Fest des Hl. Bartholomäus, Apostel (Joh 1,45-51)
45In jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs. 46Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!
47Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. 48Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
49Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen. 51Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.
„Woher kennst du mich?“ (Joh 1,48)
Bei seinem Kommen zog mich mein stets liebenswürdiger Jesus fest an sich, in ein unermessliches Licht hinein und sagte zu mir:
„Kleine Tochter meines Willens, dieses unermessliche Licht, das du siehst, ist mein Höchster Wille, dem nichts entgeht. Wisse, als Ich den Himmel, die Sonne, die Sterne usw. erschuf, setzte Ich für alle die Grenzen, den Platz, die Anzahl fest, sie können weder zu- noch abnehmen.
Alle Dinge halte Ich gleichsam in meiner Hand. So schuf Ich, als Ich den Menschen erschuf, zugleich jeden Verstand, jeden Gedanken, alle Worte, Werke, Schritte und alles Übrige, was von den Menschen, vom ersten bis zum letzten, der existiert, ausgeführt werden sollte.
Und das war wie ganz natürlich in Mir, umso mehr, als Ich selbst Handelnder und Zuschauer selbst eines Gedankens sein sollte. Wenn der Mensch ihn nicht ohne Mich vollbringen konnte, wie sollte Ich ihn nicht kennen und auch deren Anzahl? So schwimmt in meinem Willen das ganze Wirken der Geschöpfe, wie die Fische in einem großen Meer schwimmen.
Doch da Ich den Menschen nicht als Sklaven, sondern frei erschuf – es wäre nämlich weder eine Zierde für Mich, noch ein würdiges Werk, das aus meinen Händen hervorgegangen ist, wenn Ich diesen Menschen gehemmt und ohne Freiheit ins Dasein treten hätte lassen, und Ich hätte auch nicht sagen können: „Lasst ihn Uns machen nach unserem Bild und Gleichnis”, wenn Ich ihn nicht frei gemacht hätte – wollte Ich ihn mit Freiheit ausstatten; Ich war frei, frei sollte auch er sein; und außerdem gibt es auch nichts, was eine Person mehr martert, als eine erzwungene Liebe zu geben, was Misstrauen, Verdächtigungen, Ängste und beinahe Abscheu in dem bewirkt, der sie empfängt.
Siehst du, wo jeder Akt des Geschöpfes, auch ein Gedanke, seinen Ursprung hat? In der Heiligkeit meines Willens, mit diesem Unterschied: wenn der Mensch will, kann er diesen Gedanken, dieses Wort usw. in guter oder böser Weise verrichten, heilig oder schlecht.
Mein Wille war also bekümmert, dass Er die Akte so vieler, in denen Er der Handelnde war, in todbringende Akte für Mich und für sie verwandelt sah.
Deshalb wollte Ich, dass mein Wille, der sich auf doppelte Weise zum Handelnden eines jeden Aktes machte, einen weiteren göttlichen Akt über alle breiten sollte, der Mir gemäß der Heiligkeit meines Willens mit ebenso vielen göttlichen Akten vergelten sollte.
Doch brauchte es jemanden, um dies zu tun. Und hier ist meine Menschheit, heilig und auch frei, die kein anderes Leben wünschte als allein den Göttlichen Willen, und in diesem unermesslichen Meer schwimmend ging sie daran, jeden Gedanken, jedes Wort und Werk der Geschöpfe zu verdoppeln und breitete über alle einen Akt des Göttlichen Willens aus.
Und dies erwies Gott dem Vater Genugtuung und Verherrlichung auf eine Art, dass Er den Menschen ansehen und ihm die Pforten des Himmels öffnen konnte. Und Ich verknüpfte den menschlichen Willen noch stärker, wobei Ich ihn stets frei ließ, damit er sich nicht vom Willen seines Schöpfers loslöse – was der Grund war, warum er in so viel Unheil gestürzt war.
Doch damit war Ich nicht zufrieden. Ich wollte, dass auch meine Mutter, die ebenfalls Heilig war, Mir in das unermessliche Meer des Höchsten Willens folgte, und gemeinsam mit Mir alle menschlichen Akte verdoppelte, indem sie auf alle Akte der Geschöpfe das doppelte Siegel, nach dem Meinen, der in meinem Willen getanen Akte aufprägte.
