32In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. 33Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst!
34Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. 35Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! 36Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft!
37Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. 38Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie.
39Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht. 40Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
41Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen? 42Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter, den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt?
43Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! 44Wahrhaftig, das sage ich euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen.
45Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, 46dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen.
47Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele Schläge bekommen. 48Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge bekommen. Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man um so mehr verlangen.

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“ (Lk 12,32)

Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, da sah ich den gebenedeiten Jesus nur kurz; Er sprach zu mir:
„Meine Tochter, wer viel Angst hat, zeigt damit, dass er stark auf sich selbst vertraut, denn da er nichts als Schwächen und Armseligkeiten in sich wahrnimmt, fürchtet er sich natürlich und aus gerechtem Grund.
Wenn jemand aber nichts fürchtet, ist es ein Zeichen, dass er auf Gott vertraut, denn durch sein Gottvertrauen lösen sich seine Armseligkeiten und Schwächen in Gott auf, und da er sich mit dem Göttlichen Wesen bekleidet sieht, ist es nicht mehr er selbst, der wirkt, sondern Gott in ihm.
Was sollte er also noch fürchten? Deshalb reproduziert das wahre Vertrauen das Göttliche Leben in der Seele.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 3. Januar 1907)

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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, zeigte sich Jesus, wie Er viele kleine Lämmchen in seinen Armen hielt: einige lehnten an seiner Brust, andere an den Schultern, andere eng an seinem Hals, einige waren rechts oder links von seinen Armen, und einige reckten das Köpfchen aus seinem Herzen heraus; doch die Füße all dieser Lämmchen waren im Herzen Unseres Herrn, und die Nahrung, die Er ihnen gab, war sein Atem.
Alle hatten ihren Mund zum Mund meines süßen Jesus hin gewendet, um seinen Atem als Speise zu empfangen. Es war wirklich schön zu sehen, wie Jesus höchste Freude daran fand, ganz vertieft, sie zu nähren und sich gemeinsam mit ihnen zu vergnügen; sie schienen wie ebenso viele Geburten, die aus seinem Heiligsten Herzen hervorgegangen sind. Dann wandte Er sich zu mir und sprach:
„Meine Tochter, diese Lämmchen, die du in meinen Armen siehst, sind die Kinder meines Willens, rechtmäßige Nachkommen [wörtl.: Geburten] meines Höchsten Wollens. Sie werden aus meinem Herzen hervorgehen, doch bleiben die Füße in der Mitte meines Herzens, damit sie nichts von der Erde aufnehmen und sich um nichts kümmern als um Mich allein.
Schau sie an, wie schön sie sind, wie rein sie heranwachsen, genährt und gespeist nur von meinem Atem; sie werden die Herrlichkeit, die Krone meiner Schöpfung sein.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 6. November 1922)

