HOCHFEST DER AUFERSTEHUNG DES HERRN – OSTERSONNTAG – (Joh 20,1-9)
1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; 4sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab.
5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen 7und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
8Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. 9Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.
„Am ersten Tag der Woche…“ (Joh 20,1)
… „Obwohl die Augen meiner Seele meinem Sohn folgten, und ich ihn niemals aus meinen Blicken verlor, fühlte ich dennoch in diesen drei Tagen, in denen er im Grab lag, solche Sehnsucht, ihn auferstanden zu sehen, dass ich in meinem Liebesfeuer wiederholt aufrief: „Steh auf, meine Ehre! Steh auf, mein Leben!“ mein Verlangen war so brennend und meine Seufzer so feurig, dass ich mich ganz verzehrt fühlte.
Endlich erblickte ich meinen lieben Sohn, wie er begleitet von dieser großen Zahl von Seelen, im Triumph aus der Vorhölle emporstieg, und sich zum Grab begab. Es war die Morgendämmerung des dritten Tages, und wie die ganze Natur ihn beweint hatte, so freute sie sich jetzt über seine unmittelbar bevorstehende Auferstehung, dass sogar die Sonne ihren Lauf beschleunigte, um Zeuge der Auferstehung zu sein …
Aber, o Wunder, bevor er auferstand, zeigte Jesus dieser ganzen großen Menge seine Heiligste Menschheit, blutend, verwundet, entstellt, wie er sich aus Liebe zu ihnen und zu allen erniedrigt hatte. Alle waren ergriffen und bewunderten die Exzesse seiner Liebe und das große Wunder der Erlösung. Meine Tochter, o wie gerne hätte ich dich im Moment der Auferstehung meines Sohnes dabeigehabt!
Er war ganz Majestät; seine mit seiner Seele vereinte Gottheit ließen Meere von Licht und unbeschreiblicher Schönheit hervorbrechen, die Himmel und Erde erfüllten, und als Sieger von seiner Macht Gebrauch machend, befahl er seiner toten Menschheit, dass sie von Neuem seine Seele in Empfang nehme, und triumphierend und glorreich zum unsterblichen Leben auferstehe. Welch feierlicher Akt!
Mein teurer Jesus triumphierte über den Tod und rief ihm zu: „Tod, du wirst kein Tod mehr sein, sondern Leben!“ Mit diesem Akt des Triumphes besiegelte er, dass er Mensch und Gott zugleich war, und mit seiner Auferstehung bestätigte und bekräftigte er seine Lehre, die Wunder, das Leben der Sakramente und das ganze Leben der Kirche.
Außerdem besiegelte er damit den Triumph über die menschlichen Willen, die geschwächt und gleichsam unfähig zum wahren Guten waren, um über ihnen das Leben des Göttlichen Willens triumphieren zu lassen, das die Menschen zur Fülle der Heiligkeit und aller Güter führen sollte; gleichzeitig säte er in den Körpern, kraft seiner Auferstehung, den Keim der Auferstehung zur unvergänglichen Glorie.
Meine Tochter, die Auferstehung meines Sohnes bestätigt und krönt alles und ist der feierlichste Akt, den er auf Liebe zu den Menschen gewirkt hat…“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 28. Tag)
„Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war…“ (Joh 20,1)
… „Meine Tochter, jedes Mal, wenn die Seele Mich sucht, empfängt sie eine Göttliche Schattierung, einen Göttlichen Zug und wird ebenso oft in Mir wiedergeboren und Ich in ihr.“
Ich erwog seine Worte und fragte fast verwundert: „Herr, was sagst Du?“
Er erwiderte: „O wenn du die Herrlichkeit kennen würdest, das Wohlgefallen, das der ganze Himmel dabei empfindet, diese Note von der Erde zu empfangen: eine Seele, die Gott dauernd sucht, ganz ähnlich wie sie [= die Seligen im Himmel] selbst. Was ist das Leben der Seligen, worin besteht es? Es ist ihr ständiges Wiedergeborenwerden in Gott und Gottes in ihnen. Das bedeutet dieses Wort: ‚Gott ist immer alt und immer neu.’
