Montag der 31. Woche im Jahreskreis (Lk 14,12-14)
12In jener Zeit sprach Jesus zu einem der führenden Pharisäer, der ihn zum Essen eingeladen hatte: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten.
13Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. 14Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
„Lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten“ (Lk 14, 12)
… „Meine Tochter, die größten Werke, die unser Höchstes Wesen wirkte, tat Es alle unentgeltlich, ohne dabei zu berücksichtigen, ob die Geschöpfe sie verdienen oder Uns um diese Werke bitten würden.
Würden Wir darauf achten, so hätte man Uns die Arme binden müssen, damit Wir keine Werke mehr tun. Und wenn Uns die undankbaren Geschöpfe dafür nicht verherrlichen, hätten Wir nicht einmal den Ruhm, dass Uns die eigenen Werke verherrlichen und preisen.
Nein, nein! Ein einziges Werk von Uns verherrlicht Uns mehr als alle Werke aller Menschengeschlechter zusammen. Ein vollendeter Akt unseres Willens füllt Himmel und Erde.
Er stellt mit seiner regenerierenden und mitteilenden Eigenschaft und Macht so viel Herrlichkeit für Uns wieder her, dass sie nie ein Ende hat, und welche die Geschöpfe kaum in kleinen Tropfen begreifen können.
In der Tat, welches Verdienst hatte der Mensch, dass Wir den Himmel, die Sonne und alles Übrige schufen? Er existierte noch nicht einmal und konnte Uns nichts sagen. So war die Schöpfung ein großes, ganz unentgeltliches Werk Gottes von wunderbarer Pracht.
Und glaubst du, dass der Menschen die Erlösung verdient hat? Keinesfalls. Auch sie war ein ganz freies Werk von Uns, und wenn er zu Uns darum betete, so deshalb, weil Wir ihm die Verheißung des zukünftigen Erlösers gegeben hatten, und nicht er, sondern Wir als erste davon sprachen.
Die Fleischwerdung des WORTES war unser ganz freier Ratschluss, der sich dann erfüllte, als die Sünde und der Undank des Menschen auf der Erde grassierten und sie überfluteten.
Wenn die Menschen scheinbar etwas vollbrachten, waren dies kaum Tröpfchen, die nicht ausreichten, ein so großes unglaubliches Werk zu verdienen: dass sich nämlich ein Gott dem Menschen ähnlich macht, um ihn zu retten – und der Ihn dann so schwer beleidigte.
Nun wird [auch] das große Werk der Bekanntmachung meines Willens, damit Er unter den Menschen zur Herrschaft komme, ein ganz kostenloses Werk von Uns sein.
Man täuscht sich, wenn man glaubt, dass es auf das Verdienst und den Anteil der Geschöpfe ankommt. Ach ja, diesen Anteil wird es geben – so wie die kleinen Tropfen [seitens] der Juden, als Ich zur Erlösung kam.
Doch das Geschöpf bleibt immer Geschöpf. Daher werden Wir unsererseits ganz umsonst tätig sein und das Geschöpf mit Licht, Gnade und Liebe überhäufen.
Wir werden es auf eine Weise überwältigen, dass es eine nie gefühlte Kraft, eine nie erfahrene Liebe empfindet und unser vibrierendes Leben noch lebhafter in seiner Seele spürt, sodass ihm die Herrschaft unseres Willens süß scheinen wird.
Dieses unser Leben existiert immer noch in der Seele des Menschen, das Wir ihm am Beginn der Schöpfung schenkten – aber es ist jetzt so unterdrückt und verborgen, als wäre es nicht vorhanden.
Es gleicht dem Feuer unter der Asche, die es zudeckt und gleichsam zusammendrückt und somit verhindert, dass man seine angenehme lebendige Wärme verspürt.
Doch wenn z.B. ein starker Wind aufkommt, fliegt die Asche vom Feuer weg, und man sieht und spürt das lebendige Feuer.
So wird der kräftige Wind des Lichtes meines Fiat das Böse und die Leidenschaften vertreiben, welche wie die Asche das göttliche Leben in den Menschen verbergen; wenn sie es dann lebendig fühlen, werden sie sich schämen, dass sie unseren Willen nicht herrschen lassen.
Meine Tochter, die Zeit wird alles weisen, und wer nicht glaubt, wird beschämt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 26. März 1933)
„… Wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten…“ (Lk 14,13+14)
Als ich in meinem gewohnten Zustand war, sah ich meinen anbetungswürdigen Jesus mehrere Male, doch stets im Schweigen. Ich fühlte mich ganz verwirrt und wagte nicht, Ihn etwas zu fragen, doch es schien, dass Er mir etwas sagen wollte, das sein Heiligstes Herz verwundete. Bei seinem letzten Kommen schließlich tat Er mir kund:
„Meine Tochter, wahre Liebe muss uneigennützig sein, sowohl auf der Seite dessen, der sie ausübt, wie auf der Seite dessen, der sie empfängt. Wenn Eigennutz vorhanden ist, bringt dieser Schmutz einen Rauch hervor, der den Geist blendet und die Seele daran hindert, den Einfluss und die Wirkungen der göttlichen Liebe zu empfangen.
