34In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen. 35Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die Probe stellen und fragte ihn: 36Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? 37Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. 38Das ist das wichtigste und erste Gebot. 39Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. 40An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken“ (Mt 22, 37)

… „Morgen ist das Fest meines lieben Aloysius, Ich muss hingehen, um dabei zu sein. … Schau, wie schön Aloysius ist; aber das Größte in ihm, das ihn auf Erden auszeichnete, war die Liebe, mit der er wirkte.
Alles war Liebe in ihm, die Liebe nahm sein Inneres ein, die Liebe umgab ihn äußerlich; so kann man sagen, dass sogar sein Atem Liebe war. Deshalb wird von ihm gesagt, dass er niemals unter Zerstreuungen litt – denn Liebe überflutete ihn überall, und von jener Liebe wird er ewig überflutet, wie du siehst.“
Und tatsächlich schien es, dass die Liebe des Heiligen Aloysius so groß war, dass sie die ganze Welt zu Asche niederbrennen könnte. Dann fügte Jesus hinzu: „Ich wandere über die höchsten Berge, und dort bereite Ich Mir meine Wonne.“
Da ich die Bedeutung davon nicht verstand, fuhr Er fort: „Die höchsten Berge sind die Heiligen, die Mich am meisten geliebt haben, und in ihnen bilde ich Mir meine Wonne, sowohl wenn sie auf Erden sind, als auch wenn sie in den Himmel kommen. So kommt alles auf die Liebe an.“
Dann bat ich Jesus, mich zu segnen und jene, die ich in diesem Moment sah; und indem Er mich segnete, verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 20. Juni 1899)

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Ich war weiter in meinem gewöhnlichen Zustand, als sich Jesus kurz wie ein Blitz sehen ließ und zu mir sagte: „Meine Tochter, es gibt nichts, was die Liebe übertreffen kann, weder die Doktrin noch die Würde und noch weniger der Adel.
Es kann höchstens sein, dass einer diese Dinge zum Guten nützt, um Spekulationen über mein Wesen anzustellen, und Mich dadurch mehr oder weniger gut erkennt. Aber wem gelingt es, Mich zu seinem eigenen „Gegenstand“ zu machen? Der Liebe.
Wer kommt so weit, Mich wie eine Speise zu essen? Die Liebe. Wer Mich liebt, der „verschlingt“ Mich. Wer Mich liebt, findet mein Wesen in jedem Partikel seines Wesens gleichgestaltet.
Zwischen einem, der Mich wirklich liebt und den anderen – wie auch immer ihre Verfassung oder Qualität sein mag – besteht ein solcher Unterschied, wie zwischen dem, der einen wertvollen Gegenstand kennt, schätzt und würdigt, ihn aber nicht besitzt, und dem, der das kostbare Objekt als sein Eigen besitzt; wer ist der Glücklichere von beiden, der welcher es kennt, oder der es besitzt? Sicher der Besitzer.
So ersetzt die Liebe auch die Lehre und übertrifft sie noch; sie kommt für die Würde auf und übertrifft alle mögliche Würden, indem sie der Seele Göttliche Würde verleiht; sie ersetzt alles und übertrifft alles.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 20. Mai 1909)

