47In jener Zeit sah Jesus Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. 48Natanaël fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.
49Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel! 50Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.
51Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.

„Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn“ (Joh 1,51)

… Dann dachte ich an das, was mir durch den Geist gegangen war, dass mir nämlich vorkam, als wäre anstatt Jesus, mein [Schutz]Engel in meiner Nähe, und ich fragte mich: „Warum der Engel und nicht Jesus?”
Da nahm ich seine Bewegung in meinem Inneren wahr, und Er sprach zu mir: „Meine Tochter, willst du wissen, warum die Engel so sind, wie sie sind – warum sie sich so schön und rein bewahrten, wie sie aus meinen Händen hervorgingen? Weil sie stets felsenfest in diesem primären Akt geblieben sind, in dem sie erschaffen wurden.
Da sie also in diesem primären Akt ihrer Existenz bleiben, bleiben sie in jenem einen einzigen Akt meines Willens, der keine Abfolge von Akten kennt und sich somit nicht verändert und weder zu noch abnimmt, und alle möglichen und vorstellbaren Güter in sich schließt. Da sich die Engel in diesem einzigen Akt meines Willens bewahren, der sie hervorgebracht hat, halten sie sich unwandelbar, schön und rein.
Sie haben von ihrer ersten Existenz nichts verloren und ihre ganze Seligkeit besteht darin, freiwillig in diesem einzigen Akt meines Willens zu bleiben. Alles finden sie im Umkreis meines Willens, und für ihre Glückseligkeit wünschen sie nichts anderes, als was ihnen mein Wille zur Verfügung stellt.
Doch weißt du, warum es verschiedene Chöre von Engeln gibt, und der eine höher als der andere ist? Es gibt welche, die näher bei meinem Thron sind, weißt du, warum? Weil mein Wille sich in seinem Akt manifestiert hat, aber einigen [hat Er sich] durch eine einzige Ausdehnung von Erkenntnis und Eigenschaften [geoffenbart], einigen durch zwei, einigen durch drei, durch vier… bis zu den neun Chören.
Mit jeder zusätzlichen Manifestation des einen Aktes meines Willens [die sie empfingen], wurden einige den anderen übergeordnet, und so waren die einen fähiger und würdiger als die anderen, meinem Thron nahe zu sein. Je mehr sich also mein Wille offenbart, und die Engel sich in Ihm bewahren, umso mehr werden sie erhöht, verschönert, beseligt und den anderen übergeordnet.
Du siehst nun, dass alles auf meinen Willen ankommt, und darauf, dass sie sich in Ihm zu bewahren vermochten, ohne je aus Ihm auszutreten, von dem sie hervorgegangen sind. Je nach der größeren oder geringeren Erkenntnis meines Höchsten Willens entstanden die verschiedenen Engelchöre, ihre unterschiedlichen Schönheiten, ihre mannigfaltigen Aufgaben und die Hierarchie des Himmels.
Wenn du wüsstest, was eine größere Erkenntnis meines Willens bedeutet, was es heißt, einen weiteren Akt in Ihm zu tun, sich in diesem meinem erkannten Willen zu halten und in Ihm zu handeln, in Dem das [menschliche] Geschöpf gebildet wird und somit die Aufgabe, die Schönheit und Erhabenheit jeden Geschöpfs, o – um wie viel mehr würdest du die verschiedenen Kenntnisse schätzen, die Ich dir über meinen Willen geoffenbart habe!
Eine zusätzliche Kenntnis über meinen Willen erhebt die Seele zu solch erhabener Höhe, dass selbst die Engel erstaunt und hingerissen sind und Mir ununterbrochen bekennen: „Heilig, heilig, heilig.”
Mein Wille manifestiert sich und ruft die Dinge aus dem Nichts, indem Er Wesen schafft; Er gibt sich der Seele kund und schmückt sie [zugleich], Er offenbart sich und erhebt sie noch höher, Er teilt sich ihr mit und vermehrt das Leben Gottes in ihr, Er tut sich kund und wirkt in ihr neue und nie gekannte Wunder.
So kannst du aus dem Vielen, das Ich dir über meinen Willen geoffenbart habe, begreifen, was Ich aus dir machen möchte und wie sehr Ich dich liebe, und dass dein Leben eine Kette von ständigen, in meinem Willen vollbrachten Akten sein soll.
Wäre der Mensch, so wie der Engel, nie aus jenem primären Akt hinausgegangen, in dem mein Wille ihn hervorgebracht hatte – welche Ordnung, welche Wunder hätte man dann nicht auf der Erde gesehen?
Daher, meine Tochter, verlasse nie deinen Ursprung, in dem mein Wille dich erschuf, und dein erster Akt möge stets mein Wille sein.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 30. Oktober 1924)

