1 offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.
15Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! 16Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
17Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!
18Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. 19Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

„… Liebst du mich mehr als diese?“ (Joh 21,15)

… So setzte ich meine Akte im Göttlichen Willen fort, und meine Kleinheit wollte alles in meiner Umarmung der Liebe umfassen, um meine kleine Liebe in allen Dingen und allerorten strömen zu lassen. Doch als ich das tat, fügte mein guter Jesus hinzu:
„Meine Tochter, lieben bedeutet, die Person oder den Gegenstand, den man liebt, besitzen und sich aneignen zu wollen. Liebe bedeutet Bande der Freundschaft oder der Verwandtschaft oder der Abstammung, je nach der größeren oder geringeren Intensität der Liebe.
Wenn es also zwischen der Seele und Gott keinen einzigen Leerraum an göttlicher Liebe gibt, wenn alle ihre Akte zu Gott hineilen, um Ihn zu lieben, wenn sie Anfang und Ende in der Liebe haben, wenn die Seele alle Güter des Höchsten Wesens als die ihren betrachtet – dann zeugt dies von kindlicher Liebe zu ihrem Vater.
Die Seele verlässt nämlich auf diese Weise weder die göttlichen Güter, noch die Wohnung des himmlischen Vaters. In der Tat, die wahre Liebe begründet einen rechtmäßigen Anspruch im Geschöpf – das Recht der Kindschaft, das Recht der Teilhabe an den Gütern, das Recht, geliebt zu werden.
Jeder Liebesakt der Seele ist eine vibrierende Note im göttlichen Herzen, die mit ihrem Klang sagt: ‚Ich liebe Dich und Du, liebe mich’. Der Klang endet nicht, bis er nicht die Note seines Schöpfers als Echo auf den Klang der Seele vernimmt, die ihm erwidert: ‚Ich liebe dich, o Kind’.
O, wie ersehnen Wir das ‚Ich liebe Dich’ der Seele, damit es seinen Platz in unserer Liebe einnehme, und Wir das süße Vergnügen haben, der Seele erwidern zu können ‚Ich liebe Dich, o Kind’.
Damit können Wir ihr eine noch größere Berechtigung verleihen, Uns zu lieben und unserer Familie anzugehören. Eine unterbrochene Liebe und eine Liebe, die sich unsere Güter weder zu eigen macht, noch sie verteidigt, kann man nicht Kindesliebe nennen.
Sie kann höchstens eine freundschaftliche Liebe, eine durch die Umstände bedingte Liebe, Liebe aus [Eigen]Interesse, aus Notwendigkeit sein – welche kein Recht begründet, da nur die Söhne und Töchter das Recht auf den Besitz der Güter des Vaters haben.
Und der Vater hat – sogar aus göttlicher und menschlicher Gesetzmäßigkeit – die hochheilige Verpflichtung, seine Kinder zu Besitzern seiner Güter zu machen.
Liebe daher immer, damit du in all deinen Akten deinem Schöpfer begegnest und in ihnen seine Liebe und seinen Kuss findest.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 16. November 1931)

„Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ (Joh 21, 16)

Ich war weiterhin in meinem armseligen Zustand, da schien es, dass Er öfter als einmal kam, und ich schien Ihn als Kind zu sehen, wie von einem Schatten umgeben. Er sagte zu mir: „Tochter, empfindest du nicht die Frische meines Schattens? Ruhe darin aus, dann wirst du Erholung finden.“
Wir schienen gemeinsam in seinem Schatten zu ruhen, und ich fühlte mich in seiner Nähe wieder ganz gestärkt. Dann fuhr Er fort:
„Meine Geliebte, wenn du Mich liebst, möchte Ich, dass du weder in dich, noch außerhalb von dir blickst, noch darauf schaust, ob du warm oder kalt bist, ob du viel oder wenig tust, ob du leidest oder dich freust.
All das muss in dir vernichtet werden und du sollst deine Augen allein darauf richten, ob du für Mich so viel tust, wie du kannst und alles, um Mir zu gefallen. Die anderen Gesinnungen können Mir nicht gefallen, so hoch, erhaben und betriebsam sie auch sein mögen, noch meine Liebe zufriedenstellen.
O wie viele Seelen verfälschen die wahre Andacht und profanieren die heiligsten Werke mit ihrem eigenen Willen, indem sie immer sich selbst suchen!
Und wenn die Seele auch in den heiligen Dingen ihre eigene Art und ihren Geschmack und ihre eigene Befriedigung sucht und somit sich selbst findet, flüchtet sie vor Gott und findet Ihn nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 31. Juli 1904)