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Als ich an diesem Morgen meinen anbetungswürdigen Jesus sah, sagte ich zu Ihm: „O mein Herz, mein Leben und mein Alles, wie kann man wissen, ob man nur Dich allein liebt oder auch andere?“
„Meine Tochter, wenn die Seele bis zum Rand, bis zum Überfließen mit Mir angefüllt ist, so bedeutet es, dass sie nichts denkt, nichts sucht, nichts spricht als Mich und nur Mich allein liebt, und alles Übrige scheint für sie nicht zu existieren, mehr noch, es langweilt und belästigt sie.
Höchstens weist sie dem, was nicht Gott ist, den Bodensatz und den letzten Platz zu, als wäre es ihr letzter Gedanke, Akt oder das letzte Wort bezüglich einer für das natürliche Leben notwendige Sache.
Das ist nichts anderes, als der [eigenen] Natur den Abfall zu reichen, das tun die Heiligen, das habe auch Ich getan, mit Mir, mit den Aposteln, wenn Ich Verfügungen traf, wo man nächtigen oder was man essen solle.
Wenn man dies der Natur gibt, schadet das weder der Liebe noch der wahren Heiligkeit und ist ein Zeichen, dass die Seele Mich allein liebt.
Wenn die Seele aber von verschiedenen Dinge in Beschlag genommen ist, bald an Mich, bald an anderes denkt, bald von Mir spricht und dann lange über anderes, und so mit allem Übrigen, so ist dies ein Zeichen, dass sie nicht Mich allein liebt, und Ich bin nicht damit zufrieden.
Dann, wenn nur der letzte Gedanke, das letzte Wort, ein letzter Akt allein für Mich ist, ist es ein Zeichen, dass sie Mich nicht liebt, und wenn sie Mir etwas gibt, ist es nichts anderes als der Abfall; und doch tut genau dies die Mehrheit der Geschöpfe.
Ach, meine Tochter, jene die Mich lieben, sind mit Mir vereint, wie die Zweige mit dem Stamm des Baumes verbunden sind. Kann es je Trennung, Vergessen oder unterschiedliche Nahrung zwischen den Zweigen und dem Stamm geben? Eines ist ihr Leben, eines das Ziel, die Früchte sind dieselben.
Mehr noch, der Stamm ist das Leben der Zweige, die Zweige die Herrlichkeit des Stammes, sie sind beide dasselbe. So sind die Seelen, die Mich lieben, mit Mir verbunden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 28. Februar 1912)

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… „Meine Tochter, wer in meinem Willen lebt, für den gibt es keinen Akt von Uns, der [ihm] nicht gegenwärtig wäre, noch gibt es einen Akt, den Wir hervorgebracht haben, den er nicht empfangen könnte.
So gehört auch dir mein Atem und unser Ausfluss der Liebe.
Wie groß war unser Wohlgefallen in diesem ersten Akt der Erschaffung des Menschen. Wir hatten Himmel und Erde geschaffen, doch fühlten Wir [hierbei] in Uns nichts Neues. Bei der Erschaffung des Menschen war es anders. Es war ein Wille, der erschaffen wurde, und zwar ein freier Wille, und in ihm schlossen Wir den Unsrigen ein.
Wir legten Ihn quasi auf die Bank, um die Zinsen unserer Liebe, der Herrlichkeit, der gebührenden Anbetung einzuheben. O, wie quoll in Uns die Liebe über, wie bebte sie vor Freude, als sie sich in diesen freien Willen ausgoss, damit Wir die Worte hören könnten: „Ich liebe Dich.“
Als aus der Brust des Menschen, der von unserer Liebe erfüllt war, das erste Wort „Ich liebe Dich” entsprang, da war unsere Freude überaus groß, denn es war, als hätte er Uns die Zinsen für alle Güter, die Wir in ihn gelegt hatten, gegeben.
Dieser von Uns geschaffene freie Wille war die Schatzkammer für das Kapital eines Göttlichen Willens, und Wir begnügten Uns mit einem schmalen Gewinn, ohne das Kapital mehr einzufordern.
Darum war der Schmerz über den Fall des Menschen groß, denn er verweigerte Uns das Kapital, um Uns nicht [einmal] die geringen Zinsen zu geben.
Seine Bank blieb leer, sein Feind verbündete sich mit ihm, erfüllte ihn mit Leidenschaften und Elend, und so blieb der Ärmste bankrott.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 22. April 1927)

