31. SONNTAG IM JAHRESKREIS – B – (Mk 12,28b-34)
28bIn jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? 29Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. 30Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.
31Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. 32Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm, 33und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.
34Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.
„Höre…“ (Mk 12,29)
„Höre…“ (Mk 12,29)
Mein armer Geist ist wie belagert vom Göttlichen Willen. Ich möchte so viele Wahrheiten sagen, die Ihn betreffen, die ich aber nicht fassen kann, weil meine Fassungskraft zu klein ist und ich gezwungen bin zu sagen: ‚Genug für jetzt, Jesus.
Du willst so viel darüber sagen, und ich bin unfähig, diese Dinge zu behalten, kann sie auch nicht alle mitteilen, noch weniger sie niederschreiben, wie Du es willst’. Und mein guter Jesus, der mit meiner Begrenztheit Mitleid hatte, sagte gütig zu mir: „Meine kleine Tochter meines Wollens, fürchte dich nicht.
Deine Kleinheit verliert sich in meinem Willen. Nicht du bist es, die seine Wahrheiten offenbaren soll, sondern Er selbst wird die Aufgabe übernehmen, das zu erzählen, was Er bekannt machen will; daher wird Er deinen Geist erfüllen, sich zum Wort auf deinen Lippen machen und offenbaren, wer Er ist. Sicher kannst du es nicht aus dir heraus tun, doch wenn du nur deinen Willen in den Unseren legst, werden Wir alles arrangieren und offenbaren, was Wir sagen wollen.
Du sollst wissen, wenn Wir den Geschöpfen Gutes tun oder eine Wahrheit bekanntgeben wollen, so ist dies das Größte, was Wir ihnen geben können, denn indem Wir ihnen die Wahrheiten verkünden, machen Wir eine Gabe daraus: zuerst lassen Wir sie im Schoß unserer Gottheit heranreifen, und wenn Wir sie nicht länger in Uns zurückhalten können, geben Wir sie.
Unsere Liebe ist nämlich so groß, dass Wir die Geschöpfe im Besitz dieser Gabe sehen wollen, dass Wir Uns innigst danach sehnen und schmachten, ihnen diesen Schatz zu schenken.
Wir befinden Uns in der leidvollen Lage einer armen Mutter, die ihre Leibesfrucht herangebildet hat. Kann sie diese nicht auf die Welt bringen, so glaubt sie zu sterben. Wir können zwar nicht sterben; doch wenn Wir die Wohltaten, die Wir als unsere Frucht schenken wollen, nicht auf die Welt bringen, gerät unsere Liebe in ein gewaltiges Übermaß.
Wenn die Menschen dies sehen könnten, würden sie begreifen, wie ein Gott zu lieben versteht und in welche Bedrängnis sie Uns bringen, wenn sie das Gut nicht empfangen [wollen], das Wir ihnen geben möchten.
Wenn Wir daher jemanden finden, der es aufnimmt, bestätigen Wir die Gabe, feiern ein Fest und fühlen Uns siegreich mit dem Gut, das Wir dieser Seele gegeben haben; und zwar deshalb, weil [wenigstens] eine einzige Seele unsere „Leibesfrucht“ empfangen hat, die Wir mit so viel Liebe hervorgebracht haben. Diese [Frucht] wird sich von selbst den Weg bahnen, alle Geschöpfe aufsuchen und mit seiner zeugenden Kraft so viele weitere Früchte wiedergeboren werden lassen.
Sie wird die ganze Welt erfüllen. Wir werden die große Ehre haben zu sehen, wie unsere Gabe, unsere Güter, den Himmel und die Erde erfüllen, und Seelen als Besitzer, die sie haben wollen.
Überall werden Wir die liebevollen Stimmen vernehmen, die Noten unserer beredten Liebe, die Uns für die unterdrückte Liebe entschädigen, denn Wir könnten diese unsere Frucht nicht hervorbringen, wenn Wir nicht wenigstens ein Geschöpf fänden, das sie empfangen wollte.
