Mittwoch der 21. Woche im Jahreskreis (Mt 23,27-32)
27In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr seid wie die Gräber, die außen weiß angestrichen sind und schön aussehen; innen aber sind sie voll Knochen, Schmutz und Verwesung. 28So erscheint auch ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz.
29Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr errichtet den Propheten Grabstätten und schmückt die Denkmäler der Gerechten 30und sagt dabei: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gelebt hätten, wären wir nicht wie sie am Tod der Propheten schuldig geworden.
31Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. 32Macht nur das Maß eurer Väter voll!
„… Erscheint… ihr von außen den Menschen gerecht, innen aber seid ihr voll Heuchelei und Ungehorsam gegen Gottes Gesetz“ (Mt 23, 28)
Ich setzte meinen gewöhnlichen Zustand fort, da kam Jesus eine kleine Weile und sagte zu mir: „Meine Tochter, eine Liebe, die ihren Ursprung nicht in Gott hat, kann nicht wahre Liebe genannt werden.
Und selbst die Tugenden, die ihren Ursprung nicht in Gott haben, sind verfälschte Tugenden. Denn alles, was nicht seinen Ursprung in Gott hat, kann weder Liebe noch Tugend genannt werden, sondern vielmehr scheinbares Licht, das sich schließlich in Finsternis verwandelt.“
Dann fügte Er hinzu: „Wenn sich zum Beispiel ein Beichtvater für eine Seele sehr abmüht und aufopfert, dann ist dies etwas Heiliges und scheinbar Heroisches; wenn er es aber tut, weil er dafür etwas bekommen hat oder hofft, etwas zu bekommen, ist der Ursprung seines Opfers nicht in Gott, sondern in ihm selbst und für ihn selbst, und kann daher nicht Tugend genannt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 20. März 1905)
———————-
Als Jesus für eine kurze Zeit gekommen war, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, alle menschlichen Handlungen, auch die heiligen, die ohne eine besondere Absicht für Mich getan werden, kommen voller Finsternis aus der Seele hervor.
Wenn sie aber mit einer aufrichtigen und besonderen Absicht getan werden, Mir zu gefallen, kommen sie voll Licht heraus, da die Absicht die Handlung läutert.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 21. Juli 1906)
———————-
… Im Göttlichen Willen nehmen die Tugenden ihren Platz in der göttlichen Ordnung ein, außerhalb des Willens Gottes hingegen, in der menschlichen Ordnung, sind sie der Selbstgefälligkeit, der Ruhmsucht sowie den Leidenschaften unterworfen.
O, wie viele gute Werke, wie viel Sakramentenempfang sind vor Gott zu beweinen und müssen gesühnt werden, weil sie leer vom Göttlichen Willen und folglich ohne Frucht sind. Gäbe der Himmel, dass alle die wahre Heiligkeit verstünden!
O, wie schnell würde alles andere verschwinden! Viele befinden sich also auf dem falschen Weg zur Heiligkeit, viele verlegen sie auf fromme Übungen, und Wehe dem, der sie davon abbringt! O, wie sehr täuschen sie sich doch!
Wenn ihr Wille nicht mit Jesus vereint und sogar in Ihn umgewandelt ist, der beständiges Gebet ist, ist ihre Heiligkeit trotz aller ihrer frommen Übungen falsch, und man sieht, wie diese Seelen leicht aus ihren frommen Übungen in Fehler fallen, wie sie zu Zerstreuungen übergehen, zu Stiftung von Zwistigkeiten, usw.
O, wie unehrenhaft ist diese Art der Heiligkeit! Andere lassen die Heiligkeit darin bestehen, in die Kirche zu gehen und allen Liturgien beizuwohnen, aber ihr Wille ist weit von Jesus entfernt, und man sieht, dass sich jene Seelen wenig um die eigenen Pflichten kümmern; wenn sie verhindert werden, ärgern sie sich, weinen, und so löst sich ihre Heiligkeit in Luft auf; sie beklagen sich darüber, sind ungehorsam und die Plagen ihrer Familie.
O, was für eine falsche Heiligkeit! Andere glauben, die Heiligkeit bestehe im häufigen Beichten, in genauen Anweisungen, indem sie sich über alles Skrupel machen, aber darüber machen sie sich dann keine Skrupel, dass ihr Wille nicht mit dem Willen Jesu übereinstimmt: wehe dem, der ihnen widerspricht!
Diese Seelen sind wie aufgeblasene Bälle, deren Luft entweicht, sobald man ein kleines Loch macht, und ihre Heiligkeit löst sich in Rauch auf und fällt zur Erde; diese armen Ballons haben immer etwas zu reden, sind auf höchste Weise zur Traurigkeit geneigt, leben immer im Zweifel und würden daher einen geistlichen Leiter benötigen, der sie in jeder Kleinigkeit berät, ihnen Frieden bringt, sie tröstet, aber schnell sind sie noch mehr aufgeregt als zuvor: arme Heiligkeit, wie ist sie verfälscht! Hätte ich die Tränen meines Jesus, um zusammen mit Ihm jene falschen Heiligkeiten zu beweinen, und allen bekannt zu machen, dass die wahre Heiligkeit darin besteht, den Göttlichen Willen zu tun und im Göttlichen Willen zu leben.
Diese Heiligkeit hat solch tiefe Wurzeln, dass sie nicht Gefahr läuft, wankend zu werden, weil sie Himmel und Erde ausfüllt und überall ihre Stütze findet; sie ist fest, keinen Unbeständigkeiten und freiwilligen Fehlern unterworfen, sie ist auf die eigenen Pflichten bedacht, sie ist die am meisten geopferte, losgelöst von allem und allen, sogar von der eigenen geistlichen Leitung; und da die Wurzeln tief sind, erhebt sie sich so sehr in die Höhe, dass die Blüten und Früchte im Himmel aufblühen, und sie ist so in Gott verborgen, dass die Erde wenig oder nichts von dieser Seele bemerkt.
