44In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. 45Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
46Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie. 47Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen.
48Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg. 49So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen 50und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.
51Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja. 52Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war“ (Mt 13,44)

Diesen Morgen fühlte ich mich ganz bedrückt, da der Monsignore mich besucht hatte und meinte, er sei sich nicht sicher, dass es Jesus Christus wäre, der in mir wirkt. Als der gebenedeite Jesus kam, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, um einen Gegenstand gut zu begreifen, braucht es Glauben, denn ohne diesen ist alles im menschlichen Intellekt dunkel, während doch der Glaube allein ein Licht im Geist entzündet, und man mittels dieses Lichtes mit Klarheit, Wahrheit und Irrtum unterscheiden kann, wann die Gnade wirkt, wann die menschliche Natur oder wann der Teufel.
Schau, das Evangelium ist allen bekannt, doch wer versteht die Bedeutung meiner Worte und die Wahrheiten, die es in sich schließt?
Wer bewahrt sie in seinem Herzen und macht aus ihnen einen Schatz, um sich das ewige Königreich zu erwerben? Jener, der glaubt. Alle anderen verstehen nicht nur gar nichts, sondern bedienen sich meiner Worte, um sie zu verspotten und sich einen Spaß aus den heiligsten Dingen zu machen.
So kann man sagen, dass alles in den Herzen jener eingeschrieben ist, die glauben, hoffen und lieben, während für die übrigen [es so ist, wie wenn] nichts geschrieben ist.
So ist es bei dir: wer ein wenig Glauben hat, sieht die Dinge klar und findet die Wahrheit; wer keinen hat, sieht die Dinge ganz verwirrt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. Januar 1903)

„Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie“ (Mt 13, 46)

Ich verabgründete mich ganz im Heiligen Göttlichen Willen, und mein Jesus sprach zu mir:
„Tochter meines Wollens, je öfter du dich in meinen Göttlichen Willen versenkst, umso mehr erweitert sich der Kreis deines Willens in dem Meinigen. Es stimmt zwar, dass die in meinem Willen getanen Akte alles ausfüllen, wie das Sonnenlicht die Erde erfüllt, aber indem man sie wiederholt, erweitert sich der Umkreis dieser Sonne selbst, und die Seele gewinnt mehr Intensität an Licht und Wärme; und wie sie ihre Akte in meinem Willen wiederholt, sovielmal wird ihr Wille mit dem Meinigen verknotet, und diese Knoten bewirken, dass sich ebenso viele göttliche Bächlein über die ganze Erde ergießen, die den freien Lauf der göttlichen Gerechtigkeit hemmen.“