Für Uns ist das Tun des Guten eine Passion, das Geben ist andauernde Leidenschaft unserer Liebe. Wenn Wir nun eine Seele finden, die dieses Gut aufnimmt, nehmen Wir in der Gabe unser Leben und unsere Ruhe wahr.
Darum lieben Wir die Seele, die sich als erste zur Verfügung stellt, unsere Frucht aufzunehmen, so sehr, dass Wir Uns ihr anvertrauen und sie zu unserer Sekretärin machen; da sie sich nun von Uns so sehr geliebt sieht, übernimmt sie die Verpflichtung, Uns für alle zu lieben.
O, welch ein Wettbewerb entwickelt sich da zwischen Uns beiden! Du musst wissen, dass jedes Wort von Uns ein Ausbruch der Liebe ist, den Wir dem Geschöpf zuwenden. So ist jedes Wort über unseren Göttlichen Willen, ein Liebeserguss von Uns.
Da Uns dieser Liebeserguss erquickt, haben Wir nicht zu sprechen aufgehört, um die Kette unserer „Liebesausbrüche“ zu bilden, denn Wir hatten die Liebe in Uns zurückgedrängt gehabt.
Wenn du wüsstest, was dieser unser Liebesausbruch bedeutet, die Wohltaten, die er mit sich bringt! Er füllt Himmel und Erde aus, umhüllt alle, legt Balsam auf die Leiden, macht sich zum Tag in der Nacht der Schuld, bekehrt die Sünder, richtet die auf, die im Guten schwanken und bestärkt die Guten.
Kurzum, es gibt nichts Gutes, das ein Wort von Uns, das einen Liebesausbruch in sich schließt, nicht tun könnte. Uns zum Sprechen zu bringen ist also die höchste Wohltat, die den Geschöpfen erwiesen werden kann, es ist die Uns vergoltene Liebe; es bedeutet, den Geschöpfen das Leben Gottes zu vermitteln und stellt die größte Glorie dar, die Wir empfangen können.
Was kann ein Wort von Uns nicht bewirken? Alles! Wer es mit Bereitschaft anhört, der verleiht unserem Wort sozusagen Leben, denn Wir sprechen nie, ohne vorher eine Seele zu finden, die Uns anhören will. Jemand also, der Uns zuhört, liebt Uns so sehr, dass Wir das Gefühl haben, als ob er Uns mitten unter den Menschen das Leben geben wollte, und Wir stellen ihm unser Leben zur Verfügung.
Höre Uns daher aufmerksam an und lass zu, dass Wir unser Herz in Liebe [dir gegenüber] ausschütten. Oft nämlich, wenn Wir niemanden finden, bei dem Wir diese unsere Liebe ergießen können, verwandeln sich diese Liebesausbrüche zu Recht in Gerechtigkeit.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 12. September 1937)
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… Jesus verstummte, und ich dachte über seine Worte nach. Ich erblickte alle Leiden in mir aufgereiht, die ich erduldet hatte: sie sandten Lichtstrahlen aus und bildeten, in die Leiden Jesu umgewandelt, die göttliche Stütze und Verteidigung für die Seelen und flehten und seufzten ständig um das Kommen und die Herrschaft des Göttlichen Willens.
Dann nahm Er seine Rede wieder auf: „Meine gute Tochter, unsere Liebe ist so groß, dass sie überall und allerorts, auch im kleinen Grashalm, in der Luft, die das Geschöpf einatmet, im Wasser, das es trinkt, und sogar unter seinen Schritten, wenn es auf der Erde geht, unsere Stimmen hören lässt, die vor Liebe schmachtend ausrufen: ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich, Ich liebe dich!‘
Doch unsere Liebe findet keine Ruhe, wenn sie sich nicht vom Geschöpf erhört sieht, das ihr sein ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’ wiederholt. In unserem Liebestaumel und unserem Schmerz sagen Wir: ‚Ach, hört Uns denn niemand?
Ach, niemand wiederholt Uns: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich?‘ Wozu sagen Wir ‚Ich liebe dich, Ich liebe dich’, wenn niemand es Uns erwidert und vergilt? Zu wem sagen Wir ‚Ich liebe dich’? Zur Luft, zum Wind, in die Leere?
