Mittwoch der 4. Fastenwoche (Joh 5,17-30)
17In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk. 18Darum waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit Gott gleichstellte.
19Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in gleicher Weise der Sohn. 20Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet.
21Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. 22Auch richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem Sohn übertragen, 23damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
24Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen. 25Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden; und alle, die sie hören, werden leben.
26Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben. 27Und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist. 28Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören 29und herauskommen werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht.
30Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der mich gesandt hat.
„In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch immer am Werk, und auch ich bin am Werk“ (Joh 5,17)
An diesem Morgen ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus mit einer unbeschreiblichen Sanftheit und Freundlichkeit erblicken, als wollte Er mir etwas sagen, was Ihm sehr lieb ist, und was für mich eine große Überraschung ist. Er umarmte mich, drückte mich an sein Herz und sagte zu mir:
„Meine geliebte Tochter, alles, was die Seele in meinem Willen und gemeinsam mit Mir tut, d.h. Gebete, Handlungen, Schritte, usw. erwerben meine eigenen Eigenschaften, mein eigenes Leben und denselben Wert [den diese enthalten].
Siehst du, alles was Ich auf Erden tat – Gebete, Leiden, Werke – sind alle im Akt und werden es in Ewigkeit sein, zum Wohl aller, die sie haben wollen. Mein Wirken unterscheidet sich vom Wirken der Geschöpfe: da Ich in Mir die schöpferische Kraft besitze, spreche und erschaffe Ich so, wie Ich eines Tages sprach und die Sonne erschuf.
Diese Sonne ist immerdar voller Licht und Wärme und spendet stets Licht und Wärme, als wäre sie gerade im Akt, fortwährend von Mir erschaffen zu werden, ohne je abzunehmen.
Solcherart war mein Wirken auf Erden: da Ich in Mir die schöpferische Kraft enthalte, so sind die Gebete, die Ich verrichtete, die Schritte, die Werke, das vergossene Blut, in der andauernden Haltung des Betens, des Wirkens, des Gehens, usw., so wie die Sonne ständig dabei ist, ihr Licht zu spenden.
Meine Gebete dauern also an, meine Schritte sind immer dabei, den Seelen nachzueilen, und so mit allem Übrigen. Was wäre ansonsten für ein großer Unterschied zwischen meinem Wirken und jenem meiner Heiligen?
Vernimm nun, meine Tochter, etwas Schönes, Wunderschönes, das von den Geschöpfen noch nicht begriffen wurde: alle Dinge, welche die Seele gemeinsam mit Mir und in meinem Willen tut, werden, da es meine Dinge sind, auch zum Besitz der Seele.
Die Verbindung mit meinem Willen und das Wirken der Seele gemeinsam mit Mir lassen sie an meiner eigenen schöpferischen Macht teilnehmen.“
Ich blieb zurück in Ekstase, mit einer Freude, die ich nicht fassen konnte und sagte: „O Jesus, ist all dies möglich?“
Und Er: „Wer dies nicht begreift, kann sagen, dass er Mich nicht kennt“.
Dann verschwand Er. Aber ich kann es nicht gut ausdrücken, noch weiß ich mich besser zu erklären; wer kann schildern, was Er mich verstehen ließ? Es scheint mir eher, dass ich Ungereimtheiten gesagt habe. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 21. September 1913)
„Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den Vater etwas tun sieht“ (Joh 5,19)
… Leben im Göttlichen Willen bedeutet untrennbar gemeinsam zu leben, nichts aus sich selbst zu tun, weil man sich angesichts des Göttlichen Willens zu allem unfähig fühlt.
Die Seele erbittet keine Befehle, und erhält keine, weil sie sich unfähig fühlt, alleine zu gehen, und sie spricht: „Wenn du willst, dass ich das tue, tun wir es gemeinsam, und wenn du willst, dass ich gehe, gehen wir gemeinsam“.
