5. SONNTAG DER FASTENZEIT – A (Joh 11, 1-45)
1In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. 2Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank.
3Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. 4Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
5Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. 6Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. 7Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
8Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin? 9Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; 10wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.
11So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. 12Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
13Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. 14Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. 15Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen.
16Da sagte Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben. 17Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
18Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. 19Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. 20Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
21Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. 22Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. 23Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
24Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. 25Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, 26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?
27Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. 28Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen.
29Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. 30Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
31Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen.
32Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. 33Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert.
34Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! 35Da weinte Jesus. 36Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! 37Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?
38Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. 39Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. 40Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
41Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. 42Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast.
43Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! 44Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! 45Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.
„Herr, dein Freund ist krank“ (Jn 11, 3)
… “Meine Tochter, Adam war die erste menschliche Sonne, die in unseren Willen eingehüllt war. Seine Akte waren glänzender als Sonnenstrahlen, die sich gleichsam verlängerten und ausweiteten, um das ganze Menschengeschlecht zu erfüllen, worin man die vielen – wie pulsierend in diesen Strahlen – in dem einen sehen sollte.
Alle sollten ihr Zentrum in dieser ersten menschlichen Sonne konzentriert haben, und alle [Menschen] sollten die Eigenschaft besitzen, ihre eigenen Sonnen zu bilden, ohne je von ihrer Verbindung mit der ersten Sonne getrennt zu werden.
Da nämlich das Leben eines jeden den Anfang in dieser Sonne hatte, würde jeder eine Sonne für sich selbst sein können. Wie schön war die Erschaffung des Menschen! Wie übertraf sie das ganze Universum!
Das Band der Einheit des einen in den vielen war das größte Wunder unserer Allmacht, in dem unser Wille, Der in sich eins ist, die Untrennbarkeit aller Dinge aufrechterhalten sollte.
Und zwar durch unsere kommunikative und einigende Kraft, die allen Geschöpfen Leben schenkt. Die Erschaffung des Menschen war das Symbol und Abbild unserer Gottheit, da Wir, die Drei Göttlichen Personen, unzertrennlich und stets – obwohl Wir Drei sind – Eins sind, denn einer ist der Wille, eine ist die Heiligkeit, eine ist unsere Macht.
Deshalb wird der Mensch von Uns stets so betrachtet, als wäre er einer allein, und obwohl er seine sehr lange Generation [von Nachkommen] haben sollte, sollte er immer in dem einen seinen Mittelpunkt haben.
Es war die unerschaffene Liebe, die von Uns im Menschen erschaffen wurde, und deshalb sollte er von dem Unsrigen geben und Uns ähnlich sein. Unser Wille, der Einzige, Der in Uns handelt, sollte [auch] im Menschen der einzig Handelnde sein, um die Einheit unter allen zu bilden und das Band der Untrennbarkeit eines jeden.
Daher wurde der Mensch mit dem Rückzug aus unserem Göttlichen FIAT verunstaltet und geriet in Unordnung und empfand nicht mehr die Kraft der Einheit und Untrennbarkeit, weder mit seinem Schöpfer noch mit allen Generationen. Er fühlte sich wie ein zerteilter Körper, gebrochen in seinen Gliedern, der nicht mehr die volle Kraft seines ganzen Leibes besaß.
Daher möchte mein Wille wieder von neuem als erster Akt in den Menschen eintreten, um die auseinander gebrochenen Glieder wieder zu vereinen und ihm die Einheit und Untrennbarkeit zu verleihen, wie er aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen ist.
Wir gleichen einem Bildhauer, der eine so schöne Statue gefertigt hat, dass sie Himmel und Erde staunen lässt. Der Künstler liebt diese Statue so sehr, dass er sein eigenes Leben in sie hineingelegt hat – sodass bei jedem Akt oder Bewegung von ihr, er in sich selbst das Leben, den Akt und die Bewegung seiner schönen Statue wahrnimmt.
Der Künstler liebt sie gleichsam wie im Fieberwahn und kann auch seinen Blick nicht von ihr abwenden. Doch trotz so viel Liebe erhält die Statue einen Stoß, sie schlägt am Boden auf und zerbricht in ihren Gliedern und in ihrem vitalen Teil, in welchem sie mit dem Künstler verbunden und vereint war. Wie groß wird nicht dessen Schmerz sein?
Was wird er nicht alles tun, um seine schöne Statue wiederherzustellen, zumal er sie immer noch liebt – zusätzlich zu seiner schmachtenden Liebe nun mit einer schmerzvollen Liebe.
