„Kamen einige von den Sadduzäern, die die Auferstehung leugnen“ (Lk 20, 27)

„Ach, meine Tochter, die wahre Glückseligkeit bringt mein Wille mit sich, nur Er schließt alle Schätze in der Seele ein, und indem Er sich selbst zur Krone um die Seele macht, setzt Er sie zur Königin der wahren Glückseligkeit ein. Nur diese Seelen werden die Königinnen meines Thrones sein, weil sie aus meinem Willen hervorgehen. Es ist wohl wahr, dass jene Leute nicht glücklich waren, dass viele Mich sahen, aber Mich nicht erkannten, weil mein Wille in ihnen nicht seinen Wohnsitz als Mittelpunkt des Lebens hatte; daher verblieben sie, obwohl sie Mich sahen, unglücklich, und nur jene, die die Gnade erhielten, in ihren Herzen den Keim meines Willens zu empfangen, disponierten sich für die Gnade, Mich als Auferstandenen zu sehen.
Nun, das Wunder meiner Erlösung war die Auferstehung, die – mehr als eine glänzende Sonne – meine Menschheit krönte und auch meine kleinsten Akte mit einem Glanz und solchem Wunder erstrahlen ließ, dass Himmel und Erde staunten; die Auferstehung wird Anfang, Fundament und Erfüllung aller Güter, sowie die Krone und Glorie aller Seligen sein. Meine Auferstehung ist die wahre Sonne, die in würdiger Weise meine Menschheit verherrlicht, sie ist die Sonne der katholischen Religion und die wahre Ehre jedes Christen; ohne Auferstehung wäre es wie ein Himmel ohne Sonne, ohne Wärme und Leben.
Nun, meine Auferstehung ist das Symbol der Seelen, die die Heiligkeit in meinem Willen bilden werden; die Heiligen der vergangenen Jahrhunderte sind Symbol meiner Menschheit; obwohl sie ergeben waren, hatten sie keine beständige Handlungsweise in meinem Willen, empfingen also nicht die Prägung der Sonne meiner Auferstehung, sondern die Prägung der Werke meiner Menschheit vor der Auferstehung; es werden daher viele sein, gleichsam als Sterne werden sie einen schönen Schmuck am Himmel meiner Menschheit bilden; aber die Heiligen des Lebens in meinem Willen, die meine auferstandene Menschheit symbolisieren werden, werden wenige sein. In der Tat sahen viele Menschenmassen und Unmengen von Leuten meine Menschheit, bevor Ich starb, aber meine auferstandene Menschheit sahen wenige, nur die Glaubenden, und die am besten disponiert waren, und Ich könnte sagen, nur jene, die den Keim meines Willens in sich enthielten; denn sonst hätte ihnen die notwendige Sicht gefehlt, um meine glorreiche und auferstandene Menschheit schauen zu können, und somit Zuschauer meines Aufstiegs zum Himmel zu sein.
Meine Auferstehung nun versinnbildlicht die Heiligen, die in meinem Willen leben, und dies zurecht, weil jeder Akt, jedes Wort, jeder Schritt, usw., der in meinem Willen vollbracht wird, eine göttliche Auferstehung ist, die die Seele empfängt, eine Prägung der Glorie, die ihr aufgedrückt wird, ist ein Herausgehen aus sich selbst, um in die Gottheit einzutreten, wo sie sich in der glänzenden Sonne meines Willens verbirgt und dort liebt, arbeitet, denkt. Wen sollte es wundern, wenn die Seele gänzlich auferstanden und eins geworden mit der Sonne meiner Glorie selbst bleibt und für Mich meine auferstandene Menschheit symbolisiert? Aber wenige sind es, die sich dazu disponieren, weil die Seelen, selbst in der Heiligkeit, etwas als ihr eigenes Gut wollen. Die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen hingegen hat nichts, gar nichts eigenes, sondern sie ist ganz von Gott, Und damit sich die Seelen dafür disponieren, sich von den eigenen Gütern loszulösen, braucht es zu viel; daher werden diese Seelen nicht zahlreich sein. Du bist nicht bei der Anzahl der vielen, sondern der wenigen; sei deswegen stets aufmerksam auf den Anruf und auf deinen beständigen Flug.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den priva-ten Gebrauch – Band 12; 15.4.1919)

„… (Sie) fragten ihn“ (Lk 20, 27)

Diesen Morgen fühlte ich mich ganz bedrückt, da der Monsignore mich besucht hatte und meinte, er sei sich nicht sicher, dass es Jesus Christus wäre, der in mir wirkt. Als der gebenedeite Jesus kam, sagte Er zu mir: „Meine Tochter, um einen Gegenstand gut zu begreifen, braucht es Glauben, denn ohne diesen ist alles im menschlichen Intellekt dunkel, während doch der Glaube allein ein Licht im Geist entzündet, und man mittels dieses Lichtes mit Klarheit, Wahrheit und Irrtum unterscheiden kann, wann die Gnade wirkt, wann die menschliche Natur oder wann der Teufel.
