„Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört – amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen“ (Mk 9, 41)

Ich fühle mich in den Armen des Göttlichen Fiat, dessen Liebe so groß ist, dass Es mich mit seinem Licht ernährt, mit seiner Wärme wärmt, und wenn ich müde bin, mich auf seinen Knien wiegt, um mich seine Ruhe verkosten zu lassen, die mich zu neuem Leben erstehen lässt. Göttlicher Wille, wie liebenswürdig bist Du! Du allein vermagst mich wahrhaftig zu lieben, und ich finde [in Dir] meine Zuflucht vor allen meinen Übeln! Aber ich war bedrückt, da ich die Personen in meiner Umgebung meinetwegen leiden und große Opfer bringen sah. Wie ist es schmerzvoll, die anderen geopfert zu sehen! Da sprach mein süßer Jesus, der mich in seine Arme nahm, um mich zu bemitleiden, voller Zärtlichkeit zu mir: „Mut, meine arme Tochter! Ich wünsche nicht, dass du dir darüber Sorgen machst. Du sollst wissen, dass Ich auch die kleinen Opfer und Aufmerksamkeiten gut zu bezahlen weiß und kann, umso mehr die großen.

Ich zähle alles und lasse nicht einen einzigen für Mich dargebrachten Seufzer unbelohnt, speziell wenn diese Opfer für jemanden gebracht werden, der Mich liebt und in meinem Willen leben möchte. Dann empfinde Ich es so, als wären sie für Mich Selbst gebracht. Damit diese Opfer mit gutem Willen dargebracht werden, lege Ich meinen göttlichen Geschmack hinein, sodass Ich die Seelen den Geschmack und die Freude am Opferbringen verspüren lasse, und diese somit das Bedürfnis empfinden, sie zu bringen, und Gefallen und Freude am Opfer finden. Diese sind wie Salz und Würze für die Speisen, wie Schmieröl für die Räder. Haben sich diese zuvor nur mühsam gedreht, so laufen sie nach der Schmierung ganz flüssig. Der göttliche Geschmack ‚entleert‘ das Opfer [an Last] und macht es leicht und wohlgefällig.

Siehe, das ist der Grund, warum Wir in unserer Liebe eine heilige Leidenschaft schufen, einen Geschmack, ein Wohlgefallen, dass Wir nicht sein können, ohne das Geschöpf zu lieben. Es war diese unsere Liebesleidenschaft, die Uns das äußerste Verlangen empfinden ließ, die Liebe zu den Menschen mit unseren Werken zu bezeugen, sodass Wir, ohne dass Uns jemand darum gebeten hätte, einen Himmel, eine Sonne und so viele andere Dinge erschufen; nachdem Wir diese Dinge erschaffen waren, sahen Wir sie an und fanden einen solchen Geschmack und ein Wohlgefallen daran, dass Wir in unserer Begeisterung der Liebe ausriefen: „Wie schön sind unsere Werke – aber sie werden Uns noch mehr verherrlichen und noch mehr Wohlgefallen bereiten, wenn sich unsere Werke den Geschöpfen schenken, um sie zu lieben, damit Wir von ihnen geliebt werden!“

Dann gesellte sich zu unserer Liebesleidenschaft, zum äußersten Bedürfnis, sie zu lieben, die Torheit, der ‚Fieberwahn‘ der Liebe, sodass Wir Uns nicht mit bloßen Werken allein begnügten: Die Liebe erreichte ein solches Maß, dass Wir ersehnten, auch das Leben dafür einzusetzen. In der Tat, was ließ Mich dieser Drang zu lieben, den Ich in Mir verspürte, nicht alles tun? Er ließ Mich unerhörte Peinen erdulden, Ich ertrug die erniedrigendsten Demütigungen, bis hin zum Tod selbst unter schrecklichen Qualen. Nun, diese unsere Liebesleidenschaft gibt sich nicht zufrieden, wenn sie das Geschöpf nicht an unserer eigenen Passion der Liebe teilnehmen lässt.

Deswegen schaffen Wir in den Opfern, die Wir sie bringen lassen, die heilige Leidenschaft, Wir statten sie aus mit Geschmack und Wonnen, damit die Seelen die schönsten Eroberungen machen können. Diese Leidenschaft wird erfinderisch, müht sich auf tausend Weisen ab, und wenn sie nicht tätig ist, scheint sie weder existieren noch leben zu können. Wenn keine Leidenschaft da ist, auch in den heiligen Werken, und Geschmack an (in) den Opfern, so scheinen es gemalte, aber keine lebendigen Werke zu sein: sie haben etwas Kaltes, Apathisches an sich, das mehr Widerwillen erweckt als Wohlgefallen und vielleicht mehr Schlechtes als Gutes hervorbringt.