Unser ‚Ich liebe dich’ findet niemanden, an den es sich richten, auf den es sich stützen kann, wenn es nicht das ‚Ich liebe Dich’ des Menschen findet, das unseren Liebesakt aufnimmt, um mit dem seinen zu vergelten, damit seine Liebe in unserer unermesslichen Liebe Zuflucht findet, um sich aufzustützen und immer mehr zu wachsen.
Wenn das Geschöpf unser ‚Ich liebe dich’ hört und es Uns erwidert, sagen Wir in unserer Liebesglut und wie versöhnt von seiner Liebe: ‚Da Wir gehört worden sind, hat unsere Liebe jemanden gefunden, an den sie sich richten, wo sie Zuflucht finden kann.
Wir sind anerkannt worden, denn Wir haben eine Seele gefunden, die Uns ihre Liebe beteuert, und unsere Liebe feiert ein Fest. Finden Wir jedoch niemanden, der Uns einen Liebesakt schenkt, dann haben Wir niemanden, der Uns weder erkennt, noch Uns anhört, noch Uns liebt. Wie hart ist es, zu lieben und nicht geliebt zu werden!
Wie gerne möchte Ich, dass alle wissen, dass Ich sie mit meiner Liebe stütze und umarme: sie liebe und atmen lasse, sie liebe und ihnen den Herzschlag gebe, sie liebe und ihnen das Wort verleihe, sie liebe und ihnen den Schritt gebe, sie liebe und ihnen Bewegung, Gedanken, Nahrung und Wasser schenke.
Alles, was sie sind und empfangen, ist die Wirkung meiner tätigen Liebe. Ist es daher nicht eine schreckliche Undankbarkeit, Mich nicht zu lieben? Es bedeutet, dass sie unsere Liebe zur Märtyrin machen, da Wir lieben und nicht wiedergeliebt werden.“
Da überlegte ich: ‚Doch wie kann die Seele wissen, wenn Unser Herr ihr seine wiederholten und ununterbrochenen ‚Ich liebe dich’ sagt, um diese dann mit ihren Liebesakten zu vergelten?’ Da erwiderte mein süßer Jesus:
„Meine Tochter, und doch kann sie es leicht wissen. Wenn die Seele meinen Göttlichen Willen als eigenes Leben besitzt, verleiht Er ihr sein göttliches Gehör und lässt sie vernehmen, wann der Schöpfer zu ihr sagt: ‚Ich liebe dich’.
Er gibt nicht nur das Gehör, sondern auch sein göttliches Wort, sodass das Gehör hört und das Wort ‚Ich liebe dich’ spricht. Ja, sogar bevor Er ihr ‚Ich liebe dich’ sagt, macht Er die Seele schon aufmerksam, dass sie das ‚Ich liebe dich’ ihres Gottes empfangen soll, und die Seele geht mit ihrem ‚Ich liebe Dich’ dem göttlichen ‚Ich liebe dich’ entgegen, um gleichsam mit ihrem Schöpfer in Wettstreit zu treten…
Mein Wille möchte der in Ihm lebenden Seele alles geben. Er umfängt sie mit seinen Armen und läuft hinter ihr mit seinen Schritten her. Wir fühlen unsere göttliche Natur ganz [aus] Liebe und haben das Bedürfnis, zu lieben – und zwar so sehr, dass Wir, wenn Uns jemand am Lieben hindern wollte, ersticken würden, als wollte man unserem göttlichen Leben den Atem rauben; in Uns ist nämlich die Atmung, die Bewegung, unser eigener Wille nichts als Liebe, und nicht zu lieben ist für Uns unmöglich.