Wie süß war für Mich die Gesellschaft meiner unzertrennlichen Mutter in meinem Willen! Die Gemeinschaft im Wirken erzeugt das Glück, das Wohlgefallen, die zärtliche Liebe, den Wettbewerb, die Übereinstimmung, die Heldenhaftigkeit; die Einsamkeit bringt das Gegenteil hervor.
Wie Ich also gemeinsam mit meiner lieben Mutter wirkte, so erhoben sich Meere der Wonne und des Wohlgefallens von beiden Seiten: Meere der Liebe, die miteinander wetteiferten, wobei eines sich im anderen versenkte und großen Heroismus hervorbrachte.
Und nicht nur für Uns allein erhoben sich diese Meere, sondern auch für jene, die Uns in unserem Willen Gesellschaft leisten würden. Mehr noch, Ich könnte sagen, dass sich diese Meere in ebenso viele Stimmen verwandelten, die den Menschen riefen, in unserem Willen zu leben, um ihm die Glückseligkeit, die ursprüngliche Natur und alle Güter zurückzuerstatten, die er mit seinem Rückzug aus unserem Willen verloren hatte.
Nun komme Ich zu dir; nach meiner Himmlischen Mutter rief Ich dich, damit alle menschlichen Akte ihr erstes Siegel haben, das von Mir verfertigt war, als zweites das von meiner Mutter gemachte, und das dritte von einem Geschöpf aus gemeinschaftlichem Stamm.
Meine ewige Liebe war nicht zufrieden, wenn sie nicht eine aus dem gemeinsamen Stamm erhob, die jenen die Pforten öffnen sollte, die sich dafür disponieren, um einzutreten und in unserem Willen zu leben.
Das ist der Grund für meine vielen Mitteilungen, die mannigfachen Werte und Wirkungen über meinen Willen, die Ich dir kundgetan habe: diese werden machtvolle Magnete sein, die dich und dann die anderen anziehen, in Ihm zu leben.
Doch um in unseren Willen einzutreten und dem erhabenen Flug meiner Akte und jener meiner unzertrennlichen Mutter zu folgen, könntest du, da du vom gemeinschaftlichen Stamm bist, nicht in unseren Willen eintreten, wenn du nicht wenigstens die Natur hättest oder in sie umgewandelt worden wärest, die aus meinen Händen hervorgegangen ist, bevor der Mensch sich aus unserem Wollen zurückgezogen hatte.
Daher meine vielen Gnaden, um deine Natur, deine Seele, in diesen ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Als Ich dich mit Gnaden überhäufte, entfernte Ich die Keime, Neigungen und Leidenschaften der rebellischen Natur, wobei Ich deinen Willen stets frei ließ.
Da Ich dich in die Mitte meines Willens rufen sollte, um ein gemeinsames Leben in Ihm zu führen, und um dich alle von Mir vollbrachten Akte durchlaufen zu lassen, die den Geschöpfen noch nicht bekannt sind, war es zu meiner Zierde, Heiligkeit und Würde notwendig, dass Ich deine Natur in diesen glücklichen Zustand zurückbringe, sonst hättest du nicht mit Mir in den endlosen Akten meines Wollens fließen, noch mit dieser Vertrautheit bei Mir sein können, die für ein gemeinsames Wirken nötig ist: die Leidenschaften, die Keime der unguten Neigungen wären wie ebenso viele Schranken der Trennung zwischen Mir und dir gewesen.
Du wärest höchstens unter den Befehlen meines Willens gestanden, wie viele andere meiner Getreuen; doch du wärest weit davon entfernt gewesen, das zu tun, was Ich tat, und weder du noch Ich wären glücklich gewesen, während das Leben in meinem Willen genau dies ist: vollauf glücklich auf Erden zu leben, um dann hinüberzugehen, um noch glücklicher im Himmel zu leben.
Deshalb sage Ich dir, wahre Tochter meines Wollens, erste glückliche Geburt meines Willens, sei achtsam und Mir treu, komm in mein ewiges Wollen.
Es erwarten dich meine Akte, die das Siegel der deinigen wollen, es erwarten dich jene meiner Mutter, dich erwartet der ganze Himmel: sie wollen alle ihre Akte in meinem Willen von einem Geschöpf aus ihrem Stamm verherrlicht sehen; dich erwarten die gegenwärtigen und die zukünftigen Generationen, damit ihnen ihre verlorene Seligkeit zurückerstattet wird.
