Donnerstag der 21. Woche im Jahreskreis (Mt 24,42-51)
42In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. 43Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
44Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. 45Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was sie zu essen brauchen?
46Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt! 47Amen, das sage ich euch: Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.
48Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr kommt noch lange nicht!, 49und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, 50dann wird der Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; 51und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.
„Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“
Jesus, mein göttlicher Erlöser! Nimm mich mit deinen drei Jüngern mit, um dir Beistand zu leisten in deiner Todesangst am Ölberg.
Gemahnt durch den sanften Vorwurf, den du an Petrus, Jakobus und Johannes gerichtet hast, weil sie eingeschlafen waren, will ich wenigstens eine Stunde mit dir im Garten Gethsemane wachen, möchte wenigstens eine jener Wunden empfinden, die dein zum Tod betrübtes Herz fühlte, wenigstens einen Hauch deiner schmervollen Atemzüge in mich aufnehmen.
Ich will meinen Blick auf dein göttliches Antlitz richten und zusehen, wie es erbleicht, wie sich Betrübnis und Angst auf deinen Zügen malen, bis es sich schließlich herabneigt in den Staub der Erde.
Ich sehe bereits, mein liebevoller Jesus, wie deine Gestalt wankt und schließlich zu Boden fällt; sehe, wie deine erstarrten Hände sich zum Gebet falten, höre die Seufzer, den Schrei der Liebe und der unsäglichen Schmerzen, der zum Himmel emporsteigt.
Mein Jesus, in Todesangst versetzt im düsteren Garten Gethsemane, o lass doch in dieser Stunde etwas von deinem anbetungswürdigen Blute, das aus allen deinen Gliedern quillt, auf mich herabfließen.
O kostbares Blut meines höchsten Gutes, das für mich zu Tode betrübt ist, ich möchte dich kosten, dich trinken bis zum letzten Tropfen; mit dir kosten und trinken wenigstens einen Schluck des bitteren Kelchs, der dem Geliebten meiner Seele bereitet ist, und in mir die Wonnen seines göttlichen Herzens fühlen.
O möchte doch mein Herz zerspringen aus Reue darüber, dass ich so oft meinen Herrn beleidigt habe, der für mich in Todesangst versetzt ist. Jesus, gib mir die Gnade und steh mir bei, dass ich bei der Betrachtung deiner Ölbergstunden mit dir leiden und meinen Seufzern und Tränen freien Lauf lassen kann.
Schmerzhafte Mutter Maria! Lass mich Anteil haben an den Leiden deines von Schmerz durchbohrten Herzens für Jesus, der im Garten Gethsemane Todesangst erduldet. Amen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane)
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Mein Jesus! Schon ist eine Stunde verflossen, seit du im Garten Gethsemane weilst. Die Liebe hat die Oberherrschaft in allem an sich genommen und lässt dich auf einmal das leiden, was die Henkersknechte dir im Verlauf deiner bittersten Passion zu leiden geben.
Mein Jesus! Ich sehe dich wanken bei deinen Schritten, und trotzdem schreitest du voran. Sag mir, mein höchstes Gut, wohin lenkst du deine Schritte? Ach, du willst deine geliebten Jünger aufsuchen. Ich begleite dich, um dich in meinen Armen zu halten, wenn du wankst.
Mein Jesus! Ein anderer bitterer Schmerz wartet auf dich. Die Jünger schlafen. Du, immer voll Mitleid, rufst sie wach und ermahnst sie mit väterlicher Liebe, empfiehlst ihnen zu wachen und zu beten. Dann kehrst du in den Garten zurück.
Aber noch eine andere Wunde trägst du im Herzen, und in ihr erblicke ich alle Wunden, die dir die gottgeweihten Seelen schlagen. Anstatt sich an dich anzuschließen, zu wachen und zu beten, überlassen sie sich sich selbst, sei es aus Nachlässigkeit, sei es, weil sie versucht werden, sei es, weil sie nicht in der richtigen Geistesverfassung sind.