Sie macht also alles, was der Vater tut; wenn der Vater denkt, macht sie sich die Gedanken des Vaters zu eigen, und fügt seinen Gedanken nicht einen einzigen hinzu; wenn der Vater blickt, wenn er spricht, arbeitet, geht, leidet, liebt, so schaut auch die Seele das an, was der Vater ansieht, wiederholt die Worte des Vaters, arbeitet mit den Händen des Vaters, geht mit den Füßen des Vaters, leidet dieselben Leiden wie der Vater und liebt mit der Liebe des Vaters; sie lebt nicht außerhalb, sondern innerhalb des Vaters; sie ist also der Widerschein und das vollkommene Abbild des Vaters, was bei dem nicht zutrifft, der nur ergeben lebt.
Es ist unmöglich, diesen Sohn ohne den Vater anzutreffen, noch den Vater ohne ihn, und nicht nur im Äußeren, sondern all ihr Inneres sieht man wie verflochten mit dem Inneren des Vaters, ganz umgewandelt und verloren in Gott. O! Die raschen und erhabenen Aufschwünge dieser Seele im Göttlichen Willen!
Dieser Göttliche Wille ist unendlich, in jedem Augenblick kreist er in allen, Er gibt allem Leben und ordnet alles, und die Seele die sich in dieser Unermesslichkeit bewegt, eilt zu allen hin, hilft allen, liebt alle, aber so wie Jesus selbst allen hilft und sie liebt, was der nicht tun kann, der nur ergeben lebt; die Seele, die im Göttlichen Willen lebt, kann also nichts mehr allein tun; sie fühlt sogar Widerwillen vor ihrem menschlichen Handeln, auch wenn es heilig wäre; denn im Göttlichen Willen nehmen auch die kleinsten Dinge ein anderes Aussehen an, sie gewinnen an Adel, Glanz, göttlicher Heiligkeit, Kraft und göttlicher Schönheit, sie vervielfältigen sich bis ins Unendliche; in einem Augenblick vollbringt sie alles, und nachdem sie alles getan hat, spricht sie:
„Ich habe nichts getan, sondern Jesus hat es getan, und das ist meine ganze Freude, dass Jesus mir – elend wie ich bin – die Ehre verliehen hat, mich im Göttlichen Willen aufzuhalten um mich das tun zu lassen, was Er getan hat“.
Der Feind kann diese Seele also nicht mit dem Gedanken belästigen, ob sie Gutes oder Böses, wenig oder nichts getan hat, weil alles Jesus getan hat und sie mit Jesus zusammen; sie ist die friedvollste Seele, keinen Ängsten unterworfen, sie liebt niemanden und liebt doch alle, aber auf göttliche Weise; man kann sagen, dass sie die ‚Wiederholerin‘ des Lebens Jesu ist, das Organ seiner Stimme, der Schlag seines Herzens, das Meer seiner Gnaden.
Darin allein, glaube ich, besteht die wahre Heiligkeit; alles andere sind Schatten, Masken und Zerrbilder der Heiligkeit… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 14. August 1917)
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… „Du siehst also, dass das Leben in meinem Willen das Größte, das Wichtigste, das Wohlgefälligste ist – das, was Gott am meisten anzieht. Und wer in Ihm lebt, besiegt Gott und bewirkt, dass Gott so große Geschenke gibt, die Himmel und Erde in Staunen versetzen, und die viele Jahrhunderte lang nicht erlangt werden konnten.
O, in welch vollständiger Weise brachte meine Menschheit, die auf Erden war und das Leben des Höchsten Willens selbst enthielt – ja, das vielmehr untrennbar war von Mir – der Gottheit alle Freuden, die Verherrlichung und die Vergeltung der Liebe der ganzen Schöpfung!
Dies bereitete der Gottheit so viele Wonnen, dass Sie Mir die Vorherrschaft über alles gab, und das Recht, alle Völker zu richten. O, welcher Gewinn war es für die Menschen zu wissen, dass einer ihrer Brüder, der sie so sehr liebte und so viel gelitten hatte, um sie in Sicherheit zu bringen, ihr Richter sein sollte!
