23In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. 24Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
25Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. 26Der Beistand, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. 27Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.
28Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. 29Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

„Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen“ (Joh 14,23)

Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, voller Bitterkeit und Beraubungen, da kam der gebenedeite Jesus an diesem Morgen kurz, und ich beklagte mich bei Ihm über meine Lage; statt einer Antwort drückte Er sich noch mehr an mich. Ohne auf meine Worte einzugehen, sagte Er dann:
„Meine Tochter, die Seele, die Mich wahrhaft liebt, begnügt sich nicht damit, Mich mit Wünschen, Begierden und Elan zu lieben, sondern ist erst dann zufrieden, wenn sie aus der Liebe ihre Speise und tägliche Nahrung macht; dann wird die Liebe robust und fest und verliert all jene Leichtfertigkeit der Liebe, der die Menschen unterworfen sind.
Und da sie aus der Liebe ihre Speise macht, breitet sie sich in all ihren Gliedern aus, und da sie überall ausgebreitet ist, hat sie die Kraft, die Flammen der Liebe aufrecht zu halten, die sie verzehren und ihr das Leben schenken; und da sie die Liebe in sich selbst hat und sie besitzt, fühlt sie nicht mehr jenes lebhafte Verlangen und jene Besorgnis, sondern empfindet nur, dass sie die Liebe, die sie besitzt, noch mehr liebt.
So ist die Liebe der Seligen im Himmel, und dies ist auch meine Liebe selbst; die Seligen brennen, doch ohne Besorgnis, ohne Lärm, sondern mit Festigkeit und bewundernswerter Ernsthaftigkeit. Dies ist das Zeichen, ob es der Seele gelungen ist, sich von der Liebe zu ernähren, wenn sie die Nuancen der menschlichen Liebe immer mehr ablegt.
Wenn man nämlich bloß Sehnsüchte, Verlangen und Anwandlungen sieht, zeigt dies, dass die Liebe nicht ihre Speise ist, sondern dass sie nur ein Teilchen ihrer selbst der Liebe gewidmet hat. Da sie also nicht ganz Liebe [geworden] ist, hat sie nicht die Kraft, diese einzuschließen und zeigt daher diesen Elan der menschlichen Liebe; jene Seelen sind sehr wankelmütig und ohne Stabilität in ihren Belangen.
Die Ersten jedoch sind stabil wie jene Berge, die sich nie wegbewegen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 20. November 1908)

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Die Seele ist wie der sternenübersäte Himmel, die ganze Schöpfung ist in ihr eingeschlossen. Das Tun des Guten bildet das Leben des Guten in der Seele heran. Kennzeichen, ob Jesus in der Seele wohnt.
Ich bin eine stete Beute des Göttlichen Fiat, das mich in allen geschaffenen Dingen erwartet, um die Liebe, die Es bei der Erschaffung so vieler Dinge für mich erzeigte, zu verdoppeln. Der Göttliche Wille scheint sich nach der Liebe seines geliebten Geschöpfes zu sehnen, um in der geschöpflichen Liebe die kleine Stütze für seine große Liebe zu finden.
So sind Himmel, Sonnen, Winde nichts anderes als Lockrufe, die uns ständig sagen: ‘Ich bin dir mit meiner Liebe zuvorgekommen, und du – lasse Mich nicht ohne die deine.’ Als ich hörte, wie alle mich einluden, meinen Schöpfer zu lieben, überraschte mich mein geliebter Jesus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wie Ich einen sternenübersäten Himmel über deinem Haupt erschuf, so schuf Ich auch einen Himmel in dir: dieser Himmel ist deine Seele, die sich überallhin erstreckt, von der Höhe des Hauptes bis zu deinen Füßen unten. Es gibt keinen Teil in dir, wo sich dieser Himmel nicht ausdehnt.
So hast du einen Himmel außen und einen noch schöneren Himmel im Inneren. Alles, was dieser Himmel kraft deiner Natur tut, d.h., wenn du denkst, sprichst, arbeitest, leidest – stellt nichts anderes als überaus strahlende Sterne dar, mit welchen dieser Himmel der Seele geschmückt wird.
Die Sonne, die an ihm erglänzt, ist mein Wille, das rauschende Meer ist meine Gnade; der Wind sind meine erhabenen Wahrheiten, welche die blühenden Wiesen der schönsten Tugenden bilden.