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Als ich meine gewohnte Runde im Höchsten Willen fortsetzte, sagte ich mir:
„Mein Jesus, dein Wille umfängt alles und schließt alles ein. Ich beabsichtige im Namen des ersten Geschöpfes, das aus deinen schöpferischen Händen hervorgegangen ist, bis zum letzten, das erschaffen wird, für allen Widerstand der menschlichen Willen gegen den Deinen, Wiedergutmachung zu leisten.
Ich möchte alle Akte deines anbetungswürdigen Willens in mich aufnehmen, welche die Geschöpfe zurückgewiesen haben, um für sie alle in Liebe und Anbetung Vergeltung zu leisten.
Dies, damit es keinen deiner Akte geben möge, dem nicht einer meiner Akte entspräche, denn wenn Du in jedem deiner Akte meinen kleinen Akt wie in Bilokation findest, wird Dir Genugtuung geleistet, und Du kommst, um wie im Triumph über die Erde zu herrschen.
Sind es etwa nicht die menschlichen Akte, auf die dein ewiges FIAT sich stützen möchte, um zu herrschen? Deshalb opfere ich Dir in jedem deiner Akte den meinen als den Boden auf, wo Du dein Reich ausbreiten mögest.”
Als ich dies dachte und sagte, bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Kleine Tochter meines Willens, es ist gerecht, es ist notwendig, es ist mit beiderseitigem Recht, ebenso von deinem wie auch von meinem Willen, dass jene, die seine Tochter ist, der Vielfalt der Akte meines Willens folgt, und Er sie in den Seinen empfängt.
Ein Vater wäre unglücklich, wenn er seinen Sohn nicht an seiner Seite wahrnähme, damit der Sohn ihm in seinen Akten nachfolgt. Und auch der Sohn würde sich nicht vom Vater geliebt fühlen, wenn der Vater ihn beiseite stellen und den Sohn ihm nicht folgen lassen würde.
Deshalb bedeutet der Ausdruck ‘Tochter meines Willens und in Ihm neugeboren’ genau das: als treue Tochter allen seinen Akten zu folgen. Du sollst nämlich wissen, dass mein Wille bei der Schöpfung in den menschlichen Akten des Geschöpfes ins Wirkungsfeld trat.
Doch um zu handeln, will Er den Akt des Geschöpfes in dem Seinigen, um sein Wirken zu entfalten und sagen zu können: ‘Mein Reich ist mitten unter meinen Kindern und genau im Innersten ihrer Akte’. Denn in dem Maß, wie das Geschöpf von meinem Willen nimmt, dehne Ich mein Reich in ihm aus, und es dehnt sein Reich in meinem Willen aus.
Je nachdem, wie es Mich in seinen Akten herrschen lässt, dehnt es seine Grenzen in meinem Reich aus: Ich gebe, und das Geschöpf nimmt mehr Freude, mehr Seligkeit, mehr Güter und mehr Herrlichkeit auf.
In der Tat wurde es festgesetzt, dass sie im himmlischen Vaterland so viel Herrlichkeit, Wonnen und Glück empfangen werden, als sie auf Erden von meinem Willen in ihre Seelen eingeschlossen haben.
Ihre Herrlichkeit wird ihnen von eben diesem meinen Willen zugemessen werden, den ihre Seelen besitzen werden. Sie werden auch nicht mehr aufnehmen können, denn ihre Fassungskraft und Weite wird von demselben Göttlichen Willen gebildet, Den sie getan und besessen haben, während sie auf Erden lebten.
Wenn meine Großzügigkeit ihnen auch mehr geben wollte, würde ihnen der Platz fehlen, um dies zu behalten, und es würde überfließen.
Nun, meine Tochter, von all dem, was mein Wille den Seelen zu geben beschlossen hat, von all seinen Akten, haben sie bisher wenig genommen und wenig erkannt, weil sie sein Reich weder verstanden, noch kaum besessen haben.
Daher kann mein Wille im Himmel weder seine vollständige Herrlichkeit, noch alle Wonnen und Seligkeiten schenken, die Er besitzt, weil Er sich mitten unter unvermögenden Kindern befindet, die von kleiner Gestalt sind.
So erwartet Er mit so viel Liebe und Sehnsucht die Zeit seines Reiches, um zu seiner vollen Herrschaft zu gelangen, und aus seinem FIAT all das zu gewähren, was Er den Geschöpfen zu geben beschlossen hat, und sich so seine Kinder heranzubilden, die fähig sind, alle seine Güter zu empfangen.
Nur diese Kinder werden bewirken, dass sich in der himmlischen Heimat die Glorie für alle Seligen – für die Kinder des Reiches meines Willens vervollständigt, denn sie haben das eingeschlossen, was Er wollte, indem sie Ihm freien Handlungsspielraum und freie Herrschaft eingeräumt haben.
Darum werden sie die essentielle Herrlichkeit genießen, denn sie werden die Fassungskraft und den Platz haben, um diese einzuschließen. Die anderen werden durch sie die akzidentelle Herrlichkeit haben, und alle werden sie zusammen die vollständige Herrlichkeit und volle Seligkeit meines Willens genießen.
So wird das Reich des Höchsten FIAT den vollkommenen Triumph des Himmels und der Erde darstellen.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 15. Oktober 1926)

„Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst!“ (Lk 12, 33)

… „Du jedoch tritt niemals aus meinem Willen heraus, da dies, was in meinem Willen geschieht – da mein Wille ewig ist – einen ewigen, unermesslichen, unendlichen Wert gewinnt, so wie eine Währung, die herauskommt und nie ausgeht.
Die kleinsten in meinem Willen getanen Akte bleiben mit unauslöschlichen Buchstaben geschrieben: „Wir sind ewige Akte, denn ein ewiger Wille hat uns belebt, gebildet und ausgeführt.“
Es ist wie bei einer Vase aus Ton, in die man flüssiges Gold gießt, und der Künstler aus diesem geschmolzenen Gold Gegenstände aus Gold formt; sagt man etwa, weil jenes Gold in der Tonvase flüssig geworden ist, dass es kein Gold sei?
Sicher nicht: das Gold ist immer Gold, in welchem Gefäß auch immer es geschmolzen wird. Nun, das Gefäß aus Ton ist die Seele, mein Wille ist das Gold, der Akt der Seele, die in meinem Willen wirkt, ‚verkocht‘ meinen Willen mit dem ihren zusammen und sie vereinigen [fusionieren] sich (Anm.: Die Menschheit und die Gottheit Christi wurden im Konzil von Chalcedon als Einheit definiert, in der beide Naturen „unvermischt und ungetrennt“ bestehen).
Und aus dieser Flüssigkeit forme Ich, der göttliche Künstler, die Akte aus ewigem Gold, sodass Ich sagen kann, dass es die meinen sind, und die Seele sagen kann, dass es die ihren sind.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 6. August 1919)