Sie fühlen sich auch nie müde, denn sie sind in der ständigen Haltung neuen Lebens in Gott.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 10. Dezember 1903)
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… „Meine Tochter, meine Liebe zum Geschöpf ließ Mich in jedem Augenblick sterben. Die Natur der wahren Liebe ist es, beständig für die geliebte Person zu sterben und zu leben: Die Liebe, die sie bei sich haben will, lässt einen den Tod fühlen und verursacht ein Martyrium, vielleicht eines der leidvollsten und längsten.
Doch dieselbe Liebe, stärker als der Tod, gibt einem in demselben Augenblick, als man stirbt, das Leben, doch um was zu tun? Um der geliebten Person Leben zu geben und mit ihr ein einziges Leben zu bilden.
Diese Flammen haben die Kraft, die eine Person zu verzehren, um sie mit der anderen zu verschmelzen. Und genau dies ist die Kraft meiner Liebe: Mich sterben zu lassen, und aus meinem Verzehrtwerden so viele Samen zu bilden, um sie in die Herzen aller Geschöpfe zu legen, um Mich von neuem auferstehen zu lassen und mit ihnen ein einziges Leben mit Mir zu bilden.
Nun, auch du kannst, wer weiß wie oft aus Liebe zu Mir sterben – und vielleicht in jedem Augenblick. Jedes Mal, wenn du Mich wünschst und Mich nicht siehst, fühlt dein Wille den Tod meiner Beraubung, und das in Wirklichkeit, denn da du Mich nicht siehst, stirbt dein Wille, da er das Leben nicht findet, das er sucht.
Doch nachdem er sich selbst in diesem Akt aufgezehrt hat, werde Ich in dir wiedergeboren und du in Mir, und du findest das von dir gewollte Leben, doch, um neuerlich zum Sterben zurückzukehren, um in Mir zu leben.
Wenn du Mich also ersehnst, fühlt dein nicht befriedigter Wunsch den Tod, doch wenn Ich Mich sehen lasse, findet er sein Leben wieder. Und so ist es auch mit deiner Liebe, deiner Intelligenz, deinem Herzen, sie können in ständigem Akt sein, für Mich zu sterben und zu leben.
Wenn Ich dies für dich getan habe, ist es nur gerecht, dass du es für Mich tust.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 21. Februar 1922)
„Sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war“ (Joh 20,1)
… Jesus, mein Sieger, ich beobachte, wie Du aus der Vorhölle herauskommst mit dem ganzen Heer Deiner Gerechten und Dich auf den Weg zum Grab machst, um den Tod zu besiegen und Deine Heiligste Menschheit auferstehen zu lassen!
Welch feierlicher Augenblick ist dies! Um ihn zu feiern und um die Auferstehung Deines Göttlichen Willens in allen Geschöpfen zu erhalten, will ich überall mein „Ich liebe Dich“ verbergen: im Grab, im Akt, den Du vollbrachtest, um aufzuerstehen, im Licht der Glorie selbst, das Dich umgibt.
Und Du, meine Liebe, um diesen Jubeltag zu feiern, vernichte unseren menschlichen Willen und lasse den Deinen für immer siegreich auferstehen! (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Drei-undzwanzigste Stunde)
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… „Gebenedeite Tochter meines mütterlichen Herzens, groß war meine Freude und mein Triumph bei der Auferstehung meines Sohnes; ich fühlte mich in ihm wie neugeboren und auferstanden.
Alle meine Schmerzen verwandelten sich in Freuden und in Meere von Gnade, Licht, Liebe und des Verzeihens für die Menschen, die Jesus meiner Mutterschaft anvertraut hatte und die ich in meinem Herzen mit dem unauslöschlichen Siegel meiner Martern versiegelt hatte. Höre mich jetzt an, liebe Tochter: Wisse, dass ich mich nach dem Tod meines Sohnes in das Zönakulum zurückzog, zusammen mit dem geliebten Johannes und Magdalena.