Der Göttliche Wille hat sie ganz in sich absorbiert, nur Jesus ist das Leben, der Künstler, die Form der Heiligkeit dieses beneidenswerten Geschöpfes; diese Seele besitzt nichts Eigenes, sondern alles gemeinsam mit Jesus, ihre Leidenschaft ist der Göttliche Wille, ihr Merkmal ist der Wille ihres Jesus und das Fiat ihr ständiges Motto.
Die armselige und unechte Heiligkeit der Ballons ist hingegen dauernder Unbeständigkeit unterworfen, und während es scheint, dass sich diese Bälle so sehr mit ihrer Heiligkeit aufblähen, dass sie scheinbar auf einer gewissen Höhe in der Luft schweben, sodass viele und selbst die geistlichen Leiter voller Bewunderung sind, werden sie aber plötzlich enttäuscht.
Um diesen Ballons die Luft auszulassen, genügt eine Demütigung, oder wenn die Leiter irgendeine andere Person bevorzugen, dann glauben sie, dies wäre ein Diebstahl an ihnen, da sie sich für die bedürftigsten halten.
Während sie sich also über ihre Kleinigkeiten Skrupel machen, kommen sie dann soweit, dass sie ungehorsam werden; die Eifersucht ist der Holzwurm dieser Ballons, der das Gute, das sie tun, annagt, ihnen die Luft wegnimmt, und der arme Ballon schrumpft, fällt zur Erde und beschmutzt sich schließlich mit Erde, und dann sieht man die Heiligkeit, die im Ball drin war und was findet man?
Eigenliebe, Empfindlichkeit, unter dem Anschein des Guten verborgene Leidenschaften; ja man könnte fast sagen: ‚Sie sind zum Spielzeug des Dämons geworden.‘ Hinter der ganzen Heiligkeit befand sich also nichts anderes als eine Menge Fehler, dem Anschein nach mit Tugenden maskiert. Und außerdem, wer kann alles schildern?
Nur Jesus kennt die schlimmsten Übel dieser falschen Heiligkeit, dieses frommen Lebens ohne Fundament, weil auf falsche Frömmigkeit gestützt.
Diese falschen Arten von Heiligkeit sind die geistlichen Weinreben ohne Frucht, unfruchtbar, die meinen liebenswürdigen Jesus wer weiß, wie sehr zum Weinen bringen; sie sind die Missstimmung der Gesellschaft, der Kummer ihrer eigenen geistlichen Leiter und der Familien.
Man könnte sagen, dass sie um sich eine unheilvolle Atmosphäre verbreiten, die allen schadet. O, wie ganz verschieden davon ist die Heiligkeit der Seele, die im Göttlichen Willen lebt!
Diese Seelen sind das Lächeln Jesu, sie sind weit weg von allen, auch von den geistlichen Leitern selbst, nur Jesus ist alles für sie; daher ärgert sich niemand ihretwegen, die wohltuende Atmosphäre, die ihnen eigen ist, ist wie Balsam für alle, sie sind die Ordnung und Harmonie aller.
Jesus, der auf diese Seelen eifersüchtig ist, macht sich zum Handelnden und zum Zuschauer dessen, was sie tun: nicht einen Herzschlag, einen Atemzug, einen Gedanken gibt es, den Jesus nicht regelt und beherrscht.
Jesus hält sie dermaßen in seinem Göttlichen Willen absorbiert, dass es ihnen kaum zum Bewusstsein kommt, dass sie in der irdischen Verbannung leben. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 14. August 1917)
———————-
In dieser Absicht opfere ich dir alle meine Handlungen, Schritte und Bewegungen auf, um dir Genugtuung zu leisten für alle und für alles. Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht in der rechten Absicht handeln. Ich vereinige mit deinen Handlungen die meinigen, um sie zu vergöttlichen.
Ich opfere sie auf, vereinigt mit all deinen Werken, die deine heiligste Menschheit verrichtet hat, um dir jene Ehre und Verherrlichung zukommen zu lassen, welche die Menschen dir erwiesen, wenn sie in heiliger und rechter Absicht gehandelt hätten…
… Ich küsse deine rechte Hand und danke dir für all das, was du Gutes gewirkt hast und noch für alle wirkst, insbesondere für die Werke der Erschaffung, Erlösung und Heiligung.
Ich bitte dich im Namen aller Menschen so oft um Verzeihung, wie wir deinen Wohltaten gegenüber undankbar gewesen sind und unsere Werke nicht in der rechten Meinung verrichtet haben.
Zur Sühne für alle diese Vergehen opfere ich dir die Vollkommenheit und Heiligkeit deiner Werke auf, um dir alle Ehre zu geben, welche dir die Geschöpfe erwiesen hätten, wenn sie allen diesen Wohltaten entsprächen.
Ich verehre, mein Jesus, auch dein heiligstes Herz und sage dir Dank für alles, was du gelitten und gewirkt hast aus Liebe zur ganzen Menschheit und zu jedem Einzelnen.
Ich bitte um Verzeihung für so viele böse Begierden, Gefühle und Neigungen. Hab Nachsicht, Jesus, mit allen, die deine Liebe der Liebe der Geschöpfe hintansetzen.
Um dir jene Ehre und Verherrlichung zuteilwerden zu lassen, welche die Geschöpfe dir verweigern, opfere ich dir alles auf, was dein anbetungswürdiges Herz getan hat und noch immer fortwährend tut. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)