Darauf ich: „Und doch, mein Jesus, erfüllen so viele Geißeln die Erde, dass man erschauern möchte?“
“Und doch, meine Tochter, könnte man sagen, ist das noch gar nichts; und wäre es nicht wegen jener Bächlein, wegen jener Knoten des im Göttlichen Willen vollzogenen menschlichen Willens, würde Ich die Erde betrachten, als ob sie nicht mehr Mir angehöre, und Ich würde überall Abgründe sich auftun lassen um sie zu verschlingen.
O wie schwer lastet die Erde auf Mir!“ Und dies sprach Jesus mit solch bitterem Schmerz, der geeignet gewesen wäre, auch Felsen zum Weinen zu bringen. Dann fügte Er hinzu:
„Jedes Mal, wenn Ich zu dir über meinen Willen spreche und du neue Erleuchtungen und Erkenntnisse gewinnst, umso mehr Wert hat dein in meinem Willen verrichteter Akt und desto unermesslichere Reichtümer erwirbst du.
Es ist wie bei einem, der einen Edelstein besitzt, von dem er weiß, der sei einen Pfennig wert. Er ist also der Besitzer eines Pfennig. Nun ergibt es sich, dass er seinen Edelstein einen erfahrenen Kenner ansehen lässt, der ihm sagt, dass das Juwel einen Wert von 5000 Lire hat: So weiß er jetzt, dass er nicht mehr einen Pfennig besitzt, sondern einen Reichtum vom 5000 Lire.
Nach einiger Zeit hat er die Gelegenheit, seinen Edelstein einem noch erfahreneren Fachmann sehen zu lassen, der ihm versichert, das Kleinod sei 100.000 Lire wert und er sei bereit, es zu erwerben, falls der Eigentümer es verkaufen wolle.
Jener ist nun reich an 100.000 Lire, und in dem Maße, wie er den Wert seines Edelsteines erkennt, fühlt er sich auch reicher und liebt und schätzt ihn umso mehr, hütet ihn mit noch mehr eifersüchtiger Sorgfalt, weiß er doch, dass er sein ganzes Vermögen ausmacht, obwohl er ihn früher für ein Nichts hielt.
Und doch hat sich der Edelstein nicht verändert, er bleibt, was er zuvor war. Beim Besitzer ist eine Veränderung vorgegangen, da er nun den Wert erkennt, den der Edelstein hat.
So ist es auch hinsichtlich meines Willens, wie auch mit den Tugenden: in dem Maße, wie die Seele deren Wert versteht und deren Erkenntnis erwirbt, so gewinnt sie in ihren Akten neue Werte und erwirbt sich neue Reichtümer. Je mehr du also meinen Willen erkennst, umso mehr gewinnen auch deine Akte an Wert.
O! Wenn du wüsstest, welche Gnadenmeere Ich zwischen dir und Mir erschließe, sooft Ich zu dir über die Wirkungen meines Willens spreche, du würdest sterben vor Freude und Freudenfeste feiern, so als hättest du neue Reiche für deine Herrschaft gewonnen!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 25. August 1921)