In gleicher Weise fühlt die Seele, die unseren Willen besitzt, das Bedürfnis, Uns zu lieben und stets zu lieben. Darum vermag nur unser Wille die Ordnung zwischen Schöpfer und Geschöpf herzustellen, Er verleiht ihm Kenntnis über unsere Liebe und Heiligkeit und bringt es in Verbindung mit unserem Höchsten Sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 29. November 1937)
„Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft“ (Mk 12, 30)
Nachdem ich ein Buch gelesen hatte, das von den Tugenden handelte, war ich besorgt, als ich mich selbst ansah, da ich in mir keinerlei Tugend erblickte; wenn es nicht nur das wäre, dass ich Ihn einfach lieben will, Ihn ersehne, Ihn liebe und vom gebenedeiten Jesus geliebt werden möchte, würde nichts, gar nichts von Gott in mir existieren.
Als ich nun in meinem gewöhnlichen Zustand war, sagte mein anbetungswürdiger Jesus zu mir:
„Meine Tochter, je näher die Seele dem Ende kommt, um sich der Quelle alles Guten zu nähern, welche die wahre und vollkommene Liebe Gottes ist, in der alles versenkt bleibt und wo allein die Liebe fließt, um der Motor von allem zu sein, umso mehr verliert sie alle Tugenden, die sie auf ihrem Weg geübt hat, um alles in die Liebe einzuschließen und von allem auszuruhen, um nur zu lieben.
Verlieren nicht die Seligen im Himmel alles, um allein zu lieben? So empfindet die Seele, je weiter sie voranschreitet, umso weniger das verschiedenartige Wirken der Tugenden, denn die Liebe, die sie alle umhüllt, wandelt sie in sich selbst um und lässt sie in sich ruhen wie viele edle Prinzessinnen, wobei sie allein arbeitet und ihnen allen das Leben gibt.
Während die Seele sie nicht wahrnimmt, findet sie doch alle in der Liebe, aber noch schöner, reiner, vollkommener, edler. Wenn die Seele die Tugenden bemerkt, ist es ein Zeichen, dass sie von der Liebe getrennt sind.
Ein Beispiel: Eine Seele erhält einen Auftrag und sie übt den Gehorsam, um jener Person zu gehorchen, um die Tugend zu erwerben, ihren eigenen Willen zu opfern, und aus vielen anderen möglichen Gründen.
Indem sie so handelt, merkt sie schon, dass sie den Gehorsam übt und spürt die Mühe und das Opfer, das diese Tugend mit sich bringt. Ein anderer gehorcht nicht um dieser Person willen, noch aus anderen Gründen, sondern da er weiß, dass sein Ungehorsam Gott missfallen würde, sieht er Gott in jenem, der ihm den Auftrag gibt und opfert aus Liebe zu Gott alles und gehorcht.
Die Seele bemerkt dabei nicht, dass sie gehorcht, sondern nur, dass sie liebt, da sie nur aus Liebe gehorcht hat, sonst wäre sie [aus demselben Grund] ungehorsam gewesen; und so ist es mit allem Übrigen.
Habe daher Mut auf der Reise, denn je weiter du vorankommst, umso schneller wirst du schon hier auf der Erde im Voraus die ewige Seligkeit der einzigen und wahren Liebe genießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 16. Oktober 1905)
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Ich hatte die Kommunion empfangen, als mir plötzlich der Gedanke kam, wie ich mich noch mehr als zuvor an meinen gebenedeiten Jesus anschmiegen könne; und Er sprach zu mir:
„Um dich noch enger an Mich anzuschmiegen, bis du dein ganzes Wesen in Mir verlierst, so wie Ich das Meine in das deine übertrage, musst du in allem das nehmen, was Mir gehört und in allem von dem, was dir gehört, Abstand nehmen; sodass du, wenn deine Gedanken stets auf Heiliges gerichtet sind und auf das, was das Gute, die Ehre und Verherrlichung Gottes betrifft, [dies bedeutet, dass du] deinen Verstand loslässt und den Verstand Gottes annimmst; wenn du sprichst, wenn du Gutes tust und das nur aus Liebe zu Gott, dann lässt du deinen Mund, deine Hände los und nimmst meinen Mund und meine Hände; wenn du heilige und aufrichtige Wege gehst, dann wirst du mit meinen eigenen Füßen gehen; wenn dein Herz nur Mich liebt, lässt du dein Herz zurück und nimmst das meine und liebst Mich mit meiner eigenen Liebe, und so ist mit allem übrigen; so wirst du also von allen meinen Dingen umhüllt werden, und Ich mit all den deinen.