Deshalb nimmt man in so vielen Werken, die getan werden, selbst heiligen, bei vielen wohltätigen Werken, die durchgeführt werden, so etwas wie eine Leere wahr, und die Seelen empfangen nicht die Frucht der Liebe, die sie ausüben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 31. Juli 1902)
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Ich brachte nach meiner Gewohnheit meinem süßen Jesus die ganze Menschheitsfamilie, betete, sühnte und leistete Ersatz im Namen aller für das, was jeder zu tun verpflichtet ist; aber während ich dies tat, kam mir ein Gedanke: ‚Denke und bete für dich selbst, siehst du nicht, in welchen leidvollen Zustand du geraten bist?‘
Und ich schickte mich gleichsam an, dies zu tun, als sich mein Jesus in meinem Inneren bewegte, mich an sich zog und zu mir sprach: „Meine Tochter, warum willst du dich von meiner Ähnlichkeit entfernen? Ich dachte nie an Mich selbst.
Die Heiligkeit meiner Menschheit war völlige Uneigennützigkeit. Nichts tat Ich für Mich, sondern litt und tat alles für die Geschöpfe. Meine Liebe kann man eine wahrhafte nennen, weil sie von meiner eigenen Selbstlosigkeit geprägt war.
Man kann nicht sagen, dass da, wo Eigennutz ist, eine Quelle der Wahrheit wäre, andererseits ist die selbstlose Seele diejenige, die am meisten vorwärtskommt. Und während sie vorankommt, ergreift das Meer meiner Gnade sie von hinten und umflutet sie derart, dass sie ganz versenkt wird, ohne dass sie daran denkt.
Die Seele, die hingegen an sich selbst denkt, ist die letzte, das Meer meiner Gnade ist vor ihr, und sie muss mit der Kraft ihrer Arme das Meer durchpflügen, wenn es ihr überhaupt gelingt; denn der Gedanke an sich selbst wird ihr viele Hindernisse bereiten, dass es ihr Angst einjagt, sich in mein Meer zu werfen, und sie läuft Gefahr, am Ufer stehen zu bleiben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 22. Juni 1920)
„Du wirst selig sein, denn sie haben nichts, um es dir zu vergelten“ (Lk 14, 14)
Als ich Ihn weiterhin ein wenig ungehalten über die Welt sah, wollte ich mich darum kümmern, Ihn zu besänftigen, doch Er lenkte mich ab, indem Er zu mir sagte:
„Die für Mich annehmbarste Liebe ist jene gegenüber denen, die Mir am nächsten sind, und das sind die Seelen im Reinigungsort, denn sie sind in meiner Gnade gefestigt, und es gibt keinen Gegensatz zwischen meinem Willen und dem ihren.
Sie leben ununterbrochen in Mir und lieben Mich brennend, und Ich bin gezwungen, sie in meinem Inneren selbst leiden zu sehen, unfähig, sich selbst die geringste Erleichterung zu verschaffen.
O, wie gemartert ist mein Herz durch die Lage dieser Seelen, denn sie sind nicht weit weg, sondern Mir nahe, ja nicht nur nahe, sondern in meinem Innern!
Wie wohlgefällig ist meinem Herzen jemand, der sich ihrer annimmt! Stelle dir vor, mit dir lebten zusammen eine Mutter oder eine Schwester, die in einem Leidenszustand sind und unfähig wären, sich selber zu helfen; und dann wohnt noch ein Fremder außerhalb deines Hauses, zwar auch im Leiden, doch fähig, sich selber zu helfen.
Würde es dir nicht mehr gefallen, wenn jemand sich darum kümmert, deiner Mutter oder deiner Schwester Erleichterung zu bringen, als dem Fremden, der sich selber helfen kann?“ Und ich: „Sicher, Herr!“
Dann fügte Er hinzu: „Die zweite für mein Herz annehmbarste Liebe gilt jenen, die, obwohl sie auf dieser Erde leben, beinahe wie diese Seelen im Fegefeuer sind, d.h., sie lieben Mich, tun stets meinen Willen und interessieren sich für meine Dinge, als wären es ihre eigenen.
Wenn diese nun bedrückt, in Nöten oder in einem Leidenszustand sind, und jemand sich damit befasst, sie zu erleichtern und ihnen zu helfen, gefällt dies meinem Herzen mehr, als wenn es anderen getan würde.“
Dann zog sich Jesus zurück, und ich befand mich in mir selbst; mir schien, dass dies [Gesagte] nicht wahrheitsgemäß sei. So ließ mich mein anbetungswürdiger Jesus, als Er zurückkam, verstehen, dass das Gesagte der Wahrheit entsprach.
Nur über die von Ihm getrennten Glieder, d.h. die Sünder, sollte noch etwas gesagt werden: wenn sich jemand damit befasst, diese Glieder wieder zu vereinigen, wäre dies seinem Herzen sehr wohlgefällig.
Der Unterschied ist dieser: wenn ein Sünder bedrückt und im Unglück ist, und jemand nimmt sich seiner an, nicht um ihn zu bekehren, sondern ihn zu erleichtern und ihm materiell zu helfen, so findet der Herr mehr Gefallen daran, als wenn dies für jene getan würde, die in der Ordnung der Gnade sind.
Denn wenn diese leiden, ist es stets entweder von der Liebe Gottes zu ihnen, oder von ihrer Liebe zu Gott verursacht; wenn aber die Sünder leiden, so sieht der Herr in ihnen das Zeichen der Schuld und ihres widersetzlichen Willens.
So schien ich es zu verstehen; übrigens überlasse ich das Urteil jenen, die das Recht haben, mich zu beurteilen, ob dies der Wahrheit entspricht oder nicht. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 16. Januar 1901)


