30In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr; 31denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen. 32Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
33Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen? 34Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei. 35Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
36Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen: 37Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

„Denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten;…“ (Mk 9,31)

Ich befand mich in meinem gewöhnlichen Zustand und dachte ich über die Passion unseres Herrn nach. Und während ich das tat, kam Er und sagte zu mir: „Meine Tochter, wenn jemand ständig meine Passion betrachtet, darüber Schmerz empfindet und Mitleid mit Mir fühlt, ist er Mir so wohlgefällig, dass Ich Mich wie getröstet für all das fühle, was Ich im Laufe meiner Passion erlitt.
Wenn die Seele immer darüber meditiert, kommt sie so weit, eine kontinuierliche Speise zu bereiten. In dieser Speise gibt es viele verschiedene Gewürze und Geschmacksrichtungen, die verschiedene Wirkungen haben. Wenn sie Mir also im Lauf meiner Passion Seile und Ketten anlegten, um Mich zu fesseln, so löst die Seele Mich und befreit Mich davon. Sie verachteten Mich, spuckten Mich an und entehrten Mich; die Seele schätzt Mich, reinigt Mich von dieser Spucke und ehrt Mich.
Sie zogen Mir die Kleider aus und geißelten Mich; sie heilt und bekleidet Mich. Sie krönten Mich mit Dornen, verspotteten Mich als König, machten meinen Mund von Galle bitter und kreuzigten Mich.
Die Seele hingegen, die alle meine Leiden betrachtet, krönt Mich mit Herrlichkeit und ehrt Mich als ihren König, sie füllt meinen Mund mit Süßigkeit und reicht Mir die köstlichste Speise, was das Andenken an meine eigenen Werke ist. Und wenn sie Mich von den Nägeln des Kreuzes löst, lässt sie Mich in ihrem Herzen wieder auferstehen. Jedes Mal, wenn sie so handelt, gebe Ich ihr als Belohnung ein neues Leben der Gnade.
So ist sie meine Speise, und Ich werde zu ihrer ständigen Nahrung. Was Mir also am meisten gefällt, ist die fortwährende Betrachtung meiner Passion.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 9. November 1906)

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… Während Jesus in seiner Betrübnis auf dem Wege war, richtete er von Zeit zu Zeit ein Wort an seine Apostel, indem er von seinen bevorstehenden Leiden sprach. Was ist der Gegenstand unserer Unterhaltung? Bietet sich Gelegenheit, in der Unterredung vom Leiden des Erlösers zu sprechen, tun wir es dann? Als Jesus die Apostel traurig und mutlos erblickte, suchte er sie zu trösten. Haben wir bei unseren Gesprächen die Meinung, sie auf Jesus hinzulenken? Sind wir darauf bedacht, sie im Willen Gottes zu führen, um auch anderen den Geist Jesu Christi einzuflößen?… (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 18 bis 19 Uhr: Jesus trennt sich von seiner Mutter und macht sich auf den Weg zum Abendmahlsaal)

„Sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei“ (Mk 9, 34)