Kann es eine innigere Vereinigung als diese geben? Wenn die Seele so weit kommt, sich selbst nicht mehr zu erkennen, sondern [nur] das Göttliche Wesen in sich selbst, sind das die Früchte der guten Kommunionen, und dies ist ja die Absicht Gottes, wenn Er sich den Seelen [in der Kommunion] mitteilen möchte.
Doch wie oft wird meine Liebe vereitelt, und wie wenige Früchte ernten die Seelen von jenem Sakrament, sodass der Großteil von ihnen dieser göttlichen Speise gegenüber gleichgültig und sogar von ihr angewidert ist!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 8. Januar 1909)
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Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand, als sich Jesus kurz wie ein Blitz sehen ließ und zu mir sagte: „Meine Tochter, es gibt nichts, was die Liebe übertreffen kann, weder die Doktrin noch die Würde und noch weniger der Adel.
Es kann höchstens sein, dass einer diese Dinge zum Guten nützt, um Spekulationen über mein Wesen anzustellen, und Mich dadurch mehr oder weniger gut erkennt. Aber wem gelingt es, Mich zu seinem eigenen „Gegenstand“ zu machen? Der Liebe.
Wer kommt so weit, Mich wie eine Speise zu essen? Die Liebe. Wer Mich liebt, der „verschlingt“ Mich. Wer Mich liebt, findet mein Wesen in jedem Partikel seines Wesens gleichgestaltet.
Zwischen einem, der Mich wirklich liebt und den anderen – wie auch immer ihre Verfassung oder Qualität sein mag – besteht ein solcher Unterschied, wie zwischen dem, der einen wertvollen Gegenstand kennt, schätzt und würdigt, ihn aber nicht besitzt, und dem, der das kostbare Objekt als sein Eigen besitzt; wer ist der Glücklichere von beiden, der welcher es kennt, oder der es besitzt? Sicher der Besitzer.
So ersetzt die Liebe auch die Lehre und übertrifft sie noch; sie kommt für die Würde auf und übertrifft alle mögliche Würden, indem sie der Seele Göttliche Würde verleiht; sie ersetzt alles und übertrifft alles.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 20. Mai 1909)
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Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus in einem blendenden Licht sehen, und dieses Licht löste sich in einen Lichtregen auf und regnete über die Seelen herab.
Doch viele empfingen diesen Lichtstrom nicht, sie waren wie verschlossen, und der Strom floss dort, wo er offene Seelen vorfand, die ihn aufnahmen. Und mein süßer Jesus sagte zu mir: „Meine Tochter, der Fluss meiner Gnaden tritt in die Seelen ein, die aus reiner Liebe wirken.
Nur die Absicht, Mich zu lieben, hält die Seelen offen, den Fluss aller meiner Gnaden aufzunehmen. Liebe bin Ich, Liebe sind sie, so sind sie in ständigem Fluss für Mich und Ich für sie.
Die jedoch für menschliche Ziele arbeiten, sind für Mich verschlossen, ihre Strömung ist offen für alles, was menschlich ist, und sie empfangen den Fluss dessen, was menschlich ist.
Wer arbeitet, um zu sündigen, empfängt den Strom der Schuld, wer für teuflische Absichten arbeitet, empfängt den Strom der Hölle. Die Absicht im Handeln verleiht dem Menschen verschiedene Schattierungen, die ihn schön oder hässlich machen, in Licht oder Finsternis verwandeln, in die Heiligkeit oder die Sünde.
Wie der Zweck des Handelns ist, so ist der Mensch; deshalb tritt mein Fluss nicht in alle ein, und da er von den vor Mir verschlossenen Seelen zurückgewiesen wird, entlädt er sich noch mächtiger und überströmender über die offenen Seelen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 22. Dezember 1921)
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Wie unterscheidet sich doch unser Wirken und die Liebe, mit der Wir handeln, von jener des Geschöpfes! Unsere Liebe zu dem Werk, das Wir vollbringen, ist so groß, dass Wir nicht zulassen, dass es aus Uns heraustrete, damit es seine Schönheit, mit der Wir es schufen, nicht einbüße.