Aber mein Herz wurde durchbohrt, als ich sah, dass Johannes allein zu mir kam, und in meinem Schmerz fragte ich: „Und die anderen Apostel, wo sind sie?“ Aber wie sie hörten, dass Jesus gestorben war, wurden sie von einer besonderen Gnade berührt.
Sie waren bewegt und weinten, und einer nach dem anderen von den flüchtigen Jüngern kam zu mir zurück, sie umgaben mich und mit Tränen und Seufzern baten sie mich um Verzeihung, dass sie ihren Meister so feig verlassen hatten und geflüchtet waren. Ich nahm sie mütterlich auf in der Arche der Zuflucht und des Heiles meines Herzens und sicherte allen die Verzeihung meines Sohnes zu, ich ermutigte sie, sich nicht zu fürchten, und sagte ihnen, dass ihr Schicksal in meinen Händen lag, weil er mir alle als Kinder anvertraut hatte und ich sie als solche anerkannte.
Gebenedeite Tochter, du weißt, dass ich bei der Auferstehung meines Sohnes gegenwärtig war, aber ich habe niemandem davon erzählt, weil ich wartete, dass Jesus selbst sich offenbaren werde, dass er glorreich und triumphierend auferstanden war.
Die Erste, die den Auferstandenen sah, war die beglückte Magdalena, danach die frommen Frauen, und alle kamen zu mir und berichteten mir, dass sie den Auferstandenen gesehen hatten, dass das Grab leer war; und ich hörte sie alle an und bestärkte sie in siegreicher Weise im Glauben an die Auferstehung.
Bis zum Abend hatten ihn praktisch alle Apostel gesehen und alle jubelten darüber, dass sie Apostel Jesu gewesen waren. Welcher Szenenwechsel, liebe Tochter! Er symbolisiert lebhaft die traurige Unbeständigkeit dessen, der sich vom eigenen Willen beherrschen lässt.
In der Tat, es war der eigene Wille, der die Apostel fliehen ließ, sodass sie ihren Herrn verließen und solche Angst empfanden, dass sie sich versteckten und ihn sogar verleugneten, wie es bei Petrus geschah …
O, wenn der Göttliche Wille in ihnen regiert hätte, wären sie niemals von ihrem Meister geflüchtet, sondern hätten sich mutig und siegreich niemals von seiner Seite getrennt und hätten sich geehrt gefühlt, das eigene Leben hinzugeben, um ihn zu verteidigen.
Teure Tochter, mein auferstandener Sohn hielt sich vierzig Tage auf Erden auf. Sehr oft erschien er den Aposteln und Jüngern um sie im Glauben und in der Sicherheit seiner Auferstehung zu bestärken, und wenn er nicht bei seinen Aposteln war, hielt er sich bei seiner Mutter im Zönakulum auf, umgeben von den Seelen, die er aus der Vorhölle befreit hatte.
Am Ende der vierzig Tage belehrte Jesus die Apostel ein letztes Mal und hinterließ ihnen seine Mutter als Führerin und Lehrerin, und versprach die Herabkunft des Heiligen Geistes; und während er alle segnete, fuhr er in den Himmel auf, zusammen mit jener großen Schar von Seelen, die er aus der Vorhölle mitgenommen hatte.
Alle die herumstanden, und es war eine große Zahl, sahen ihn aufsteigen, aber er in der Höhe ankam, entzog ihn eine Wolke von Licht ihren Blicken.
Meine Tochter, ich, deine Mutter, folgte ihm in den Himmel und wohnte dem großen Fest der Himmelfahrt bei, umso mehr, als für mich die Himmlische Heimat nicht fremd war, und außerdem wäre ohne mich das Fest meines in den Himmel aufgefahrenen Sohnes nicht vollständig gewesen.
Jetzt noch ein Wort an dich, teuerste Tochter. Alles, was du gehört und bewundert hast, war nichts anderes als die Macht des Göttlichen Willens, der in mir und in meinem Sohne wirkte.
Deshalb wünsche ich so sehr, in dir das tätige, wirkende Leben des Göttlichen Willens einzuschließen; es ist ein wirksames Leben, da alle Menschen den Göttlichen Willen besitzen, aber der Großteil von ihnen unterdrückt und „erwürgt“ ihn und macht ihn zum eigenen Diener.