Schau, das Evangelium ist allen bekannt, doch wer versteht die Bedeutung meiner Worte und die Wahrheiten, die es in sich schließt? Wer bewahrt sie in seinem Herzen und macht aus ihnen einen Schatz, um sich das ewige Königreich zu erwerben? Jener, der glaubt. Alle anderen verstehen nicht nur gar nichts, sondern bedienen sich meiner Worte, um sie zu verspotten und sich einen Spaß aus den heiligsten Dingen zu machen. So kann man sagen, dass alles in den Herzen jener eingeschrieben ist, die glauben, hoffen und lieben, während für die übrigen [es so ist, wie wenn] nichts geschrieben ist. So ist es bei dir: wer ein wenig Glauben hat, sieht die Dinge klar und findet die Wahrheit; wer keinen hat, sieht die Dinge ganz verwirrt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. Januar 1903)

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„Meine Tochter, hier unten ist alles verschleiert, sowohl in der übernatürlichen wie auch in der natürlichen Ordnung. Nur im Himmel sind die Dinge unverhüllt, da es in der Himmlischen Heimat keine Schleier gibt, sondern man sieht dort die Dinge, wie sie in sich selbst sind. Der Verstand braucht sich dort oben daher nicht abmühen, um sie zu begreifen, da sie sich von selbst so zeigen, wie sie sind. Wenn es in der Wohnstatt der Seligen eine Arbeit gibt – wenn man sie wirklich Arbeit nennen kann – dann ist es diese, sich an den Dingen zu erfreuen und zu beseligen, die man unverhüllt sieht; hier unten ist es jedoch nicht so.
Da die menschliche Natur aus Geist und Leib besteht, hindert die Hülle des Körpers die Seele daran, meine Wahrheiten zu sehen. Die Sakramente und alles andere sind verhüllt, und sogar Ich selbst, das Wort des Vaters, hatte den Schleier meiner Menschheit. Alle meine Worte und mein Evangelium gab Ich unter der Gestalt von Beispielen und Gleichnissen. Jeder konnte Mich verstehen, der sich Mir näherte, um Mich mit gläubigem Herzen, mit Demut und dem Wunsch anzuhören, die Wahrheiten, die Ich ihnen mitteilte, kennenzulernen, um sie in die Tat umzusetzen. Indem sie so handelten, zerrissen sie den Schleier, der meine Wahrheiten verbarg und entdeckten den darin verborgenen Schatz. Der Glaube, die Demut und der Wunsch nach der Erkenntnis meiner Wahrheiten war das Werk, das sie taten, wodurch sie den Schleier zerrissen und meine Wahrheiten entdeckten, wie sie in sich selbst sind. So blieben sie mit Mir und mit dem Gut verbunden, das meine Wahrheiten enthielten. Andere, die sich dieser Arbeit nicht unterzogen, erreichten zwar den Schleier meiner Wahrheiten, aber nicht die Frucht, die darin war: so gingen sie leer aus und verstanden überhaupt nichts, kehrten Mir den Rücken und verließen Mich.