Die ganze Schöpfung ist in die Seele eingeschlossen. Es war weder die Absicht unserer Weisheit, noch unserer machtvollen Liebe, nur außerhalb des Menschen eine Schöpfung zu schaffen; und das Innere, der vitale und substantielle Teil, sollte ohne Himmel, Sterne und Sonne bleiben – nein, nein!
Wenn Wir ein Werk schaffen, füllen Wir es innen und außen mit unseren Werken und unserem eigenen Leben an – aber so intensiv, dass es in der Seele keinen Teil ihres Wesens geben darf, der nicht unser Leben und die Kraft unserer Schöpferwerke verspüre. Daher lieben Wir den Menschen so sehr, weil er unser Werk ist, und Wir lassen unser Leben in ihm zurück, um das, was wir [in ihm] gewirkt haben, zu bewahren.
Wer also das Leben meines Göttlichen Willens nicht in sich spürt, der kennt Ihn zwar theoretisch, aber nicht in der Praxis. Wenn man nämlich etwas Gutes kennt und ausübt, dann hat dieses Gute die Kraft, die Substanz des Lebens des Guten zu bilden, das man kennt, sonst würde es nicht praktiziert und wäre wie ein gemaltes Bild, das leblos ist und somit sein Leben nicht im Betrachter bilden kann.
Mein Wille ist Leben, unsere Werke sind lebendige und keine toten Werke; für den aber, der sie nicht kennt oder nicht zu erkennen trachtet oder sie nicht in die Praxis umsetzt, sind sie wie tote und leblose Werke.
Daher erwarte Ich, dass die Seelen sie in die Tat umsetzen, damit Ich das Leben meines Willens verwirklichen, heranbilden und großziehen und unsere Werke für sie lebendig machen kann.”
Später kamen in mir Angst und Zweifel auf, ob mein guter Jesus [noch] in meiner Seele war oder Er sich zurückgezogen hat und mich allein und verlassen zurückließ. Welch grausamer stechender Dorn ist dies, der den unerbittlichsten Tod erleiden lässt! Da überraschte mich mein stets liebenswürdiger Jesus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, fürchte dich nicht; um dir Sicherheit zu geben, will Ich dir das Kennzeichen dafür nennen, ob Ich [noch in der Seele] bin oder sie verlassen habe: wenn sich die Seele meinem Willen unterwirft, Ihn liebt und Ihm den ersten Platz einräumt, zeigt dies, dass Ich in der Seele wohne, weil meine Gegenwart die Eigenschaft hat, den menschlichen Willen dem Meinen untergeordnet zu halten.
Fühlt sie hingegen Auflehnung gegen meinen Willen, dann ist es ein sicheres Zeichen, dass Ich Mich zurückgezogen habe. Beruhige dich daher und fürchte dich nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 21. Oktober 1932)

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Als ich den Akten des Fiat folgte, gelangte ich zum Punkt der Erschaffung des Menschen und dachte darüber nach, mit welch großer Liebe der unschuldige Adam vor der Sünde den Herrn lieben konnte.
Da überraschte mich mein geliebter Jesus und sagte zu mir: „Meine Tochter, er liebte Mich, wie es einem Geschöpf nur möglich war. Er war ein Komplex aus Liebe, nicht eine Faser von ihm war ohne Liebe zu seinem Schöpfer.
Er fühlte das Leben seines Schöpfers lebendig in seinem Herzen pochen. Wahre Liebe ruft nämlich in jedem Augenblick Den, den sie liebt, schenkt Ihm mit ihrer Liebe ihr Leben und nimmt als ihr eigenes Leben dafür Den zurück, den sie liebt.
Wenn nun die Seele meinen Göttlichen Willen liebt, findet mein Wille Sich Selbst in ihr und die einfache Möglichkeit [, in ihr] zu herrschen. Nichts stellt sich seiner Herrschaft entgegen, sein edler Platz ist der eines herrschenden Königs, und Er errichtet in der Seele sein so ersehntes Reich.