Und während er Wunder der Heiligkeit und der Gnade wirken könnte, und Werke, die seine Macht bezeugen, wird er von den Menschen gleichsam mit gebundenen Händen zur Untätigkeit gezwungen, ohne seine Macht entfalten zu können.
Sei daher aufmerksam und wirke mit all deinen Kräften mit, dass der Himmel des Göttlichen Willens sich in dir ausbreite und mit seiner Macht wirke, was er will und wie er will.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 29. Tag)
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… „Meine Tochter, meine Auferstehung vervollständigte, besiegelte, und stellte Mir alle Ehren wieder her. Sie rief alle meine Werke zum Leben, die Ich im Laufe meines Lebens auf Erden vollbracht hatte, und formte den Keim der Auferstehung der Seelen, bis hin zu den Körpern beim Allgemeinen Gericht.
Ohne meine Auferstehung wäre also meine Erlösung unvollständig gewesen, und meine schönsten Werke wären begraben worden. So ist es auch mit der Seele: wenn sie nicht gänzlich in meinem Willen aufersteht, bleiben alle ihre Werke unvollständig.
Wenn sich Kälte in den göttlichen Dingen einschleicht, Leidenschaften sie bedrücken und Laster sie tyrannisieren, werden sie das Grab für die Seele bilden.
Da nämlich das Leben meines Willens fehlt, fehlt jener, der das göttliche Feuer wiederaufleben lässt, fehlt jener, der mit einem einzigen Schlag alle Leidenschaften ertötet und alle Tugenden aufleben lässt.
Mein Wille ist mehr als die Sonne, die alles überstrahlt, alles fruchtbar macht, alles in Licht verwandelt und die Seele ganz in Gott auferstehen lässt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 4. April 1926)
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… „Meine Tochter, die von Gott fruchtbar und schön erschaffene Erde, mit einer ganz strahlenden Sonne, die sie erleuchtet und erfreut, wurde wegen der Sünde voller Dornen und ganz steinig.
Der menschliche Wille vertrieb die Sonne meines Willens und dichte Finsternis bedeckt sie. Ich halte dich am Leben, weil du alle Steine von der Erde beseitigen und sie von neuem fruchtbar machen sollst.
Jeder Akt des menschlichen Willens war ein Stein, der die schöne, von Mir erschaffene Erde bedeckte. Jede lässliche Sünde war ein Dorn, jede schwere Sünde war ein Gift.
Und alles außerhalb meines Willens vollbrachte Gute war wie auf dem Erdboden ausgestreuter Sand, der sie überschwemmte und das Wachstum selbst der kleinsten Pflanze und des Grashalms, der unter den Steinen hervorsprießen konnte, verhinderte.
Nun, meine Tochter, jeder deiner in meinem Willen getanen Akte soll einen Stein entfernen. Wie vieler Akte bedarf es, um sie alle zu entfernen!
Indem du nie deinem Willen Leben gibst, wirst du die glänzenden Strahlen der Sonne des Höchsten FIAT zurückrufen, um über dieser finsteren Erde zu leuchten.
Diese Strahlen werden den heftigen Wind der Gnade rufen, der mit Macht diesen ganzen Sand forttragen wird, d.h., alles Gute, das weder um meinen Willen zu erfüllen, noch in Ihm, noch aus Liebe zu Mir getan wurde, sondern um menschliches Ansehen, Ehre und Interesse zu erlangen.
O, wie bedrückend ist dieses scheinbar Gute – mehr als Sand, der das Wachstum der Seelen behindert und sie so unfruchtbar macht, dass es Mitleid erregt!
Daher wird die Sonne meines Willens mit ihrer Fruchtbarkeit die Dornen in Blumen und Früchte verwandeln, und der Wind meiner Gnade wird das Gegenmittel sein und das Leben in die Seelen ausgießen. So musst du überzeugt sein, dass Ich dich noch am Leben lasse, um das Werk der Schöpfung neu zu ordnen.