Sorge dich daher, meine Tochter, nicht um die Opfer, die man für dich bringt: Ich sollte dir vielmehr sagen, dass sie diese Opfer für Mich, nicht für dich bringen, und Ich werde so viel Gnade hineinlegen und einen solchen Geschmack und Genuss, dass diese das Opfer [von der Last] freimachen, und je nach [dem Maß] der Liebe, mit der die Seelen es bringen, werde Ich Mich in sie ergießen und werde, wenn sie das von Mir gewünschte Opfer bringen, mein Leben in ihnen wachsen lassen. Ist es etwa nicht meine Liebesleidenschaft, die Mich so viel über meinen Willen sagen lässt, um im Menschen die Leidenschaft für das Leben in meinem Willen zu schaffen? Indem Ich so viel darüber sage, möchte Ich den menschlichen Willen in unseren göttlichen Genüssen ertränken, sodass er sich kraft des Geschmacks, den er verkostet und der Wonne, die er verspürt, zum Leben in meinem Göttlichen Willen entschließe.

Zudem kannst du es selbst bestätigen, wie viele Genüsse, Wonnen und Freuden Ich dir in dem Opferzustand schenkte, in den Ich dich versetzt habe! Lass daher deinen Jesus handeln, der das Opfer zu arrangieren (gut zu regeln) weiß und es liebenswürdig, leicht und auch wünschenswert macht, zumal Ich das Opfer der Seele mit der Kraft, der Stütze und dem Leben meines Opfers ergänze; mein Opfer nimmt sozusagen das Opfer der Seele in seinen Schoß auf und schenkt dem oder derjenigen Führung, Leben und Licht, der oder die sich mit gutem Willen für Mich opfern will.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 30. März 1938)

„Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt…“ (Mk 9, 42)

Nachdem ich mich an diesem Morgen sehr abgemüht hatte, sah ich unseren Herrn als Gekreuzigten. Ich küsste die Wunden seiner Hände und leistete Wiedergutmachung und betete, dass Er alle menschlichen Werke heiligen, vervollkommnen und reinigen möge, aus Liebe zu dem, was Er in seinen heiligsten Händen gelitten hat, und der gebenedeite Jesus sagte zu mir:

„Meine Tochter, die Werke, die meine Hände am meisten schmerzen und meine Wunden am meisten verschärfen und erweitern, sind die guten Werke, die ohne Aufmerksamkeit getan werden; denn der Mangel an Aufmerksamkeit beraubt ein gutes Werk seiner Lebendigkeit, und Dinge, die kein Leben haben, sind immer dem Verfaulen nahe und ekeln Mich daher an; und in den Augen der Menschen ist ein gutes Werk ohne Aufmerksamkeit ein größerer Skandal als die Sünde selbst, da man weiß, dass die Sünde Finsternis ist und es kein Wunder ist, dass die Finsternis kein Licht spendet. Doch das gute Werk, das Licht ist, aber Finsternis verbreitet, verletzt das menschliche Auge so sehr, dass es nicht mehr weiß, wo es das Licht finden kann, und somit ist dies[es gute Werk] für den Menschen ein Hindernis auf dem Weg des Guten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 6. September 1905)

„Arme Tochter, komm zu Mir, denn Ich will dich trösten! Es ist wahr, dass du leidest, aber erinnerst du nicht, dass auch Ich, o um wie viel mehr noch litt? Bis zu einem bestimmten Punkt blieben meine Schmerzen verborgen, aber als der Wille des Vaters es verlangte, in der Öffentlichkeit zu leiden, ging ich bereitwillig hinaus, um Aufruhr, Schmach, Spott zu erleiden, sodass ich sogar inmitten einer großen Zahl von Menschen nackt entkleidet wurde.

Kannst du dir eine größere Verlegenheit vorstellen als diese? Meine Natur fühlte diese Art von Leiden stark, aber Ich hatte meinen Blick fest auf den Willen des Vaters gerichtet, und Ich bot Ihm diese Leiden als Wiedergutmachung an für viele, welche die ruchlosesten Handlungen öffentlich und mit offenen Augen begehen, und sich damit brüsten, ohne im geringsten zu erröten – und Ich sagte zu Ihm: „Vater, nimm meine Verlegenheit und Schmach, als Wiedergutmachung für viele an, welche die Frechheit besitzen, dich so unverhohlen ohne das geringste Bedauern zu beleidigen. Vergib ihnen, erleuchte sie, dass sie die Hässlichkeit der Sünde sehen und umkehren.“

Ich will, dass auch du an dieser Art des Leidens teilnimmst. Weißt du nicht, dass die schönsten Geschenke, welche Ich der Seele, die ich liebe, geben kann, Kreuze und Leiden sind? Auf dem Weg des Kreuzes bist du noch ein kleines Kind, deshalb fühlst du dich zu schwach. Wenn du erwachsen sein wirst und erkennst, wie kostbar das Leiden ist, wirst du dich stärker fühlen. Stütze dich daher auf Mich – ruhe aus, denn auf diese Weise wirst du Kraft schöpfen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; [123])