So ist die Beziehung der Gottheit mit dem Menschen: er treibt Uns aus Liebe und Schmerz zum „Fieberwahn“, weil Wir die schöne Statue des Menschen wiederherstellen wollen.
Da der [verhängnisvolle] Aufprall im vitalen Teil unseres Willens geschah, den der Mensch besaß, wird unsere schöne Statue – wenn unser Wille in ihr wieder fest eingesetzt ist – wiederhergestellt sein und unsere Liebe befriedigt sein.
Daher will Ich von dir nichts anderes, als dass mein Göttlicher Wille sein Leben habe.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 25. Dezember 1928)
„Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen“ (Joh 11, 20)
Ich bin unter der Herrschaft des Göttlichen Fiat, das als Einzige meine tiefen Wunden kennt, die immer bitterer und zahlreicher in meiner armen Seele werden. Doch meine ganze Hoffnung ist, dass nur der Göttliche Wille in den leider schmervollen Umständen meiner Existenz hier unten regiere, die meinen Abflug zum Himmlischen Vaterland bald herbeiführen mögen. Als ich mich so unter dem Alpdruck bitterster Leiden befand, sagte mein süßer Jesus zu mir:
„Meine Tochter, verzage nicht. Die Niedergeschlagenheit bewirkt nämlich die Verzagtheit und verdoppelt die Last der Leiden, sodass sich das arme Geschöpf mit der doppelten Leidenslast kaum auf ihrem [Pilger]Weg dahinschleppen kann. Mein Wille jedoch wünscht, dass es sich nicht dahinschleppt, sondern im grenzenlosen Licht meines Willens fliegt.
Was die Schmerzen betrifft, da bin Ich es, der im Schmerz die Seele mit seinen kleinen Besuchen beehrt. Der Schmerz verhüllt meine Person, die verborgen hinter dem Schleier des Schmerzes die Seele besucht. Auch die Bedürfnisse der Seele verfüge Ich, damit Ich verborgen in ihnen die schönsten Besuche abstatte und Mich zur Hilfe in diesen Bedürfnissen mache.
So besuche Ich die Seelen nicht nur, indem Ich Mich ihnen zeige; vielmehr tue Ich dies auf so viele verschiedene Weisen, dass Ich ihr sozusagen in jeder Begegnung, in jedem Umstand, in großen oder kleinen Dingen, die der Seele widerfahren, einen Besuch abstatte, den Ich ihr zu machen beschließe, um ihr das Benötigte zu geben.
Wer aber in meinem Göttlichen Willen lebt, dessen Seele ist meine permanente Wohnstätte, und Ich besuche sie nicht nur, sondern dehne die Grenzen meines Willens in ihr immer mehr aus.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 12. August 1930)
„Da weinte Jesus” (Jn 11, 35)
… Mein mitfühlender Jesus, eine andere bewegende Szene erwartet Dich: Marta und Maria gehen Dir weinend entgegen, um Dir zu sagen, dass ihr Bruder gestorben ist, und Du bist so gerührt, dass Du mit ihnen weinst und bittest, dass sie Dich zur Grabstätte des Lazarus bringen.
Dort angekommen, befiehlst Du, dass man das Grab öffnet; Du erschauderst, zitterst, weinst, und dann rufst Du mit gebieterischer und durch die Kraft des Schmerzes zitternde, Stimme: „Lazarus, komm heraus“; und auf diese Weise erweckst Du ihn auf.
Meine Liebe, warum weinst und leidest Du so heftigen Schmerz? Weil der tote Lazarus die ganze Menschheit darstellte, die im Bösen verwurzelt und vom menschlichen Willen zum verwesten Leichnam gemacht worden ist.
O ja, Leben meines Herzens, gib, dass auch ich mit Dir weine und dass ich jedes Deiner Worte mit meinem „Ich liebe Dich“ und mit meinem „Ich bete Dich an“ umhülle, um Dich zu bewegen, zu jeder Seele das zu wiederholen, was Du zu Lazarus gesagt hast: „Komm hervor aus dem Grab deines menschlichen Willens und tritt wieder ein in das Leben Meines Göttlichen Willens!“ (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Achtzehnte Stunde)
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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus ganz bekümmert erblicken, sein Atem war wie Feuer, und mich an sich drückend sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, Ich möchte eine Erleichterung für meine Flammen, Ich will meine Liebe ausgießen, doch meine Liebe wird von den Geschöpfen zurückgewiesen.
