Ich werde meinen eigenen Platz in ihrem Mutterherzen dem überlassen, der in meinem Willen lebt.

„… Ich will dir zeigen, wie weit die Mütterlichkeit meiner Himmlischen Mutter ging, was Sie tat und wie viel es Sie kostete und immer noch kostet.
Wisse, dass die große Königin an Mir nicht nur als Mutter handelte, indem Sie Mich empfing, zur Welt brachte, mit ihrer Milch nährte und Mir alle mögliche Fürsorge angedeihen ließ, die meine Kindheit benötigte.
Das genügte weder ihrer mütterlichen Liebe, noch meiner Liebe als Sohn. Daher strömte ihre mütterliche Liebe in meinem Geist, und wenn Mich betrübliche Gedanken quälten, dehnte Sie ihre Mutterschaft in jeden meiner Gedanken aus, verbarg sie in ihrer Liebe und küsste sie, so dass Ich meinen Geist unter ihren mütterlichen Flügeln geborgen fühlte, die Mich nie allein ließen.
Jeden meiner Gedanken behielt meine Mutter, die Mich liebte und Mir all ihre mütterliche Fürsorge erwies.
Ihre Mutterschaft erstreckte sich auf all meine Atemzüge und Herzschläge; wenn mein Atem und mein Herzschlag von Liebe und Schmerz erstickt waren, eilte Sie als wahre Mutter herbei, damit Ich nicht von der Liebe verzehrt würde und um mein durchbohrtes Herz mit Balsam zu salben.
Wenn Ich schaute, wenn Ich sprach, arbeitete, ging – dann eilte Sie, um meine Blicke, Worte, Werke und Schritte in ihre Mutterliebe aufzunehmen, umkleidete sie mit ihrer mütterlichen Liebe, verbarg sie in ihrem Herzen und handelte als Mutter an Mir.
Selbst in der Speise, die Sie Mir bereitete, ließ Sie ihre mütterliche Liebe fließen, sodass Ich beim Essen ihre liebende Mütterlichkeit wahrnahm.
Und was soll Ich dir darüber erzählen, wie viel Mütterlichkeit Sie in meinen Leiden erzeigte? Es gab weder einen Schmerz noch einen Blutstropfen, den Ich vergoss, in denen Ich nicht meine teure Mutter spürte.
Nachdem Sie als Mutter an Mir gehandelt hatte, nahm Sie meine Leiden und mein Blut und barg alles in ihrem Mutterherzen, um sie zu lieben und ihre Mutterschaft fortzusetzen.
Wer kann dir schildern, wie sehr Sie Mich liebte und wie sehr Ich Sie liebte? Meine Liebe war so groß, dass Ich in allem, was Ich tat, nicht sein konnte, ohne ihre Mutterschaft gemeinsam mit Mir zu fühlen; Ich kann sagen, dass Sie eilte, um Mich niemals allein zu lassen, nicht einmal in meinen Atemzügen, und Ich rief Sie.
Ihre Mutterschaft war für Mich ein Bedürfnis, eine Erleichterung, eine Stütze für mein Leben hier unten.
Vernimm nun, meine Tochter, eine weitere Überraschung der Liebe deines Jesus und unserer himmlischen Mutter. Da in allem, was sich zwischen Mir und meiner Mutter abspielte, die Liebe kein Hindernis fand, strömte die Liebe der einen [Person] in der Liebe der anderen, um ein einziges Leben zu bilden.
Wollte Ich dies nun mit den Menschen tun, würde Ich so viele Hindernisse, Zurückweisungen und Undankbarkeit finden! Aber meine Liebe lässt sich [trotzdem] nie aufhalten.
Du sollst dies wissen: wie meine unzertrennliche Mama ihre Mutterschaft inner- und außerhalb meiner Menschheit ausbreitete, so setzte Ich Sie auch zur Mutter eines jeden Gedankens, Atemzuges, Herzschlags, Wortes der Seelen ein; Ich bestätigte Sie darin und ließ ihre Mutterschaft sich in all ihren Werken, Schritten und Leiden erstrecken.
