FEST DER HL. THERESIA BENEDICTA VOM KREUZ, SCHUTZPATRONIN EUROPAS (Joh 4, 19-24)
19Die Frau sagte zu Jesus: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. 20Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss.
21Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. 22Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
23Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. 24Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
„Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden“ (Joh 4,23)
Ich begleitete meinen süßen Jesus in seinen Leiden der Passion, und Er ließ sich sehen und sagte zu mir: „Meine Tochter, die Schuld kettet die Seele an und hindert sie am Tun des Guten: der Geist empfindet die Kette der Sünde und wird daran gehindert, das Gute zu begreifen, der Wille fühlt die Kette, die ihn einwickelt und fühlt sich stumpf, und anstatt das Gute zu wollen, will er das Böse; das gefesselte Verlangen fühlt seine Flügel, um zu Gott zu fliegen, gestutzt.
O, wie erregt der Anblick des von seinen eigenen Sünden gefesselten Menschen mein Mitleid! Deshalb war das erste Leid, das Ich in der Passion erdulden wollte, die Ketten: Ich wollte gefesselt sein, um den Menschen von seinen Ketten zu lösen.
Die Ketten, die Ich erlitt, verwandelten sich, sobald sie Mich berührten, in Ketten der Liebe, die, als sie den Menschen berührten, die seinen verbrannten und zerbrachen und ihn mit meinen liebenden Ketten fesselten.
Meine Liebe wirkt, sie kann nicht unwirksam bleiben. Deshalb bereitete Ich für alle und für jeden einzelnen das, was nötig war, um sie wiederherzustellen, zu heilen und von neuem zu schmücken. Alles tat Ich, damit, wenn die Seele sich entscheidet, sie alles bereit und zu ihrer Verfügung vorfindet.
So halte Ich meine Ketten bereit, um die ihren zu verbrennen; die Fetzen meines Fleisches, um ihre Wunden zu bedecken und sie mit Schönheit zu zieren, mein Blut, um ihr das Leben zurückzugeben.
Alles halte Ich für jeden bereit und in Reserve, was er braucht, doch meine Liebe will sich schenken und möchte wirken. Ich fühle eine Sehnsucht, eine unwiderstehliche Kraft, die Mir keine Ruhe lässt, wenn Ich nicht gebe, und weißt du, was Ich tue?
Wenn Ich sehe, dass niemand etwas nimmt, konzentriere Ich meine Ketten, die Stücke meines Fleisches und mein Blut in dem, der sie wünscht und Mich liebt, und übersäe ihn mit Schönheit, indem Ich ihn mit den Ringen der Ketten meiner Liebe schmücke und sein Gnadenleben verhundertfache, und so kann sich meine Liebe ergießen und beruhigt sich.“
Doch während Er dies sagte, sah ich, dass seine Ketten, die Fetzen seines Fleisches und sein Blut, über mich flossen, und Er freute sich daran, sie an mir anzubringen und mich über und über mit Juwelen zu schmücken. Wie gut ist Jesus, Er sei stets gepriesen! Dann kehrte Er zurück und fügte hinzu:
„Meine Tochter, Ich empfinde das Bedürfnis, dass das Geschöpf sich in Mir ausruht, und Ich Mich in ihm, doch weißt du, wann das Geschöpf in Mir ruht, und Ich in ihm? Wenn sein Intellekt an Mich denkt und Mich versteht, ruht es im Intellekt seines Schöpfers, und die des Schöpfers findet ihre Ruhe im geschaffenen Geist.
Wenn der menschliche Wille sich mit dem Göttlichen Willen vereint, umarmen sich die beiden Willen und ruhen gemeinsam. Wenn die menschliche Liebe sich über alle geschaffenen Dinge erhebt, und nur ihren Gott liebt, welche schöne Ruhe finden Gott und die Seele beiderseits! Wer Ruhe schenkt, der findet sie.
Ich mache Mich zum Bett der Seele und halte sie im süßesten Schlaf in meinen Armen gefesselt. Daher komm und ruhe an meiner Brust.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 18. März 1922)
„Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Joh 4,24)
Ich fühlte mich so klein und unfähig, etwas zu tun und rief meine Königin Mutter zu Hilfe, damit wir gemeinsam mein höchstes und einziges Gut lieben, anbeten und verherrlichen mögen, für alle und im Namen aller.