Ach nein, nein, die Generationen werden nicht aufhören, ehe nicht der Mensch in meinen Schoß zurückkehrt: schön, herrschend, wie er aus meinen schöpferischen Händen hervorgegangen ist.
Ich bin nicht zufrieden damit, ihn erlöst zu haben; auch um den Preis, dass Ich warten muss, werde Ich noch Geduld üben, doch er muss kraft meines Willens zu Mir zurückkehren, so wie Ich ihn gemacht habe.
Indem er seinen eigenen Willen tat, sank er in den Abgrund hinab, und hat sich in ein hässliches Wesen verwandelt; wenn er meinen Willen tut, wird er aufsteigen und die neue Umwandlung der von Mir geschaffenen Natur erwerben.
Dann werde Ich sagen können: „Ich habe alles vollbracht, die Ordnung der ganzen Schöpfung ist zu Mir zurückgekehrt, und Ich werde Mich in ihr ausruhen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 11. November 1922)
„Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn“ (Joh 1,51)
Ich war weiter in meinem gewohnten Zustand und hörte, wie mein anbetungswürdiger Jesus in meinem Inneren betete und sprach: „Mein Vater, Ich bitte Dich, dass unser Wille eins sei mit dem Willen dieser kleinen Tochter unseres Wollens.
Sie ist die rechtmäßige Frucht unseres Wollens. Gib, dass zur Ehre und Zierde unseres Ewigen Willens aus ihr nichts hervorgehe, was nicht Frucht unseres Willens sei, und dass sie nichts kennt als unseren Willen allein; um dies zu erlangen, biete Ich Dir alle Akte an, die meine Menschheit in unserem anbetungswürdigen Willen getan hat.”
Danach blieb Er in tiefem Schweigen, und ich fühlte mich, ich weiß nicht wie, so sehr in die Akte versenkt, die mein Jesus im Göttlichen Willen getan hatte, dass ich einem nach dem anderen nachfolgte und meinen Akt mit dem Seinen vereint tat.
Dies ließ mich so viel Licht absorbieren, dass Jesus und ich in ein Meer von Licht versenkt blieben; Jesus trat aus meinem Inneren heraus, erhob sich und stellte seine Fußsohlen auf den Platz, wo mein Herz war, winkte mit der Hand, die mehr Licht als die Sonne ausstrahlte und rief laut: „Kommt, kommt alle, Engel, Heilige, pilgernde Seelen, alle Generationen, kommt, um die Großtaten und das größte nie gesehene Wunder zu sehen: mein im Geschöpf wirkender Wille!”
Bei der klangvollen, melodiösen und starken Stimme Jesu, die Himmel und Erde erfüllte, taten sich die Himmel auf und alle eilten zu Jesus und betrachteten mich, wie der Göttliche Wille in mir wirkte. Alle waren hingerissen und dankten Jesus für ein solches Übermaß seiner Güte.
Ich aber war verwirrt und aufs höchste gedemütigt und sprach zu Ihm: „Meine Liebe, was tust Du? Mir scheint, Du willst mich allen zeigen, damit jeder auf mich zeigt. Welchen Widerwillen empfinde ich!”
Und Jesus: „Ach, meine Tochter, es ist mein Wille, der wünscht, dass [dich] alle kennen und gleichsam als neuen Himmel und Mittel der neuen Regeneration auf dich hinzeigen; du selbst wirst wie begraben in meinem Willen sein. Mein Wille muss wie die Atemluft sein, die man nicht sieht, doch fühlt.
Man sieht sie nicht, und doch vermittelt sie das Leben. Sie dringt überall ein, auch in die innerste Faser, um jedem Herzschlag Leben zu geben. Wo immer sie eintritt, in die Dunkelheit, in die Tiefen, in die geheimsten Räume, macht sie sich zum Leben von allem.
So wird mein Wille mehr als die Luft in dir sein, der von dir ausgeht und sich zum Leben von allem macht. Sei daher aufmerksamer und folge dem Willen deines Jesus, denn die Aufmerksamkeit wird dich erkennen lassen, wo du bist und was du tust.
