1Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. 2Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. 3Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.
4Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis deiner Heilung sein.

„Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde“ (Mt 8, 2)

… Danach dachte ich mir: „Jesus liebt seinen Willen so sehr, und Er scheint sich sehr danach zu sehnen, dass Er bekannt werde, damit Er herrsche und regiere, doch mir scheint es schwierig, dass der Göttliche Wille bekannt wird, denn es gibt niemanden, der sich damit beschäftigt, noch hat jemand Interesse daran.
Das ganze Interesse liegt bei Jesus, aber in den Geschöpfen existiert es nicht.
Wenn es daher diese Geschöpfe verabsäumen, Gott diese große Verherrlichung zu erweisen und zugleich den [anderen] Menschen die Fülle aller Güter zu reichen, wie wird das Reich des Ewigen FIAT jemals bekannt werden können?“ Als ich nun darüber nachdachte, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, was dir schwierig erscheint, ist nicht schwierig für Gott; wie es auch in der Erlösung weder Schwierigkeiten gab, noch die ganze menschliche Treulosigkeit den Lauf unserer Liebe behindern konnte, und noch weniger die Erfüllung unserer Willensentscheidung, nämlich dass Ich komme, um das Menschengeschlecht zu erlösen.
Wenn die Gottheit einmal beschließt, einen Akt zu tun, ein Werk auszuführen – wie immer die Ursachen, Umstände und Hindernisse auch sein mögen, dann triumphiert Sie über alles, besiegt alles und führt aus, was Sie beschlossen hat.
So ist es das Bedeutendste und Wichtigste für Gott, das zu beschließen, was Er tun will. Wenn Er das getan hat, so hat Er alles getan. Wenn nun in Uns beschlossen wurde, dass unser Wille bekannt sein soll und sein Reich auf die Erde kommen wird, so ist das gleichsam schon vollzogen.
Wie die Erlösung gewirkt wurde, weil sie von Uns beschlossen worden war, so wird es auch mit unserem Willen sein. Umso mehr, als die Gottheit bei der Schöpfung dieses ihr Reich ganz in Ordnung hervorbrachte, dass es regiere und herrsche.
Beim Sündenfall des Menschen wurde dieses Reich nicht zerstört, sondern blieb unversehrt und existiert noch immer, nur war es für den Menschen suspendiert.
In der Erlösung ebnete Ich alles; und wie Ich alles für die Erlösung des Menschen tat, so tat Ich alles, damit dieses Hemmnis aufgehoben würde und das Geschöpf [wieder] ins Reich des Göttlichen FIAT eintreten könne, wobei Ich der Erlösung den ersten Platz gab, um im Lauf der Zeit den Platz meinem Willen zu überlassen.
So ist die Ausführung eines Reich oder Werkes schwierig, doch wenn es getan ist, ist die Bekanntmachung leicht.
Umso mehr, als es deinem Jesus nicht an Macht fehlt; es ist möglich, dass Ich ein Werk tun möchte und dann [doch] nicht tue – aber nie fehlt es Mir an Macht. Ich werde die Dinge, die Umstände, die Geschöpfe, die Ereignisse so verfügen, dass Ich es leicht mache, meinen Willen bekannt zu machen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 26. Mai 1927)

