17In jener Zeit, als Jesus in Betanien ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. 18Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.
19Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
21Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. 22Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. 24Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag.
25Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, 26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
27Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

„Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (Joh 11, 25+26)

… Die Messe sagt uns auch, dass unsere Körper, zerfallen und im Tod zu Asche geworden, am Tag des Gerichts zusammen mit Christus, wieder auferstehen werden zu einem unsterblichen und glorreichen Leben.
Jesus ließ mich verstehen, dass die tröstlichste Sache für einen Christen und die höchsten und erhabensten Geheimnisse unserer heiligen Religion die hl. Eucharistie und die Auferstehung unseres Leibes zur Herrlichkeit sind.
Dies sind tiefe Geheimnisse, die wir erst im Jenseits begreifen werden, doch Jesus im Sakrament lässt sie uns beinahe mit Händen greifen, auf verschiedene Weisen.
Erstens seine Auferstehung, zweitens sein Zustand der Vernichtung unter jenen Gestalten, aber doch ist es so sicher, dass Jesus hier lebendig und wirklich gegenwärtig ist.
Wenn dann diese Gestalten aufgezehrt sind, existiert seine reale Gegenwart nicht länger. Und wenn die Gestalten wieder konsekriert werden, kommt Er wieder, um seinen sakramentalen Zustand anzunehmen. So erinnert uns der sakramentale Herr an die Auferstehung unserer Körper zur Herrlichkeit.
So wie Jesus, wenn seine sakramentale Gestalt endet, im Schoß Gottes, seines Vaters weilt, so werden – wenn unser Leben endet, unsere Seelen hingehen und im Himmel Wohnung nehmen, im Schoß Gottes, während unsere Leiber verzehrt werden, sodass man sagen kann, dass sie quasi nicht mehr existieren; aber dann werden sie durch ein Wunder der Allmacht Gottes neues Leben erhalten, sich mit der Seele vereinen, und sich vereint der ewigen Seligkeit erfreuen.
Kann es etwas Tröstlicheres für das menschliche Herz geben als die Tatsache, dass nicht nur die Seele, sondern auch der Leib die ewige Freude genießen wird? Es scheint mir, dass es an jenem erhabenen Tag so sein wird, wie wenn der Himmel sternenübersät wäre und die Sonne herauskäme.
Was geschieht? Mit ihrem unermesslichen Licht absorbiert die Sonne die Sterne und lässt sie verschwinden; doch die Sterne existieren [weiter].
Die Sonne ist Gott, und alle seligen Seelen sind die Sterne. Mit Seinem unermesslichen Licht wird Gott uns alle in Sich absorbieren, sodass wir in Gott existieren und im unermesslichen Meer Gottes schwimmen werden.
O, wie viele Dinge sagt uns Jesus im Sakrament, aber wer kann sie alle aufzählen? Es würde wirklich zu lange werden, aber wenn der Herr es erlaubt, werde ich Weiteres bei anderen Gelegenheiten sagen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1-204)