Ich gab mich ganz den Armen meines süßen Jesus hin und sah während des Gebetes meine arme Seele winzig klein, von äußerster Kleinheit und dachte mir: „Wie klein bin ich doch! Jesus sagte mit Recht, dass ich die Kleinste von allen war! Ich würde wirklich gerne wissen, ob ich unter allen die Kleinste bin…”
Als ich dies nun dachte, bewegte sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meinem Inneren und zeigte sich mir, wie Er diese Kleine in seine Arme nahm und fest an sein Herz drückte; jene ließ mit sich geschehen, was Jesus wollte, und Er sagte zu mir:
„Meine liebe Kleine! Ich habe dich als ganz Kleine auserwählt, da die Kleinen einen tun lassen, was immer man will. Sie gehen nicht selber, sondern lassen sich führen, sie fürchten vielmehr, ihre Schritte alleine zu setzen.
Wenn sie Geschenke erhalten, fühlen sie sich unfähig, sie zu bewahren und legen sie der Mama in den Schoß. Die Kleinen sind von allem losgelöst und kümmern sich nicht darum, ob sie reich oder arm sind und sorgen sich um nichts. O, wie schön ist das Kindesalter, voller Gnade, Schönheit und Frische!
Je größer daher das Werk ist, das Ich in einer Seele tun will, eine umso kleinere Seele erwähle Ich. Mir gefällt die kindliche Frische und Schönheit sehr – so sehr, dass Ich die erwählten Seelen in der Kleinheit des Nichts, von dem sie ausgegangen sind, bewahre. Nichts Eigenes lasse Ich in sie eindringen, damit sie ihre Kleinheit nicht verlieren und die ursprüngliche Frische und göttliche Schönheit bewahren.”
Als ich das hörte, sagte ich: „Jesus, meine Liebe, mir scheint, dass ich sehr schlecht und deswegen so klein bin; und Du sagst mir, dass Du mich sehr liebst, weil ich klein bin, wie kann das sein?” Und Jesus erwiderte: „Meine Kleine, in die wahrhaft Kleinen kann keine Schlechtigkeit eindringen.
Weißt du, wann das Böse eindringt und zu wachsen beginnt? Wenn der eigene Wille anfängt, ins Spiel zu kommen. Sobald er auftritt, beginnt das Geschöpf, sich [mit ihm] zu füllen und aus sich selbst zu leben; ‚das Alles‘ verlässt die Kleinheit des Geschöpfes, und es kommt ihm vor, als würde seine Kleinheit anwachsen, doch diese ‚Größe’ ist nur zu bedauern; da Gott nicht vollständig in ihm lebt, entfernt es sich von seinem Ursprung, entehrt seine Herkunft und verliert das Licht, die Schönheit, Heiligkeit und Frische seines Schöpfers.
Der Mensch scheint vor sich selbst und vielleicht auch vor den anderen größer zu werden, doch vor Mir – o, wie wird er da kleiner! Diese Seele mag vielleicht auch groß werden, doch wird sie nie meine bevorzugt geliebte Kleine sein, die Ich, ergriffen von Liebe zu ihr, mit Mir Selbst anfülle, damit sie so bleibt, wie Ich sie erschaffen habe, und sie zu der Größten mache, der niemand anderer gleichen kann.
So handelte Ich an meiner Himmlischen Mutter, die unter allen Generationen die Kleinste ist, denn nie handelte ihr Wille in ihr, sondern stets mein Ewiger Wille, und Dieser bewahrte sie nicht nur klein, schön, frisch, wie sie von Uns ausgegangen war, sondern machte sie zur Größten von allen.
O, wie schön war sie, klein in sich selbst, doch groß und allen überlegen durch Uns selbst! Nur wegen ihrer Kleinheit wurde sie zur Erhabenheit der Mutter Dessen erhoben, Der sie geschaffen hatte. Wie du also siehst, liegt alles Gute des Menschen darin beschlossen, dass er meinen Willen tut, und alles Übel, dass er den seinen tut.
Für mein erlösendes Kommen auf die Erde erwählte Ich daher meine Mutter, weil sie klein war, und gebrauchte sie als Kanal, durch den Ich alle Güter und Früchte der Erlösung auf die Menschheit herabsteigen lassen wollte…“(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 10. November 1923)