Du musst wissen, dass Ich bei der Erschaffung des Menschen aus meiner Gottheit eine bestimmte Menge an Liebe entströmen ließ, die als primäres Leben für die Menschen dienen sollte, damit sie bereichert, unterstützt und gestärkt würden und Hilfe hätten in allen ihren Bedürfnissen.
Doch der Mensch weist diese Liebe zurück, und meine Liebe wandert umher, seitdem der Mensch erschaffen wurde; und sie geht umher, ohne jemals stehenzubleiben: von dem einem abgewiesen, eilt sie zum nächsten, um sich zu schenken, und wenn sie abgewiesen wird, bricht sie in Schluchzen aus. So bringt der Mangel an Übereinstimmung die Liebe zum Weinen und Seufzen.
Während also meine Liebe umherwandert und eilt, um sich zu schenken, bricht sie, wenn sie einen Schwachen und Armen sieht, in Schluchzen aus und spricht zu ihm:
„Ach, würdest du mich nicht umherirren lassen und hättest du mir ein Obdach in deinem Herzen gegeben, so wärest du stark gewesen und es würde dir nichts fehlen!”
Wenn sie einen sieht, der in Sünde gefallen ist, bricht sie in Schluchzen aus: „Ach, hättest du mir Zutritt zu deinem Herz gegeben, so wärest du nicht gefallen!”
Für einen anderen, den sie von Leidenschaften getrieben und vom Schlamm der Erde beschmutzt sieht, weint die Liebe und wiederholt ihm schluchzend: „Ach, hättest du meine Liebe genommen, dann hätten die Leidenschaften kein Leben über dir, die Erde würde dich nicht berühren und meine Liebe dir in allem genügen!”
So hat die Liebe für jedes Übel des Menschen, ob klein oder groß, einen tränenreichen Seufzer und fährt fort, umherzuwandern und sich dem Menschen zu geben…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 4. Februar 1922)
„Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?“ (Joh 11, 40)
Der Göttliche Wille nimmt meine kleine Intelligenz weiterhin in Beschlag. Während ich mich in Ihn versenke, spüre ich seine lebensspendende Kraft, die mich innen und außen umgibt.
Mein süßer Jesus, der sich hinter den riesigen Lichtwellen seines Göttlichen Willens zu verbergen scheint, bewegt sich sehr oft in diesen Lichtwellen. Als Er sich mit unaussprechlicher Zärtlichkeit zeigte, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, mein Göttlicher Wille ist ein Herzschlag ohne Herz. Das Geschöpf ist das Herz, mein Wille ist der Herzschlag. Schau, welch unzertrennliche Einheit zwischen meinem Fiat und dem Geschöpf besteht. Das Herz ist nichts und hat ohne den Herzschlag keinerlei Wert.
Mit dem Herzschlag wird das Leben des Geschöpfs gebildet, doch der Herzschlag kann nicht ohne das Herz schlagen. So ist mein Göttlicher Wille: wenn Er nicht das ‚Nichts‘ des Herzens des Geschöpfs besitzt, hat Er keinen Ort, wo Er seinen Herzschlag des Lebens formen könnte, um sein Göttliches Leben zu verwirklichen und auszubilden.
Du siehst also, da Er kein Herz hat, hat mein Göttlicher Wille es im Geschöpf gebildet, damit Er sein Herz habe, wo Er seinen Herzschlag formen kann.
Außerdem ist mein Göttlicher Wille eine Atmung ohne Körper – das Geschöpf ist der Körper, mein Wille ist der Atem.
Ohne Atmung ist der Körper tot, so ist das, was die Atmung des Geschöpfs ausmacht, mein Göttlicher Wille, und man kann daher sagen: ‘Der Körper meines Willens ist jener des Geschöpfs, und der Atem des Geschöpfs ist jener meines Göttlichen Willens.’
Du siehst, welche zusätzliche Einheit zwischen den beiden existiert – eine untrennbare Einheit, denn wenn die Atmung aufhört, endet das Leben. Daher ist mein Göttlicher Wille alles für das Geschöpf.
