31. SONNTAG IM JAHRESKREIS – C – (Lk 19, 1-10)
„Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf“ (Lk 19, 6)
„Sieh, wie viele Gnaden Ich über die Geschöpfe ausgießen sollte, doch da Ich keine Entsprechung finde, bin Ich gezwungen, sie in Mir zurückzuhalten, ja mehr noch, sie lassen sie Mich in Züchtigungen umwandeln. Achte darauf, meine Tochter, meinen so zahlreichen Gnaden, die Ich in dich ausgieße, zu entsprechen, denn die Entsprechung ist die offene Tür, die Mich in das Herz eintreten lässt, um dort meine Wohnstätte zu errichten.
Entsprechung ist wie die freundliche Aufnahme und Wertschätzung, die Menschen entgegengebracht wird, die zu Besuch kommen, sodass jene, durch diesen Respekt, und die ihnen gegenüber angewandten freundlichen Manieren angezogen, genötigt sind, wieder zu kommen, bis sie sich gar nicht mehr trennen können. Alles kommt darauf an, Mir zu entsprechen, und je nach dem Grad, wie die Seelen Mir entsprechen und Mich auf Erden behandeln, werde Ich Mich im Himmel ihnen gegenüber verhalten, indem Ich sie offene Türen vorfinden lasse; Ich werde den ganzen himmlischen Hof einladen, sie willkommen zu heißen, und werde sie auf den erhabensten Thron setzen; doch es wird ganz das Gegenteil für jene sein, die Mir nicht entsprechen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 2. August 1899)
„Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt“ (Lk 19, 7)
„… Ich weiß daher, meine Tochter, worauf meine Pläne abzielen, wozu sie nützlich sind, was Ich tue, und kenne all das Große und Schöne, wenn Ich ein Geschöpf auserwähle. Aber sie, was wissen sie schon? Als Fazit müssen sie mein Werk stets kritisieren. Sogar mein kurzes Leben hier unten blieb nicht von Kritik verschont: als sich meine Heiligste Menschheit voller Liebe unter den Menschen bewegte, kritisierten sie dennoch, wenn Ich Mich den Sündern allzu sehr näherte, meinen Umgang mit ihnen als ungeziemend.
Ich ließ sie reden, und ohne ihren Worten Gewicht beizumessen, setzte Ich Taten und kam den Sündern sogar noch mehr entgegen und liebte sie noch mehr, um sie zu meiner Liebe hinzuziehen. Als Ich Wunder wirkte, hatten sie etwas auszusetzen, weil sie Mich für den Sohn des heiligen Josef hielten und meinten, dass der verheißene Messias nicht von einem Handwerker abstammen könne. So säten sie ständig Zweifel an meiner Göttlichen Person, sodass sie die Sonne meiner Menschheit gleichsam umwölkten. Ich aber erweckte „kleine Winde“, welche diese Wolken auflösen sollten und erschien in noch strahlenderem Licht in ihrer Mitte, um den Zweck meines Kommens auf Erden, nämlich die Erlösung, zu vollenden.
Wundere dich also nicht, dass sie an meinem Verhalten dir gegenüber etwas auszusetzen haben. Obwohl sie mein Wirken an dir wie mit Wolken verdunkelten, werde Ich meine kleinen Winde anfachen, um diese Wolken aufzulösen. Wenn sie die Wahrheit lieben, werden sie erkennen, dass mein Umgang mit dir – selbst wenn Ich bei anderen Seelen anders vorging – für unsere Liebe dennoch nötig war, da es der Bekanntmachung und Herrschaft unseres Willens selbst dienen sollte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. Juni 1930)
„Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück“ (Lk 19, 8)
„Meine Tochter, die Liebe, mit der Ich die Seelen liebe, ist so groß, dass Ich, sobald sich die Seele entscheidet, sich Mir hinzugeben, sie mit so viel Gnade umgebe, sie liebkose, anrege, aufhebe, ans Herz drücke, sie mit fühlbaren Gnaden, mit Eifer und Inspirationen ausstatte. Nun, da sich die Seele so mit Gnade erfüllt sieht, beginnt sie, Mich zu lieben und bildet eine Grundlage von Gebeten und von frommen Übungen in ihrem Herzen, und beschließt, sich in den Tugenden zu üben. All das bildet eine blühende Wiese in der Seele, doch meine Liebe ist nicht zufrieden mit Blumen allein, sie will Früchte. Und deshalb fängt sie an, die Blüten fallen zu lassen, das heißt, sie entkleidet die Seele der fühlbaren Liebe, des [ungeordneten] Eifers und von allem übrigen Hinderlichen, um die Seele fruchtbar zu machen.
Wenn die Seele treu ist, setzt sie ihre frommen Übungen und Tugendakte fort, und findet keinen Geschmack an irgendetwas anderem Irdischen [Menschlichen], sie denkt nicht an sich selbst, sondern nur an Mich. Durch das Vertrauen in Mich wird sie den Früchten Geschmack verleihen, ihre Treue wird die Früchte reifen lassen, und mit Mut, Geduld und Ruhe werden die Früchte wachsen und reichlich werden. Und Ich, der himmlische Gärtner, werde diese Früchte ernten und daraus meine Speise bereiten; und Ich werde ein weiteres Feld anpflanzen, noch schöner und blühender, in dem heroische Früchte wachsen, die meinem Herzen unerhörte Gnaden entreißen werden. Wenn die Seele aber dann untreu und ohne rechtes Vertrauen ist, wenn sie unruhig wird und Vergnügen an menschlichen Dingen findet usw., werden diese Früchte nie heranreifen, sondern geschmacklos sein, bitter, mit Schlamm bedeckt, Mich erbittern und Mich aus der Seele zurückziehen lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 25.5.1916)

