9In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. 10Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
11Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? 12Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
13Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

„Folge mir nach! Da stand Levi auf und folgte ihm“ (Mk 2,9)

… „Habe keine Angst, nach und nach werden wir alles tun; Ich weiß selbst, wie schwach du bist, aber aus Mir musst du die Kraft beziehen. (Ich erinnere mich nicht an die Reihenfolge, aber ich beschreibe es, so gut ich es kann).
Und Er fügte hinzu: (40) „Ich möchte, dass du stets aufrichtig handelst – mit einem Auge schaust du auf Mich, und mit dem anderen Auge siehst du, was du tust; Ich möchte, dass die Geschöpfe vollkommen vor dir (vor deinem Blick) verschwinden.
Wenn dir etwas befohlen wird, schau nicht auf die Personen, nein, du musst denken, dass Ich selbst will, dass du tust, was dir aufgetragen wurde. Mit deinem fest auf Mich gerichteten Auge, wirst du also niemanden beurteilen, du wirst nicht schauen, ob diese Sache schmerzlich oder angenehm ist, ob du sie tun kannst oder nicht.
Indem du deine Augen für all das geschlossen hältst, wirst du sie öffnen, um allein auf Mich zu schauen; du wirst Mich mit dir nehmen und daran danken, dass mein Blick auf dich gerichtet ist, und du wirst zu Mir sagen: ‚Herr, für Dich alleine mache ich das, für Dich allein will ich arbeiten, nicht länger als eine Sklavin der Geschöpfe.‘
Wenn du also gehst, wenn du arbeitest, wenn du sprichst – was immer du tust, muss es dein einziges Ziel sein, Mir allein zu gefallen. O, wie viele Fehler wirst du vermeiden, wenn du so handelst.“
(41) Ein anderes Mal sagte Er zu mir: „Ich möchte auch, dass du, wenn die Menschen dich demütigen, dich beschimpfen, dir widersprechen, deinen Blick fest auf Mich gerichtet hältst, und denkst, dass mein eigener Mund dir sagt: „Tochter, Ich selbst bin es, der will, dass du dies leidest – nicht die Geschöpfe.
Wende deinen Blick von ihnen ab, sondern immer Ich und du, all die anderen musst du ausschalten. Schau, Ich möchte dich durch diese Leiden schön machen; Ich möchte dich mit Verdiensten bereichern, an deiner Seele arbeiten, dich Mir ähnlich machen.
Du wirst aus diesen Leiden ein Geschenk für Mich machen; du wirst Mir herzlich dafür danken und wirst den Menschen, die dir Gelegenheit zum Leiden geben, dankbar sein und ihnen mit irgendeiner Wohltat vergelten.
Indem du das tust, wirst du aufrichtig vor Mir wandeln; nichts wird dich jemals wieder beunruhigen, und du wirst stets den Frieden genießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Han-nibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)

„Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?“ (Mt 9, 11)

… „Wenn nämlich kein volles Vertrauen zwischen Mir und der Seele vorhanden ist, kann sie nicht zum Leben in meinem Göttlichen Willen erhoben werden.
Das Misstrauen stellt der Einheit zwischen Schöpfer und Geschöpf stets ein Hindernis entgegen, es hemmt den Aufschwung zu Dem, der es so sehr liebt, und lässt die Seele nahe am Boden leben.
Und wenn sie auch nicht [durch die Sünde] fällt, bewirkt der Mangel an Vertrauen, dass die Seele ihre Leidenschaft lebhaft spürt; zumal der Mangel an Vertrautheit der kritische Punkt im Lauf der Jahrhunderte war und zuweilen auch gute Seelen deswegen vom Weg der Tugend abgehalten wurden.
Um diese, vom schlechten Geist des Mangels an Vertrauen hervorgerufene Lethargie wegzunehmen, wollte Ich Mich dir gegenüber ganz voller Liebe und von größerer Vertrautheit als zwischen Vater und Tochter zeigen. So sollte Ich nicht nur dich, sondern auch alle anderen zum Leben als Kinder zurückrufen, die in meinen Armen gewiegt werden.
Ich habe es verkostet – und auch du – wie schön es ist, wenn das Geschöpf ganz Liebe und Vertrauen zu Mir ist. Ich kann ihm geben, was Ich will, und es hat keine Angst zu erhalten, was es will.
Sobald das wahre Vertrauen zwischen Mir und dem Geschöpf in die richtige Ordnung gebracht worden ist, ist das größte Hindernis für die Herrschaft meines Göttlichen Willens in seiner Seele beseitigt.
Ich weiß daher, meine Tochter, worauf meine Pläne abzielen, wozu sie nützlich sind, was Ich tue, und kenne all das Große und Schöne, wenn Ich ein Geschöpf auserwähle.
Aber sie, was wissen sie schon? Als Fazit müssen sie mein Werk stets kritisieren. Sogar mein kurzes Leben hier unten blieb nicht von Kritik verschont: als sich meine Heiligste Menschheit voller Liebe unter den Menschen bewegte, kritisierten sie dennoch, wenn Ich Mich den Sündern allzu sehr näherte, meinen Umgang mit ihnen als ungeziemend.
Ich ließ sie reden, und ohne ihren Worten Gewicht beizumessen, setzte Ich Taten und kam den Sündern sogar noch mehr entgegen und liebte sie noch mehr, um sie zu meiner Liebe hinzuziehen.
Als Ich Wunder wirkte, hatten sie etwas auszusetzen, weil sie Mich für den Sohn des heiligen Josef hielten und meinten, dass der verheißene Messias nicht von einem Handwerker abstammen könne.
So säten sie ständig Zweifel an meiner Göttlichen Person, sodass sie die Sonne meiner Menschheit gleichsam umwölkten. Ich aber erweckte „kleine Winde“, welche diese Wolken auflösen sollten und erschien in noch strahlenderem Licht in ihrer Mitte, um den Zweck meines Kommens auf Erden, nämlich die Erlösung, zu vollenden…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. Juni 1930)

„Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten“ (Mk 2,13)

Ich kehre stets in den Heiligen Göttlichen Willen zurück und kann auch nicht anders, denn da Er Leben ist, spürt man das Leben immer – man fühlt den Atem, die Bewegung und Wärme. So ist es auch mit dem Göttli-chen Willen.
Wenn man Ihn verspürt, nimmt man sein Leben wahr, seine Wärme, seine Bewegung und alles, was Er in sich schließt – mit diesem einzigen Unterschied, dass man bald dieser Sache Augenmerk schenkt, die Er als Leben einschließt, und bald einer anderen.
Da dachte ich mir: ‘Wie kann der Mensch je so schön und heilig werden, wie er aus den Schöpferhänden Gottes hervorging, um das Reich seines Fiat in der Menschheitsfamilie zu verwirklichen?’
Da überraschte mich mein geliebter Jesus und sprach zu mir: „Meine Tochter, alle Werke unseres Höchsten Seins sind vollkommen und vollständig, keines von ihnen ist nur halb.
Die Schöpfung ist ganz vollständig und vollkommen, ja vielmehr gibt es vieles, was nicht absolut nötig, sondern quasi Glanz und Pracht unserer Macht, Liebe und Herrlichkeit ist.
Sollte nur der Mensch, für den alles geschaffen wurde, ein fehlerhaftes und unvollständiges Werk von Uns bleiben, ohne den Zweck, für den er geschaffen wurde, dass nämlich unser Fiat in jedem Menschen sein Reich habe?
Und dies deshalb, weil er sündigte und befleckt und degradiert blieb, was ihn zu einem eingestürzten Haus machte, das seinen Dieben und Feinden ausgesetzt ist – so als wäre unsere Gewalt begrenzt und könnte nicht in Vollmacht tun, was, wie und wann sie will.
Wer meint, dass das Reich unseres Willens nicht kommen kann, zweifelt an der Höchsten Macht selbst. Wir können alles tun; es kann sein, dass Wir nicht gewillt sind, etwas zu tun, aber wenn Wir etwas wollen, ist unsere Macht so groß, dass Wir tun, was Wir wollen – nichts kann sich unserer Macht widersetzen.
Daher haben Wir die Macht, den Menschen wiederherzustellen, ihn schöner als zuvor zu machen, und sein eingestürztes Haus zu festigen und zu zementieren, sodass es stärker als vorher wird.
Und Wir können mit unserem mächtigen Hauch seine Diebe und Feinde in die finsteren Abgründe einschließen. Wie weit der Mensch auch aus unserem Göttlichen Willen abglitt, so hörte er doch nicht auf, unser Werk zu sein.
Obwohl er sich selbst in Unordnung brachte, wird unsere Macht zur Zierde unseres Werkes, das nach unserem Wunsch perfekt und vollständig sein muss, mit ihrem machtvollen Einfluss seiner Unordnung und seinen Schwächen eine Grenze setzen und mit seiner Herrschaft zu ihm sprechen: ‘Genug bis hierher – tritt wieder in die Ordnung ein, nimm deinen Ehrenplatz als würdiges Werk deines Schöpfers ein.’
Unser Wille wird Wunder unserer Allmacht wirken, denen der Mensch nicht widerstehen kann – jedoch ohne Zwang, spontan, angelockt und angezogen von einer höchsten Kraft und einer unbesiegbaren Liebe.
War die von unserem Willen gewollte Erlösung nicht ein Wunder unserer Macht und unserer Liebe, die alles zu überwinden weiß, selbst den schwärzesten Undank, die schwerste Schuld, und in Liebe vergilt, wo der undankbare Mensch sie am meisten beleidigt hat?
Was den Menschen betrifft – so wird er sich trotz aller Hilfen meiner Erlösung gewiss nicht wieder erheben können, weil er nicht bereit ist, sie [alle] in Anspruch zu nehmen; viele sind weiterhin Sünder, schwach und mit schwerster Schuld befleckt.