—————-

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, kam mein geliebtester Jesus nach langem Warten für eine kleine Weile, und sich in meiner Nähe niederlassend, sagte Er mir:
„Meine Tochter, wer sich in allem meinem Leben anzugleichen sucht, tut nichts anderes, als all dem einen weiteren und besonderen Duft hinzuzufügen, was Ich in meinem Leben getan habe, sodass er den Himmel und die ganze Kirche mit Wohlgeruch erfüllt; ja sogar die Bösen fühlen diesen himmlischen Duft wehen.
Dies ist so wahr, dass all die Heiligen nichts anderes als viele Wohlgerüche, und das sind, was die Kirche und den Himmel am meisten erfreut, da sie untereinander verschieden sind.
Nicht nur das, sondern wenn jemand mein Leben fortzusetzen versucht, indem er tut, was Ich tat, wo immer es ihm möglich ist – und wo er es nicht kann, wenigstens mit dem Wunsch und der Intention nach – halte Ich es in meinen Händen, als würde Ich mein ganzes Leben in jener Seele fortsetzen, nicht als etwas Vergangenes, sondern als ob Ich jetzt leben würde.
Dies ist ein Schatz in meinen Händen, denn da Ich den Schatz von allem, was Ich wirkte, verdopple, verwende Ich ihn zum Wohle der ganzen Menschheit. Willst du also nicht eine von diesen sein?“
Ich war ganz verlegen und wusste nichts zu antworten, und Jesus verschwand von mir. Doch ein wenig später kam Er zurück, zusammen mit vielen Menschen, die sich sehr vor dem Tod fürchteten. Als ich dies sah, sagte ich: „Mein liebenswürdiger Jesus, das muss ein Fehler von mir sein, dass ich den Tod nicht fürchte, während ich sehe, dass so viele ihn fürchten.
Weil ich jedoch nur daran denke, dass der Tod mich mit Dir für immer vereinigen und dem Martyrium meiner harten Trennung ein Ende bereiten wird, so macht mir der Gedanke an den Tod nicht nur keine Angst, sondern ist eine Erleichterung, bringt mir Frieden und ich bin festlich gestimmt, ohne auf alle anderen Folgen, welche der Tod mit sich bringt, zu achten.“
Und Jesus: „Tochter, in Wirklichkeit ist diese seltsame Angst vor dem Tod eine Dummheit, wenn jemand alle meine Verdienste, Tugenden und Werke als Reisepass für den Eintritt in den Himmel hat, die Ich allen zum Geschenk gemacht habe.
Jene, die aus ihrem Eigenen etwas hinzugefügt haben, profitieren sogar noch mehr von diesem meinem Geschenk; und welche Angst sollte man mit all diesem Kapital noch vor dem Tod haben?
Vielmehr kann die Seele mit diesem äußerst sicheren Reisepass eintreten, wo immer sie will, und aus Rücksicht auf ihren Reisepass respektiert sie jeder und lässt sie passieren. Was dich betrifft, so kommt deine gänzliche Furchtlosigkeit vor dem Tod daher, dass du mit Mir zu tun hattest und aus Erfahrung weißt, wie süß und teuer die Vereinigung mit dem höchsten Gut ist.
Wisse jedoch, dass die wohlgefälligste Huldigung, die Mir erwiesen werden kann, der Wunsch zu sterben ist, um sich mit Mir zu vereinen. Das ist die schönste Bereitung, damit die Seele geläutert werde und ohne Unterbrechung geradewegs den Weg in den Himmel gehe.“
Als Er dies gesagt hatte, verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 6. Januar 1902)

