Meine ganze Heiligkeit ist aus dem Wort Fiat hervorgegangen.

Als ich weiter in meinem gewohnten Zustand war, erblickte ich in einem Garten die Königin Mutter auf einem ganz hohen Thron. Ich brannte vor Verlangen, zu ihr hinzugehen und ihr die Hand zu küssen; während ich mich bemühte, hinaufzusteigen, kam sie mir entgegen und gab mir einen Kuss auf die Wange.
Ich blickte sie genau an und sah in ihrem Inneren etwas wie eine Kugel von Licht, und in diesem Licht stand das Wort ‚FIAT‘, und von diesem Wort gingen so viele verschiedene endlose Meere von Tugenden, Gnaden, Größe, von Herrlichkeiten, Freuden, Schönheiten aus, so wie alles, was unsere Königin Mutter als Ganzes in sich einschließt, sodass alles in jenem Fiat seine Wurzeln hatte und all ihre Schätze von jenem Fiat ihren Anfang nahmen.
O, allmächtiges, fruchtbares, heiliges Fiat, wer kann Dich begreifen? Ich verstumme; Es ist so groß, dass ich nichts zu sagen weiß, daher mache ich Schluss. Als ich sie voll Verwunderung ansah, sagte sie zu mir:
„Meine Tochter, meine ganze Heiligkeit ist aus dem Wort Fiat hervorgegangen. Ich machte keine Bewegung, weder für einen Atemzug, noch einen Schritt, noch eine Handlung, nichts – außer innerhalb des Willens Gottes.
Er war mein Leben, meine Speise, mein Alles, und dies verlieh mir eine solche Heiligkeit, Reichtümer, Herrlichkeiten, Ehren, aber keine menschlichen, sondern göttliche.
Je mehr die Seele also mit dem Willen Gottes vereint und identifiziert ist, umso mehr kann man sie heilig nennen und umso mehr wird sie von Gott geliebt, und daher umso mehr bevorzugt, weil das Leben dieser Seele nichts anderes ist als die Nachbildung des Willens Gottes; wie könnte Er sie nicht lieben, wenn sie seine eigene Sache ist?
So soll man also nicht darauf schauen, ob man viel oder wenig tut, sondern eher darauf, ob es von Gott gewollt ist, denn der Herr sieht mehr auf das Kleine, das seinem Willen entspricht, als auf Großes ohne diesen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 5. April 1908)