Wie ein [einziger] menschlicher Wille, der aus dem Meinen heraustritt, alles in Unordnung bringt, sodass er schließlich sogar das Angesicht der Erde verändert, so muss ein anderer menschlicher Wille, der in den Meinen eintritt, und mit wiederholten und flehentlichen Akten, alles wieder ordnen und Mir den süßen Zauber, die Harmonie und Schönheit der ersten Zeiten der Schöpfung zurückgeben.
Fühlst du nicht, wie groß dein Betätigungsfeld ist? Indem Wir gleichsam in das irdische Eden zurückkehren, wo mein Göttlicher Wille mit den ersten Akten des Menschen festlich feierte, und Wir zusammen die fruchtbare und schöne Erde genossen, die Ich ihm gegeben hatte – so rufe Ich nun dich: du sollst jene ersten Akte verknüpfen und allen Landstrichen folgen, die vom menschlichen Willen überschwemmt sind. Damit sollst du – alle Zeiten zugleich umfassend – mithelfen, die Steine, die Dornen und den Sand zu entfernen, womit der menschliche Wille dieses Land zu einem mitleiderregenden Zustand herabgewürdigt hat.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 20. Juni 1927)
„Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste“ (Joh 20,9)
„… Um der Gerechtigkeit Gottes Genüge zu leisten, hatte meine Menschheit die Pflicht auf sich genommen, so oft zu sterben, als die Seelen den Göttlichen Willen in sich haben sterben lassen, indem sie Ihm die große Beleidigung zufügten, dem menschlichen Willen Leben zu geben, und in sich einen Göttlichen Willen sterben ließen.
O, wie viel kosteten Mich diese Tode! Sterben und leben, leben und sterben, das war für Mich die qualvollste und andauernde Pein. Umso mehr, als meine Gottheit, obwohl Sie mit Mir eins und untrennbar von Mir war, beim Empfang dieser Genugtuungen die Haltung der Gerechtigkeit annahm. Obwohl meine Menschheit heilig war, war sie ein kleines Licht angesichts der unermesslichen Sonne meiner Gottheit.
Ich fühlte das ganze Gewicht der Wiedergutmachungen, die Ich dieser göttlichen Sonne geben sollte und die Pein der gefallenen Menschheit, die in Mir um den Preis so vieler meiner Tode auferstehen sollte.
Es war die Zurückweisung des Göttlichen Willens – indem die gefallene Menschheit dem eigenen Willen Leben gewährte, was zu ihrem Ruin führte. Ich musste meine Menschheit und meinen menschlichen Willen im Zustand des ständigen Todes halten, damit der Göttliche Wille ständiges Leben in Mir habe, um sein Reich in Mir auszubreiten.
Von meiner Empfängnis an dachte Ich daran und beschäftige Mich damit, das Reich des Höchsten FIAT in meiner Menschheit auszudehnen, um den Preis, dass Ich meinem menschlichen Willen kein Leben gewährte, damit die gefallene Menschheit wieder auferstehe.
Dadurch sollte Ich, wenn in Mir dieses Reich begründet war, die Gnaden, die notwendigen Dinge, die Leiden, die Genugtuungen vorbereiten, um Ihn bekannt zu machen und Ihn unter den Menschen zu begründen.
Daher ist alles, was du tust, und was Ich in dir für dieses Reich tue, nichts anderes als die Fortsetzung dessen, was Ich seit meiner Empfängnis im Schoß meiner Mutter tat.
Wenn du also willst, dass Ich in dir das Reich des ewigen FIAT entfalte, lasse Mir die Freiheit und gewähre deinem Willen niemals Leben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 24. Dezember 1926)
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Ich machte meinen Rundgang im Göttlichen FIAT und begleitete meinen süßen Jesus in den Leiden seiner Passion. Als ich Ihm auf Kalvaria folgte, hielt mein armer Geist inne, um über die qualvollen Leiden Jesu am Kreuz nachzudenken.