Während sie voranschreiten sollten in der Liebe und Vereinigung mit dir, schlafen sie, werden lau und machen Rückschritte. Wie sehr bemitleide ich dich, du Freund der Seelen! O ich möchte alle Undankbarkeit jener sühnen, die dir so lieb und teuer sind. Diese Treulosigkeiten betrüben am meisten dein anbetungswürdiges Herz. So groß ist die Bitterkeit des Schmerzes, dass er dich erdrücken möchte.
O Liebe ohne Ende! Das Blut, das in deinen Adern siedend heiß wallt, besiegt alles und vergisst alles. Ich sehe dich betend am Boden liegen. Du opferst dich auf, sühnst und bemühst dich, für alle Menschen den Vater zu verherrlichen.
Auch ich, mein Jesus, werfe mich mit dir nieder, und im Verein mit dir möchte ich das tun, was du tust. Aber was sehe ich, mein Jesus? Ich sehe dich beladen mit allen Sünden der ganzen Welt.
All unser Elend, all unsere Schwäche, die schwersten Vergehen, die empörendste Undankbarkeit, die entsetzlichsten Verbrechen, die zügellosesten Grausamkeiten, alle Ausbrüche des Hasses, das Niedermetzeln von Menschen, alle Gotteslästerungen, alle Häresien und Schismen, ja der ganze Abgrund menschlicher Verworfenheit stellen sich dir vor Augen, drücken dich nieder, zermalmen dich und schlagen dir tiefe Wunden.
Und was tust du? Das Blut, das in heißer Liebe in dir wallt, stellt sich all diesen Vergehen entgegen. Die Adern öffnen sich, das Blut strömt heraus, benetzt die Kleider, rinnt zur Erde. Und du gibst Blut für Beleidigungen, Leben für Tod.
Meine Liebe, in welchen Zustand sehe ich dich versetzt! Dein Atem geht schwer. Mein süßes Leben, verscheide nicht! Richte dein Haupt von der Erde auf, die gerötet ist von deinem kostbaren Blute. Komm in meine Arme und lass in dieser Umarmung mich an deiner Stelle sterben. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 22 bis 23 Uhr: Zweite Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)
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Mein süßes Leben! Gestatte, dass ich dich mit meinen Armen stütze. Willst du wieder zu deinen geliebten Jüngern gehen? Wie groß ist dein Schmerz, als du sie von neuem eingeschlafen findest!
Du sprichst mit bebender und schwacher Stimme: „Meine Kinder, schlaft nicht! Meine Stunde ist gekommen. Seht ihr nicht, in welchem Zustand ich bin? O steht mir bei und verlasst mich nicht in den Stunden äußerster Bedrängnis.“
Jesus, du bist so unkenntlich geworden, dass dich deine Jünger ohne die Anmut und Sanftmut deiner Stimme nicht erkannt hätten. Nachdem du ihnen Wachen und Beten empfohlen hast, kehrst du in den Garten zurück, aber mit einer neuen Wunde im Herzen.
Sehe ich doch in ihr die Vergehen jener Seelen, die trotz deiner Gunsterweise, Gaben und Gnaden in der Nacht der Prüfung deine Liebe und deine Gaben vergessen, dem geistigen Schlaf verfallen und so den Geist der Wachsamkeit und Ausdauer im Gebet einbüßen.
Mein Jesus! Wenn man dich einmal geschaut und die Süßigkeiten besonderer Gnaden verkostet hat, dann ist großer Starkmut vonnöten, um Widerstand zu leisten, wenn man sich deiner Gaben beraubt sieht.
Darum bitte ich für jene Seelen, deren Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und deren Beleidigungen für dein Herz die bittersten sind, du mögest sie mit deiner Gnade umgeben und auf ihrem Weg aufhalten, wenn sie nur einen Schritt tun, der dir im Geringsten missfallen könnte, damit sie nicht den Geist beharrlichen Gebetes verlieren. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 23 bis 24 Uhr: Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)
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… So setzte ich meine Runden in den Akten des Göttlichen Willens fort. Ich fühlte mich leidend und voller Unrast, die ich nicht beruhigen konnte. Die Minuten schienen mir Jahrhunderte zu sein. Was für eine ewig lange Nacht!