So sind auch meine Wahrheiten, die Ich dir mit so viel Liebe über meinen Göttlichen Willen offenbarte. Damit meine Wahrheiten wie unverhüllte Sonnen – wie sie wirklich sind – erstrahlen können, müssen die Menschen ihre Arbeit tun und den Weg gehen, um sie zu erreichen – was der Glaube ist. Sie müssen meine Wahrheiten ersehnen, sie kennen wollen, beten, und ihren Verstand demütigen, damit er den Schatz und das Leben meiner Wahrheiten aufnehmen kann. Dadurch werden sie die Hülle zerreißen und meine Wahrheiten finden – leuchtender als eine Sonne. Sonst bleiben sie blind, und Ich wiederhole das Wort des Evangeliums an sie: ‘Ihr habt Augen und seht nicht, Ohren und hört nicht, eine Zunge und ihr seid stumm.’
Siehst du, auch in der natürlichen Ordnung sind die Dinge verhüllt. Die Früchte haben die Hülle der Schale, aber wer hat das Glück, sie zu verkosten? Wer sich die Mühe macht, zu einem Baum zu gehen, die Frucht zu pflücken und die Schale zu entfernen, die diese Frucht verbirgt: dieser verkostet die ersehnte Frucht und ernährt sich mit ihr. Dieser liebt sie und macht aus der ersehnten Frucht seine Speise. Die Felder sind mit Stroh verdeckt. Wer empfängt das Gute, das unter den [Stroh]halmen verhüllt ist? Wer diese Halme entkleidet, kann die Körner ernten, um das Brot für seine tägliche Nahrung daraus zu bereiten. Mit einem Wort, alle Dinge hier unten sind mit einem Schleier verhüllt, damit der Mensch die Arbeit, den Willen und die Liebe aufbringe, die Dinge zu besitzen und zu verkosten.
Nun, meine Wahrheiten übertreffen die natürlichen Dinge bei weitem, und zeigen sich der Seele als edle verschleierte Königinnen, die dabei sind (im Akt), sich der Seele zu schenken. Sie wünschen jedoch die [Mit]arbeit der Seele und wollen, dass sich der Wille der Seele ihnen annähert, um sie zu erkennen, zu besitzen und zu lieben – eine notwendige Bedingung, um den Schleier zu zerreißen, der sie verhüllt. Sobald der Schleier zerrissen ist, bahnen sich die Wahrheiten mit ihrem Licht von selbst den Weg und schenken sich denen, die sie gesucht haben, zum Besitz.
Das ist der Grund, weshalb manche die Wahrheiten über meinen Göttlichen Willen lesen und das Gelesene anscheinend nicht verstehen, sondern vielmehr verwirrt sind: weil ihnen der aufrichtige Wille fehlt, sie kennen zu wollen. Man könnte sagen, dass ihnen die [vorausgehende nötige] Arbeit fehlt, um sie zu kennen; und ohne Leistung kann man weder etwas erwerben, noch ein so großes Gut verdienen. So verweigere Ich ihnen aus Gerechtigkeit, was Ich den Demütigen überreich gebe und jenen, die sich nach dem großen Gut des Lichtes meiner Wahrheiten sehnen.
Meine Tochter, wie viele meiner Wahrheiten werden von jenen unterdrückt, die sie nicht gerne kennenlernen und ihre geringe Arbeit tun wollen, um sie zu besitzen! Ich spüre, dass sie Mich selbst gleichsam abwürgen wollten, wenn sie könnten. In meinem Kummer bin Ich gezwungen, meinen Ausspruch im Evangelium zu wiederholen und führe ihn wirklich aus: Ich nehme dem, der nichts oder nur wenig von meinen Gütern besitzt, weg und belasse diese Seelen in ihrem trostlosen Elend; denn da sie meine Schätze nicht wollen und nicht lieben, würden sie sie besitzen, ohne sie zu schätzen und ohne Früchte zu bringen. Dafür werde Ich den Besitzenden noch überreichlicher geben, denn diese werden meine Güter als kostbare Schätze bewahren, die sie immer mehr Früchte hervorbringen lassen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. August 1930)