In diesem Augenblick befand ich mich in einem unermesslichen Licht und ganz hingegeben in die Arme meines Himmlischen Vaters, ja so sehr mit Ihm identifiziert, als ob ich ein einziges mit Ihm bildete, auf eine Art, dass ich nicht mehr mein Leben fühlte, sondern das Leben Gottes.
Doch wer kann beschreiben, was ich empfand und tat? Nun, danach trat mein süßer Jesus aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, alles, was du erfahren hast, deine volle Hingabe in die Arme unseres Himmlischen Vaters, dieses Nichtmehr-Empfinden deines eigenen Lebens, ist das Abbild des Lebens in meinem Willen.
Um nämlich in Ihm zu leben, muss man mehr aus Gott als aus sich selbst leben, ja, das Nichts muss vielmehr das Leben dem Alles überlassen, um alles tun zu können, und damit der Akt dieses ‚Nichts‘ an der Spitze aller Akte eines jeden Geschöpfes stehe.
So war das Leben meiner Himmlischen Mutter. Sie war das wahre Abbild des Lebens in meinem Willen. Ihr Leben war derart vollkommen in Ihm, dass Sie nichts anderes tat, als ständig von Gott das zu empfangen, was Sie tun sollte, um im Höchsten Willen zu leben.
So empfing Sie den Akt der höchsten Anbetung, um sich an die Spitze einer jeden Anbetung stellen zu können, die alle Geschöpfe ihrem Schöpfer gegenüber zu halten verpflichtet waren.
Denn die wahre Anbetung hat das Leben in den Drei Göttlichen Personen. Unsere vollkommene Übereinstimmung, unsere gegenseitige Liebe, unser einziger Wille, bilden die tiefste und vollkommene Anbetung in der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Wenn daher das Geschöpf Mich anbetet und sein Wille nicht in Übereinstimmung mit Mir ist, sind es leere Worte, aber keine Anbetung…“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 16. April 1926)
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… „Meine Tochter, die erste Pflicht des Geschöpfs ist es, Den anzubeten, Der es erschaffen hat. Der erste Akt, der von Heiligkeit spricht, ist die Pflicht.
Die Pflicht ruft die Ordnung nach sich, und die Ordnung lässt die schönste Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf erstehen: die Harmonie des Willens, Harmonie der Liebe, der Handlungsweisen und der Nachahmung; die Pflicht ist die Substanz der Heiligkeit.
Da alle geschaffenen Dinge die Prägung der wahren Anbetung besitzen und gleichsam in ihrem Wesen haben, kann das Geschöpf, mit diesen Dingen vereint, ihrem Schöpfer die vollkommenste Anbetung darbringen.
Jedes geschaffene Ding ist also eine tiefe Anbetung Dessen, der es erschaffen hat, und wenn sich das [menschliche] Geschöpf mit diesen Dingen vereint, bewirkt es kraft unseres Willens, dass alle anbeten und erweist Gott die Schuldigkeit [im Namen] eines jeden einzelnen.
Die Seele erhebt sich über alle Werke und bringt Uns alle und ihr Herzschlag pocht dann in unserem und sie atmet in unserem Atem. O, wie lieblich und wohlgefällig ist Uns dieser Herzschlag und dieser Atem in Unserem!
Als Vergeltung dafür schlagen Wir im Herzen des Geschöpfes und atmen in seinem Atem, wobei Wir ihm den göttlichen Herzschlag und Atem als Leben, als Vermächtnis und als Zunahme an unserem Höchsten Sein in ihm schenken.
Und siehe, zur Pflicht der Anbetung kommt die erste Pflicht [des Geschöpfes] vom Akt der Erschaffung hinzu, dass nämlich das Geschöpf seinem Schöpfer das Leben in seiner eigenen Seele gebe und Ihm die Herrschaft überlasse; so kann sich Gott frei [in der Seele] formen, pochen, atmen und die Seele mit Liebe erfüllen, damit Er konkret sagen kann: ‚Dieses Geschöpf ist der Träger seines Schöpfers und lässt Mich tun, was Ich will; das ist so wahr, dass Ich sogar seinen Herzschlag besitze.
Es besitzt nichts Eigenes. Was ihm gehört, ist Mein, und was Mein ist, ist sein. Ich habe meinen Ehrenplatz in ihm, und es hat den Ehrenplatz in Mir.’
So geben Himmel und Erde einander den Kuss des Friedens und der immerwährenden Einheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 10. Juni 1935)