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Mein anbetungswürdiger Jesus kommt weiterhin, doch diesen Morgen nahm Er mich, sobald Er kam, in seine Arme und trug mich aus mir heraus. In seinen Armen verstand ich viele Dinge, besonders dies: um frei in den Armen unseres Herrn sein zu können, und auch um mit aller Leichtigkeit in sein Herz ein- und auszutreten, wie es der Seele am besten gefällt, und nicht eine Last oder eine Belästigung für den gebenedeiten Jesus zu sein, war es absolut notwendig, sich von allem zu lösen.
So sagte ich zu Ihm aus ganzem Herzen: „Mein teures und einziges Gut, was ich von Dir erbitte, ist, dass Du mich von allem loslöst, denn ich sehe wohl, dass ich nicht einmal einen Schatten von irgendetwas haben darf, das nicht zu Dir gehört, damit ich wieder mit Dir bekleidet werde und in Dir lebe, und damit Du wieder in mir leben kannst.“
Und Er sprach voller Güte zu mir: „Meine Tochter, damit Ich in eine Seele eintreten und dort meine Wohnung errichten kann, ist völlige die Loslösung von allem notwendig. Ohne diese kann nicht nur Ich nicht in ihr wohnen, sondern es kann auch keine Tugend ihre Wohnstätte in der Seele errichten.
Wenn dann die Seele alles aus sich entfernt hat, trete Ich ein, und vereint mit dem Willen der Seele, bauen Wir ein Haus. Dessen Fundamente gründen auf der Demut, und je tiefer sie sind, umso höher und stärker werden die Mauern sein. Diese Mauern werden mit den Steinen der Abtötung gebaut und zementiert mit dem reinsten Gold der Liebe.
Nachdem die Wände errichtet worden sind, handle Ich wie ein überaus kunstfertiger Maler und verputze und bringe die vorzüglichsten Malereien an – nicht aus Kalk und Wasser, sondern mit den Verdiensten meiner Passion, symbolisiert durch den Kalk, und mit den Farben meines Blutes, symbolisiert durch das Wasser.
Das dient dazu, um es gut vor Regen, vor Schnee, und vor jeder Erschütterung zu schützen.
Dann kommen die Türen, und damit sie fest wie Holz seien, und nicht Beute der Holzwürmer seien, ist Stille nötig, die der Tod für die äußeren Sinne ist. Um das Haus zu bewachen, ist ein Beschützer notwendig, der es überall bewacht, innen und außen.
Das ist die heilige Furcht Gottes, welche das Haus gegen jede Unannehmlichkeit, den Wind oder etwas anderes, das es bedrohen könnte, behütet. Diese Furcht wird der Schutz für jenes Haus sein und bewirken, dass die Seele nicht aus Angst vor Strafe handelt, sondern aus Furcht, Gott, den Eigentümer dieses Hauses zu beleidigen.
Diese heilige Furcht darf nichts anderes tun, als Gott in jeder Handlung zu gefallen, ohne irgendeine andere Absicht. Dann muss dieses Haus geschmückt und mit Schätzen gefüllt werden. Diese Schätze dürfen nichts anderes sein, als heilige Wünsche und Tränen.
Dies waren die Schätze des Alten Testamentes, und in ihnen fanden die Menschen ihr Heil, in der Erfüllung ihrer Gelübde ihren Trost; in den Leiden ihre Stärke. Kurzum, sie verbanden ihr ganzes Glück mit ihrer Sehnsucht nach dem zukünftigen Erlöser, und in dieser Sehnsucht handelten sie wie Athleten.
Eine Seele ohne Sehnsucht handelt beinahe so, als wäre sie tot; auch die Tugenden selbst, alles ist Überdruss, Unlust, Unwille; nichts gefällt ihr, sie geht den Weg des Guten beinahe kriechend.
Das ganze Gegenteil ist eine Seele, die Sehnsucht hat: nichts ist eine Last für sie, alles ist Freude; sie fliegt und findet ihren Geschmack selbst in den Leiden, und zwar deshalb, weil hier ein vorweggenommener Wunsch ist, und die Dinge, die zuerst ersehnt werden, werden dann geliebt; und wenn man sie liebt, findet man das höchste Wohlgefallen an ihnen.
Deshalb muss die Sehnsucht mitgebracht werden, sogar noch bevor dieses Haus gebaut wird. Der Schmuck dieses Hauses wird aus den kostbarsten Steinen bestehen, den teuersten Perlen und Edelsteinen dieses meines Lebens, das stets auf das Leiden, das reine Leiden gegründet ist.
Und da Der, der in ihm wohnt, der Geber alles Guten ist, stattet Er es mit allen Tugenden aus, parfümiert es mit den süßesten Wohlgerüchen, lässt die lieblichsten Blumen ihren Duft verströmen, lässt eine himmlische Melodie, eine der wohlgefälligsten, erklingen und den Hauch des Paradieses atmen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 29. Oktober 1899)