Er ist Wort ohne Mund, Licht ohne Auge, Gehör ohne Ohren, Werk ohne Hände, Schritt ohne Füße. So dient Ihm die Seele, die in Ihm lebt, als Mund, als Auge, als Ohren, als Hände und als Füße. Um sich im Geschöpf einzuschließen, schränkt sich mein Wille ein, während Er zugleich unermesslich bleibt.
Triumphierend errichtet Er im Geschöpf sein Reich und bedient sich seiner, als wäre es sein Körper, in dem sein Herz schlägt, wo Er atmet, spricht, arbeitet und geht.
Der Schmerz meines Göttlichen Fiat ist daher unbegreiflich, weil sich die Geschöpfe Ihm nicht zur Verfügung stellen, dass Er alle seine Tätigkeiten in ihnen ausführt, um Ihn herrschen zu lassen. Sie zwingen Ihn zum Schweigen und zur Untätigkeit.
So wartet Er mit göttlicher und unaussprechlicher Geduld auf jene, die in seinem Willen leben sollen, damit Er seine Rede und seine göttliche Tätigkeit wiederaufnehmen und sein Reich unter den Menschen errichten kann.
Sei deshalb aufmerksam, meine Tochter, höre auf die Worte meines Göttlichen Fiat, gib Ihm Leben in all deinen Akten, und du wirst die unerwarteten Wunder sehen, die mein Göttlicher Wille in dir tut.”
Möge alles zur Ehre Gottes und zur Erfüllung seines heiligsten Willens sein… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 17. Februar 1930)
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Ich bin unter den ewigen Wellen des Göttlichen Willens. Mir scheint, Er möchte, dass ich diese Wellen beachte, anerkenne, in mich aufnehme und liebe, damit Er sagen kann: ‚Ich bin das Ewige Wollen, das über dir ist und dich überall umgibt, deine Bewegung, deinen Atem und Herzschlag erfüllt und Mir diese aneignet, um Mir Raum zu schaffen und mein Leben in dir auszubreiten.
Ich bin der Unermessliche, der sich in die menschliche Begrenztheit einschränken möchte, der Mächtige, der sich erfreut, sein Leben in der erschaffenen Schwachheit zu formen. Ich bin der Heilige, der alles heiligen will.
Achte auf mich, und du wirst sehen, was Ich tun kann und in deiner Seele tun werde.’… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 17. September 1933)
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Als Ich im Schoß der Unbefleckten Königin Fleisch annahm, formte Ich diese meine Menschheit und setzte Mich zum Haupt der Menschheitsfamilie ein, um alle Geschöpfe mit Mir zu vereinigen und sie zu meinen Gliedern zu machen.
Daher gehört alles, was sie tun, Mir. Im Schrein meiner Heiligsten Menschheit schließe Ich alles ein und bewahre die kleinsten wie die größten Güter, doch weißt du, warum? Wenn sie in Mich eingehen, verleihe Ich ihnen den selben Wert, als wären es meine Werke, Gebete und Opfer.
Die Eigenschaft des Hauptes geht auf die Glieder über, macht aus allem eine Mischung, und Ich schenke ihnen den Wert meiner Verdienste. So befindet sich das Geschöpf in Mir, und Ich befinde Mich als Haupt in ihnen.
Glaubst du aber, dass meine Liebe je Genug sagte oder sagt? Nein, sie wird nie sagen ‚Jetzt ist es genug’! Es liegt im Wesen der Liebe Gottes, stets neue Erfindungen in der Liebe zu bereiten, um Liebe zu geben und Liebe zu empfangen.
Wäre dies nicht so, so würde unserer Liebe eine Grenze gesetzt, und sie würde in den Kreis unserer Gottheit eingeschlossen. Nein, unsere Liebe ist unermesslich und muss von Natur aus immer lieben.
Daher möchte Ich, dass meiner Menschheit das große Feld meines Göttlichen Willens folge, der aus Liebe zu den Menschen unglaubliche Dinge tun wird.
Dies ist der Grund, warum Er bekanntwerden und herrschen möchte; denn wenn Er nicht regiert, wie sollte Er dann freigebig schenken und seine Überraschungen der Liebe zur Schau stellen?
Sei also aufmerksam und du wirst sehen, was mein Wille zu tun vermag.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 24. September 1933)
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… „Meine gute Tochter, die Wunder, die mein Fiat im Akt des Geschöpfes wirkt, das in Ihm lebt, sind unerhört: sobald mein Wille sieht, dass die Seele dabei ist, den Akt zu verrichten, eilt Er herbei, nimmt den Akt in seine Hände, läutert, bearbeitet und umhüllt ihn mit Licht.
