14In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.
16Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. 17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. 19Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
20Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. 21Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

„Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat“ (Jhn 3, 14-15)

Mein gekreuzigtes Gut! Ich erblicke dich auf dem Kreuz wie auf einem Thron des Triumphs am Werk, alles und alle Herzen zu erobern und sie mit Macht an dich zu ziehen, so dass alle deine Herrschergewalt empfinden.
Die Natur, die bei dieser Missetat erschaudert, liegt zu deinen Füßen und erwartet schweigend den Befehl, dir Ehre zu erweisen und deine Herrschaft anzuerkennen. Als ob sie weinen würde, zieht die Sonne ihr Licht zurück, um dein allzu schmerzvolles Angesicht nicht schauen zu müssen.
Selbst die Hölle empfindet Schrecken und erwartet mit Schweigen, was da kommen wird. Überall herrscht Stillschweigen. Deine von Leid durchbohrte Mutter und alle deine Getreuen stehen stumm da, wie erstarrt bei dem allzu schmerzlichen Anblick deines durch zahllose Wunden zerrissenen und blutenden Leibes. Sie warten schweigend auf dein Wort.
Auch deine Menschheit, die in den Qualen des Todeskampfs in ein Meer von Schmerz versenkt ist, verhält sich schweigend, so dass von einem Augenblick zum anderen zu befürchten ist, du werdest verscheiden.
Ja, selbst die treulosen Juden und die erbarmungslosen Henkersknechte, die dich bis vor kurzem beschimpften und verhöhnten, dich Betrüger und Missetäter nannten, und sogar die beiden Schächer, die dich soeben noch gelästert hatten, sind verstummt.
Auch bei ihnen regt sich das Gewissen. Wenn sie sich bemühen, ein Schmähwort gegen dich auszustoßen, so erstirbt es auf ihren Lippen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab“ (Joh 3,16)

… „Meine gesegnete Tochter, bei meinem Abstieg auf die Erde waren die Wunder und unsere Liebesglut so groß und gewaltig, dass es weder Engeln noch Menschen gegeben ist zu verstehen, was unsere Gottheit im Geheimnis meiner Menschwerdung wirkte.
Nun, du sollst wissen, dass unser Höchstes Sein dem Wesen nach eine unaufhörliche Bewegung besitzt. Könnte diese Bewegung auch nur für einen Augenblick aufhören – was unmöglich ist – so wären alle Dinge gelähmt und leblos, weil alle Dinge, das Leben, die Erhaltung und alles, was im Himmel und auf Erden existiert, von dieser Bewegung abhängen.
Als Ich daher vom Himmel auf die Erde herniederstieg, ging Ich, das Wort und der Sohn des Vaters, von unserer ersten Bewegung weg, d.h. Ich blieb [zurück] und ging [zugleich] weg: der Vater und der Heilige Geist stiegen mit Mir herab, Sie wirkten mit, und Ich tat auch keinen Akt, den Ich nicht gemeinsam mit Ihnen vollbrachte.
Und Sie blieben voller Majestät auf ihrem Thron in den himmlischen Gefilden. Als Ich also [vom Himmel] wegging, stiegen meine Unermesslichkeit, meine Liebe und meine Macht gemeinsam mit Mir herab.
Meine Liebe, die etwas Unglaubliches an sich hat und sich nicht zufriedengibt, wenn sie nicht aus meinem Leben so viele Leben formt, wie Geschöpfe existieren, tat nicht nur dies, sondern bildete überall und an jedem Ort mein Leben und vervielfältigte es.
Da sie meine Unermesslichkeit zu ihrer Verfügung hat, füllte sie diese mit so vielen meiner Leben, damit jeder Mensch ein Leben von Mir ganz zu eigen habe, und der Gottheit die Verherrlichung und Ehre so vieler unserer göttlichen Leben zukomme, wie viele Dinge und Menschen Wir ins Dasein riefen.
Ach, unsere Liebe „bezahlte“ Uns für das Werk der Schöpfung. Indem sie so viele Leben von Uns bildete, vergalt sie Uns nicht nur, sondern gab Uns [noch] mehr als das, was Wir getan hatten.
Unsere Gottheit war hingerissen und empfand einen so süßen Zauber, als sie die Strategien und Kunstkniffe unserer Liebe sah und so viele unserer [überall] verstreuten Leben erblickte, wobei sich unsere Liebe unserer Unermesslichkeit als Umkreis bediente, in den sie diese Leben stellte.
Während also mein Leben als Mittelpunkt zu sehen war, zeigten sich meine Unendlichkeit und Macht als Umkreis, in welchem jene unzähligen Leben hinterlegt wurden.
Alle und alles vorfindend, gaben sie sich hin, um Uns zu lieben und sich lieben zu lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 25. Dezember 1937)

“Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet” (Joh 3,18)

… „Meine Tochter, um einen Gegenstand gut zu begreifen, braucht es Glauben, denn ohne diesen ist alles im menschlichen Intellekt dunkel, während doch der Glaube allein ein Licht im Geist entzündet, und man mittels dieses Lichtes mit Klarheit, Wahrheit und Irrtum unterscheiden kann, wann die Gnade wirkt, wann die menschliche Natur oder wann der Teufel.
Schau, das Evangelium ist allen bekannt, doch wer versteht die Bedeutung meiner Worte und die Wahrheiten, die es in sich schließt? Wer bewahrt sie in seinem Herzen und macht aus ihnen einen Schatz, um sich das ewige Königreich zu erwerben?
Jener, der glaubt. Alle anderen verstehen nicht nur gar nichts, sondern bedienen sich meiner Worte, um sie zu verspotten und sich einen Spaß aus den heiligsten Dingen zu machen.
So kann man sagen, dass alles in den Herzen jener eingeschrieben ist, die glauben, hoffen und lieben, während für die übrigen [es so ist, wie wenn] nichts geschrieben ist.
So ist es bei dir: wer ein wenig Glauben hat, sieht die Dinge klar und findet die Wahrheit; wer keinen hat, sieht die Dinge ganz verwirrt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. Januar 1903)

„Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht” (Joh 3,19)

Als ich in einem Zustand der Verlassenheit seitens meines anbetungswürdigen Jesus war, fühlte ich mein Herz an dieser Pein, wie unter einer Presse, zerdrückt werden. O Gott, was für ein unaussprechlicher Schmerz!
Als ich in diesem Zustand war, sah ich mein teures Gut beinahe wie einen Schatten, doch nicht klar. Ich konnte nur eine Hand klar sehen, welche eine brennende Lampe zu tragen schien.
Er tauchte seinen Finger in diese Lampe und salbte damit den Bereich meines Herzens, der wegen seiner Beraubung aufs höchste verbittert war. In diesem Augenblick hörte ich eine Stimme sagen:
„Die Wahrheit ist Licht, welche das Wort auf die Erde gebracht hat. Wie die Sonne die Erde erleuchtet, belebt und befruchtet, so gibt das Licht der Wahrheit Leben und Licht und macht die Seele fruchtbar an Tugenden.
Obwohl viele Wolken dieses Licht der Wahrheit trüben, welche die Freveltaten der Menschen sind, hört es trotzdem nicht auf, weiterhin Schimmer von lebensspendendem Licht hinter den Wolken hervor zu senden, um die Seelen zu wärmen.
Und wenn diese Wolken, Wolken der Unvollkommenheit und der unfreiwilligen Fehler sind, durchdringt dieses Licht sie mit seiner Hitze, lässt sie verschwinden, und es dringt frei in die Seele ein.“
Ich verstand, dass die Seele wachsam sein muss, nicht einmal in einen Schatten eines freiwilligen Fehlers zu fallen, welche diese gefährlichen Wolken sind, die das Eindringen des göttlichen Lichtes verhindern. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 12. Februar 1900)

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Ich war in meinem gewöhnlichen Zustand, da erschien Jesus ganz aus Licht und sagte die einfachen Worte: „Ich bin Licht – aber woraus besteht dieses Licht? Was liegt ihm zugrunde? Die Wahrheit.
So bin Ich das Licht, weil Ich die Wahrheit bin. Damit die Seele also Licht sei und in all ihren Handlungen Licht haben möge, müssen diese aus der Wahrheit hervorgehen. Wo Finessen (künstliches Verhalten), Trug oder Doppelzüngigkeit herrschen, kann kein Licht sein, sondern herrscht Finsternis.“
Dann verschwand Er wie ein Blitz. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 3. September 1908)