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… „Meine gesegnete Tochter, Mut! Ich bin mit dir, und Ich empfinde so großes Wohlgefallen an deinem Schreiben, dass Ich dich bei jedem Wort, das du niederschreibst, mit einem Kuss, einer Umarmung und einem göttlichen Leben von Mir beschenke, und weißt du, warum?
Ich sehe in diesen Schriften unser Leben der ewigen Liebe nachgebildet, die Nachbildung unseres wirkenden Göttlichen Willens. Zudem hat unsere, gut sechstausend Jahre lang zurückgehaltene, unterdrückte Liebe, die [hier] ihr Herz ausschüttet, eine Linderung für unsere Flammen [gefunden], da sie jetzt bekannt macht, wie sehr sie die Menschen liebt.
Und zwar so sehr, dass sie ihnen ihren Willen als Leben geben will, damit Wir auf beiden Seiten sagen können: ‚Was mein ist, ist dein.’ Die wahre Liebe ist [erst] dann zufrieden, wenn sie feststellen kann: ‚Wir lieben einander mit gleicher Liebe.
Was ich will, das will der andere auch.’ Gäbe es in der Liebe eine Unähnlichkeit, dann würde Uns dies beide unglücklich machen, und wenn der eine dies und der andere jenes wünschte, würden Einheit und Liebe aufhören.
Da nun meine Liebe eine wahre Liebe ist, und Ich wohl weiß, dass die Seele eine endliche Liebe und einen endlichen Willen besitzt, gebe Ich ihr meine unendliche Liebe und meinen unendlichen Willen, sodass Wir sagen können: ‚Wir lieben einander mit einer einzigen Liebe und haben einen einzigen Willen.’
Wenn der eine nicht zum Willen des anderen wird, herrscht keine wahre Liebe, und man besitzt auch deren Quelle nicht. Deshalb müsstest du über das Opfer des Schreibens glücklich sein, da du weißt, dass es dazu dient, meine jahrhundertelang unterdrückte Liebe auszugießen und meine Flammen zu lindern, die so zahlreich sind, dass sie mich in Fieberwahn versetzen.
Lieben Wir einander daher mit einer einzigen Liebe und sagen Wir zueinander: ‚Was du willst, das will auch ich.’ Sag Mir: ‚Jesus, lasse meinen Willen in dem Deinen aufgehen, und gib mir den Deinen zum Leben.’“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 11. Juli 1938)

„Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich?“ (Jn 21, 17)

