43In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte hervorbringt. 44Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
45Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund. 46Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr!, und tut nicht, was ich sage?
47Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt. 48Er ist wie ein Mann, der ein Haus baute und dabei die Erde tief aushob und das Fundament auf einen Felsen stellte. Als nun ein Hochwasser kam und die Flutwelle gegen das Haus prallte, konnte sie es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.
49Wer aber hört und nicht danach handelt, ist wie ein Mann, der sein Haus ohne Fundament auf die Erde baute. Die Flutwelle prallte dagegen, das Haus stürzte sofort in sich zusammen und wurde völlig zerstört.

„Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte hervorbringt“ (Lk 6, 43)

… „Meine Tochter, der primäre Zweck meines Kommens auf die Erde war genau dieser, dass der Mensch in den Schoß meines Willens zurückkehre, wie er daraus hervorging, als er erschaffen wurde; doch um dies zu bewerkstelligen, musste Ich mittels meiner Menschheit die Wurzel, den Stamm, die Zweige, die Blätter und die Blüten bilden, aus denen die himmlischen Früchte meines Willens hervorgehen sollten.
Niemand besitzt eine Frucht ohne den Baum. Dieser Baum wurde mit meinem Blut bewässert, mit meinen Leiden, Seufzern und Tränen kultiviert.
Die Sonne, die über ihm erstrahlte, war einzig die Sonne meines Willens, daher wird es hier mit Sicherheit die Früchte meines Willens geben, doch um die Früchte zu ersehnen, muss man wissen, wie kostbar sie sind, das Gut kennen, das sie bringen, und die Reichtümer, die sie hervorbringen.
Deshalb die vielen Mitteilungen, die Ich dir in meinem Willen gemacht habe, denn die Kenntnis wird den Wunsch wecken, sie zu essen; und wenn die Menschen verkostet haben, was es bedeutet, zu leben, um allein meinen Willen zu tun, werden sie, wenn nicht alle, so doch zum Teil auf den Weg meines Willens zurückkehren; die beiden Willen werden sich den immerwährenden Kuss geben, es wird kein Streit mehr sein zwischen dem menschlichen Willen und dem des Schöpfers, und meine Erlösung wird zu den vielen Früchten, die sie getragen hat, auch die Frucht des „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“ bringen.
Sei daher du die Erste, welche diese Frucht nimmt, und wolle keine andere Speise noch ein anderes Leben, als allein meinen Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 28. Januar 1926)

„Jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen, und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben“ (Lk 6,44)

… Danach fragte ich mich: ‘Welchen Nutzen und welches Gut wird dieser mein Lauf und dieses wiederholte Kreisen in den Akten des Göttlichen Willens bringen?’ Und Jesus, der König des Himmels, fügte hinzu:
„Meine Tochter, du musst wissen, dass jeder geschöpfliche Akt den Wert des Zweckes enthält, mit dem die Seele ihren Akt beseelt. Die Absicht ist wie der Same, der unter der Erde begraben und zugleich mit der Erde zu Staub wird – aber nicht um zu sterben, sondern um wieder zu erstehen und das Pflänzchen hervorzubringen, das voller Zweige, Blüten und Früchte ist, die zu diesem Samen gehören.
Der Same ist nicht zu sehen, er bleibt in seinem Setzling verborgen, doch an den Früchten erkennt man, ob der Same gut oder schlecht ist. So ist die Absicht, sie ist der Same des Lichts und bleibt sozusagen wie begraben und zu Staub geworden im Akt der Seele.
Ist die Absicht heilig, dann werden alle aus dieser Absicht kommenden Akte, heilige Akte sein, da es einen primären Zweck, einen ersten Samen gibt, der die Abfolge von Akten der ersten Absicht beseelt und ihnen Leben gibt. Diese Akte bilden das Leben der Absicht, und in ihnen kann man Blüten und Früchte wahrer Heiligkeit sehen.
Solange die Seele nicht mit ganz bewusstem Willen die primäre Absicht widerruft, vernichtet, kann sie sicher sein, dass ihre Akte in der ersten Absicht eingeschlossen sind.
Dein Lauf in meinem Göttlichen Willen wird nun die Absicht deines Wunsches nach dem Kommen seines Reiches haben, und daher werden all deine Akte in meinem Fiat konzentriert.
Sie verwandeln sich in Samen des Lichts und werden alle zu Akten meines Willens, die beredt mit geheimen und göttlichen Stimmen um dieses so heilige Reich unter den Menschengeschlechtern flehen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 6. März 1932)

„Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist; und ein böser Mensch bringt Böses hervor, weil in seinem Herzen Böses ist. Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (Lk 6,45)

