Das „Ich liebe Dich“ des Geschöpfes wird erwidert vom „Ich liebe dich“ des Schöpfers.

Ich meditierte gerade darüber, wie die Königin Mutter dem Jesuskind ihre Milch reichte und sagte mir: „Was mag wohl zwischen der Heiligten Mutter und dem kleinen Jesus dabei vorgegangen sein?“ In dem Augenblick fühlte ich, wie Er sich in meinem Inneren bewegte und hörte Ihn sagen:
„Meine Tochter, als Ich die Milch von der Brust meiner süßesten Mutter trank, saugte Ich zusammen mit der Milch die Liebe ihres Herzens ein, und es war mehr Liebe als Milch die Ich trank; und in jenen Schlucken hörte Ich sie gleichsam sprechen: „Ich liebe Dich, ich liebe Dich, o Sohn“, und Ich antwortete ihr: „Ich liebe dich, Ich liebe dich, o Mama“.
Und darin war Ich nicht allein, sondern meinem „Ich liebe dich“, folgten der Vater, der Hl. Geist und die ganze Schöpfung – die Engel, die Heiligen, die Sterne, die Sonne, die Wassertropfen, die Pflanzen, die Blumen, die Sandkörner, alle Elemente und wiederholten: „Wir lieben dich, wir lieben dich, o Mutter unseres Gottes, in der Liebe unseres Schöpfers“.

Meine Mutter sah dies alles und wurde davon überflutet. Sie konnte kein Fleckchen finden, wo sie nicht sagen hörte, dass Ich sie liebte; ihre Liebe blieb zurück und gleichsam allein und wiederholte: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich.‘
Doch sie konnte Mir nie gleichkommen, da die geschöpfliche Liebe ihre Grenzen und ihre Zeit hat, während meine Liebe ungeschaffen, unbegrenzt und ewig ist. Und dies geschieht bei jeder Seele, die Mir sagt: ‚Ich liebe Dich‘, dann wiederhole auch Ich ihr: ‚Ich liebe dich‘, und zusammen mit Mir ist die ganze Schöpfung, um sie in meiner Liebe zu lieben.
O, wenn die Seelen verstünden, welche Schätze und welche Ehre sie erwerben würden, wenn sie bloß sagen: ‚Ich liebe Dich‘! Dies allein würde ausreichen, dass ein Gott an ihrer Seite ihnen zu Ehren erwidert: ‚Auch Ich liebe dich‘.“(aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 27. Dezember 1908)