Ich setzte meine gewohnten Gebete fort, und mein stets liebenswürdiger Jesus, der mich hinter meinen Schultern überraschte, rief mich beim Namen und sagte zu mir:
„Luisa, Tochter meines Willens, willst du immer in meinem Willen leben?“
Und ich: „Ja, o Jesus!“
Und Er: „Doch ist es wirklich wahr, dass du in meinem Willen leben willst?”
Und ich: „Es ist wirklich wahr, meine Liebe, ich wäre nicht imstande noch würde ich mich darein fügen, nach einem anderen Willen zu leben.“
Und Jesus von neuem: „Doch sagst du es mit Entschlossenheit?“
Nun, da ich mich verwirrt sah und beinahe zitternd, fügte ich hinzu: „Jesus, mein Leben, Du machst mir mit diesen Fragen Angst, erkläre Dich besser. Ich sage es entschieden, doch stets mit deiner Hilfe und in der Kraft deines Willens, der mich ganz umgibt, dass ich nicht anders kann, als in deinem Wollen zu leben.“
Und Er stieß einen Seufzer der Erleichterung aus und wiederholte: „Wie bin Ich glücklich über deine dreifache Bestätigung!
Fürchte dich nicht, das sind nichts anderes als Versicherungen und Bestätigungen, um in dir das dreifache Siegel des Willens der Drei Göttlichen Personen zu versiegeln. Wisse, wer in meinem Willen lebt, muss sich in die Höhe erheben, doch so hoch, dass er im Schoß der Heiligsten Dreifaltigkeit lebt.
Dein Leben und das unsere müssen ein einziges sein; deshalb ist es nötig und geziemend, dass du weißt, wo du bist, mit wem du bist, und dass du mit allem, was Wir tun, im Einklang bist, und dass du nicht gezwungenermaßen, sondern freiwillig, mit Liebe und voller Kenntnis in unserem Schoß lebst.
Nun, weißt du, was unser Göttliches Leben ist? Wir haben großes Vergnügen daran, aus Uns neue Abbilder von Uns selbst hervorgehen zu lassen, Wir sind ständig dabei, Abbilder von Uns zu machen, sodass Himmel und Erde von unseren Abbildern erfüllt sind – ihre Schatten fließen überall: Unser Abbild ist die Sonne, und ihr Licht ist ein Schatten des Unsrigen, das die ganze Erde bedeckt.
Unser Abbild ist der Himmel, der sich überall ausbreitet und den Schatten unserer Unermesslichkeit trägt. Unser Abbild ist der Mensch, der in sich unsere Macht, Weisheit und Liebe trägt.
So tun Wir nichts anderes, als ständig Abbilder von Uns hervorzubringen, die Uns ähnlich sind. Wer nun in unserem Willen leben soll, muss, da er in unserem Schoß weilt, gemeinsam mit Uns viele andere Kopien von Uns selbst bilden, muss bei unserer Arbeit mit Uns sein, muss aus sich Kopien und Schatten von Uns hervorgehen lassen und damit die ganze Erde und den Himmel erfüllen.
Nun, als Wir den ersten Menschen schufen, formten Wir ihn mit unseren Händen und indem Wir ihn anhauchten, verliehen Wir ihm das Leben. Nachdem Wir den ersten gemacht haben, haben alle anderen ihren Ursprung im ersten und sind die Kopien des ersten: Unsere in allen Generationen strömende Macht reproduziert die Kopien.
Nun, da Wir dich zur erstgeborenen Tochter unseres Willens einsetzen, ist es nötig, dass du mit Uns lebst, um die erste Kopie der Seele zu bilden, die in unserem Wollen lebt, sodass du, da du in Uns lebst, unsere Haltung annimmst und mit unserer Macht lernen mögest, unserer Art entsprechend zu wirken.
Und wenn Wir aus dir die erste Kopie der Seele gemacht haben, die in unserem Willen lebt, werden daraus die anderen Kopien folgen. Der Weg unseres Willens ist sehr lang – er umfasst die Ewigkeit, und während es scheint, dass du die Straße befahren hast, bleibt noch viel zu tun und von Uns zu empfangen, um alle unsere Wirkungsweisen zu lernen und die erste Kopie der Seele zu bilden, die in unserem Willen lebt.
Dies ist das größte Werk, das Wir tun müssen, deshalb müssen Wir dir viel geben und dich gut zum Empfangen disponieren. Das ist der Grund für meine wiederholten Fragen: um dich zu disponieren, dich größer zu machen und dich zu erheben, damit meine Pläne erfüllt werden.
Mir liegt das so sehr am Herzen, dass Ich alles beiseitelassen würde, um mein Ziel zu erreichen, sei deshalb aufmerksam und treu.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 13. April 1922)