Dienstag der 17. Woche im Jahreskreis (Mt 13,36-43)
36In jener Zeit verließ Jesus die Menge und ging nach Hause. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.
37Er antwortete: Der Mann, der den guten Samen sät, ist der Menschensohn; 38der Acker ist die Welt; der gute Samen, das sind die Söhne des Reiches; das Unkraut sind die Söhne des Bösen; 39der Feind, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Welt; die Arbeiter bei dieser Ernte sind die Engel.
40Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es auch am Ende der Welt sein: 41Der Menschensohn wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen, die andere verführt und Gottes Gesetz übertreten haben, 42und werden sie in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
43Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten. Wer Ohren hat, der höre!
„Dann werden die Gerechten im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten“ (Mt 13,43)
Ich war gerade dabei, mich ganz in meinen stets liebenswürdigen Jesus zu verabgründen, und während ich dies tat, kam Jesus und versenkte sich ganz in mich und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wenn die Seele ganz in meinem Willen lebt, dann spiegeln sich, wenn sie denkt, ihre Gedanken in meinem Geist im Himmel wider; wenn sie wünscht, wenn sie spricht, wenn sie liebt, alles spiegelt sich in meinem Geist, und alles was Ich tue, spiegelt sich in ihr.
Es ist wie die Sonne, die sich in den Glasscheiben spiegelt; man sieht in ihr eine zweite Sonne, die der Sonne am Himmel ganz ähnlich ist, mit jenem Unterschied, dass die Sonne am Himmel feststeht und stets an ihrem Ort bleibt, während sie in den Glasscheiben vorübergehend ist.
Mein Wille nun macht die Seele zu einem Kristall, und ihr ganzes Wirken spiegelt sich in Mir; und verwundet und entzückt von diesen Widerspiegelungen, sende Ich ihr mein ganzes Licht, sodass sich in ihr eine weitere Sonne bildet; es scheint also, als ob eine Sonne am Himmel und die zweite auf der Erde ist. Welcher Zauber und welche Harmonien zwischen ihnen! Welche Schätze ergießen sich nicht daraus zum Wohl aller!
Wenn die Seele jedoch in meinem Willen nicht feststeht, kann es ihr wie der Sonne ergehen, die sich im Fensterglas abbildet, aber eine vorübergehende Sonne ist: nach einiger Zeit ist das Glas im Dunkeln, und die Sonne am Himmel bleibt allein zurück.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. Januar 1916)
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Ich befand mich in einem noch leidvolleren Zustand als sonst, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus und entfloh wieder wie ein Blitz, und ließ mir nicht einmal die Zeit, Ihn zu bitten wegen so vieler Übel, die die arme Menschheit durchmacht, im besonderen mein teures Heimatland.
Welcher Schlag für mein Herz war die Invasion der Fremden! Ich glaubte, Jesus hatte es mir zuvor mitgeteilt, damit ich beten solle. Aber wenn Er kommt und ich Ihn bitte, sagt Er zu mir: „Ich werde unerbittlich sein!“
Und wenn ich Ihn bitte und Ihm sage: „Jesus, willst Du kein Mitleid haben, siehst Du nicht, wie die Städte zerstört sind, wie die Leute nackt sind und verhungern? Ach, Jesus, wie hart bist Du geworden!“
So antwortet Er mir: „Meine Tochter, Mir liegt nichts an den Städten, am Glanz der Erde, sondern die Seelen liegen Mir am Herzen. Die Städte, die Kirchen und das üb-rige kann man nach der Zerstörung wieder errichten.
Habe Ich bei der Sintflut nicht alles vernichtet und wurde dann nicht wieder alles von neuem hergestellt? Aber wenn die Seelen verloren gehen, so ist es für immer, es gibt niemanden, der sie Mir wieder zurückgibt.
Ach! Ich beweine die Seelen! Wegen der Erde haben sie den Himmel verleugnet, aber Ich werde die Erde vernichten; Ich werde die schönsten Dinge verschwinden las-sen, die den Menschen wie ein Seil binden.“
Und ich darauf: „Jesus, was sagst Du?“
Und Er: „Mut, sei nicht niedergeschlagen, Ich gehe voran, und du komme in meinen Willen, lebe in Ihm, damit nicht mehr die Erde deine Wohnstatt sei, sondern nur Ich deine Wohnung sei, und so wirst du in Sicherheit vor allem sein.
Mein Wille hat die Macht, die Seele durchsichtig zu machen; und da sie durchscheinend ist, spiegelt sich in ihr wider, was Ich tue. Wenn Ich denke, so spiegelt sich mein Gedanke in ihrem Geist wider und wird zu Licht; und der ihre spiegelt sich als Licht in dem meinen.
Wenn Ich schaue, spreche, liebe, usw. ist es so, wie wenn ebenso viele Lichter sich in ihr spiegeln und sie in Mir, sodass wir in ständiger Widerspiegelung begriffen sind, in immerwährender Kommunikation, in gegenseitiger Liebe; und da Ich überall bin, erreichen Mich die Widerspiegelungen dieser Seele im Himmel, auf der Erde, in der konsekrierten Hostie, in den Herzen der Geschöpfe; überall und immer schenke Ich Licht und sie geben Mir Licht zurück, Ich gebe Liebe und sie erwidern Mir die Liebe; sie sind meine Wohnstätten hier auf Erden, wo Ich Mich vor dem Ekel der anderen Geschöpfe hinflüchte.