Da die Gottheit in Mir die ganze Bestimmung der Schöpfung eingeschlossen sah, gewährte Sie Mir – sich gleichsam von allem entäußernd – alle Rechte über alle Geschöpfe…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 22. Februar 1924)
„Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm zeigen, so dass ihr staunen werdet“(Joh 5, 20)
… „Meine Tochter, je größer ein Werk und je größer das Gut ist, das es der Menschheitsfamilie bringen soll, umso mehr heroischer Opfer bedarf es dazu. Wie viele Opfer, Leiden, Schmerzen und selbst den Tod litt nicht Ich, um das Erlösungswerk für die Menschen zu bewerkstelligen!
Da es ein großes Werk war, musste alles groß sein: Schmerz, unerhörte Leiden, infamste Demütigungen, unbesiegbare Liebe, heroische Stärke und unbesiegbare Geduld.
Alles musste groß sein, denn wenn ein Werk groß ist, werden die Geschöpfe von allen Seiten her erfasst, damit sie das Gut in Empfang nehmen können, das ein großes Werk in sich enthält, außer einigen Verstockten oder Bösartigen, die mit Gewalt entfliehen wollen.
Wenn ein Werk jedoch klein ist, werden keine großen Opfer verlangt, und darum können von einem kleinen Werk nicht alle Geschöpfe das Gut daraus empfangen.
Da nämlich das Großartige fehlt, werden manche den Weg nicht finden, manchen wird der Boden unter den Füßen fehlen, einigen das Licht, anderen wird die hinreißende Kraft einer geopferten und leidvollen Liebe fehlen.
Kurzum, es werden wenige sein, welche die Wohltat eines kleinen Werkes empfangen können, da [dem Werk] das Leben und die Substanz fehlen, sich dem schenken zu können, der es empfangen will.
Nun, meine Tochter, das Werk des Reiches des Göttlichen FIAT ist das größte Werk. Während dieses und das Werk der Erlösung einander die Hände reichen, übertrifft es wegen der Verherrlichung Gottes und wegen der Schätze und der Heiligkeit, die es den Geschöpfen bringen wird, die Erlösung selbst.
Darum bedarf es großer Opfer, Leiden und Schmerzen ohne Zahl, und unaufhörlicher Gebete. So musste Ich ein Geschöpf erwählen, das freiwillig das lange Opfer so vieler Jahre und vieler verschiedener Leiden akzeptieren sollte.
Ich werde den Kindern meines Reiches vor Augen führen, wie viel dieses Reich meines Willens dich und Mich gekostet hat, damit alle darin eintreten können, und Wir ihnen freie Wege von allen Seiten und auf alle Arten anbieten, um sie zum Eintritt zu bewegen: Wege des Lichtes, Wege der Leiden, Wege aller Kundgebungen und Wahrheiten, die Ich offenbar gemacht habe.
Ich werde ihnen auch die unglaubliche Anstrengung zeigen, die du beim Schreiben aufgewendet hast, sodass nichts fehle, damit sie festen Boden und sichere Wege finden, um sie mit unbesiegbarer Kraft anzuziehen und sie vom Reich des Höchsten FIAT Besitz ergreifen zu lassen.
Wenn die Generationen alle Wahrheiten über den Göttlichen Willen und die großen Güter meines Reiches kennenlernen, und dass jene, die es erfleht hat, so langdauernde Opfer erlitten hat, dann werden meine Kenntnisse zusammen mit deinen Opfern machtvolle Magneten sein.
Sie werden unwiderstehliche Antriebe, unaufhörliche Rufe, durchdringendes Licht, betäubende Stimmen sein, die sie für alles andere taub machen. Ihnen wird das Gehör nur bleiben, um die lieblichen Lehren des Göttlichen FIAT zu vernehmen und ein Reich anzunehmen, das mit so vielen Opfern erfleht wurde.
Um ein großes Werk zu vollenden, gibt es daher viel zu tun und zu leiden. Alles ist notwendig. Was dir ein unbedeutendes Leiden scheint, kann für andere eine mitleiderregende Stimme sein, die sie anrührt, und sie müssten sich eingestehen, dass sie zu undankbar wären, wollten sie ein solches Gut nicht akzeptieren, das Uns ihretwegen so viel gekostet hat.
Lass Mich daher machen und frei das tun, was Ich will.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 1. Juli 1927)