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Ich betete gerade die Stundenuhr des Leidens, und der gebenedeite Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, im Verlauf meines sterblichen Lebens gaben Tausende und Tausende von Engeln meiner Menschheit das Geleit und sammelten alles, was Ich tat: die Schritte, die Werke, die Worte, auch die Seufzer, die Leiden, die Tropfen meines Blutes, mit einem Wort alles.
Es waren Engel, die zu meiner Bewachung beauftragt waren, um Mir Ehre zu erweisen, allen meinen Winken gehorsam; sie stiegen zum Himmel auf und nieder, um dem Vater das zu bringen, was Ich tat.
Nun haben diese Engel eine besondere Aufgabe, und sobald die Seele das Gedächtnis meines Lebens, meiner Passion, meines Blutes, meiner Wunden und meiner Gebete begeht, stellen sie sich rund um diese Seele, um ihre Worte, ihre Gebete und Mitleidsakte aufzunehmen, die sie Mir erzeigt, sowie die Tränen und Aufopferungen, vereinen sie mit den Meinen und tragen sie vor meine Majestät, um Mir die Ehre meines eigenen Lebens zu erneuern.
So groß ist die Freude der Engel, dass sie ehrfürchtig dastehen, um zu vernehmen, was die Seele sagt, und zusammen mit ihr beten: mit welcher Aufmerksamkeit und Ehrfurcht muss daher die Seele jene Stunden verrichten, wenn sie daran denkt, dass die Engel an ihren Lippen hängen um neben ihr zu wiederholen, was die Seele spricht!“
Dann fügte Er hinzu: „Nach so viel Bitterkeit, die die Geschöpfe Mir zufügen, sind jene Stunden der Passion die kleinen süßen Schlückchen, die die Seelen Mir geben, aber im Vergleich zu so vielen bitteren Schlucken, die Ich bekomme, sind die süßen zu wenig.
Deshalb: mehr Verbreitung, mehr Verbreitung!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 13. Oktober 1916)

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Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, fühlte ich mich ganz im Göttlichen Wollen verloren, und mein süßer Jesus sagte:
„Meine Tochter, wie die Sonne die Pflanze nicht verlässt, sondern sie mit ihrem Licht liebkost und mit ihrer Wärme befruchtet, bis diese Blüten und Früchte hervorbringt, und sie eifersüchtig heranreifen lässt, sie mit ihrem Licht beschützt, und sie erst dann entlässt, wenn der Bauer sie erntet um Speise daraus zu machen, so ist es mit den in meinem Willen getanen Akten: meine Liebe und Eifersucht auf sie ist so groß, dass die Gnade sie liebkost, meine Liebe sie empfängt, sie befruchtet und reifen lässt.
Ich stelle tausende von Engeln zum Schutz auf für einen einzigen Akt, der in meinem Wollen getan wird, denn da diese in meinem Willen verrichteten Akte Samen dafür sind, dass mein Wille auf Erden wie im Himmel geschehen möge, sind alle eifersüchtig auf diese Akte.
Ihr Tau ist mein Atem, ihr Schatten ist mein Licht, die Engel sind hingerissen davon und beten sie ehrfürchtig an, denn sie sehen in jenen Akten den ewigen Willen, der ihre ganze Anbetung verdient.
Erst dann werden diese Akte entlassen, wenn Ich andere Seelen finde, die sie wie göttliche Früchte ernten, und daraus eine Speise für ihre eigenen Seelen machen. O, die Fruchtbarkeit und Vielfalt dieser Akte! Das Geschöpf selbst, das sie tut, kann sie nicht zählen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 25. April 1922)

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„… So war mein Leben hier unten nichts als ein ständiger Akt heroischer Liebe, der Eroberungen und Triumphen nie eine Grenze setzte, um meine Kinder glücklich zu machen. Dies tat Ich bei allem.
Wenn Ich Mich auf den Weg machte, hätte Ich Mich von einer Stadt zur anderen begeben können, ohne [mühsam] gehen zu müssen. Doch wollte Ich wandern, um in jeden Schritt meine Liebe zu legen – in jeden Schritt, den Ich dahineilte – und Ich machte mich so zum Eroberer und Triumphator über meine Schritte.
O, hätten die Menschen auf Mich geachtet, dann hätten sie in meinen Schritten den ständigen Ruf gehört: ‚Ich eile, ich laufe auf der Suche nach den Menschen, um sie zu lieben und geliebt zu werden’!
Wenn Ich mit dem hl. Joseph arbeitete, um das Lebensnotwendige zu beschaffen, war es die Liebe, die eilte, und Ich errang Eroberungen und Triumphe, da Mir ja ein Fiat genügt hätte, um alles zur Verfügung zu haben.
Die Himmel staunten, dass Ich Mich meiner Hände für ein geringes Einkommen bediente; die Engel verstummten hingerissen, als sie sahen, wie Ich Mich zu den demütigsten Handlungen des Lebens herabließ, doch meine Liebe fand [in ihnen] ihr Ventil; sie füllte meine Akte, floss in ihnen über, und Ich war immer der göttliche Eroberer und Triumphator.
Für Mich war die Nahrung nicht nötig, doch Ich nahm sie zu Mir, um noch mehr Liebe strömen zu lassen und neue Eroberungen und Triumphe zu sammeln.
So verrichtete Ich die demütigsten und niedrigsten Dinge des Lebens, die für Mich nicht notwendig waren; doch Ich tat es, damit sich meine Liebe auf so vielen verschiedenen Wegen verströmen konnte und um neue Eroberungen und Triumphe über meine Menschheit zu erringen und daraus eine Gabe für jene zu machen, die Ich so sehr liebte.
Wer also meine Liebe nicht aufnimmt und Mich nicht liebt, bildet mein härtestes Martyrium und kreuzigt meine Liebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 16. April 1933)