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Ich war sehr bedrückt, mit dem Zusatz, dass ich mich so schlecht sah, dass nur Jesus den elenden Zustand meiner Seele kennen konnte, und mein süßer Jesus sagte voller Güte zu mir:
„Meine Tochter, was bedrückt dich? Weißt du, wie die eigenen Dinge in meinem Willen sind? Sie sind wie Lumpen und Fetzen, die der Seele mehr Unehre als Ehre machen und sie daran erinnern, dass sie eine Arme war und nicht einmal ein Kleid besaß, das ganz war.
Wenn Ich eine Seele in meinen Willen rufen möchte, damit sie in Ihm ihre feste Wohnstätte errichtet, mache Ich es wie ein vornehmer Herr, der eine der Ärmsten in seinen Palast aufnehmen möchte, damit sie, die Kleider der Armut ablegend, sich seinem Stand gemäß kleidet, mit ihm lebt und alle seine Güter mit ihm teilt.
Nun, dieser Herr geht durch alle Straßen der Stadt, und wenn er eine der ärmsten findet, ohne Dach, ohne Bett, nur mit schmutzigen Lumpen bedeckt, nimmt er sie und bringt sie wie im Triumph der Nächstenliebe in seinen Palast.
Doch er ordnet an, dass sie ihre Lumpen ablegt, sich reinigt und mit den schönsten Gewändern kleidet, und damit sie sich nicht mehr an ihre Armut erinnert, verbrennt er ihre Kleider, denn da er sehr reich ist, erlaubt er in seinem Hause nichts, was an Armut erinnert.
Wenn diese Arme nun ihren Lumpen nachtrauert und sich sorgt, weil sie nichts von dem ihren mitgebracht hat, würde sie nicht die Güte und die Großmut dieses Herrn beleidigen?
So bin Ich; und wenn jener Herr durch eine Stadt geht, so gehe Ich um die ganze Welt und vielleicht zu allen Generationen, und wo Ich die Kleinste, die Ärmste finde, nehme Ich sie und setze sie in die ewige Sphäre meines Willens und sage zu ihr: „Arbeite gemeinsam mit Mir in meinem Willen, was Mein ist, ist dein.
Wenn du etwas Eigenes hast, lege es ab, denn in der Heiligkeit und dem unermesslichen Reichtum meines Willens ist das nichts anderes als elende Lumpen. Die eigenen Verdienste behalten zu wollen, ist Art von Dienern, von Sklaven, nicht von Kindern.
Was dem Vater gehört, gehört den Kindern. Außerdem, was sind all die Verdienste, die man erwerben könnte verglichen mit einem einzigen Akt meines Willens?
Alle Verdienste haben ihren kleinen Wert, ihr Gewicht und Maß, doch wer wird jemals einen Akt in meinem Willen ermessen können? Niemand, niemand! Und was sind deine Verdienste im Vergleich zu den meinen? In meinem Wollen wirst du sie alle finden, und Ich mache dich zu ihrer Besitzerin. Bist du nicht froh darüber?
Höre, meine Tochter, Ich will, dass du alles beiseitelässt, deine Sendung ist sehr groß, und mehr als das Reden erwarte Ich das Tun von dir.
Ich will, dass du in fortwährendem Akt in meinem Willen bist, Ich will den Rundgang deiner Gedanken in meinem Wollen, der über alle menschlichen Intelligenzen wandelnd, den Mantel meines Willens über jeden geschaffenen Verstand ausbreitet, und dass du Mir, dich bis zum Thron des Ewigen erhebend, alle menschlichen Gedanken darbringst, besiegelt mit der Ehre und Herrlichkeit meines Göttlichen Willens.
Breite dann den Mantel meines Willens über alle Blicke und alle Worte der Menschen aus, als ob du deine Augen und deine Worte auf ihre Blicke und Worte legen und sie über alle ihre Blicke und Worte wandern lassen würdest, und indem du sie in meinem Willen versiegelst, erhebe dich von neuem vor die Höchste Majestät, und bringe die Ehre dar, wie wenn alle gemäß meinem Willen vom Seh und Sprechvermögen Gebrauch gemacht hätten.
Und so ist dein Rundgang andauernd, wenn du arbeitest, atmest oder dein Herz schlägt. Dein Weg ist sehr lang: es ist die ganze Ewigkeit, die du zurücklegen musst.
Wenn du wüsstest, wie viel du bei einem Stillstand verlierst, und dass du Mich nicht einer menschlichen, sondern einer göttlichen Ehrerbietung beraubst! Dies sind die Verdienste, die du zu verlieren fürchten musst, nicht deine Lumpen und deine Armseligkeiten; deshalb mehr Aufmerksamkeit, in meinem Willen vorwärts zu eilen!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 20. Januar 1922)

„Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen“ (Mt 13,47)

Ich setzte mein Leben im Göttlichen FIAT fort. Während ich meine Akte in Ihm tat, absorbierte ich Licht, das Widerspiegelungen hervorbrachte, und ebenso viele Fäden aus Licht traten hervor, die ein Netz aus Licht bildeten, das sich über die Erde ausbreitete, um die Geschöpfe [darin] aufzunehmen.
Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, jedes Mal, wenn du deinen Rundgang in meinem Willen machst, nimmst du noch mehr Licht auf, um das Netz zu bilden, die Geschöpfe darin zu fangen.
Weißt du, was dieses Netz ist? Es sind meine Kenntnisse. Je mehr Wahrheiten Ich dir über das ewige FIAT offenbare, umso mehr disponiere und erweitere Ich das Netz, um die Seelen aufzunehmen, die in meinem Reich leben sollen.
Dies macht den Herrn geneigt, sie dir zu geben: wenn du in unserem Willen kreist, werden deine Akte durch Ihn zu Licht und weiten sich so sehr aus, dass sie die Gottheit berühren, und du ziehst weiteres Licht der Wahrheit mitten unter die Menschen an.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 2. November 1926)

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… „Meine Tochter, meine Empfängnis, meine Geburt, mein verborgenes Leben, mein Evangelium, die Wunder, meine Leiden und Tränen, mein vergossenes Blut und mein Tod, bildeten alle zusammen eine unbesiegbare Armee, um mein Erlösungswerk zu verwirklichen.
In gleicher Weise sollen alle meine Mitteilungen über meinen Göttlichen Willen vom ersten bis zum letzten Wort, das Ich spreche, zur Aufstellung der wohlgerüsteten Armee dienen.
Diese ist ganz mit Liebe, mit unbesiegbarer Kraft, unwiderstehlichem Licht und umwandelnder Liebe bewehrt. Meine Wahrheiten werden die Menschen in ein Netz einwickeln, sodass diese, wenn sie aus dem Netz herausgehen wollen, sich verfangen und derart darin verheddern, dass sie nicht heraus können.
Während die Seelen sich aus dem Netz zu befreien suchen, werden meine vielen Offenbarungen über meinen Willen sie weiterhin bestürmen, sodass sein Netz noch ausgedehnter wird.
Dann sehen sie sich darin verwickelt und werden Geschmack an den vielen schönen Wahrheiten finden und sich glücklich fühlen, in das Netz meiner so zahlreichen mitgeteilten Wahrheiten getaumelt zu sein.
So werden meine Wahrheiten die Erfüllung des Reiches meines Göttlichen Willens bilden! Daher ist jede meiner Mitteilungen über Ihn eine Waffe, die dazu dienen soll, ein so heiliges Reich zu vollenden. Wenn Ich sie nun offenbare und du nicht darüber sprichst, wärest du die Ursache, dass die nötigen Waffen fehlen – sei daher aufmerksam.
Darüber hinaus musst du wissen, dass jedes Wort, das aus der Unerschaffenen Weisheit hervorging, Leben, Substanz, Werk und Belehrung in sich birgt.
So wird jede über unseren Göttlichen Willen geoffenbarte Wahrheit ihre eigene Aufgabe in unserem Reich haben: viele Wahrheiten werden den Auftrag haben, das Leben des Göttlichen Willens in der Seele heranbilden und wachsen zu lassen, andere werden das Amt ausüben, die Seele zu nähren; einige werden als Lehrer handeln und wieder andere Wahrheiten werden die Seele verteidigen, sodass sie sich wie ein Heer um sie aufstellen, damit niemand sie antasten kann.
Du siehst also, dass Ich notwendigerweise so lang sprechen und dir so zahlreiche Wahrheiten offenbaren musste. Es war nämlich ein Reich, das Ich zu errichten hatte, das nicht mit einigen Worten, mit wenigen Akten und Diensten herangebildet wird, sondern es braucht deren so viele!
Jede einzelne meiner Wahrheiten hat die Eigenschaft, ein Amt auszuüben, um die vollkommene Ordnung und den endlosen Frieden zu wahren.
Sie wird das Echo des Himmels sein, und die Seelen werden in einem Meer der Gnaden und Wonnen schwimmen, unter einer Sonne, die keine Wolken kennt; der Himmel wird stets heiter sein.
Die Wahrheiten über meinen Göttlichen Willen werden die einzigen Gesetze sein, welche die Menschen beherrschen, die in dieses Reich eingehen werden, um in ihm zu leben: keine Gesetze, die sie unterdrücken, sondern Gesetze der Liebe, die sich in sanfter Weise lieben lassen, da die Seelen in ihnen Kraft, Harmonie, Seligkeit und die Überfülle aller Güter finden werden.
Daher Mut und gehe stets voran in meinem Göttlichen Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 27. März 1932)

„Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt“ (Mt 13, 52)