Wenn Mich die Seele liebt, so viel sie nur kann, kann es in ihr keine Stelle geben, wo Gott nicht wäre, ja vielmehr schließt sie Mich mit ihrer Liebe in den Mittelpunkt ihrer Seele ein, sodass Ich weder weggehen noch Mich von ihr befreien kann. Und wenn Ich sie verließe, was Ich nie tue, würde sie Mir folgen, sodass weder Ich noch sie imstande wären, Uns zu trennen, denn die Liebe bin Ich selbst.
Wer Mich also wirklich liebt, kann sagen: ‚Ich habe Den besiegt, der mich erschaffen hat, Er ist in meinem Inneren, ich besitze Ihn, Er gehört mir ganz, und niemand kann Ihn mir nehmen‘.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 24. November 1935)

„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14, 26)

Danach fügte Er hinzu: „Sagen wir gemeinsam Fiat!“, und alles, Himmel und Erde, füllten sich mit Anbetung der höchsten Majestät. Und aufs neue wiederholte Er: „Fiat“, und das Blut, die Wunden, die Schmerzen Jesu erschienen und vervielfältigten sich bis ins Unendliche.
Dann ein drittes Mal „Fiat“, und dieses Fiat vervielfältigte sich in jedem Willen der Geschöpfe, um sie zu heiligen. Dann sprach Er zu mir: „Meine Tochter, diese drei Fiat sind das Erschaffende, das Erlösende, und das Heiligende Fiat [das Fiat der Schöpfung, der Erlösung, der Heiligung].
Bei der Erschaffung des Menschen beschenkte Ich ihn mit drei Kräften: Intellekt, Gedächtnis und Wille, und mit drei Fiat werde Ich das Werk der Heiligung im Menschen vollenden.
Beim Fiat der Schöpfung bleibt der Verstand des Menschen wie entzückt sowohl darüber, wie viele Dinge er von Mir begreift, als auch, wie sehr Ich ihn liebe, indem Ich Mich in allem Erschaffenen verborgen halte, um Mich zu erkennen zu geben und ihm Liebe zu erweisen, damit Ich wiedergeliebt werde.
Beim Fiat der Erlösung bleibt das Gedächtnis wie gefesselt vom Übermaß meiner Liebe, die so viel litt, um dem Menschen zu helfen und ihn aus dem Zustand der Schuld zu erlösen.
Im dritten Fiat will sich meine Liebe noch mehr offenbaren; Ich will den menschlichen Willen bestürmen, Ich will meinen eigenen Willen dem menschlichen Willen als Stütze zur Seite stellen, und zwar so, dass der menschliche Wille nicht nur hingerissen und bezaubert, sondern von einem ewigen Willen aufrecht erhalten wird, der sich in allem zur Stütze macht, und dem sich der Mensch praktisch nicht entziehen wird können.
Die Generationen werden nicht vergehen, bis mein Wille auf Erden regiert. Mein Fiat der Erlösung wird sich zwischen das Fiat der Schöpfung und das Fiat der Heiligung stellen, alle drei werden sich miteinander verflechten und die Heiligung des Menschen vollenden.
Das dritte Fiat wird den Geschöpfen so viel Gnade vermitteln, dass sie gleichsam zum ursprünglichen Zustand zurückkehren werden, und erst dann, wenn Ich den Menschen so erblicke, wie er von Mir ausgegangen ist, wird mein Werk vollendet sein, und Ich werde meine immerwährende Ruhe im letzten Fiat finden.
Nur das Leben in meinem Willen wird dem Menschen den ursprünglichen Zustand wieder schenken; sei deshalb aufmerksam und hilf Mir, die Heiligung der Geschöpfe zusammen mit Mir zu vollenden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 22.2.1921)

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An diesem Morgen befand ich mich außerhalb meines Leibes und erblickte meinen letzten, verstorbenen Beichtvater; er war von vielen Personen umgeben, die ihm ganz aufmerksam und wie hingerissen zuhörten, und er redete und redete und wurde so entflammt, dass er auch die anderen entflammte.
Ich näherte mich, um zu hören, was er sagte, und zu meiner Überraschung hörte ich ihn all das wiederholen, was mein gebenedeiter Jesus mir gesagt hatte – seine Feinheiten der Liebe und Jesu Herablassung gegen mich; als er von den Kunstgriffen der Liebe Jesus zu mir sprach, strahlte er Licht aus, dass nicht nur er in dieses Licht umgewandelt wurde, sondern auch seine Zuhörer.
