehre und zu meiner großen Glorie, wenn Ich sehe, dass die Ordnung des Geschöpfs in meinen Schoß und das Leben des Himmels auf die Erde zurückkehrt, was die einzige Bestimmung der Schöpfung ist.
Deshalb erweitere Ich unter diesen Umständen den Kreis und fische als Fischer jene heraus, die Mir für ein so heiliges Reich dienen sollen. Lass Mich daher handeln und mache dir keine Gedanken darüber.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 18. Januar 1928)

„In meinem Namen“(Mk 9,39)

… „Es wurde Ihm der Name Jesus gegeben, ein mächtiger Name, der Himmel und Erde wie die Hölle erzittern lässt. Der Name, der Balsam, Schutz und Hilfe für jedes Herz sein sollte“… (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 23. Tag)

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… „Meine liebste Tochter, diesem großen Schmerz entsprang die größte Freude, die unsere Tränen stillte; nach der Beschneidung gaben wir ihm den heiligsten Namen Jesus, wie es der Engel wollte; beim Aussprechen dieses heiligsten Namens empfanden wir solche Freude und solches Glück, dass unser Schmerz versüßt wurde, auch deshalb, weil jeder, der nur will, in diesem Namen Balsam für seine Schmerzen, Schutz in der Gefahr, Sieg in den Versuchungen, eine Hand, um nicht in Sünde zu fallen und das Heilmittel für alle seine Übel finden würde.
Dieser heiligste Name Jesus lässt die Hölle erzittern, wird von den Engeln verehrt, klingt süß in den Ohren des Himmlischen Vaters; vor diesem Namen verneigen sich alle und beten ihn an.
Es ist ein mächtiger Name, ein heiliger Name, ein großer Name; wer ihn mit Glauben anruft, wird seine Wunder und das wundertätige Geheimnis der Kräfte dieses heiligsten Namens erfahren.
Meine Tochter, ich rate dir, diesen Namen Jesus immer auszusprechen, wenn du siehst, dass dein menschlicher Wille, schwach, unentschlossen und schwankend gegenüber dem Göttlichen Willen ist; der Name Jesus wird ihn im Göttlichen Willen wieder festigen; wenn du bedrückt bist, rufe Jesus; wenn du arbeitest, rufe Jesus; wenn du einschläfst, bewahre diesen heiligen Namen auf deinen Lippen und beim Erwachen sei dein erstes Wort Jesus; rufe ihn immer an; es ist ein Name, der Meere von Gnaden enthält, die aber nur denen zuteilwerden, die ihn anrufen und ihn lieben.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: Zweite Betrachtung:)

„Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns“ (Mk 9, 40)

Mein armer Geist scheint nicht anders zu können, als über den Göttlichen Willen nachzudenken. Ich fühle eine machtvolle Kraft über mir, die mir keine Zeit lässt, weder an anderes zu denken, noch etwas zu wollen, als nur dieses Fiat, das alles für mich ist.
So dachte ich mir: ‚O wie gerne würde ich den Göttlichen Willen tun und in Ihm leben, wie man Ihn im Himmel tut und in Ihm lebt!’ Da überraschte mich mein guter Jesus mit seinem kurzen Besuch und sagte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, in meiner Himmlischen Heimat herrscht der einzige und universelle Akt: einer ist der Wille aller, sodass der eine will, was der andere will. Keiner ändert seine Handlung oder seinen Willen, vielmehr empfindet jeder Selige meinen Willen wie sein eigenes Leben.
Es macht die Substanz der Glückseligkeit des ganzen Himmels aus, dass alle nur einen einzigen Willen besitzen, zumal mein Wille unterbrochene Akte weder tut noch tun kann, sondern [nur] kontinuierliche und universelle. Da Er im Himmel in vollem Triumph und mit vollständiger Herrschaft regiert, spüren alle sein universelles Leben gleichsam als ihre Natur und sind mit all den Gütern, die Er besitzt, bis zum Rand angefüllt.
Unterschiede kann es höchstens in ihrer Fassungskraft geben, und je nach dem Guten, das sie im Leben getan haben. Doch niemand kann weder den Willen, noch die Handlung, noch die Liebe verändern.
Die Macht meines Göttlichen Willens hält alle Seligen absorbiert, vereint und mit Sich ‚verschmolzen‘, als wären sie alle nur ein einziger. Doch glaubst du etwa, dass sich nur im Himmel sein universeller Akt ausdehnt und sein pulsierendes Leben, das sich jedem Geschöpf mitteilt? Nein! Was Er im Himmel tut, das tut Er auch auf Erden.
Er ändert weder seine Handlung noch die Handlungsweise. Sein universeller Akt erstreckt sich zu allen Pilgerseelen. Wer in Ihm lebt, verspürt sein göttliches Leben, seine Heiligkeit, seinen unerschaffenen Herzschlag, der sich zum Leben der Seele machend, mit seiner unaufhörlichen Bewegung sich stets und endlos in sie ergießt.
Die glückliche Seele, die Ihn in sich herrschen lässt, fühlt Ihn überall, innen und außen: sein universeller Akt umgibt sie von allen Seiten, sodass sie meinen Willen nicht verlassen kann.
Da Er ständig geben möchte, ist sie stets damit beschäftigt, zu empfangen, sodass sie, auch wenn sie wollte, keine Zeit hat, etwas anderes zu tun oder zu denken. So kann die Seele behaupten und überzeugt sein, dass sie auf Erden so lebt, wie man im Himmel lebt. Es ist bloß ein anderer Ort, aber eine ist die Liebe, einer der Wille, eine die Handlung.
Doch weißt du, wer das Leben des Himmels in seiner Seele, den universellen Akt und die einzigartige Kraft meines Willens nicht fühlt? Die Seele, die sich nicht von Ihm beherrschen lässt! Wenn sie Ihn nicht frei regieren lässt, bewirkt sie, dass sich Handlung, Liebe und Wille in jedem Augenblick ändern.
Doch es ist nicht mein Wille, der sich ändert – da Er sich nicht ändern kann – sondern die Seele, die sich ändert. Da sie nämlich im menschlichen Willen lebt, hat sie weder Kraft noch Kapazität, um den universellen und einzigen Akt meines Willens aufzunehmen.
Die Ärmste fühlt sich unbeständig, nicht beharrlich im Guten und gleicht einem hohlen Schilfrohr, das nicht einmal einem leichten Windhauch standhalten kann. Die verschiedenen Umstände, Begegnungen und Menschen treiben sie wie ein Wind umher, sodass sie bald dies, bald jenes tut, einmal dieses liebt, einmal jenes.
So sieht man sie mal traurig, mal fröhlich, bald voller Eifer und bald ganz kalt, mal den Tugenden zugeneigt, mal den Leidenschaften. Mit einem Wort, wenn die Gegebenheit aufhört, dann hört auch der Akt in ihnen auf.
O menschlicher Wille, wie schwach, wankelmütig und arm bist du ohne meinen Willen, weil dir das Leben des Guten fehlt, das deinen Willen beseelen sollte. Daher bist du fern vom Leben des Himmels!
Meine Tochter, es gibt weder eine größere Ungnade noch ein beweinenswerteres Übel, als den eigenen Willen zu tun.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 10. November 1933)