Da bewegte Er sich in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, der Kalvarienberg ist das neue Eden, wo dem Menschengeschlecht das zurückerstattet wurde, was es beim Rückzug aus meinem Willen verloren hatte.
Es besteht eine Analogie zwischen Kalvaria und Eden. Im Garten Eden verlor der Mensch die Gnade, auf Kalvaria erwarb er sie. In Eden wurde ihm der Himmel verschlossen, er verlor seine Glückseligkeit und machte sich zum Sklaven des höllischen Feindes.
Hier im neuen Eden wird ihm der Himmel wieder aufgetan, er erwirbt den Frieden und die verlorene Seligkeit zurück, der Dämon bleibt angekettet und der Mensch befreit von seiner Sklaverei.
In Eden verdunkelte und zog sich die Sonne des Göttlichen FIAT zurück, und für den Menschen war es stets Nacht, was durch die Sonne symbolisiert wurde.
Diese zog sich in den drei Stunden meiner furchtbaren Agonie am Kreuz vom Angesicht der Erde zurück, da sie die Qual ihres Schöpfers nicht ertragen konnte, die vom menschlichen Willen verursacht wurde, der meine Menschheit so perfide zugrunde gerichtet hatte.
Die Sonne zog sich entsetzt zurück, und als Ich den letzten Atemzug tat, erschien sie neuerlich, und setzte den Lauf ihres Lichts fort. So ist es mit der Sonne meines FIAT: meine Schmerzen und mein Tod riefen von neuem die Sonne meines Willens zur Herrschaft unter den Geschöpfen zurück.
So bildete Kalvaria die Morgenröte, welche die Sonne meines Ewigen Willens einlud, von Neuem mitten unter den Geschöpfen zu erstrahlen. Die Morgenröte garantiert den Sonnenaufgang.
So stellt die Morgenröte, die Ich auf Kalvaria bildete, sicher, dass die Sonne meines Willens neuerlich unter den Völkern regieren wird, obwohl es etwa zweitausend Jahre her sind. In Eden wurde meine Liebe von ihnen besiegt, hier hingegen triumphiert sie und besiegt das Geschöpf.
Im ersten Eden empfängt der Mensch das Todesurteil für Seele und Leib, im zweiten wird er vom Urteil freigesprochen, und die Auferstehung seines Leibes wird durch die Auferstehung meiner Menschheit bekräftigt.
Es gibt viele Beziehungen zwischen Eden und Kalvaria, und was der Mensch dort verlor, das erwirbt er hier zurück. Im Reich meiner Schmerzen wird ihm alles zurückgegeben und die Ehre und Glorie des armen Geschöpfs werden durch meine Leiden und meinen Tod bestätigt.
Der Mensch schuf sich durch den Rückzug aus meinem Willen das Reich seiner Übel, seiner Schwächen, Leidenschaften und Armseligkeiten. Ich wollte auf die Erde kommen und so viel leiden und erlaubte, dass meine Menschheit zerrissen und das Fleisch in Stücke gerissen wurde.
Ich wollte voller Wunden sein und sogar sterben, um durch so viele Leiden und meinen Tod das Reich aufzubauen, das so vielen Übeln entgegengesetzt ist, die sich das Geschöpf gebildet hatte.
Ein Reich wird nicht mit einem einzigen Akt gebildet, sondern mit sehr vielen Akten; je mehr Akte es sind, desto größer und herrlicher wird ein Reich. So war mein Tod für meine Liebe notwendig, denn mit meinem Tod sollte Ich den Geschöpfen den Kuss des Lebens geben.
Aus meinen vielen Wunden sollten alle Güter hervorsprudeln, um ein Reich voller Schätze für die Geschöpfe zu bilden. So sind meine Wunden Quellen, die von Gütern überquellen, und mein Tod ist ein Brunnen, aus dem das Leben zum Wohle aller hervorquillt.
Wie der Tod notwendig war, war für meine Liebe auch die Auferstehung nötig, denn der Mensch verlor mit dem Tun des eigenen Willens das Leben meines Willens.