Die Kenntnis wird dich den göttlichen Königspalast meines Willens mehr würdigen und wertschätzen lassen. Stelle dir vor, eine Person befindet sich im Palast eines Königs und weiß nicht, dass diese Wohnstätte dem König gehört.
Sie wird ihr keinerlei Wertschätzung entgegenbringen, sondern zerstreut, schwätzend und lachend umhergehen, und sich auch nicht für den Empfang der Gaben des Königs disponieren.
Doch wenn sie wüsste, dass dies der Königspalast ist, würde sie die Dinge mit Aufmerksamkeit betrachten und sie schätzen; sie würde auf Zehenspitzen gehen, leise sprechen und wäre ganz Aug und Ohr, um zu sehen, ob der König aus einem Zimmer herauskommt und gleichsam in Erwartungshaltung, um große Gaben vom König zu empfangen.
Siehst du, die Aufmerksamkeit ist der Weg zur Erkenntnis, die Kenntnis verändert die Person und die Dinge und bereitet die Seele auf den Empfang großer Gaben vor.
Da du also weißt, dass du im Palast meines Willens bist, wirst du immer empfangen und so viel nehmen, dass du allen deinen Brüdern geben kannst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 21. Juli 1923)
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… „Tochter meines Willens, würdest du doch meine Liebe kennen, die Ich empfinde, wenn Ich beschließe, zu dir über mein Göttliches Fiat zu sprechen! Wann immer Ich dir von meinem Fiat erzählte, neigten sich die Himmel aus großer Wertschätzung und Verehrung.
Aus Ehrerbietung gegen meine Worte, die Ich aussprechen sollte, beugten sie sich herab, kamen Mir aus der Himmlischen Heimat entgegen und waren ganze darauf bedacht, Mir aufmerksam zuzuhören. Und während Ich sprach, nahmen sie wahr, wie in ihnen selbst neues göttliches Leben, neue Freuden und neue Schönheiten erschaffen wurden.
Geht es nämlich um die Verkündigung weiterer Wahrheiten über mein Göttliches Fiat, fühlt der ganze Himmel Dessen Macht, und die Himmelsbewohner wetteifern darin, zuzuhören und die neuen Wirkungen dieser Kenntnisse zu empfangen.
So war es also jedes Mal, wenn Ich zu dir über meinen Heiligsten Willen sprach, ein Fest für den ganzen Himmel, da sie ihre Glückseligkeit verdoppelt fühlten.
Nur der Himmel konnte alle wunderbaren Wirkungen und reinen Freuden fassen, die auch nur eine einzige Wahrheit über mein Fiat enthält. Nur auf diese Weise konnte Ich von Ihm zu dir sprechen – wobei sich der Himmel neigte – um ihre Akte der Ehrerbietung und die Huldigung entgegenzunehmen, die meinem Göttlichen Willen gebühren.
Meine Liebe und Sehnsucht, Ihn bekannt zu machen, sind so groß, dass Ich, wenn nötig, noch einmal Fleisch annehmen würde, damit mein Wille bekannt werde und auf Erden herrsche.
Doch das ist nicht nötig, denn da Ich einmal Mensch geworden bin, ist meine Menschwerdung stets im Akt, und kann dieselben Wirkungen hervorbringen, als würde Ich abermals Fleisch annehmen.
Und es war nur zur Zierde meines Fiat, dass Ich dich erwählte, dich von jedem Samen der Verderbnis reinigte und Mich selbst in deiner Seele einschloss.
Und zwar nicht nur auf spirituelle, sondern auch auf natürliche Weise, um mich deiner wie eines Schleiers zu bedienen, der Mich verhüllte, fast so, wie Ich Mich meiner Menschheit als Schleier bediente, um meine Gottheit zu verbergen.
Damit Ich dich zu meiner Verfügung habe, habe Ich dich von allem abgesondert und dich so viele Jahre lang in ein Bett eingeschlossen, um dir die erhabenen Lehren über mein Ewiges Fiat zu erteilen und dich schluckweise seine Kenntnisse und sein Leben trinken zu lassen.
Es brauchte genug Zeit, dass Ich dir seine lange Geschichte erzählte und sie dich verstehen ließ. Ich kann sagen, dass Ich mehr tat als bei der Schöpfung und Erlösung, denn mein Wille schließt beide ein und ist ihr Anfang und ihre Mitte.