… „Meine Tochter, wer in meinem Göttlichen Wollen lebt, steht unter der ständigen Ausgießung seines Schöpfers. Unsere Liebe zu dieser Seele ist so groß, und der Anblick unseres Fiat in der Kleinheit des Geschöpfs entzückt Uns so sehr, dass Wir ihr stets und unaufhörlich geben wollen.
Nun, diese unsere Göttlichen Ausgießungen füllen die Seele so sehr, dass sie keinerlei Leere in ihr zurücklassen. So findet sie, wohin sie sich auch aufstützt, stets die Fülle unseres Gnadenergusses vor, der sie aufrecht hält, sodass sie sich nicht [quasi in Selbstreflexion] über sich selbst beugen kann, weil unser Gnadenerguss sie aufrecht hält und wie im Triumph in seinen Armen trägt.
Doch weißt du, was Wir [in ihre Seele] ausgießen? Liebe, Licht, Gnade, Heiligkeit, Macht usw. Nun, diese unsere Eigenschaften wetteifern miteinander, wer dieses kleine Geschöpf in seinen Armen tragen darf.
Sie scheinen untereinander zu konkurrieren und wechseln sich ab, um sagen zu können: ‚Wir alle haben sie getragen.’ Und obgleich alle sie in ihren Armen tragen, trägt die Liebe diese Seele und erfüllt sie so sehr mit Liebe, dass sie es verkostet, diese ganz kleine Seele in ihrer Liebe ertränkt zu sehen.
Die Liebe ist erst dann zufrieden, die Seele in die Arme des Lichtes weiterzureichen, wenn sie sieht, dass die Seele an ihrer Liebe überfließt – weil sie [alle] sehen möchten, wie diese ganz Kleine das wiederholt, was ihr Schöpfer getan hat.
Das Licht findet seine Wonne darin, sie mit Licht zu ertränken, die Gnade, sie mit ihrer Gnade zu ertränken, die Macht, sie mit ihrer Macht zu ertränken – doch so intensiv, dass selbst der Schöpfer entzückt ist.
Kurzum, diese winzige Kreatur lebt unter der kontinuierlichen Gnadenausgießung Gottes, welche sie so sehr erfüllt, dass sie sich wie ertränkt fühlt und diese nicht fassen kann, sodass sie genötigt ist, sie nach außen überfließen zu lassen.
So ist das, was du über meinen Göttlichen Willen sagst, nur der Ausfluss dessen, was du in dir einschließt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 21. Mai 1929)

„Ich will euch zeigen, wem ein Mensch gleicht, der zu mir kommt und meine Worte hört und danach handelt“ (Lk 6,47)

… Dann dachte ich über das nach, was Jesus mir gesagt hatte und fragte mich: „Wie kann man dies in die Praxis umsetzen?” Und Jesus, der zurückkehrte, fügte hinzu:
„Meine Tochter, um die Wahrheiten kennen zu lernen, ist es nötig, den Willen und den Wunsch zu haben, sie zu kennen. Stelle dir ein Zimmer vor, in dem die Fensterläden geschlossen sind.
Wie viel Sonne es auch draußen gibt, das Zimmer wird immer dunkel bleiben. Nun, die Läden zu öffnen, bedeutet, das Licht zu wollen.
Aber das genügt nicht, wenn jener, der die Läden öffnet, nicht vom Licht profitiert, um das Zimmer aufzuräumen, abzustauben, und sich an die Ar-beit zu machen, beinahe so, um das Licht, das gegeben wurde, nicht totzuschlagen und sich als undankbar zu erweisen.
So genügt es nicht, den Willen zu haben, um die Wahrheiten kennenzulernen, wenn jemand im Licht der Wahrheit, das ihn erleuchtet, nicht danach strebt, sich von seinen Schwächen abzustauben und sich gemäß dem Licht der Wahrheit, das er kennt, neu zu ordnen, und sich gemeinsam mit dem Licht der Wahrheit an die Arbeit zu machen, aus ihm seine eigene Substanz zu machen, auf eine Art, dass das Licht, welches er aufgenommen hat, aus seinem Mund, aus seinen Händen, aus seinem Benehmen durchscheint.
Das wäre so, als würde man die Wahrheit töten, und sie nicht in die Praxis umzusetzen würde bedeuten, in völliger Unordnung angesichts des Lichtes zu bleiben. Armes Zimmer, voller Licht, doch ganz durcheinander, drunter und drüber und in völliger Unordnung, und drinnen eine Person, die sich nicht die Mühe macht, es wieder zu ordnen.
Welches Mitleid würde sie nicht erregen? So ist jemand, der die Wahrheiten kennt und sie nicht praktiziert. Wisse jedoch, dass in allen Wahrheiten als erste Nahrung die Einfachheit eintritt, wenn die Wahrheiten nicht einfach wären, wären sie nicht Licht, und könnten nicht in den menschlichen Geist eintreten, um ihn zu erleuchten, und wo kein Licht ist, kann man die Gegenstände nicht unterscheiden.
Die Einfachheit ist nicht nur Licht, sondern auch wie die Luft, die man atmet, und die, während sie unsichtbar ist, allen den Atem gibt; wenn es nicht um der Luft willen wäre, blieben die Erde und alle Menschen ohne Bewegung.
Wenn also die Tugenden und Wahrheiten nicht den Stempel der Einfachheit tragen, sind sie ohne Licht und ohne Luft.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 19. November 1921)