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… „Meine Tochter, auch Ich verlange danach, dir mitzuteilen, was das erste Wort war, das die Lippen des ersten von Uns erschaffenen Geschöpfs aussprachen.
Wisse: sobald Adam das Leben, die Bewegung und den Verstand in sich wahrnahm, sah er seinen Gott vor sich und begriff, dass Dieser ihn gemacht hatte.
Er fühlte in sich in seinem ganzen Sein, noch die frischen Eindrücke, die Berührung seiner Schöpferhände; und dankbar sprach er im Ungestüm der Liebe sein erstes Wort aus: ‚Ich liebe Dich, mein Gott, mein Vater, Urheber dieses meines Lebens.’
Doch nicht nur das Wort, sondern auch der Atem, der Herzschlag, die Tropfen seines Blutes, die in seinen Adern flossen, die Bewegung, sein ganzes Wesen, sprachen miteinander vereint gleichsam im Chor zu Uns: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich, ich liebe Dich.’
So war die erste Lektion, die er von seinem Schöpfer lernte, das erste Wort, das er zu sagen lernte, der erste Gedanke, der in seinem Geist aufkam, der erste Schlag, der in seinem Herzen gebildet wurde, ein: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’. Er fühlte sich geliebt und liebte.
Ich könnte behaupten, dass er die lange Kette seiner ‚Ich liebe Dich’ nie beendete. Sie wurde erst dann unterbrochen, als er das Unglück hatte, in Sünde zu fallen.
So fühlte sich unsere Gottheit verwundet, als Sie von den Lippen des Menschen die Worte vernahm: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich.’ Es war dasselbe Wort, das Wir im Organ seiner Stimme erschaffen hatten, das zu Uns ‚Ich liebe Dich’ sagte.
Es war unsere Liebe, die Wir im Geschöpf erschaffen hatten, die zu Uns sagte: ‚Ich liebe Dich’, wie sollte Uns dies nicht verwunden? Wie sollten Wir ihm nicht mit einer noch größeren, stärkeren Liebe vergelten, die unserer Herrlichkeit würdig war?
Als Wir ihn sagen hörten: ‚Ich liebe Dich’, erwiderten Wir ihm ‚Ich liebe dich’, doch in unserem ‚Ich liebe dich’ ließen Wir in seinem ganzen Wesen das wirkende Leben unseres Göttlichen Willens fließen.
So schlossen Wir im Menschen, wie in einem Tempel von Uns, unseren Willen ein, damit Er – in den menschlichen Umkreis eingeschlossen, während Er zugleich in Uns blieb – große Dinge wirke und Er der Gedanke, das Wort, der Herzschlag, der Schritt und das Werk des Menschen sei.
Unser ‚Ich liebe dich’ konnte ihm nichts Heiligeres, Schöneres, Mächtigeres geben, das allein das Leben des Schöpfers im Geschöpf heranbilden konnte, als unseren in der Seele wirkenden Willen.
O, wie wohlgefällig war Uns der Anblick unseres Willens, der seinen Platz als Handelnder innehatte, und wie der menschliche Wille, von seinem Licht geblendet, sich an seinem Paradies erfreute, Ihm volle Freiheit gewährte und Ihn tun ließ, was Er wollte.
Dabei wies er Ihm die Vorherrschaft in allem und den Ehrenplatz an, der einem so heiligen Willen zusteht! Du siehst also, dass der Beginn des Lebens des Adam ein Akt seines ganzen Wesens voller Liebe zu Gott war. Welch erhabene Lehre, wie das Prinzip der Liebe im ganzen Wirken der Seele fließen soll!
Die erste Lektion, die er in Erwiderung seines ‚Ich liebe Dich’ von unserem Höchsten Sein erhielt, war die: voll zärtlicher Liebe antworteten Wir ihm: ‚Ich liebe dich’ und belehrten ihn zum ersten Mal über unseren Göttlichen Willen.
Während dieser Unterweisung teilten Wir ihm zugleich das Leben des Göttlichen Willens mit und die eingegossene Wissenschaft darüber, was unser Göttliches Fiat bedeutet.
Wann immer er ‚Ich liebe Dich’ zu Uns sagte, bereitete ihm unsere Liebe weitere, noch schönere Lehren über unser Wollen. Er war hingerissen, und Wir fanden unsere Freude in der Konversation mit ihm und ließen Flüsse der Liebe und endloser Freuden über ihn strömen: so schlossen Wir das Leben des Menschen in die Liebe und in unseren Willen ein.
Daher bereitet Uns, meine Tochter, nichts einen größeren Schmerz, als wenn Wir sehen, wie unsere Liebe in der Seele gleichsam zerbrochen, und unser Wille blockiert, unterdrückt und ohne sein wirkendes Leben ist – quasi dem menschlichen Wollen unterworfen.
Sei also aufmerksam und möge der Anfang in allen Dingen die Liebe und mein Göttlicher Wille sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 10. Dezember 1933)