Ich war verwundert und sagte mir: „Der Beichtvater hat nicht nur zu seinen Lebzeiten den anderen die Belange meiner Seele mitgeteilt, sondern auch nach dem Tod tut er es, im nächsten Leben….”
Ich wartete darauf, dass er zu reden aufhöre, um mich an ihn wenden und ihm einige meiner Schwierigkeiten kundtun zu können, doch er hörte nicht auf – und ich befand mich wieder in mir selbst.
So folgte ich meinem geliebten Jesus nach meiner Gewohnheit in seiner Passion nach, bemitleidete Ihn, leistete Wiedergutmachung und machte mir seine Leiden zu eigen.
Da bewegte sich Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, welch großes Gut gewinnt die Seele, wenn sie sich an Mich erinnert und alles betrachtet, was Ich in meinem Leben getan, gelitten und gesagt habe!
Indem sie Mich bemitleidet und sich alle meine Intentionen zu eigen macht, und sich – eine nach der anderen – an meine Leiden, Werke und Worte erinnert, ruft sie diese in sich selbst und legt sie wohlgeordnet in ihrer Seele nieder, sodass sie schließlich die Früchte meiner Taten, Leiden und Worte erntet.
Dies bringt in der Seele eine Art Göttlicher Feuchtigkeit hervor, über welcher die Sonne meiner Gnade mit Freuden aufsteigt und kraft dieser Feuchtigkeit den himmlischen Tau bildet; und dieser Tau ziert nicht nur die Seele auf wunderbare Weise, sondern hat die Kraft, die Strahlen der sengenden Sonne der Göttlichen Gerechtigkeit zu mildern, wenn diese auf Seelen trifft, die vom Feuer der Sünde verbrannt sind, und diese [Seelen] schlagen und noch mehr verbrennen und ausdörren möchte.
Dieser Göttliche Tau mäßigt ihre Strahlen und bedient sich dieser [Strahlen], damit ein segensreicher Tau herabkomme und die Menschen nicht gezüchtigt werden, und macht sich zur lebenspendenden Feuchtigkeit, damit sie nicht austrocknen.
O welch wunderbares Symbol dafür ist die Natur: wenn die Pflanzen nach einem glühendheißen Sonnentag am Vertrocknen sind, so genügt eine feuchte Nacht, dass die Sonne, wenn sie von neuem aufgeht, über dieser Feuchtigkeit den Tau bildet, und anstatt sie zugrunde gehen zu lassen, dient ihre Glut dazu, sie fruchtbar zu machen und ihre Früchte zur vollen Reifung zu bringen.
Noch wunderbarer geschieht dies in der übernatürlichen Ordnung. Die Erinnerung ist der Anfang jegliches Guten und stellt für die Seele so viele Schlückchen dar, die ihr Leben spenden.
Wenn etwas Gutes – wenn Dinge vergessen werden, verlieren sie für die Seele ihre lebenspendende Kraft, ihre Anziehungskraft, den Dank, die Entsprechung, die Wertschätzung, die Liebe, den Wert.
Diese Erinnerung bringt nicht nur im Leben den Ursprung eines jeden Gutes hervor, sondern auch nach dem Tod den Ursprung der Glorie. Hast du nicht deinen verstorbenen Beichtvater gehört, wie er mit Freuden über die Gnaden redete, die Ich dir erwiesen habe?
Das war deshalb, weil er in seinem Leben danach trachtete, sie anzuhören und sich auf sie besann; sein Inneres wurde davon bis zum Überfließen erfüllt. Und jetzt, wie viel Gutes brachte ihm dies nicht im anderen Leben? Für ihn ist es wie eine Quelle des Guten, die zum Wohle der anderen überfließt.
Je mehr sich die Seele also an das erinnert, was Mir gehört, an die Gnaden und Lehren, die Ich ihr gegeben habe, umso stärker wächst in ihr die Quelle meiner Güter, die schließlich zum Wohle der anderen überfließen, da die Seele sie nicht mehr fassen kann.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 1. Juni 1924)

„Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht“ (Joh 14,27)

Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand und fühlte mich ein wenig beunruhigt. Der gebenedeite Jesus kam und sprach zu mir: „Meine Tochter, eine Seele, die im Frieden ist und deren gesamtes Wesen ganz Mir zugeneigt ist, tropft von Licht, das auf mein Gewand fällt und meine Zierde ausmacht.