—————-

Ich fahre fort, ganz hingegeben im anbetungswürdigen Willen zu leben, und während des Gebetes dachte ich mir: „Wie gerne würde ich in die Gefängnisse der Seelen im Reinigungsort hinabsteigen, um alle daraus zu befreien und sie im Licht des ewigen Willens alle ins himmlische Vaterland zu bringen.”
Da sagte mein süßer Jesus, der sich in meinem Inneren bewegte, zu mir: „Meine Tochter, je mehr die Seelen, die ans andere Ufer gelangt sind, meinem Willen unterworfen waren, je mehr Akte sie in Ihm taten, desto mehr Pfade haben sie sich geschaffen, um die Fürbitten von der Erde zu empfangen.
Je mehr sie also meinen Willen getan und sich die Verbindungswege der Schätze gebildet haben, die es in der Kirche gibt, und die Mir gehören – gibt es also keinen von ihnen gebildeten Weg, der den einen nicht eine Linderung, den anderen ein Gebet, wieder anderen eine Verringerung der Leiden bringt.
Die Fürbitten gehen auf diesen königlichen Pfaden meines Willens, um jeder Seele den Verdienst, die Frucht und das Kapital zu bringen, das sie sich in meinem Willen geschaffen hat, denn ohne Ihn gibt es keine Wege und Mittel, um Fürbitten zu erhalten.
Obwohl die Fürbitten und jede Aktivität der Kirche stets ins Fegefeuer hinabsteigen, gehen sie aber zu jenen, die sich die Pfade geschaffen haben. Für die anderen, die nicht meinen Willen getan haben, sind die Pfade verschlossen oder existieren überhaupt nicht.
Wenn diese gerettet werden, dann deshalb, weil sie zumindest im Augenblick des Todes die höchste Herrschaft meines Willens anerkannt, Ihn angebetet und sich Ihm unterworfen haben. Dieser letzte Akt hat sie in Sicherheit gebracht, sonst wären sie nicht einmal gerettet worden.
Für den, der immer meinen Willen getan hat, existieren keine Wege ins Fegefeuer, sein Leben ist auf den Himmel ausgerichtet. Und wer nicht in allem und immer, aber zum Großteil, meinen Willen anerkannt und sich Ihm unterworfen hat, hat sich so viele Pfade bereitet und empfängt so viel, dass das Fegefeuer ihn sofort zum Himmel schickt.
Wie sich nun die Seelen im Läuterungsort die Pfade bilden mussten, um die Fürbitten zu empfangen, so müssen die Lebenden, um [ihnen] die Fürbitten zukommen zu lassen, meinen Willen tun, um Wege für die Fürbitten ins Fegefeuer hinab schaffen zu können.
Wenn sie die Fürbitten verrichten und meinem Willen ferne sind, werden ihre Fürbitten – da ihnen die Verbindung mit Dem fehlt, der allein alle vereint und verbindet – keinen Weg zum Reinigungsort finden, keine Füße, um zu gehen, und keine Kraft zur Linderung besitzen.
Es werden Fürbitten ohne Leben sein, weil ihnen das wahre Leben meines Willens mangelt, der allein die Macht hat, allen Gütern Leben zu schenken.
Je mehr die Seele von meinem Willen besitzt, umso mehr Wert haben ihre Gebete, Werke und Leiden, so kann sie diesen gesegneten Seelen [im Fegefeuer] mehr Linderung bringen.
Ich messe und teile den Wert allem, was die Seele tun kann, in dem Maß zu, als sie an meinem Willen [Anteil] besitzt. Wenn in allen ihren Akten mein Wille fließt, ist das Maß, das Ich nehme, sehr lang, ja, Ich werde vielmehr nie aufhören, abzumessen und lege so viel Wert hinein, dass man das Gewicht davon nicht berechnen kann.
Wer sich jedoch nicht viel an meinen Willen hält, dessen Maß ist karg und der Wert zählt wenig. Und wenn man sich überhaupt nicht darum kümmert, habe Ich – so viel die Seele auch tun kann – nichts zu messen, noch einen Wert zu verleihen.
Wenn sie also keinen Wert haben, wie können sie jenen Seelen Linderung bringen, die im Fegefeuer nichts anderes kennen noch etwas anderes empfangen können außer dem, was mein ewiges FIAT hervorbringt?
Doch weißt du, wer alle Linderungen, das läuternde Licht, die umwandelnde Liebe bringen kann? Der, welcher in allem das Leben meines Willens besitzt und wo Dieser triumphierend in ihm herrscht.
Diese Seele braucht nicht einmal Pfade, denn da sie meinen Willen besitzt, hat sie das Recht auf alle Wege und kann überall hingelangen, weil sie in sich selbst den königlichen Weg meines Willens besitzt, um in diesen tiefen Kerker zu gehen und ihnen alle Linderung und Befreiung zu bringen.
Umso mehr, als Wir dem Menschen bei seiner Erschaffung unseren Willen als sein besonderes Erbe vermachten, und Wir erkennen all das an, was er in den Grenzen unseres Erbes vollbracht hat, mit dem Wir ihn ausgestattet haben.
Alles Übrige wird von Uns nicht anerkannt, es ist weder unsere Angelegenheit, noch können Wir zulassen, dass etwas in den Himmel eingeht, das nicht von den Geschöpfen entweder in unserem Willen, oder wenigstens um Ihn zu erfüllen, getan wurde.
In Anbetracht der Tatsache, dass die Schöpfung aus dem ewigen FIAT hervorgegangen ist, lässt unser eifersüchtiger Wille keinen Akt in die himmlische Heimat eingehen, der nicht durch sein eigenes FIAT selbst hindurchgegangen ist.
O wenn alle wüssten, was der Wille Gottes bedeutet, und dass alle, vielleicht scheinbar guten Werke, doch Werke leer von Ihm – Werke sind, die leer an Licht, leer an Wert, leer an Leben sind. In den Himmel gehen aber keine Werke ohne Licht, ohne Wert und ohne Leben ein.
O wie aufmerksam wären sie, in allem und stets meinen Willen zu tun!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 3. November 1926)