Ich wollte auferstehen, um nicht nur die Auferstehung des Leibes zu bilden, sondern die Auferstehung des Lebens meines Willens in ihnen. Wäre Ich daher nicht auferstanden, so könnte der Mensch nicht von neuem in meinem FIAT auferstehen.
Es würde ihm die Kraft – das Band seiner Auferstehung in der Meinen fehlen. Somit hätte sich meine Liebe unvollständig gefühlt, sie hätte gespürt, dass sie mehr tun hätte können und es nicht tat, und Ich hätte somit das harte Martyrium einer unvollständigen Liebe erlitten.
Wenn jedoch der undankbare Mensch keinen Gebrauch von allem macht, was Ich getan habe, ist das Übel ganz das seine, aber meine Liebe besitzt und erfreut sich ihres vollen Triumphs.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 12. April 1928)
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… „Meine Tochter, das größte Leid in meiner Passion, der Dorn, der mein Herz am schmerzlichsten durchbohrte, war die Verlassenheit und das Verschwinden meiner Apostel.
Ich traf auf kein wohlwollendes Auge, dem mein Blick begegnen konnte. Die Verlassenheit, die Beleidigungen und die Gleichgültigkeit von Freunden übertrifft bei weitem alle Leiden und selbst den Tod, den die Feinde zufügen können.
Ich wusste, dass Mir die Apostel diesen durchbohrenden Schmerz zufügen mussten und feige von Mir fliehen würden, doch Ich achtete nicht darauf, denn, meine Tochter, wer ein Werk tun möchte, darf nicht auf seine Leiden schauen. Vielmehr muss er in guten Zeiten Freunde finden, wenn alles ihm zulächelt und er bei jedem Schritt Triumphe und Wunder aussät.
icht nur das, sondern er teilt die Wunderkraft dem mit, den er zu seinem Freund und Jünger macht; dann rühmen sich alle, Freunde dessen zu sein, der von Herrlichkeit und Ehre umgeben ist und alle sind voller Hoffnung.
Man hat so viele Freunde und Jünger, wie man möchte, da Glorie, Triumph und gute Zeiten machtvolle Magneten sind, welche die Menschen anlocken, dem Triumphator zu folgen.
Wer will schon einem armen Verleumdeten, Gedemütigten, Verachteten nachfolgen und sein Freund oder Jünger sein? Niemand! Vielmehr empfinden sie Angst und Schrecken sich zu nähern, und verleugnen schließlich den, mit dem sie früher Freundschaft pflegten, wie es der heilige Petrus Mir gegenüber tat.
So hofft der arme Mensch vergeblich auf Freunde, wenn er unter dem Alpdruck von Demütigungen, Verachtung und Verleumdungen steht. Man muss sich daher zu einer Zeit Freunde machen, wenn der Himmel uns zulächelt und das Glück uns auf den Thron zu heben scheint – wenn man möchte, dass die Güter und nötigen Werke am Leben bleiben und in den anderen Menschen eine Fortsetzung finden mögen.
Ich hatte Mir aber [zu einer Zeit] Freunde gemacht, als Ich Wunder und Triumphe aussäte, sodass sie Mich sogar für ihren irdischen König auf Erden hielten und als meine Jünger die ersten Plätze bei Mir einzunehmen meinten.
Und obwohl sie Mich in meiner Passion verließen, besannen sich meine Apostel, als meine Auferstehung meinen vollen Triumph verkündete, eines Besseren.
Sie vereinten sich wieder und folgten wie Triumphatoren meiner Lehre, meinem Leben und bildeten die anbrechende Kirche. Hätte Ich auf den Umstand geachtet, dass sie Mich schmählich verlassen würden, und sie zur Zeit meiner Triumphe nicht zu meinen Jüngern gemacht, dann hätte Ich niemanden gehabt, der nach meinem Tod über Mich gesprochen und Mich bekannt gemacht hätte.
Daher ist sowohl die gute Zeit und die Glorie nötig, doch ebenso muss man durchbohrende Nägel erleiden und sie in Geduld ertragen können, um den Baustoff, die Materie für meine größten Werke zu haben, die unter den Menschen lebendig werden sollen…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 5. Juni 1931)