Wenn die Seele aber beunruhigt ist, dann tropft sie von Finsternis, was einen teuflischen Schmuck bildet. Nicht nur das, sondern die Beunruhigung hindert den Lauf der Gnade und macht die Seele unfähig, Gutes zu tun.“
Dann fügte Er hinzu: „Wenn sich die Seele über alles beunruhigt, so ist dies ein Zeichen, dass sie ganz von sich selbst erfüllt ist. Wenn sie wegen einer Sache, die ihr widerfährt, beunruhigt wird, aber wegen einer anderen nicht, so zeigt dies, dass sie etwas von Gott hat, doch viele Leerräume gefüllt werden müssen.
Wenn sie aber durch nichts beunruhigt wird, ist es ein Zeichen, dass sie ganz von Gott erfüllt ist. O, wie sehr schadet die Beunruhigung der Seele, bis sie schließlich sogar Gott zurückweist und sich ganz mit sich selbst anfüllt!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 9. August 1905)

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Ich bin in den Armen des Göttlichen Willens, jedoch unter der Kelter der Beraubungen meines liebsten Jesus. Ohne Ihn sind die Stunden wie Jahrhunderte und die Tage endlos.
Wie sehr vermisse ich seine sanfte und liebenswürdige Gegenwart und empfinde die ganze Härte meiner langen Verbannung!
Doch während ich stöhne und seufze, lässt das Göttliche Fiat sein Licht über meinen Schmerz fließen, besänftigt ihn und lässt mich in den ewigen Wellen seiner Akte strömen, damit ich meine Akte mit den Seinen vereinige und einen einzigen daraus mache.
Das Fiat scheint mir nicht einmal die Zeit zu lassen, mich über die Beraubung Dessen zu betrüben, Der mich so sehr liebt, und Den ich liebe. Sein Licht setzt sich überall durch, stellt alles in den Schatten und absorbiert alles, möchte alles für Sich und lässt nicht zu, dass man sogar über die heiligsten Dinge, wie der Beraubung Jesu, Zeit verliert.
Doch als ich im Meer des Kummers schwamm, besuchte Jesus, mein teures Leben, meine kleine Seele, flüchtig wie ein Blitz, und sagte zu mir:
„Mut, gute Tochter! Lass dich vom Licht meines Göttlichen Willens leiten, der Kummer, Leiden, ja selbst meine Beraubung in unverlierbaren Frieden und göttliche Eroberungen für dich zu verwandeln weiß. Die Natur seines Lichtes überstrahlt, stärkt und festigt alles.
Wohin sein Licht gelangt, dort verliert der Schmerz seine Macht. Mein Wille ist Leben und verwandelt den Schmerz in Eroberungen und Freuden, da die Kraft seines Lichtes alles übertrifft. Wo Er seinen Platz einnimmt, verliert alles andere das Leben.
Wenn die Seele vor dem Licht meines Willens [noch] andere Wirkungen und Wünsche empfindet, heißt dies, dass weder sein Licht in seiner Fülle in der Seele ist, noch Er auf absolute Weise in ihr herrscht.
Sein Reich ist ein absolutes, kein [situations]bedingtes Reich, daher steht Ihm das höchste Recht zu, alles zu absorbieren, alles andere das Leben verlieren zu lassen und alles in den Göttlichen Willen umzuwandeln.
Wisse dies: immer, wenn die Seele ihre Akte in meinem Willen tut, strömt ein wohltuender Tau auf sie herab, der sie in göttlicher Frische bewahrt und alles, was nicht zu Ihm gehört, wie mit Opium ‚ruhigstellt‘, gleichsam sediert.
O, wie schön ist es, die Seele immer frisch in ihren Akten, in ihrer Liebe, ihrem Schmerz zu sehen, wie sie darauf wartet, seinen Tau aufzunehmen, um daraus das Opium zu gewinnen, das den Schmerz in süße Eroberungen des Göttlichen Willens umwandelt.
Die Frische macht sowohl Personen wie auch Gegenstände liebenswert und anziehend – Altes gefällt niemandem. Deshalb liebe Ich die Seelen so, die in meinem Göttlichen Willen leben, weil Ich in ihnen unsere göttliche Frische und lieblichen Düfte wahrnehme – mit einem Wort, unsere Dinge.