Geht es aber um meine Macht und Liebe, ist es so: wenn die zwei Waagschalen ein wenig überfließen und den Menschen mit meinem Willen, ihn zu besiegen, berühren, dann wird er total erschüttert und überwältigt sein: er wird vom Bösen zum Guten erstehen und wieder in unseren Göttlichen Willen eintreten, von Dem er ausgegangen ist, um sein verlorenes Erbe anzutreten.
Weißt du, worauf alles ankommt? Alles kommt darauf an, dass unser Wille es wünscht und mit göttlichem Ratschluss angeordnet hat; ist das der Fall, dann ist alles erledigt, und diese Entscheidung ist so wahr, dass es Tatsachen sind.
Wisse dies: als Ich auf Erden mein Erlöseramt versah, schloss meine Heilige Menschheit zugleich alles, was sie tat, als ebenso viele Akte meines Willens als Vorrat ein, der den Seelen gegeben werden sollte.
Ich brauchte das nicht, da Ich der Göttliche Wille selbst war. So handelte meine Menschheit wie eine überaus zärtliche Mutter: sie schloss in sich so viele Sprösslinge meines Willens ein, wie sie Akte vollbrachte, um sie im Schoß der Akte der Seelen zur Welt zu bringen und zu gebären, um in den Akten der Seelen das Reich der Akte meines Fiat zu bilden.
Sie gleicht einer Mutter, die mit einer Liebe, die sie dahinschmachten lässt, darauf wartet, diese ihre göttlichen Sprösslinge auf die Welt zu bringen.
Die andere Tatsache ist, dass Ich selbst das Vaterunser lehrte, damit alle darum beten, dass mein Reich komme, und mein Wille wie im Himmel so auf Erden geschehe.
Wenn es nicht kommen sollte, wäre es nutzlos gewesen, ein solches Gebet zu lehren – und Ich vermag keine unnützen Dinge zu tun.
Sagen überdies nicht die vielen über meinen Göttlichen Willen geoffenbarten Wahrheiten ganz klar aus, dass sein Reich auf die Erde kommen wird – nicht durch menschliche Bemühungen, sondern durch das Wirken unserer Allmacht?
Alles ist möglich, wenn Wir es nur wollen. Mit derselben Leichtigkeit tun Wir die kleinen wie die großen Dinge, denn alle Kraft und Macht ist in unserem Akt, nicht in dem Gut, das der Akt unserer Macht empfängt.
In der Tat, als Ich auf Erden war, strömte in all meinen Akten meine Macht, daher wurde die Berührung meiner Hände, die Herrschaft meiner Stimme usw. machtvoll.
Mit Leichtigkeit rief Ich das junge Mädchen zum Leben, das vor wenigen Stunden gestorben war, und mit derselben Leichtigkeit rief Ich Lazarus zum Leben, der vor vier Tagen gestorben war, weshalb er bereits verwest war und unerträglichen Gestank verbreitete.
Ich ordnete an, ihm die Binden zu lösen und rief ihn dann mit der Herrschaftsgewalt meiner Stimme: ‘Lazarus, komm heraus!’ Auf meine beherrschende Stimme hin stand Lazarus wieder auf, die Verwesung verschwand, der Gestank hörte auf.
Er kehrte gesund und blühend zurück, als wäre er nicht gestorben – ein wahres Beispiel, wie meine Macht das Reich meines Fiat unter den Menschen wiedererstehen lassen kann.
Das ist ein handgreifliches und sicheres Beispiel meiner Macht: Der Mensch ist gleichsam verwest, und der Gestank seiner Sünden verseucht ihn mehr als ein Leichnam.
Man könnte ihn ein armes Wesen nennen, das mit göttlicher Herrschaft von den Banden seiner Leidenschaften gelöst werden muss. Dennoch wird, wenn die Herrschaft meiner Macht ihn erfüllt und es will, seine Verwesung zu Ende sein, und er wird gesund und schöner als zuvor auferstehen.
So könnte man höchstens daran zweifeln, ob mein Göttlicher Wille dazu gewillt ist – denn die Menschen könnten eine solche Wohltat nicht verdienen, aber es kann nie sein, dass meine Macht nicht dazu fähig wäre.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 2. April 1932)