Ihre Mutterschaft wirkt sich überall aus: sind die Seelen in Gefahr, in Sünden zu fallen, eilt Sie herbei und bedeckt sie mit ihrer Mütterlichkeit, damit sie nicht fallen. Wenn sie gefallen sind, überlässt Sie ihnen ihre Mutterschaft als Hilfe und Verteidigung, damit sie sich wieder erheben.
Ihre Mutterschaft eilt und erstreckt sich auf die Seelen, die gut und heilig sein wollen; und als fände Sie ihren Jesus in ihnen, übt Sie ihr Mutteramt an ihrem Intellekt aus, lenkt ihre Worte, bedeckt und verbirgt sie in ihrer Mutterliebe, um ebenso viele weitere Jesus groß zu ziehen.
Ihre Mutterschaft zeigt sich an den Betten der Sterbenden. Indem Sie von den Ihr von Mir verliehenen Rechten der Autorität als Mutter Gebrauch macht, sagt Sie mit einem so zärtlichen Ton, dass Ich Ihr nichts abschlagen kann, zu Mir: ‚Mein Sohn, Ich bin Mutter, und dies sind meine Kinder.
Ich muss sie retten. Wenn Du Mir das nicht gewährst, wird meine Mutterschaft dadurch untergraben, kompromittiert.’ Während Sie das sagt, bedeckt Sie sie mit ihrer Liebe und verbirgt sie in ihrer Mütterlichkeit, um sie in Sicherheit zu bringen.
Meine Liebe war so groß, dass Ich zu Ihr sprach: ‚Meine Mutter, Ich will, dass Du die Mutter aller seiest. Was Du an Mir getan hast, wirst Du an allen Geschöpfen tun. Deine Mutterschaft möge sich auf all ihre Akte erstrecken, sodass Ich alle in deiner mütterlichen Liebe bedeckt und verborgen sehe.’
Meine Mutter willigte ein und wurde nicht nur als Mutter aller bestätigt, sondern darin, dass Sie einen jeden menschlichen Akt mit ihrer Mutterliebe umkleiden sollte. Das war eine der größten Gnaden, die Ich allen Menschengeschlechtern erwies. Doch wie viele Schmerzen werden meiner Mutter zugefügt!
Sie gehen so weit, ihre Mutterschaft nicht annehmen zu wollen und sie zu verkennen. Daher betet der ganze Himmel und erwartet voll Sehnsucht, dass der Göttliche Wille bekanntwerde und herrsche. Dann wird die große Königin an den Kindern meines Willens das tun, was Sie an ihrem Jesus tat, und ihre Mutterschaft wird in ihren Kindern lebendig sein.
Ich werde meinen eigenen Platz in ihrem Mutterherzen dem überlassen, der in meinem Willen lebt. Sie wird diese Seelen für Mich aufziehen, ihre Schritte lenken und sie in ihrer Mutterschaft und Heiligkeit verbergen.
Man wird in allen Akten jener Seelen ihre Mutterliebe und Heiligkeit eingeprägt sehen. Sie werden ihre wahren Kinder sein, die Mir in allem ähnlich sind.
O, wie sehr wünschte Ich, dass alle dies wüssten: wer in meinem Willen leben möchte, hat eine Königin und eine mächtige Mutter, die ersetzen wird, was den Seelen fehlt und sie auf ihrem mütterlichen Schoß großziehen wird.
In allem, was sie tun, wird Sie bei ihnen sein, um ihre Akte nach den Ihren zu modellieren, sodass man erkennen wird, dass es Kinder sind, die von der Mutterliebe meiner Mama aufgezogen, behütet und erzogen worden sind!
Diese Kinder werden ihr Glück, ihre Herrlichkeit und Ehre ausmachen.“
(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 28. Dezember 1938)