Mittwoch der 26. Woche im Jahreskreis (Lk 9,57-62)
57In jener Zeit als Jesus und seine Jünger auf ihrem Weg weiterzogen, redete ein Mann Jesus an und sagte: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 58Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.
59Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der erwiderte: Lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben. 60Jesus sagte zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde das Reich Gottes!
61Wieder ein anderer sagte: Ich will dir nachfolgen, Herr. Zuvor aber lass mich von meiner Familie Abschied nehmen. 62Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes.
„Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach!“ (Lk 9,59)
Mein gewöhnlicher Zustand dauert an, und mein stets liebenswürdiger Jesus lässt sich gleichsam wie ein Blitz und flüchtig blicken, und wenn ich mich beklage, sagte Er zu mir: „Meine Tochter, meine arme Tochter, wenn du wüsstest, was geschehen wird, würdest du viel leiden; und um dich nicht so sehr leiden zu lassen, suche Ich Mich dir zu entziehen.“
Und ich beklagte mich wieder indem ich sagte: „Mein Leben, das habe ich mir von Dir nicht erwartet, es schien, als könntest und wüsstest Du nicht, ohne mich zu sein, und nun lässt Du Stunde um Stunde vergehen, und manchmal scheint es, als wolltest Du auch den ganzen Tag vorbeigehen lassen. Jesus, tue mir das nicht an, wie hast Du Dich verändert!“ Jesus überrascht mich und sagt zu mir:
„Beruhige dich, beruhige dich, Ich habe Mich nicht geändert, Ich bin unveränderlich, ja Ich sage dir vielmehr, wenn Ich Mich der Seele mitteile, sie fest an Mich gedrückt und zu ihr gesprochen habe und meiner Liebe einen Erguss verschafft habe – dies wird zwischen der Seele und Mir niemals getrennt.
Ich ändere höchstens die Art und Weise, bald auf die eine Weise, bald auf eine andere, aber stets sinne Ich nach, wie Ich mit ihr sprechen und meiner Liebe ihr gegenüber ergießen kann. Und siehst du nicht selbst, wenn Ich dir am Morgen nichts gesagt habe, dass Ich gleichsam auf den Abend warte, um dir ein Wort mitzuteilen?
Und wenn sie die Anwendungen meiner Passion betrachten, ergieße Ich Mich, da Ich in dir weile, über den Rand deiner Seele, und spreche zu dir über die vertrautesten Dinge, die Ich bis jetzt noch nicht geoffenbart habe, und wie die Seele Mir in diesem meinem Wirken nachfolgen soll: diese Betrachtungen werden der Spiegel meines inneren Lebens sein, und wer sich in ihnen spiegelt, wird in sich mein eigenes Leben von neuem wiederholen.
O, wie sehr offenbaren sie meine Liebe, den Durst nach Seelen, in jeder Faser meines Herzens, in jedem Atemzug, Gedanken, usw., daher spreche Ich zu dir mehr als je zuvor, aber sobald Ich aufhöre, verberge Ich Mich, und du sagst, wenn du Mich nicht siehst, dass Ich Mich geändert habe.
Ich sage dir vielmehr, wenn du mit deiner Stimme das, was Ich dir in deinem Inneren sage, nicht wiederholen willst, behinderst du den Erguss meiner Liebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. März 1917)
„Jesus erwiderte ihm: Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und nochmals zurückblickt, taugt für das Reich Gottes“ (Lk 9,62)
Ich hatte die hl. Kommunion empfangen und betete zum guten Jesus für einen Priester, der wissen wollte, ob der Herr ihn zum gottgeweihten Stand berief, und der gute Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, Ich rufe ihn, doch er ist stets unentschlossen. Die Seelen, die nicht zielstrebig sind, sind zu nichts nütze, während einer, der bestimmt und entschlossen ist, alle Schwierigkeiten überwindet und auflöst.
Und wenn eben jene, die diese Schwierigkeiten verursachen, ihn so entschlossen sehen, werden sie [in ihrer Position] entkräftet und haben nicht den Mut, sich ihm entgegenzusetzen. Es ist eine kleine Anhänglichkeit, die ihn bindet, und Ich möchte meine Gnade nicht in Herzen verseuchen [lassen], die nicht von allen losgeschält sind.
Er soll sich von allem und von allen losschälen, dann wird meine Gnade ihn noch mehr überfluten, und er wird die nötige Kraft fühlen, meinem Ruf zu folgen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 24. Dezember 1910)
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Anbetungswürdiger Jesus! Während ich Anteil genommen habe an den Schmerzen deines Abschiedes und den Schmerzen deiner geprüften Mutter, sehe ich, dass du dich entscheidest, dahin zu gehen, wohin der Wille des Vaters dich ruft.
Und doch verbindet Sohn und Mutter eine Liebe, die euch unzertrennlich macht. So lässt du dich, mein Jesus, im Herzen deiner Mutter zurück, und deine gütige Mutter lässt sich in dir zurück.
Indem ihr euch gegenseitig segnet, umarmst du, Jesus, deine Mutter zum letzten Mal, flößt ihr Starkmut ein in dem herben Leide, das auf sie wartet, gibst ihr den letzten Abschiedsgruß und gehst davon.
Aber dein bleiches Antlitz, deine bebenden Lippen, deine von Schmerz überwältigte Stimme, als wolltest du beim Abschied in Tränen ausbrechen, sagt mir, wie sehr du deine Mutter liebst und wie schwer du leidest, da du sie verlassen musst. Um jedoch den Willen des Vaters zu erfüllen, unterwerft ihr euch, in Liebe vereint, diesem höchsten Willen.
Ihr leistet damit Sühne für jene, die sich nicht um den Willen Gottes kümmern wegen zu großer Anhänglichkeit an Verwandte und Freunde, oder weil sie die erlaubten und heiligen Zuneigungen nicht besiegen können, wenn es sein muss.
Sie entsprechen somit nicht jenem Grade der Heiligkeit, zu dem Gott sie beruft. Jesus, welchen Schmerz bereiten dir jene Seelen, die von ihrem Herzen deine Liebe zurückweisen, um sich zufriedenzugeben mit der Liebe der Geschöpfe! (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 18 bis 19 Uhr: Jesus trennt sich von seiner Mutter und macht sich auf den Weg zum Abendmahlsaal)