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Obwohl sich mein armer Geist unter dem Alpdruck qualvoller Leiden befindet, sodass ich sogar zu sterben meine, tue ich, was ich kann, um den Akten des Höchsten Willens zu folgen, wenn auch mit Mühe.
Doch suche ich Ihn wie meine Zuflucht, und um Kraft in dem leidvollen Zustand zu finden, in dem ich mich befinde. Da sagte mein geliebter Jesus voller Mitleid und Zärtlichkeit zu mir:
„Tochter meines Willens, Mut! Betrübe dich nicht allzu sehr. Die Niedergeschlagenheit lässt die Kraft verlieren und lässt dich Dem ferne fühlen, Der in dir lebt und dich so sehr liebt.
Wisse, wenn die Seele in unseren Willen eintritt, um den ihren abzugeben und den Unseren zu nehmen, dann beginnt unser göttliches Echo in ihr, das in unserem Göttlichen Sein ertönt; sobald Wir es vernehmen, sagen Wir: ‚Wer ist es, der solche Kraft besitzt, dass er sogar das Echo seiner Liebe, seines Atems und seines Herzschlags in unserem Höchsten Sein hörbar macht?
Ach ja, es ist eine Seele, die unseren Willen erkannt hat und in Ihn eingetreten ist, um in Ihm zu leben; sie sei Uns willkommen!’ Als Vergeltung lassen Wir auch sie unser Echo in sich vernehmen, auf eine Weise, dass Wir mit einem einzigen Atem atmen, mit einer einzigen Liebe lieben, unser Herz mit einem Schlag pocht.
Wir nehmen wahr, wie die Seele ihr Leben in Uns führt und fühlen Uns nicht alleine. Und die Seele wird spüren, dass Wir in ihr leben – sie hat die Gesellschaft ihres Schöpfers, der sie nie, nie allein lässt.
Du musst wissen, dass keiner in unserem Willen getane Akt je aufhört, sondern sich andauernd wiederholt. Da mein Wille überall ist, wird der Akt im Himmel, in den geschaffenen Dingen und in allen Menschen wiederholt. Darum übertrifft ein Akt in unserem Willen alles.
Er erfüllt Himmel und Erde und bringt Uns solche Liebe und Herrlichkeit dar, dass alle anderen Werke wie kleine Tröpfchen im Vergleich zum Meer sind. Wir selbst sind es nämlich, die Wir Uns im Geschöpf verherrlichen und lieben, das sich mit seinem Schöpfer verhüllt, gleichsam bedeckt und gemeinsam mit Ihm wirkt.
Wie viel Schönes die Menschen daher außerhalb unseres Willens auch zu tun scheinen – es kann Uns nie gefallen, weil es nichts Unsriges ist: es kann sich nicht überall hin ausbreiten, und diese Liebe ist so schwach, dass sie kaum, wenn überhaupt, den Akt bedeckt, den sie getan hat.
Nun, du musst dies wissen: obwohl Wir das Geschöpf sehr lieben, dulden Wir nicht, dass es in unserer Gegenwart ungeziemend, schmutzig, unschön, nackt oder mit elenden Lumpen bedeckt sei.
Es wäre unserer Höchsten Majestät nicht würdig, Kinder zu haben, die Uns nicht ähnlich und irgendwie nicht gut gekleidet sind, nämlich mit dem königlichen Gewand unseres FIAT.
Es wäre so, als hätte ein König sein Heer und seine Untergebenen schlecht ausgestattet. Sie sind voller Schmutz und ihr Anblick erregt Abscheu: Einige sind blind, andere lahm, andere entstellt.
Wäre es nicht eine Schande für diesen König, von einem Heer mitleiderweckender Gestalten umgeben zu sein? Würde man den König nicht verurteilen, der sich nicht darum kümmert, ein Heer aufzustellen, das seiner würdig ist, sodass alle nicht nur voll Bewunderung auf die Majestät des Königs schauen, sondern auch auf sein geordnetes und schönes Heer, die blühenden jungen Leute und auf die Art, wie sie gekleidet sind? Wäre es nicht eine Ehre für den König, von Ministern und einer Armee umgeben zu sein, an deren Anblick er Gefallen findet?
Nun hat unsere unbesiegbare Liebe, die mit dem Geschöpf von Angesicht zu Angesicht verkehren möchte, mit unendlicher Weisheit verfügt, ihm unseren Willen zu geben, damit Er die Seelen mit seinem Licht schmücke, mit seiner Liebe bekleide, mit seiner Heiligkeit heilige.
Du siehst daher, wie nötig es ist, dass unser Wille in der Seele herrsche, weil Er allein die Macht hat, sie zu reinigen und schön zu machen, sodass Er damit unsere göttliche Armee aufstellt. Und Wir werden Uns geehrt fühlen, mit ihnen und in ihnen zu leben.
Sie werden unsere Kinder sein, die Uns umgeben, bekleidet mit unseren königlichen Gewändern und schön gemacht durch die Ähnlichkeit mit Uns. Deshalb reinigt unser Wille zuerst, heiligt und schmückt, und lässt dann die Seele in unseren Willen eintreten, damit sie gemeinsam mit Uns lebe.
Zumal unsere Liebe beim Eintritt der Seele in unseren Willen so groß ist, dass unser Göttliches Wesen seinen Liebesregen auf diese Seele herabströmen lässt. Da alle Engel und Heiligen die Seele von Uns so sehr geliebt sehen, eilen alle zu ihr, um sie zu lieben.
Die Schöpfung selbst jubelt vor Freude, unseren Willen in dieser Seele triumphieren zu sehen und regnet Liebe auf sie herab. O, wie schön ist sie anzusehen, wie alle sie lieben! Und sie ist so dankbar für diese Liebe von allen, dass sie alle liebt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 28. Dezember 1938)

„Ich will es – werde rein!“ (Mt 8, 3)