Und Er wird auch das Ende und die Krone der Schöpfung und Erlösung sein, sodass unsere Werke ohne Krone und unvollständig wären, wenn mein Wille nicht bekannt wäre und nicht seine Herrschaft auf Erden hätte. Darum also liegt Mir so viel daran, Ihn bekannt zu machen.
Unsere eigenen, mit so viel Liebe und Pracht geschaffenen Werke, stehen unter dem Alpdruck unaussprechlicher Seufzer und gleichsam einer tiefen Demütigung, da das Leben, die wesentliche Substanz, die sie [in sich] verbergen, noch nicht bekannt ist.
Die Hüllen, das Äußere der Schöpfung und Erlösung sind bekannt, aber das Leben, das sie bergen, ist unbekannt. Wie können sie also das Leben geben, das sie verbergen, und die Güter, die sie besitzen?
Deshalb ersehnen und verlangen unsere Werke ihre rechtmäßigen Ansprüche, dass nämlich mein Göttlicher Wille bekannt sei. Ach ja, Er allein wird die Glorie, die unvergängliche Krone und Vollendung unserer Werke sein! …“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. Mai 1929)
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… „Meine Tochter, jedes Gut geht aus Gott gereift hervor, und diese Heranreifung geschieht zwischen Gott und der Seele.
Siehst du, wenn du deine Akte tust, setzt du dich den Strahlen der göttlichen Sonne aus; und wenn du der Glut und dem Licht ausgesetzt bist, bleiben deine Akte nicht trocken, dürr und geschmacklos, sondern sie reifen, und du reifst zugleich mit ihnen heran: in der Liebe, in den göttlichen Kenntnissen und in all dem, was du tust.
Wenn Ich sehe, dass du in diesen Akten herangereift bist, bereite Ich weitere Liebe und weitere Wahrheiten in Mir vor, die Ich dir geben und sagen will.
Da nichts, das aus Mir hervorgeht, unfruchtbar ist, sondern alles fruchtbar und in der lebendigen Flamme meiner Liebe gut gereift ist, wirst du [deinerseits] fähig, neue Reifungen in dir heranzubilden.
Daher warte Ich oft darauf, dass du deine Akte vollendest, um dich mit weiteren Wahrheiten zu überraschen, welche dich intensiv mit Licht und Wärme anhauchen und in deiner Seele die Güter und Wahrheiten heranreifen lassen, die dir dein Jesus mitgeteilt hat.
Siehst du also, wie notwendig deine Akte sind, um dich für den Empfang weiterer Kenntnisse über mein Göttliches Fiat zu disponieren? Wenn Ich in dir keine fortgesetzten Akte antreffe, um sie heranreifen zu lassen – was könnte Ich dann tun?
Ich gliche der Sonne, die bei ihrem Gang über die Erde weder eine Blume findet, der sie Farbe verleihen, noch eine Frucht, die sie reif machen könnte; so würden all die wunderbaren Wirkungen, welche die Sonne in sich birgt, in ihrem Licht [zurück]bleiben, und die Erde würde nichts erhalten.
Daher tut sich der Himmel und die wundertätige Kraft des Lichtes meines Göttlichen Willens über den aktiven Seelen auf – nicht über den untätigen Seelen, sondern über jenen, die arbeiten, sich opfern, lieben und stets für Mich etwas zu tun haben.
Ja, du musst wissen, dass sich die Glückseligkeiten des Himmels auf die Erde ergießen und in die Seele strömen, die in meinem Willen lebt und wirkt. Die Himmelsbewohner wünschen nämlich nicht, dass diese Seele, deren Wille doch mit dem Himmel eins ist, der Freuden und himmlischen Wonnen beraubt sei.
Die Seligen jedoch, die in den göttlichen Wonnen schwimmen, erwerben keinen Verdienst; während diese Wonnen die pilgernden Seelen hingegen nicht nur beseligen, sondern ihnen auch noch das Verdienst schenken, da für jene Seelen, die auf Erden meinen Willen tun, alles verdienstvoll ist: Worte, Gebete, Atemzüge und selbst die Freuden verwandeln sich in Verdienst und neue Eroberungen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 16. September 1931)