Ich wartete auf das Kommen meines guten Jesus, dass Er mich beruhige. Nach langem Warten schließlich zeigte sich mein guter Jesus ganz bekümmert und sprach voller Güte zu mir:
„Arme Tochter, wie hart ist doch das Wachen, nicht wahr? Wie oft erduldet dein Jesus diese harten und qualvollen Leiden! Wie lange lassen Mich die Geschöpfe wachen! Ich kann sagen, dass Ich stets wache und die Rastlosigkeit meiner Liebe erleide.
Wenn die Seele sündigt, fühle Ich, wie sie meinen Armen entgleitet, und Ich wache. Ich schaue sie an und sehe, wie Dämonen sie umgeben, die feiern und sogar das Gute, das sie getan hat, verspotten.
Das arme Gute, wie sehr wird es mit dem Schlamm der Schuld bedeckt! Da Ich sie noch immer liebe, sende Ich ihr kleine Lichtschimmer und wache. Ich gebe ihr Reue, damit sie sich wieder erhebe und Ich wache.
Die Minuten scheinen Mir wie Jahrhunderte, und Ich kann mich nicht beruhigen, wenn Ich sie nicht in meine Arme zurückkehren sehe … und so wache Ich.
Ich wache stets und spähe ihre Herzschläge und die Gedanken ihres Geistes aus, um in ihr die Erinnerung an meine große Liebe zu wecken, doch leider vergeblich…. und Ich muss weiter warten. Welch hartes Wachen!
Wenn sie zu Mir zurückkehrt, dann ruhe Ich ein wenig, sonst dauert meine Wache an. Wenn eine andere Seele etwas Gutes tun möchte, aber sich damit Zeit lässt und sich nie entschließt, auch dann wache Ich.
Ich trachte sie mit meiner Liebe, mit Inspirationen und sogar mit Verheißungen anzulocken, aber sie kann sich nicht entscheiden und findet so viele Vorwände und Schwierigkeiten, wodurch sie Mich stets wachhält.
Wie viele und verschiedenartige Wachen bereiten Mir die Geschöpfe!
Siehe, dies ist der Grund für dein Wachsein, damit du Mir in meinem ständigen Wachen ein wenig Gesellschaft leistest. Leiden Wir darum gemeinsam. Liebe Mich, und Ich werde ein wenig Ruhe in meinem langen Wachen finden.“
Dann fügte Er mit einem noch zärtlicheren Ton hinzu: „Tochter meiner Leiden, willst du wissen, wer Mich vor dieser so harten Pein des ständigen Wachens verschont?
Eine Seele, die in meinem Willen lebt; ja mehr noch, sobald sie sich zum Leben in Ihm entschließt, erkläre Ich sie zu meiner Tochter und rufe den ganzen Himmel, die Heiligste Dreifaltigkeit, um die neue Tochter zu feiern, die Ich erworben habe.
Alle erkennen sie, denn Ich schreibe ihren Namen mit unauslöschlichen Buchstaben in mein Herz und schreibe in meiner stets brennenden Liebe: ‚Meine Tochter.’ In meinem Willen nun ist sie immer bei Mir, und alles, was Ich tue, tut auch sie.
Daher wird sie in meinen ständigen Neugeburten [Wieder-Auferstehungen] zugleich mit Mir wiedergeboren, und Ich schreibe [in mein Herz] ‚Die Tochter meiner Geburt.’
Wenn der Undank der Menschen Mich zum Weinen bringt, weint sie gemeinsam mit Mir, und Ich schreibe sie sogar in meine Tränen ein: ‚Die Tochter meiner Tränen.’