Ich war in Gedanken versunken über das, was mein süßer Jesus mir über den Göttlichen Willen sagte und sprach zu mir: „Wie ist es möglich, dass die Seele solche Höhen erreichen kann, dass sie mehr im Himmel als auf der Erde lebt?“ Als Jesus dann kam, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, was dem Geschöpf unmöglich ist, ist für Mich alles möglich. Es ist wahr, dass es sich um das größte Wunder meiner Allmacht und meiner Liebe handelt, aber wenn Ich will, kann Ich alles, und das, was schwierig erscheint, ist für Mich ganz leicht.
Ich wünsche jedoch das ‚Ja‘ des Geschöpfes, und dass es sich wie weiches Wachs dem ausliefert, was Ich mit ihm tun will.
Ja, du sollst wissen, dass Ich, bevor Ich eine Seele dazu berufe, gänzlich in meinem Willen zu leben, sie von Zeit zu Zeit rufe, sie von allem entblöße, sie einer Art Gerichtsurteil unterwerfe [in meinem Willen gibt es nämlich keinen Urteilsspruch; alle Dinge bleiben ganz im Einklang mit Mir, daher gibt es in meinem Willen kein Urteil; wer würde es überdies je wagen, das zu beurteilen, was in meinen Willen eingeht? Und Ich richte Mich auch nie Selbst].
Und außerdem lasse Ich das Geschöpf sogar oftmals sterben, [in einem gewissen Ausmaß] auch körperlich, und bringe es von neuem zum Leben zurück; und die Seele lebt, als lebte sie nicht, ihr Herz ist im Himmel und das Leben auf Erden ist ihr größtes Martyrium.
Wie oft habe Ich nicht an dir so gehandelt? Dies alles sind Dispositionen, um die Seele zu bereiten in meinem Willen zu leben; und außerdem, wie oft habe Ich dich nicht mit den Ketten meiner Gnaden und meiner wiederholten Besuche gefesselt?
Dies geschah alles, um dich auf die Erhabenheit des Lebens im unermesslichen Meer meines Willens vorzubereiten. Stelle deshalb keine Nachforschungen an, sondern setze deinen Flug [in meinem Willen] fort.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 6. März 1919)

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… „Meine Tochter, an der Macht fehlt es Mir nicht, auch nicht am Willen. Darum muss Ich den gefallenen Menschen wieder erheben und wiederherstellen, denn der menschliche Wille machte aus dem Werk unserer schöpferischen Hände ein Wrack.”
Dann verstummte Er – bewegt und voll Schmerz über den armen Menschen, und ich dachte mir: „Wie können wir je in den ursprünglichen Zustand der Schöpfung zurückkehren, wo doch der menschliche Wille den Menschen in einen Abgrund des Elends stürzen ließ und seinen Zustand, in dem er erschaffen wurde, fast entstellt hat?“ Da erwiderte mein süßer Jesus:
„Meine Tochter, mein Wille vermag alles. Wie Er den Menschen aus Nichts erschuf, so kann Er den neuen Menschen aus seinem Elend herausholen. Ohne die Methode seiner Erschaffung zu ändern – und ihm somit seinen freien Willen lassend – werden Wir einen anderen Kunstgriff der Liebe anwenden.
Das Licht unseres Willens wird seine leuchtendsten Strahlen noch intensiver aussenden und sich dem Menschen auf eine Art nähern, dass mein Wille den menschlichen Willen von Angesicht zu Angesicht ansehen wird.
Dieser [menschliche Wille] wird von seinem durchdringenden Licht bezaubert sein, das ihn blenden und zugleich auf süße Weise an Sich ziehen wird. Der menschliche Wille wird, angezogen von einem so strahlenden Licht und einer seltenen Schönheit, den Wunsch haben, jene Schönheit zu sehen, welche dieses Licht enthält; wenn er dann meinen Willen betrachtet, wird der menschliche Wille entzückt sein, sich glücklich fühlen, und liebend gern in unserem Willen leben wollen – nicht gezwungen, sondern spontan.
Hat nicht das Sonnenlicht diese Eigenschaft, dass es das menschliche Auge mit seinem Licht blendet, wenn es die Sonne anstarren möchte? Will man schauen, so sieht man nichts anderes als Licht, und das starke Licht hindert das Auge daran, die Dinge in der Umgebung zu sehen.
Wenn der Mensch genötigt ist, die Augen zu senken, um sich vom Licht abzuwenden, dann deshalb, weil das Licht zu stark ist, ihn stört und er sich nicht glücklich fühlt. Doch wenn er sich glücklich fühlte, würde er seine Augen nicht so leicht vom Inneren des Sonnenlichtes zurückziehen.
Das Licht meines Willens hingegen stört die Pupillen der Seele nicht, sondern die Seele wird das Glück haben, die menschlichen Akte selbst in Licht umgewandelt zu sehen.
So wird sie sich nach einer noch intensiveren Ausgießung der Strahlen dieses Lichtes sehnen, um ihre [eigenen] Akte im Zauber und in der Schönheit dieses Göttlichen Lichtes zu sehen. Mein Wille hat die Macht, die Probleme des Menschen zu lösen.
Doch muss Er dafür einen ganz außergewöhnlichen Akt der größten Großmut unseres Höchsten FIAT ins Spiel bringen – deshalb bete und flehe für eine so heilige Angelegenheit zugunsten der armen Menschen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 12. Juni 1928)