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… „Nun höre mich an, liebe Tochter: Als der Allerhöchste meinen menschlichen Willen von mir verlangte, begriff ich das große Übel, das der menschliche Wille im Geschöpf anrichten kann, und wie er alles gefährdet, auch die schönsten Werke des Schöpfers.
Die Kreatur mit ihrem menschlichen Willen ist schwankend, schwach, unbeständig, ungeordnet. Als Gott sie schuf, hat er sie von Natur aus in Einheit mit seinem Göttlichen Willen erschaffen, der die Kraft, der erste Antrieb, die Stütze, die Nahrung und das Leben des menschlichen Willens sein sollte.
Wenn wir dem Göttlichen Willen kein Leben in unserem Willen gewähren, weisen wir die Güter zurück, die wir von Gott in der Schöpfung empfangen haben, und die Rechte, die wir von Natur aus im Augenblick unserer Erschaffung empfangen haben.
O! Als ich die schwere Beleidigung, die man Gott zufügt, verstand, und die Übel, die sich über die Kreatur ergießen, hatte ich eine solch große Abscheu und Angst, meinen Willen zu tun, den ich gerechterweise fürchtete, denn Adam, der von Gott unschuldig erschaffen worden war, hatte durch seinen Eigenwillen über sich und über alle Generationen alle Übel heraufbeschworen.
Ich, deine Mutter, schwor also, ergriffen von Schrecken und noch mehr von Liebe zu meinem Schöpfer, nie meinen Willen zu tun; um sicherer zu sein und noch stärker meine Opfergesinnung gegenüber dem zu bezeugen, der mich mit so vielen Meeren von Gnaden und Privilegien überhäuft hatte, nahm ich meinen menschlichen Willen und band ihn an den Füßen des Göttlichen Thrones, zur ständigen Huldigung der Liebe und der Opferbereitschaft, und schwor, nicht für einen Augenblick meines Lebens, meinen Willen zu gebrauchen, sondern immer den Göttlichen.
Meine Tochter, vielleicht scheint dir mein Opfer, ohne meinen Willen zu leben, nicht groß; ich sage dir aber, dass es kein ähnliches Opfer gibt wie meines, ja alle anderen Opfer der Weltgeschichte sind nur Schatten im Vergleich zu meinem; sich einen Tag aufzuopfern, einmal Ja und einmal Nein, ist leicht; sich jeden Moment aufzuopfern, in jedem Akt, im Guten, das man das ganze Leben hindurch machen will, ohne je den eigenen Willen aufkommen zu lassen, ist das Opfer der Opfer; das ist das größte Zeugnis und die reinste Liebe, vom Göttlichen Willen selbst durchdrungen, die unserem Schöpfer angeboten werden kann.
Dieses Opfer ist so groß, dass Gott nicht mehr von der Kreatur verlangen kann, noch könnte sie etwas finden, was ihr mehr Möglichkeit gäbe, sich für ihren Schöpfer zu opfern.
Meine liebste Tochter, als ich meinem Schöpfer das Geschenk meines Willens darbrachte, fühlte ich mich als Siegerin in der von mir gewollten Prüfung, und Gott fühlte sich als Sieger in meinem menschlichen Willen.
Gott erwartete meine Prüfung, d.h. er wollte eine Seele, die ohne Willen lebte, um die Lage des menschlichen Geschlechts wieder in die rechte Bahn zu bringen und sich zur Milde und Barmherzigkeit bewegen zu lassen.” (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 5. Tag)

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Mt 22, 39)

… „Meine Tochter, was wird mit so vielen, auch guten, Werken geschehen, die ohne reine Absicht getan wurden, aus Gewohnheit und Eigennutz?
Welche Beschämung wird am Tag des Gerichtes nicht auf sie fallen, so viele Werke zu sehen, die gut sind in sich, doch verdorben durch ihre Absicht, so dass dieselben Handlungen, anstatt ihnen Ehre zu verleihen, wie es für viele andere der Fall sein wird, ihnen zur Beschämung gereichen werden? Tatsächlich achte Ich nicht auf die Größe der Werke, sondern auf die Absicht, mit der sie getan wurden.
Hier liegt meine ganze Aufmerksamkeit.“
Jesus blieb eine kurze Zeit still, und ich dachte über die Worte nach, die Er zu mir gesprochen hatte, ich meditierte in meinem Geist besonders über die Reinheit der Absicht und über die Tatsache, dass, wenn man den Geschöpfen Gutes tut, diese [für die Seele gleichsam] verschwinden müssen, und die Seele das Geschöpf mit dem Herrn Selbst gleichsetzen müsse, als ob die Geschöpfe nicht existierten.
Dann fuhr Jesus fort: „Und doch ist es so. Sieh, mein Herz ist so groß, doch die Tür ist sehr eng. Niemand kann den Leerraum in diesem Herzen füllen, als Seelen, die losgeschält sind, nackt und einfach.
Denn da, wie du siehst, die Tür klein ist, hindert jedes Hindernis, sogar das kleinste – z.B. ein Schatten von Anhänglichkeit, eine unaufrichtige Absicht, ein Werk ohne den Zweck, Mir zu gefallen – sie daran, einzutreten und sich in meinem Herzen zu erfreuen.
Viel Liebe zum Nächsten tritt in mein Herz ein, aber sie muss so mit Meiner vereint sein, dass sie eine einzige Liebe bildet, solcherart, dass eine von der anderen nicht unterschieden werden kann.
Doch jene andere Nächstenliebe, die nicht in Liebe zu Mir umgewandelt ist, sehe Ich nicht als etwas an, das zu Mir gehört.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 7. Mai 1899)