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Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand und sah meinen stets liebenswürdigen Jesus, wie Er in mein Inneres eine Kugel aus Licht legte; dann sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, meine Wahrheit ist Licht, und wenn Ich sie den Seelen, die begrenzte Wesen sind, mitteile, teile Ich meine Wahrheiten mit begrenztem Licht mit, da sie unfähig sind, das unendliche Licht zu empfangen.
Es geschieht aber so wie bei der Sonne, die, während man in der Höhe des Himmels eine begrenzte, umschlossene Kugel aus Licht erblickt, mit dem Licht, das sie ausstrahlt, die ganze Erde einhüllt, erwärmt und fruchtbar macht.
Unmöglich kann der Mensch all die Pflanzen aufzählen, die von der Sonne fruchtbar gemacht, oder die Länder, die erleuchtet und erwärmt wurden. Während man sie am Himmel oben mit einem Augenaufschlag erblickt, kann man dann nicht sehen, wo das Licht endet und die Wohltaten, die sie spendet.
So ist es auch mit den Sonnen der Wahrheit die Ich den Seelen mitteile: innerhalb der Seelen erscheinen sie begrenzt, aber wenn diese Wahrheiten nach außen dringen, wie viele Seelen beeindrucken sie doch, den Geist wie vieler erleuchten sie, wie viel Gutes tun sie!
Deshalb hast du gesehen, dass Ich eine Kugel aus Licht in dich hineingelegt habe; es sind meine Wahrheiten, die Ich dir mitteile: sei aufmerksam, sie zu empfangen und noch achtsamer darin, sie mitzuteilen, um das Licht meiner Wahrheiten in Umlauf zu bringen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 25. September 1920)

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Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort, da ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meiner Nähe sehen, sein Herz war ganz in Flammen und bei jedem Herzschlag kam ein Licht aus seinem Herzen hervor; dieses Licht umgab mich ganz und verteilte sich auf die ganze Schöpfung. Ich war darüber erstaunt, und Er sagte zu mir:
„Meine Tochter, Ich bin ewiges Licht, und alles, was aus Mir hervorgeht ist Licht, sodass nicht nur mein Herzschlag Licht ausströmt, sondern jeder Gedanke von Mir, jeder Atemzug, jedes Wort, jeder Schritt, jeder Tropfen meines Blutes sind Lichter, die von Mir ausströmen und sich inmitten aller Geschöpfe verteilend, sich als Leben an die Stelle jedes einzelnen von ihnen setzen, und dafür die Vergeltung ihrer kleinen Lichter wünschen, da auch sie Lichter sind, die von meinem eigenen Lichte ausgeströmt sind, aber die Sünde verkehrt das Wirken der Kreatur in Finsternis…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 28. September 1921)

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Ich dachte über alles nach, was mein süßer Jesus mit so viel Güte sich meiner armen Seele zu sagen würdigt, und das von Licht sprüht, wenn ich es bei Gelegenheit wieder lese. Da sagte mein stets liebenswürdiger Jesus zu mir:
„Meine Tochter, wenn Ich spreche, verströme Ich das Licht der Wahrheit, und möchte, dass sie von der Seele angenommen und geschätzt werde.
Wenn dieses Licht angenommen und im Inneren der Seele auf einen Ehrenplatz gestellt wird, ruft es nach einem weiteren Licht, sodass eines nach dem andern ruft, sonst kehrt es zu seiner Quelle zurück.
Wenn die Seele die niedergeschriebenen Wahrheiten erneut liest, um sie zu erwägen, sind diese wie gehämmertes Eisen: wenn das Eisen gehämmert wird, wird es rotglühend und sprüht Lichtfunken, wird es hingegen nicht gehämmert, ist es hart, schwarz und ein eiskaltes Metall.
So ähnlich sind auch meine Wahrheiten. Wenn die Seele sie immer wieder liest, um sich die Substanz anzueignen, die in meinen Wahrheiten steckt, die ihrer Seele mitgeteilt wurden – wobei die Seele dem Eisen, seiner Schwärze und Kälte gleicht – dann bleibt sie rotglühend.
Durch die Meditation der Wahrheiten führt sie gleichsam Schläge über ihre eigene Person aus, die das Glück hatte, meine Wahrheit zu vernehmen. Und diese Wahrheit fühlt sich geehrt und versprüht das Licht weiterer Wahrheiten.
Wenn aber meine mitgeteilten Wahrheiten in Vergessenheit geraten und auch nicht an einen Ehrenplatz gestellt werden, sind sie gleichsam begraben. Aber weil sie lebendig sind, kann man sie eigentlich nicht begraben, da sie Licht sind, das Leben besitzt und bringt.
Da sie also nicht sterben können, wird die Zeit kommen, wo andere sie schätzen und jene verurteilen werden, die sie in Vergessenheit geraten und wie begraben sein ließen.
Wenn du wüsstest, wie viel Licht in allem ist, was Ich dir über meinen Göttlichen Willen offenbarte! Und wie viel mehr Licht sie versprühen würden, wenn sie gelesen und immer wieder gelesen würden, so wärest du selbst überstrahlt und über das große Gut erstaunt, das sie bewirken könnten!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 24. Dezember 1929)