O, welch schönes Leben in meinem Willen! Dies gefällt Mir so sehr, dass Ich in den zukünftigen Generationen alle anderen Arten der Heiligkeit – unter welchem Aspekt der Tugenden auch immer – verschwinden lasse, und die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen wieder erscheinen lasse, die keine menschliche, sondern göttliche Heiligkeit ist und sein wird; und diese Heiligkeit wird so hoch erhaben sein, dass sie wie die Sonne die schönsten Sterne der Heiligen der vergangenen Generationen in den Schatten stellen wird.
Deshalb will Ich die Erde reinigen, weil sie dieser Wunder an Heiligkeit unwürdig ist.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 20. November 1917)
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Ich dachte über den Heiligen Willen Gottes nach und tat, was ich konnte, um mich in Ihm zu versenken und alle umfangen zu können und alle Akte der Menschen, die alle unserem Schöpfer gebühren, wie einen einzigen Akt vor meinen Gott zu bringen.
Während ich das tat, sah ich, wie sich der Himmel auftat, und eine Sonne daraus hervorging, die mich mit ihren Strahlen verwundend, bis auf den Grund meiner Seele drang; verwundet von diesen Strahlen, verwandelte sich meine Seele in eine Sonne, die Strahlen aussandte und diese Sonne verwundete, von der sie verwundet worden war.
Als ich fortfuhr, meine Akte im Göttlichen Willen für alle zu verrichten, wurden diese Akte von diesen Strahlen erfasst und in göttliche Akte umgewandelt, die sich in alle und über alle verströmten und ein Netz aus Licht bildeten, um [die] Ordnung zwischen Schöpfer und Geschöpf herzustellen.
Dieser Anblick entzückte mich, und mein liebenswürdiger Jesus trat aus meinem Inneren mitten in dieser Sonne hervor und sagte zu mir: „Meine Tochter, siehst du, wie schön die Sonne meines Willens ist?
Welche Macht, welches Wunder! Sobald die Seele sich in Ihm versenkt, um alle zu umschließen, verwundet mein Wille, sich in eine Sonne verwandelnd, die Seele und bildet eine weitere Sonne in ihr.
Und wie diese ihre Akte in meinem Willen tut, werden diese [Akte] zu Strahlen, welche die Sonne des Höchsten Willens verwunden, und indem die Seele alle in diesem Licht überwältigt, liebt sie für alle, verherrlicht ihren Schöpfer und leistet Ihm Genugtuung für alle – und zwar, was noch mehr ist, nicht mit menschlicher Liebe, Glorie und Genugtuung, sondern mit Liebe und Verherrlichung aus dem Göttlichen Willen, weil die Sonne meines Willens in ihr gewirkt hat.
Siehst du, was es heißt, Akte in meinem Willen zu tun? Dies ist das Leben in meinem Willen: dass die Sonne meines Willens den menschlichen Willen in eine Sonne umwandelt und in ihm wie in seinem eigenen Mittelpunkt handelt.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17. September 1924)
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… „Meine Tochter, alles, was vom Anfang der Welt außerhalb meines Willens Gutes getan wurde, gleicht kleinen Lichtern – quasi als den Auswirkungen meines Göttlichen Fiat.
Sobald sich die Geschöpfe zum Gutestun disponierten, konzentrierten sich – auch wenn sie ihre Akte nicht im Fiat taten, Dessen Strahlen über ihnen.
Und in seinem Widerschein bildete sich das kleine Flämmchen in ihren Seelen, denn da mein Wille ewiges und unermessliches Licht ist, kann Er nichts als Licht hervorbringen.
Diese Flämmchen bleiben als Auswirkungen [meines Fiat] um die Sonne meines Göttlichen Willens herum, zur Ehre und Verherrlichung seiner Wirkungen und als Früchte der guten Taten der Geschöpfe.
Sobald sie nämlich Gutes tun wollen, konzentrieren sich die Strahlen meines Willens über ihnen und verleihen ihnen die Wirkungen des Guten, das sie tun wollen.
Und zwar – könnte man behaupten – effektiver als die Sonne, die den guten Samen, sobald sie ihn in der Erde antrifft, mit ihrem Licht wärmt, ihn liebkost und ihm die Wirkungen für die Heranreifung der Pflanze aus diesem Samen mitteilt.
Ohne meinen Willen gibt es nichts Gutes; wie es ohne Wirkungen des Sonnenlichtes keine Färbung, Süßigkeit oder Reife gibt, so kann es ohne Ihn nichts Gutes geben.
Wer kann jedoch mit seinen Akten die Sonne bilden? Die Seele, die in meinem Göttlichen Willen lebt! Mein Wille konzentriert nicht bloß seine Strahlen über ihr, sondern steigt mit seiner ganzen Sonne in sie herab und bildet mit seiner schöpferischen und belebenden Kraft eine weitere Sonne im Akt der Seele.
Siehst du den großen Unterschied? Er ist wie zwischen Pflanzen und Sonne, wie zwischen der Sonne und kleinen Flammen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 3. Dezember 1929)