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Wenn ich mich in meinem gewohnten Zustand befinde, will mein stets liebenswürdiger Jesus, während Er sich verborgen hält, dass ich ganz auf Ihn bedacht sei und ständig für meine Brüder eintrete.
Und während ich für die Rettung der armen Soldaten betete und weinte und Jesus an mich drücken wollte um Ihn anzuflehen, dass niemand von ihnen verloren gehe, sagte ich Ihm schließlich einige Torheiten.
Und Jesus schien, obwohl Er traurig war, sich an meinen dringenden Bitten zu freuen, und Er schien zu gewähren, was ich wollte; da kam mir aber plötzlich ein Gedanke in meinen Geist, nämlich dass ich an mein Heil denken sollte; und Jesus sprach zu mir:
„Meine Tochter, während du an dich dachtest, hast du eine menschliche Empfindung hervorgebracht, und mein Wille, der ganz göttlich ist, hat dies wahrgenommen.
In meinem Willen läuft alles auf die Liebe zu Mir und zum Nächsten hinaus, es gibt keine eigenen (persönlichen) Dinge, weil die Seele – da sie einzig meinen Willen umfasst – alle nur möglichen Güter für sich selbst einschließt; und wenn sie sie umfasst, warum also Mich darum bitten?
Ist es nicht gerecht, dass sie sich damit beschäftigt, für die zu beten, die sie nicht haben? Ach, wenn du wüsstest, welche Katastrophen die arme Menschheit durchstehen wird, so wärest du aktiver in meinem Willen zu ihrem Wohl.“
Und während Er dies sagte, ließ Er mich alle Übel vernehmen, die die Freimaurer gerade anzettelten. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 6. Juni 1915)

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… „… Willst du wissen, warum Adam sündigte? Weil er vergaß, dass Ich ihn liebte, und er vergaß, Mich zu lieben: dies war der erste Same seiner Sünde.
Wenn er daran gedacht hätte, wie sehr Ich ihn liebe, und dass er verpflichtet war, Mich zu lieben, hätte er sich nie für den Ungehorsam gegen Mich entschieden; so hörte zuerst die Liebe auf, und dann begann die Sünde.
Und mit der Liebe zu seinem Gott, hörte die wahre Liebe zu sich selbst auf.
Seine eigenen Glieder und Kräfte empörten sich gegen ihn, er verlor die Herrschaft, die Ordnung, und wurde furchtsam; nicht nur das, sondern er verlor auch seine wahre Liebe zu den anderen Geschöpfen, während Ich ihn doch mit derselben Liebe erschaffen hatte, die unter den Göttlichen Personen herrschte, wodurch der eine das Abbild, die Seligkeit, die Freude, das Leben des anderen sein sollte.
Deshalb legte Ich bei meinem Kommen auf die Erde den größten Wert darauf, dass die Menschen einander liebten, wie sie von Mir geliebt wurden, um ihnen meine erste Liebe zu geben, damit die Liebe der Heiligsten Dreifaltigkeit die Erde erfülle.
Vergiss deshalb in all deinen Leiden und Beraubungen nie, dass Ich dich sehr liebe, um nie zu vergessen, Mich zu lieben; und als Tochter unseres Willens hast du die Aufgabe, Mich für alle zu lieben.
So wirst du in der Ordnung bleiben und wirst nichts fürchten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 6. September 1923)