Meine Hingabe an das Höchste FIAT dauert an, und ich suchte so viel ich konnte, den Akten des Göttlichen Willens nachzufolgen und umfing dabei alles und alle.
Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, die ganze Schöpfung, alle Heiligen sind nichts anderes als die Wirkungen meines Göttlichen Willens. Wenn Er spricht, erschafft Er und bildet die schönsten Werke; jede seiner kleinsten Bewegungen sind Wohlgerüche von Wundern, die Er über die Geschöpfe aussät.
Sein leisester Hauch streut mannigfaltige Schönheiten über den aus, der sie empfängt. Ein wahres Abbild davon ist die Sonne, die allein dadurch, dass sie die Erde erfüllt, mit ihrer Berührung des Lichtes allen Pflanzen die unterschiedlichen Färbungen und Süßigkeiten verleiht.
Niemand kann leugnen, dass er durch die bloße Berührung ihres Lichtes das Gut empfangen hat, das sie enthält. Mein Göttlicher Wille ist noch mehr als die Sonne: wenn man sich bloß von Ihm berühren lässt, muss seine wunderbare Berührung ein Gut hervorbringen, das den Menschen, ihn in Duft hüllend und mit seinem Licht wärmend, seine wohltuenden Wirkungen der Heiligkeit, des Lichtes und der Liebe verkosten lässt.
Nun, die Wirkungen meines FIAT werden [bereits] denen zuteil, die meinen Göttlichen Willen [bloß] tun, seine Verfügungen anbeten und geduldig ertragen, was Er will.
Wenn der Mensch dies tut, erkennt er an, dass es diesen Höchsten Willen gibt – und dieser sieht sich anerkannt und verweigert dem Menschen nicht seine wunderbaren Wirkungen.
Wer hingegen in meinem Göttlichen Willen leben will, muss in sich selbst das ganze Leben, und nicht nur dessen Wirkungen, sondern das Leben mit allen Auswirkungen meines Göttlichen FIAT besitzen.
Da es keine Heiligkeit gibt, weder eine vergangene, gegenwärtige noch zukünftige, deren primäre Ursache nicht mein Göttlicher Wille wäre, der alle Arten von Heiligkeit bildet, die es gibt, so bewahrt Er auch in sich selbst jeden Nutzen und alle Auswirkungen der Heiligkeit, die Er geschaffen hat.
So wird man in der Seele, die in meinem Willen lebt und somit sein Leben mit allen seinen Wirkungen besitzt, alle Heiligkeiten zugleich sehen, die mein Wille hervorgebracht hat.
Sie wird sagen können: ‘Die anderen haben einen Teil der Heiligkeit gelebt, Ich hingegen habe alles getan und alles in mich eingeschlossen, was jeder Heilige getan hat.’
So wird man in ihr die Heiligkeit der [Gerechten des] Alten [Bundes], der Propheten und Märtyrer in ihr sehen, sowie die Heiligkeit der Büßer, die großen Heiligkeiten wie auch die kleinen.
Nicht nur das, sondern man wird die ganze Schöpfung in ihr abgebildet sehen, denn mein Göttlicher Wille verliert nichts, wenn Er seine Werke hervorbringt, sondern bewahrt sie, während Er sie hervorbringt, in Sich selbst, als deren Erste Quelle.
Darum gibt es für den, der in Ihm lebt, nichts, was mein Göttlicher Willen getan hat oder tun wird, das er nicht [selbst] besitzen wird.
Wie bezaubernd und erstaunlich wäre es doch, wenn ein Geschöpf den ganzen Sonnenball mit seinem gesamten Licht in sich einschließen könnte? Wer würde nicht zugeben, dass dieses Geschöpf alle Wirkungen, die Färbungen, die Süßigkeit, das Licht in sich enthält, das die Sonne der ganzen Erde und allen großen und kleinen Pflanzen gespendet hat und spenden wird? Wäre das möglich, so würden Himmel und Erde staunen.
Alle würden anerkennen, dass alle ihre Wirkungen, die sie besitzen, in diesem Geschöpf eingeschlossen sind, welches den Sonnenball besitzt, der das Leben dieses Geschöpfes mit all seinen Wirkungen ist.
Aber menschlich gesprochen wäre dies unmöglich, da das Geschöpf weder die Stärke des ganzen Sonnenlichtes noch ihrer Wärme fassen könnte und verbrennen würde, und auch die Sonne besäße nicht die Eigenschaft, es nicht zu versengen.
Mein Wille jedoch hat die Eigenschaft, sich einzuschließen, sich kleiner zu machen oder auszudehnen – wie Er sich machen will, so macht Er sich. Und während Er das Geschöpf in sich selbst umwandelt, bewahrt Er es am Leben, verleiht ihm alle seine Schattierungen der Schönheit und macht es zum Beherrscher und Besitzer seiner Göttlichen Besitztümer.
Sei daher aufmerksam, meine Tochter – anerkenne den großen Schatz des Lebens meines FIAT in dir, das dich, während Esdich besitzt, zur Besitzerin all dessen machen will, das Ihm gehört.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 27. Februar 1929)