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Ich bin in der Gewalt des Göttlichen Willens, der nichts anderes tut, als Meere von Licht und Liebe aus sich hervorströmen zu lassen. Doch scheint Er nicht zufrieden zu sein, wenn Er nicht das lebendige Licht seines Willens und die kleine Liebe des Geschöpfes sieht, die aus diesem hervorgeht, und sie einander begegnen, sich küssen und einander mit einer einzigen Liebe lieben.
O, wie feiert Er dann und spricht in seiner eindringlichen Liebe: ‚Das Leben meines Willens ist in und außerhalb der Seele; so besitze Ich es, es gehört ganz Mir.’ Da fragte ich mich: ‚Verschwindet die kleine Liebe des Geschöpfs nicht im unermesslichen Meer der göttlichen Liebe?’
Da kehrte mein stets liebenswürdiger Jesus zurück, um meine kleine Seele zu besuchen und sagte wie verzehrt von seinen Liebesflammen zu mir: „Tochter meines Willens, alle Akte, welche die Seele tut, die meinen Willen als Prinzip und Leben besitzt, enthalten ein göttliches Leben, auch wenn es nur kleine Akte sind.
So sieht man im grenzenlosen Meer meines Wollens und meiner Liebe viele kleine Leben der Liebe und des Lichtes schwimmen und treiben, die in unserem Meer ihren Platz eingenommen haben. O, wie sehr fühlen Wir Uns vergolten, unsere Liebe erwidert, weil es das Leben der Liebe ist, welches die Seele Uns in ihrer kleinen Liebe dargebracht hat.
Es ist Leben des Lichtes, das sie Uns geschenkt hat, als sie ihre Akte tat, da sie im Mittelpunkt des Lebens unseres Fiat gebildet worden sind, Welches das wahre Leben besitzt; somit ist alles, was aus dem Göttlichen Willen hervorgeht, Leben.
Zuerst erschafft Er diese Leben, dann bildet Er sie in Sich selbst und dann bringt Er sie zur Welt, lässt sie gleichsam aus seinem göttlichen Schoß geboren werden. So besitzt jedes ‚Ich liebe Dich’ das Leben der Liebe; jede Anbetung besitzt das Leben der göttlichen Anbetung; jede von der Seele geübte Tugend besitzt das Leben, sei es der göttlichen Güte oder der Weisheit, Stärke, Kraft oder Heiligkeit.
Da es kleine Leben sind, die von unserem Leben ihr Leben empfangen haben, können sie nicht stehen [bleiben], sondern eilen und setzen ihr kleines Leben in unseren grenzenlosen Meeren fort. O, wie sehr lieben sie Uns doch!
Sie mögen klein sein, doch Wir wissen, welche kleinen Dinge die Seele Uns geben kann, denn Großes und Unermessliches steht Uns zu. Die Seele hat ja nicht einmal [genügend] Platz, wo sie diese [großen Gaben] hintun könnte, wenn Wir sie ihr geben wollten.
Darum muss sie sich zu Uns flüchten: wenn Wir sie nun in unseren Meeren erblicken, fühlen Wir Uns mit der Liebe vergolten, die Wir von der Seele wünschen.“
Ich blieb in Gedanken über die Worte Jesu versunken, und Er fügte hinzu: „Willst du es sehen, damit du dich von dem Gesagten überzeugst?“
Da zeigte mir mein teurer Jesus seine grenzenlosen Meere, die Himmel und Erde erfüllten, worin die kleine Liebe des Geschöpfs und alles Übrige, was in seinem Göttlichen Wollen getan wurde, wie viele kleine, aber schöne Leben in diesen Meeren schwammen: einige blieben an der Oberfläche, um fest auf ihren Schöpfer zu blicken, andere eilten in seine Arme, wieder andere umarmten oder küssten Ihn, weitere drangen in das Meer ein.
Mit einem Wort, sie erwiesen ihrem Schöpfer tausende Zärtlichkeiten und Kunstgriffe der Liebe. Das Höchste Wesen betrachtete sie mit solcher Liebe, dass Er den ganzen Himmlischen Hof zur gemeinsamen Feier mit Ihm einlud und zu allen sagte: „Schaut doch, wie schön diese Leben sind, die aus den Akten der Seele, aus meinem Willen gebildet sind: sie stellen meine Glorie dar, meinen Triumph, mein Lächeln, das Echo meiner Liebe, unserer Harmonie und Glückseligkeit!“
Nun, diese Leben waren in der Sonne, in den Sternen, in der Luft, im Wind, im Meer zu sehen. Jedes ‚Ich liebe Dich’ war ein Leben der Liebe, das eilend seinen Ehrenplatz in den göttlichen Meeren einnahm. Welcher Zauber, welche Schönheiten, welch unsagbaren Überraschungen! Ich verstummte und wusste nichts zu sagen.
Und Jesus fragte: „Meine Tochter, hast du gesehen, wie viele seltene Schönheiten des Lebens mein Wille zu bilden vermag? Seine Liebe und seine Eifersucht sind so groß, dass Er sie in seinem eigenen Meer bewahrt.
Doch das ist noch nicht alles, meine Tochter, Ich möchte dir eine weitere Überraschung mitteilen. Wenn die Seele in meinem Willen lebt, wartet ein ‚Ich liebe Dich’ nicht auf das nächste.
Mit seinem kleinen Leben der Liebe, das es in dem wunderbaren ‚Ich liebe Dich’ enthält, laufen einige voraus, manche weichen nach hinten aus, andere fliegen [rasch], um einen Platz in unseren grenzenlosen Meeren einzunehmen.
Sie wetteifern miteinander: manche laufen schneller, einige wollen weiter nach vorne, andere wollen die Ersten sein, die sich in unsere Arme werfen, wieder andere machen einen Sprung, um sich in unseren göttlichen Schoß einzuschließen. Das Leben kann nicht stillstehen.
Diese kleinen Leben haben – obwohl klein – einen Atem, einen Herzschlag, einen Schritt, eine Stimme. Sie sind ganz Auge, um Uns zu betrachten, daher atmen sie Liebe ein und geben Uns Liebe.
Ihr Herzschlag ist Liebe, sie besitzen unseren Schritt, in dem Wir Uns bewegen und gehen, weil Wir lieben. Ihre Stimmen sprechen immer von Liebe zu Uns und lieben Uns so sehr, dass sie stets die Geschichte unserer ewigen Liebe hören wollen. Diese kleinen Leben sterben nie, sondern sind ewig bei Uns.
Diese ‚Ich liebe Dich’, die Akte in meinem Willen, bevölkern den Himmel. Jene kleinen Leben breiten sich überallhin aus: in der ganzen Schöpfung, in den Heiligen und Engeln, und wie viele von ihnen umringen die Königin!
Überall wollen sie ihren Platz haben und steigen schließlich sogar in die Herzen der Menschen auf Erden hinab und sprechen zueinander: ‚Wie, sollte unser Schöpfer ohne unser kleines Leben der Liebe in den Herzen der Menschen sein? Ach nein, nein!
Wir sind [zwar] klein, [aber] wir können in sie eintreten und unseren Schöpfer in ihrem Namen lieben.’ Diese kleinen Leben entzücken den ganzen Himmel und sind die größten Wunder unseres Höchsten Seins, die wahren Vergelter unserer ewigen Liebe.
Sie besitzen so seltsame Liebestorheiten, dass man sie beim bloßen Hinsehen schon als unsere Töchter erkennt, als Leben, die unser Göttlicher Wille gebildet und geschaffen hat.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 18. Dezember 1937)

„Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“ (Mk 9,35)

Ich versenkte mich ganz in den Heiligen Göttlichen Willen, in dem es weder Vergangenheit noch Zukunft gibt, sondern wo alles gegenwärtig ist; und wenn ich das als die Kleinste von allen tue, stelle ich mich vor alle Generationen, sogar bevor Adam und Eva erschaffen wurden, damit ich, bevor sie sündigen würden, [schon] vor ihnen den Akt der Wiedergutmachung an die göttliche Majestät vorbereiten könne, und damit ich, wenn ich auch klein bin, mich Ihr nähern könne, um für alle einzutreten und meine kleinen Akte in ihrem Willen zu tun, um alle Akte der Menschen mit Ihrem Göttlichen Willen zu bedecken, und so den menschlichen Willen, der mit dem Göttlichen gebrochen hatte, mit diesem wieder zu verbinden und sie so zu vereinen.
, während ich dies tat, empfand ich meine Vernichtung, mein Elend und meine äußerste Kleinheit so lebhaft, dass ich mir sagte: „Anstatt mich im Heiligsten Willen Gottes vor alle zu stellen, müsste ich mich vielmehr hinter alle stellen, auch hinter den letzten Menschen, der kommen wird.
Da ich die Schlechteste und Elendste von allen bin, gebührt mir der letzte Platz.” Während ich dies also tat, trat mein geliebter Jesus aus meinem Inneren heraus, nahm mich an der Hand und sagte zu mir:
„Meine kleine Tochter, in meinem Willen müssen die Kleinen vor allen stehen, ja sogar in meinem Schoß. Jene Seele, die fürsprechen und wiedergutmachen soll, die unseren Willen nicht nur mit dem ihren, sondern mit dem der anderen vereinen soll, sie muss in unserer Nähe und so sehr mit Uns verbunden sein, dass sie alle Spiegelungen der Gottheit empfängt, um sie in sich selbst nachzubilden; sie muss einen Gedanken haben, der ein Gedanke von allen sein soll, ein Wort, ein Werk, einen Schritt, eine Liebe, die von allen und im Namen aller sein sollen.
Und da unser Wille alle einhüllt, soll dieser dein Gedanke, der in unserem Willen der Gedanke aller sein möge, und sollen dieses Wort, dieser Akt, diese Liebe in jedem Gedanken, Wort und Akt aller Generationen hell erglänzen, und in der Macht unseres Willens mögen sie Gegenmittel, Verteidiger, Liebhaber, Arbeiter usw. sein.
Wenn du wüsstest, mit welcher Liebe dich unser Himmlischer Vater erwartet, und die Freude und Genugtuung, die Er empfindet, wenn Er dich so klein sieht, und du die ganze Schöpfung in seinen Schoß trägst, um Ihm die Resonanz von allen darzubringen!
Er fühlt, wie Ihm die Herrlichkeit, die Freuden und die Fröhlichkeit der ersten Bestimmung der Schöpfung zurückerstattet werden. Daher ist es notwendig, dass du vor allen kommst, und wenn du dann nach vorne gekommen bist, wirst du eine Wendung in unserem Willen machen und hinter alle treten, du wirst sie gleichsam auf deinen Schoß nehmen und sie alle in unseren Schoß legen.
Wenn Wir sie dann von deinen in unserem Willen verrichteten Akten bedeckt sehen, werden Wir sie noch liebevoller aufnehmen und eher bereit sein, unseren Willen mit dem der Geschöpfe zu verbinden, damit Er zu seiner vollen Herrschaft zurückkehre. Habe daher Mut: die Kleinen verlieren sich in der Menge, deshalb ist es notwendig, dass du nach vorne kommst, um die Sendung deines Dienstes in unserem Willen zu erfüllen.
Die Kleinen haben in unserem Willen keine Gedanken an sich selbst, noch eigene Dinge, sondern alles mit dem Himmlischen Vater gemeinsam. Wie daher alle die Sonne genießen und alle von ihrem Licht überflutet werden, da sie von Gott zum Wohle aller erschaffen wurde, so sind alle Nutznießer der Akte, die von der kleinen Tochter unseres Willens vollbracht worden sind, die mehr als die Sonne, alle wie mit Pfeilen beschießen, damit die Sonne des Ewigen Wollens von neuem für jenen Zweck aufgehe, wofür alle Geschlechter erschaffen wurden.
Verliere dich also nicht in der Menge deiner Armseligkeiten, deiner Niedrigkeit und deiner eigenen Überlegungen, sondern denke nur an deinen Dienst als Kleine in unserem Willen und erfülle aufmerksam deine Mission.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 8. Februar 1924)

„Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme…“ (Mk 9,36)

Das Göttliche Fiat absorbiert mich völlig in seinem Licht. Um mir seinen ersten Akt des Lebens zu verleihen, pocht dieses Licht in meinem Herzen und lässt mich den Herzschlag seines Lichtes, seiner Heiligkeit, Schönheit und schöpferischen Macht verspüren.
Meine kleine Seele fühlt sich wie ein Schwamm mit diesen göttlichen Herzschlägen ganz durchtränkt. Da sie diese wegen meiner Kleinheit nicht fassen kann, wiederholt sie schmachtend, versengt von den glühenden Strahlen der Sonne des Göttlichen Fiat, ständig: ‘Fiat! Fiat! Hab Mitleid mit meiner Kleinheit, ich kann dein Licht nicht fassen – ich bin zu klein.
Schaffe daher Du selbst den freien Platz, dehne mich aus, dass ich mehr Licht aufnehmen kann und nicht von diesem Licht ertränkt werde, das ich nicht gänzlich umfangen kann, um es in meine kleine Seele einzuschließen.’ Als ich darüber nachsann, sprach mein süßer Jesus zu mir:
„Mut, meine kleine Tochter, es stimmt zwar, dass du zu klein bist, doch du sollst wissen, dass nur die Kleinen in mein Göttliches Fiat eintreten, um in seinem Licht zu leben. Mit jedem Akt, den diese Kleinen in meinem Göttlichen Willen tun, würgen sie ihren eigenen Willen gleichsam ab und bereiten dem menschlichen Willen einen süßen Tod, da es in meinem Willen weder Raum noch Platz für sein Handeln gibt.
Der menschliche Wille hat weder Anspruch noch Recht, sondern verliert seinen Wert vor einem Willen, einem Anspruch und einem Recht, die göttlich sind. Das Verhältnis zwischen menschlichem und göttlichem Willen gleicht einem kleinen Jungen, der meint, aus sich selbst heraus fähig zu sein, etwas zu sagen oder zu tun.
Doch wenn ihm jemand gegenübersteht, der alle Wissenschaften besitzt und in den Künsten bewandert ist, verliert der arme Kleine seine Bedeutung, bleibt stumm und unfähig, etwas zu tun und ist von den schönen Worten und Werken des Wissenschaftlers fasziniert und bezaubert.
Meine Tochter, genau das geschieht: der Kleine glaubt, dass er etwas ist, wenn der Große nicht da ist, aber vor dem Großen fühlt er sich kleiner, als er [tatsächlich] ist. Umso mehr gilt dies vor der Höhe und Unermesslichkeit meines Göttlichen Willens.
So oft die Seele nun in meinem Göttlichen Willen ihre Akte tut, macht sie sich von ihrem eigenen Willen leer und tut ebenso viele Türen auf, um den Meinen eintreten zu lassen. Sie gleicht einem Haus, das im Inneren eine Sonne besitzt: Je mehr Türen es hat, desto mehr Strahlen dringen aus jeder Tür hervor. Oder wenn man ein mit Löchern versehenes Stück Metall vor die Sonne hält.
Je mehr Löcher es hat, umso mehr werden alle kleine Löcher mit Licht gefüllt und enthalten Lichtstrahlen. Die Seele ist ähnlich: Je mehr Akte sie in meinem Göttlichen Willen tut, desto mehr Eintrittspforten tut sie Ihm auf, sodass Er sie ganz mit dem Licht meines Göttlichen Fiat durchstrahlt.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 10. November 1929)