Mit einem Wort, wenn Ich leide, arbeite, gehe, so schreibe Ich: ‚Die Tochter meiner Leiden, meiner Arbeiten oder Schritte’, und Ich bringe sie überall hin, eingraviert in mein Herz.
Nun, du sollst wissen, dass es zwischen Vater und Kindern unauflösliche, dauerhafte Bande gibt. Niemand kann die Rechte der Vaterschaft und der Nachkommenschaft ignorieren, weder in der übernatürlichen noch in der natürlichen Ordnung.
So fühle Ich Mich als Vater verpflichtet, diese Seele als Erbin meiner Güter, Liebe und Heiligkeit einzusetzen, die Ich so feierlich zu meiner Tochter erklärt habe, dass sie sogar in mein Herz eingeschrieben ist.
Sie nicht zu lieben vermag Ich nicht, denn dies würde Ich als Betrug an meiner Vaterliebe empfinden. So hat sie die Pflicht, Mich zu lieben und die Güter ihres Vaters zu besitzen, Ihn zu verteidigen und bekannt zu machen und ihr Leben einzusetzen, damit niemand Mich beleidigt.
O, wie schön ist es, diese meine Kinder zu sehen, die in meinem Willen leben und Mir sogar sagen: ‚Mein Vater, Du hast schon allzu lange gewacht und bist nun müde.
Ruhe Dich aus; und damit deine Ruhe sanft und süß sei, ruhe in meiner Liebe, und ich werde an deiner statt bei den Seelen wachen. Wer weiß, vielleicht gelingt es mir [, eine Seele zurückzubringen], damit Du sie findest, wenn Du aufwachst!’
Und Ich vertraue ihnen und ruhe etwas aus.“…(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 10. Mai 1938)
„Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet“ (Mt 24,44)
Ich verbrachte einen zerstreuten Tag durch einige Dinge, die ich hörte und von denen es nicht nötig ist, sie zu sagen; ich war auch ein wenig beunruhigt, und so sehr ich es auch versuchte, gelang es mir nicht, mich davon zu befreien.
So sah ich den ganzen Tag meinen süßen Jesus nicht, das Leben meiner Seele, als wäre die Beunruhigung ein Schleier, der sich zwischen mich und Ihn legte, und mich daran hinderte, Ihn zu sehen.
Später, zu fortgeschrittener Nacht, beruhigte sich mein müder Geist, und mein liebenswürdiger Jesus ließ sich sehen, als hätte Er gewartet und sagte schmerzvoll zu mir: „Meine Tochter, heute hast du Mich mit deiner Beunruhigung daran gehindert, dass die Sonne meiner Person in dir aufging.
Die Beunruhigung ist eine Wolke zwischen Mir und dir, welche die Sonnenstrahlen daran hindern, in dich herabzusteigen, und wenn die Strahlen nicht herabsteigen, wie kannst du die Sonne sehen?
Wenn du wüsstest, was es bedeutet, meine Sonne nicht aufgehen zu lassen, das große Übel für dich und die ganze Welt, dann wärest du ganz aufmerksam, dich nie zu beunruhigen.
Denn für die beunruhigten Seelen ist es immer Nacht, und in der Nacht geht die Sonne nicht auf; stattdessen ist es immer Tag für die Friedvollen, und zu welcher Stunde meine Sonne auch aufgehen möchte, die Seele ist immer bereit, die Wohltat meines Kommens anzunehmen.
Außerdem ist die Unruhe nichts anderes als Mangel an Hingabe an Mich, und Ich will dich ganz hingegeben in meine Arme, dass du auch keinen einzigen Gedanken an dich haben darfst, und Ich werde an alles denken.
Fürchte dich nicht, dein Jesus kann nichts anderes tun, als für dich zu sorgen, dich vor allem zu verteidigen. Du kostest Mich viel, viel habe Ich in dich gelegt, Ich allein habe Anrecht auf dich.
Wenn also die Anrechte die Meinen sind, wird der Schutz ganz der Meine sein. Bleibe deshalb im Frieden und fürchte dich nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 18. Oktober 1921)