Und Ich, dein Jesus schließe dieses geliebte Geschöpf in mein göttliches Herz ein und gestalte und ziehe es ganz nach meinem Willen heran. So wird diese edle Schar der Söhne und Töchter meines Willens in meinem Heiligsten Herzen wie ebenso viele kleine Könige und Königinnen als Söhne und Töchter des großen Königs herangebildet werden.”
Ich war weiterhin wegen der Beraubungen meines guten Jesus bedrückt und dachte mir: ‘Obwohl ich Seiner beraubt bin, der für mich mehr als das Leben selbst ist, fühle ich doch einen tiefen Frieden.
Ich fürchte weder etwas, noch habe ich die Angst, dass ich die Beraubung meines Jesus aus eigener Schuld verursacht habe, noch befürchte ich, Ihn zu verlieren. Ich spüre in meiner kleinen Seele nichts anderes als ein friedliches Meer, das zwar murmelt, aber sein Murmeln bedeutet nichts anderes als ‘Ich liebe Dich’.
Dieses mein kleines ‘Ich liebe Dich’ bittet um nichts anderes als das Kommen des Reiches des Göttlichen Willens auf die Erde. Unablässig murmelnd erhebe ich meine kleinen Wellen ganz oft, um mein Exil hinter mir zu lassen und den Himmel zu erstürmen und mich in meiner himmlischen Heimat einzuschließen.
Doch ach, vergeblich! Meine Wellen fallen in mein Meer [zurück], und mein friedliches Gemurmel ‘Ich liebe Dich, ich liebe Dich!’ geht weiter und verpflichtet Himmel und Erde zur Bitte um sein Reich!
Doch als mein Geist diese Ungereimtheiten vorbrachte, nahm mich Jesus, mein Höchstes Gut, in seine Arme und sprach ganz zärtlich zu mir: „Meine Neugeborene meines Willens, es scheint, dass du gerade auf die Suche nach dem gehst, was dich beunruhigt, doch Ich wünsche dies nicht.
Ich will keine Stürme im Meer deiner Seele, sondern immerwährenden Frieden. Die Stürme, d.h. die Befürchtungen, Ängste und Zweifel würden das fortwährende Gemurmel deines friedlichen ‘Ich liebe Dich’ behindern, das in seinem steten Lauf und Gemurmel deinen Schöpfer besiegen soll, damit Er seinen Willen zur Herrschaft auf die Erde herabsende.
Wisse, dass in einer Seele, die sich von meinem Willen beherrschen lässt und in Ihm lebt, alles Böse sein Leben verliert. Die Furcht, Mich zu beleidigen, die Ängste und Beunruhigungen verlieren den Samen, um wiederzuerstehen, Seele und Leib bleiben im Guten gefestigt.
Diese Seele befindet sich in den gleichen Umständen wie die Seligen, für die das Böse kein Leben mehr hat, weil das Böse in diese Himmelsregionen, in meinen Willen, absolut nicht eindringen kann.
Wer in Ihm lebt, kann ein Bürger des Himmels genannt werden und erwirbt dieses Recht; befindet er sich auf Erden, so ist er ein Bürger, der sich aus seiner himmlischen Heimat [auf die Erde] verirrt hat, wo ihn mein Göttlicher Wille für seine großen Pläne und zum Wohl der armen Menschheit belässt.
Doch obgleich er auf Erden ist, verliert er weder sein Recht als Himmelsbürger, noch auf das Leben mit den gleichen Gütern der Himmlischen Heimat. Wenn er sich auch wie verirrt vorkommt, soll er doch zu Recht den Himmel in seiner Seele besitzen, um nicht von der Erde, sondern vom Himmel zu leben.
Ach, das Leben in meinem Willen ruft den Himmel auf die Erde, und sein Licht schreibt mit unauslöschlichen Buchstaben auf die Stirn dieser Seele: „Unverlierbare Liebe, unerschütterlicher Friede, Bestätigung aller Güter, Tochter des Höchsten Seins“!
Daher wünsche Ich dich stets in meinem Willen, damit du die Güter deiner Himmlischen Heimat genießt, die da sind: beständige Liebe, höchsten Frieden und den Göttlichen Willen als Leben aller Seligen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 7. August 1932)