Wenn hingegen der Mensch ein schönes Werk oder einen verdienstvollen Akt vollbringt, kann er sein Werk nicht in sich selbst behalten, sondern weiß oft gar nicht, was aus seinem Werk wurde – ob es verschmutzt oder zerschlissen ist – was ein Zeichen der geringen Liebe zu seinen eigenen Werken ist.
Und da der Mensch durch die Sünde seinen Ursprung verlassen hat, d.h., den primären Willen Gottes, von Dem er ausging, verlor er die wahre Liebe zu Gott, zu sich selbst und zu seinen eigenen Werken.
Ich wünschte, dass der Mensch freiwillig und nicht gezwungen in meinem Willen bleibe, denn Ich liebte ihn mehr als alle anderen geschaffenen Dinge und wollte ihn als König inmitten meiner Werke sehen.
Doch der undankbare Mensch wollte aus seinem Ursprung heraustreten; daher veränderte er sich und verlor seine Frische und Schönheit und wurde dem Wechsel ständiger Veränderungen unterworfen. Und so sehr Ich ihn auch zur Rückkehr in seinen Ursprung rufe – er stellt sich taub und gibt vor, Mich nicht zu hören.
Doch meine Liebe ist so groß, dass Ich auf ihn warte und weiterhin rufe.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 27. Januar 1925)
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… „Meine Tochter, die erste Pflicht des Geschöpfs ist es, Den anzubeten, Der es erschaffen hat. Der erste Akt, der von Heiligkeit spricht, ist die Pflicht. Die Pflicht ruft die Ordnung nach sich, und die Ordnung lässt die schönste Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf erstehen: die Harmonie des Willens, Harmonie der Liebe, der Handlungsweisen und der Nachahmung; die Pflicht ist die Substanz der Heiligkeit.
Da alle geschaffenen Dinge die Prägung der wahren Anbetung besitzen und gleichsam in ihrem Wesen haben, kann das Geschöpf, mit diesen Dingen vereint, ihrem Schöpfer die vollkommenste Anbetung darbringen.
Jedes geschaffene Ding ist also eine tiefe Anbetung Dessen, der es erschaffen hat, und wenn sich das [menschliche] Geschöpf mit diesen Dingen vereint, bewirkt es kraft unseres Willens, dass alle anbeten und erweist Gott die Schuldigkeit [im Namen] eines jeden einzelnen.
Die Seele erhebt sich über alle Werke und bringt Uns alle und ihr Herzschlag pocht dann in unserem und sie atmet in unserem Atem. O, wie lieblich und wohlgefällig ist Uns dieser Herzschlag und dieser Atem in Unserem!
Als Vergeltung dafür schlagen Wir im Herzen des Geschöpfes und atmen in seinem Atem, wobei Wir ihm den göttlichen Herzschlag und Atem als Leben, als Vermächtnis und als Zunahme an unserem Höchsten Sein in ihm schenken.
Und siehe, zur Pflicht der Anbetung kommt die erste Pflicht [des Geschöpfes] vom Akt der Erschaffung hinzu, dass nämlich das Geschöpf seinem Schöpfer das Leben in seiner eigenen Seele gebe und Ihm die Herrschaft überlasse; so kann sich Gott frei [in der Seele] formen, pochen, atmen und die Seele mit Liebe erfüllen, damit Er konkret sagen kann: ‚Dieses Geschöpf ist der Träger seines Schöpfers und lässt Mich tun, was Ich will; das ist so wahr, dass Ich sogar seinen Herzschlag besitze.
Es besitzt nichts Eigenes. Was ihm gehört, ist Mein, und was Mein ist, ist sein. Ich habe meinen Ehrenplatz in ihm, und es hat den Ehrenplatz in Mir.’ So geben Himmel und Erde einander den Kuss des Friedens und der immerwährenden Einheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 10. Juni 1935)