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Heute morgen nach der Kommunion, sagte ich zu meinem liebenswürdigen Jesus: „In welchen Zustand bin ich geraten! Es scheint, dass mir alles entflieht, Leiden, Tugenden, alles!“
Und Jesus: „Meine Tochter, was ist los? Willst du Zeit verlieren, willst du aus deinem Nichts heraustreten? Begib dich an deinen Platz, in dein Nichts, damit das Alles den Platz in dir einnehmen kann. Wisse jedoch, dass du ganz in meinem Willen sterben musst, das Leiden, die Tugenden, alles.
Mein Wille muss das Grab für die Seele sein, und wie sich im Grab die Natur verzehrt, bis sie tatsächlich verschwindet, und aus diesem ‚Sich-verzehren‘ selbst zu schönerem und neuen Leben aufersteht, so wird die Seele, die in meinem Willen wie in einem Grab begraben ist, dem Leiden, ihren Tugenden, ihren geistlichen Gütern absterben und in allem zum göttlichen Leben auferstehen.
Meine Tochter, es scheint, du wolltest die Weltleute nachahmen, die zu dem neigen, was zeitlich ist und ein Ende hat, und das, was ewig ist, nicht in Betracht ziehen! Meine Geliebte, warum willst du nicht lernen, allein aus meinem Willen zu leben?
Warum willst du nicht das Leben des Himmels leben, sogar noch während du hier auf Erden weilst? Mein Wille ist die Liebe, [jene] die niemals stirbt.
So muss mein Wille für dich das Grab sein, und der Grabstein, der dich einschließen und zumauern soll, ohne dir noch Hoffnung zu lassen, herauszugehen, ist die Liebe. Und außerdem bedeutet jeder Gedanke, der das eigene Ich betrifft, sogar über die Tugenden, immer, für sich selbst zu verdienen und eine Flucht vor dem Göttlichen Leben.
Wenn die Seele hingegen nur an Mich denkt und an das, was Mich betrifft, nimmt sie das göttliche Leben in sich auf, und indem sie das göttliche Leben aufnimmt, flieht sie das Menschliche und empfängt alle Güter, die nur möglich sind. Haben wir uns verstanden?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 4. Juli 1912)

„Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“ (Lk 12,34)

„Ich bin all das Schöne, das geliebt zu werden verdient; sieh, wenn du nicht diese kleine Welt, die dich umgibt, entfernst, d.h. die Gedanken an die Geschöpfe und Vorstellungen, kann Ich nicht ungehindert in dein Herz eintreten.
Dieses Gemurmel in deinem Geist ist ein Hindernis, Meine Stimme klarer zu hören, Meine Gnaden auszugießen und dich wahrhaft in Mich verliebt zu machen. Versprich Mir, dass du ganz Mir gehören willst, und Ich selbst werde Hand ans Werk legen.
Du hast recht, dass du [aus dir selbst] nichts tun kannst. Aber fürchte dich nicht, Ich werde alles tun; gib Mir deinen Willen – das genügt Mir.“
Das geschah meistens während der Kommunion. Ich versprach Ihm, dass ich ganz Ihm gehören wollte; ich bat Ihn um seine Vergebung, wenn es bis dahin nicht so gewesen war; ich sagte Ihm, dass ich Ihn wahrhaft lieben wollte, und bat Ihn, mich nie mehr allein, ohne Ihn zu lassen… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; (16) (17))

„Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er kommt und anklopft!“ (Lk 12,35+36)

Ich verbrachte einen zerstreuten Tag durch einige Dinge, die ich hörte und von denen es nicht nötig ist, sie zu sagen; ich war auch ein wenig beunruhigt, und so sehr ich es auch versuchte, gelang es mir nicht, mich davon zu befreien.
So sah ich den ganzen Tag meinen süßen Jesus nicht, das Leben meiner Seele, als wäre die Beunruhigung ein Schleier, der sich zwischen mich und Ihn legte, und mich daran hinderte, Ihn zu sehen. Später, zu fortgeschrittener Nacht, beruhigte sich mein müder Geist, und mein liebenswürdiger Jesus ließ sich sehen, als hätte Er gewartet und sagte schmerzvoll zu mir:
„Meine Tochter, heute hast du Mich mit deiner Beunruhigung daran gehindert, dass die Sonne meiner Person in dir aufging. Die Beunruhigung ist eine Wolke zwischen Mir und dir, welche die Sonnenstrahlen daran hindern, in dich herabzusteigen, und wenn die Strahlen nicht herabsteigen, wie kannst du die Sonne sehen?
Wenn du wüsstest, was es bedeutet, meine Sonne nicht aufgehen zu lassen, das große Übel für dich und die ganze Welt, dann wärest du ganz aufmerksam, dich nie zu beunruhigen. Denn für die beunruhigten Seelen ist es immer Nacht, und in der Nacht geht die Sonne nicht auf; stattdessen ist es immer Tag für die Friedvollen, und zu welcher Stunde meine Sonne auch aufgehen möchte, die Seele ist immer bereit, die Wohltat meines Kommens anzunehmen.
Außerdem ist die Unruhe nichts anderes als Mangel an Hingabe an Mich, und Ich will dich ganz hingegeben in meine Arme, dass du auch keinen einzigen Gedanken an dich haben darfst, und Ich werde an alles denken. Fürchte dich nicht, dein Jesus kann nichts anderes tun, als für dich zu sorgen, dich vor allem zu verteidigen.
Du kostest Mich viel, viel habe Ich in dich gelegt, Ich allein habe Anrecht auf dich. Wenn also die Anrechte die Meinen sind, wird der Schutz ganz der Meine sein.
Bleibe deshalb im Frieden und fürchte dich nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 18. Oktober 1921)

„Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt!“ (Lk 12, 37)

Mein armes Herz seufzte bald, bald war es in Todesleiden wegen des Schmerzes der Beraubung meines teuren und geliebten Jesus. Die Stunden schienen mir Jahrhunderte und die Nächte endlos ohne Ihn, der Schlaf entfloh meinen Augen.
Könnte ich wenigstens schlafen, damit mein intensiver Schmerz gemildert würde, vielleicht brächte mir das eine kleine Erleichterung. Doch, ach! Anstatt zu schlafen, werde ich ganz Auge – offene, nicht geschlossene Augen: Augen sind meine Gedanken, die eindringen wollen, um zu sehen, wo sich Der befindet, Den ich suche und nicht finde; Auge ist mein Gehör, um vielleicht den leichten Tritt seiner Schritte zu vernehmen, das süße und liebliche Echo seiner Stimme; meine Augen schauen, ob sie –wer weiß – wenigstens den Blitz seines flüchtigen Kommens sehen.
O wie viel kostet mich seine Beraubung! O wie ersehne ich seine Rückkehr! Während ich mich nun in diesen Ängsten und der Sehnsucht nach Ihm befand, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren, ließ sich innerhalb von mir sehen, an einem Tischchen aus Licht sitzend, ganz beschäftigt und darauf ausgerichtet, die ganze Ordnung von all dem durchzusehen, was Er über seinen Heiligsten Willen kundgetan hatte: ob alles aufgezeichnet war, ob etwas fehlte, und wie weit Er schließlich kommen sollte, um alles zu vervollständigen, was seinen Heiligsten Willen betrifft.
Alles, was seinen Willen betraf, die Worte und die Kenntnisse, nahmen in der Hand Jesu das Bild eines Lichtstrahls an, den Er auf diesem Tischchen aus Licht ordnete; Er war so vertieft und beschäftigt darin, dass Er, so viel ich Ihm auch sagte und Ihn rief, mir kein Gehör schenkte.
So schwieg ich und gab mich damit zufrieden, in seiner Nähe zu sein und Ihn zu betrachten. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 4. Januar 1927)