Dann betrachtet Er ihn, um zu sehen, ob dieser Akt seine Heiligkeit und Schönheit empfangen kann, ob Er ihn in seine Unermesslichkeit einschließen und seine Macht und Liebe darin strömen lassen kann.
Wenn Er alles getan hat – da an seinem Akt nichts fehlen darf – küsst und umarmt Er ihn, und sich ganz über ihn ergießend, spricht Er mit unbeschreiblicher Feierlichkeit und Liebe darüber sein allmächtiges Fiat aus und erschafft Sich selbst in jenem Akt.
Die Himmel geben acht, wenn mein Wille dabei ist, im Akt der Seele zu wirken, sie sind bewegt, erstaunt und rufen entzückt aus: „Ist es möglich, dass ein Gott, sein dreimal Heiliger Wille, in seiner Liebe so weit geht, dass Er Sich selbst im Akt des Geschöpfes erschafft?“
Mein Fiat selbst kehrt zurück und betrachtet seine vollbrachte Arbeit im menschlichen Akt. Es fühlt sich hingerissen und ist glückselig über den Anblick seines neuen Lebens, und von unbeschreiblicher Freude ergriffen, setzt Es den ganzen Himmel in Feststimmung und spendet der ganzen Erde reichliche Gnaden. Diese Akte nenne Ich ‚mein Leben, mein Akt, Widerhall meiner Macht, Wunder meiner Liebe‘.
Meine Tochter, stelle Mich zufrieden. Dies sind die Freuden meiner Schöpfung, die Feste meiner Schöpferkraft, wenn Ich so viele Leben heranbilden kann, wie viele Akte die Seele verrichtet. Lade Mich daher immer in deine Akte ein, stelle Mich nie zur Seite, und Ich werde stets Neues in dir tun, dass alle darüber staunen werden.
Sodann werde Ich meine Vergeltung haben, die Glorie der ganzen Schöpfung, wenn Ich Himmel und Erde mit vielen meiner neuen Leben angefüllt haben werde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 30. Januar 1938)
„Lazarus, komm heraus!“ (Joh 11, 43)
… „Alles ist möglich, wenn Wir es nur wollen. Mit derselben Leichtigkeit tun Wir die kleinen wie die großen Dinge, denn alle Kraft und Macht ist in unserem Akt, nicht in dem Gut, das der Akt unserer Macht empfängt.
In der Tat, als Ich auf Erden war, strömte in all meinen Akten meine Macht, daher wurde die Berührung meiner Hände, die Herrschaft meiner Stimme usw. machtvoll.
Mit Leichtigkeit rief Ich das junge Mädchen zum Leben, das vor wenigen Stunden gestorben war, und mit derselben Leichtigkeit rief Ich Lazarus zum Leben, der vor vier Tagen gestorben war, weshalb er bereits verwest war und unerträglichen Gestank verbreitete.
Ich ordnete an, ihm die Binden zu lösen und rief ihn dann mit der Herrschaftsgewalt meiner Stimme: ‘Lazarus, komm heraus!’ Auf meine beherrschende Stimme hin stand Lazarus wieder auf, die Verwesung verschwand, der Gestank hörte auf.
Er kehrte gesund und blühend zurück, als wäre er nicht gestorben – ein wahres Beispiel, wie meine Macht das Reich meines Fiat unter den Menschen wiedererstehen lassen kann.
Das ist ein handgreifliches und sicheres Beispiel meiner Macht: Der Mensch ist gleichsam verwest, und der Gestank seiner Sünden verseucht ihn mehr als ein Leichnam.
Man könnte ihn ein armes Wesen nennen, das mit göttlicher Herrschaft von den Banden seiner Leidenschaften gelöst werden muss. Dennoch wird, wenn die Herrschaft meiner Macht ihn erfüllt und es will, seine Verwesung zu Ende sein, und er wird gesund und schöner als zuvor auferstehen.
So könnte man höchstens daran zweifeln, ob mein Göttlicher Wille dazu gewillt ist – denn die Menschen könnten eine solche Wohltat nicht verdienen, aber es kann nie sein, dass meine Macht nicht dazu fähig wäre.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 2. April 1932)


