15In jener Zeit kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen. 16Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person. 17Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? 18Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle? 19Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin. 20Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? 21Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

„Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!“ (Mt 22,19)

… „Ach, meine Tochter, das Leben in meinem Willen ist ein himmlisches Leben. Es bedeutet, dass die Seele das Leben des Lichts, der Liebe, das Leben der Handlung Gottes, das Leben des Gebets in sich wahrnimmt. In allem, was die Seele tut, fühlt sie vibrierendes Leben in ihren Akten. Wisse, dass die Seele, die den Göttlichen Willen tut und in Ihm lebt, die Göttlichen Akte wie magnetisch anzieht. Ihre kleinen Bewegungen, Gedanken und Werke werden so machtvoll magnetisch, dass sie ihren Schöpfer so magnetisch anziehen, dass Er sich nicht von der Seele trennen kann. Der Blick unseres Höchstes Wesen wird magnetisiert und blickt stets konzentriert auf die Seele. Gott fühlt seine Arme magnetisiert und hält die Seele fest an seine Brust gedrückt, unsere Liebe ist magnetisiert, und Wir gießen so viel Liebe in die Seele, dass Wir es schließlich so empfinden, dass die Seele Uns [so] liebt, wie Wir selbst Uns lieben.
Wenn nun die Seele für Uns ein so starker Magnet geworden ist, erreicht unsere Liebe das Übermaß: wenn die Seele ihre Akte – sogar die kleinsten – vollzieht, prägen Wir unseren göttlichen Abdruck auf diese (Akte), lassen sie mit der Prägung unseres höchsten Abbildes als unsere Akte durchgehen (passieren) und deponieren sie in unserer Göttlichen Schatzkammer als unsere Geldmünzen, welche die Seele Uns geschenkt hat. Wenn du wüsstest, was es heißt, behaupten zu können, dass unser Göttliches Wesen unsere Münzen von den Geschöpfen erhalten hat, welche das von Uns selbst aufgeprägte Bild besitzen, das ihnen Garantie gewährt, dann würde dir das Herz aus reiner Liebe brechen.
Uns Selbst den Geschöpfen zu geben, ist eine Macht, die Wir haben. Da Wir alles besitzen, ist das Geben nichts anderes als ein Ventil für unsere Liebe. Doch den Seelen zu ermöglichen, dass sie Uns geben können, und zwar unsere Akte – nicht die ihren – zu geben, Münzen zu geben, denen unser Bild aufgeprägt ist – dies ist eine Liebe, die alles übertrifft, sodass Wir sie nicht mehr einschließen können und in unserer Emphase der Liebe sprechen: ‚Du hast Uns verwundet. Der Magnet deiner Akte hat Uns hingerissen und zu süßen Gefangenen in deiner Seele gemacht. Und Wir werden an dir das Gleiche tun, dich verwunden, entzücken und dich in Uns gefangen nehmen.’ Deshalb, meine Tochter, will Ich dich ganz umsichtig, damit du siehst und gut verstehst, was mein Göttlicher Wille in dir tun möchte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 29. Juni 1934)

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… „Gesegnete Tochter meiner Liebe, Ich brenne, Ich fühle Mich erliegen und wie im Fieberwahn, weil Ich geliebt werden will. Weißt du, was Ich tue, um diese Absicht zu erreichen? Ich lege meine Liebe in das Herz der Seele, Ich lasse sie in ihrem Geist, in den Worten, Werken und Schritten fließen und wandle all diese Liebe, die überall in ihr fließt, in Münzen der Göttlichen Liebe um. Damit sie nun als unsere [gültige] Währung im Umlauf sein können, präge Ich ihnen mein Abbild auf und die Inschrift rundherum: ‚Jesus, König des Reiches des Göttlichen Willens.’ Nun, mit dieser Währung der Liebe geben Wir dem Geschöpf ein Mittel in die Hand, damit es Uns sagen kann: ‚Mit Recht habe ich Dich geliebt.’ Mit dieser von unserer Güte in Geld umgewandelten Liebe kann die Seele kaufen, was sie will und liebt. Sie kann unsere Heiligkeit, unseren eigenen Willen, unsere Tugenden kaufen, und wenn sie weitere Liebe haben möchte, hat sie genug Geld, um sie zu kaufen.
O, wie freuen Wir Uns, wenn Wir sehen, dass die Seele nicht mehr arm, sondern reich ist, und so viel besitzt, dass sie sogar unsere eigenen Tugenden und Heiligkeit kaufen kann! Wie schön ist es, wenn die Seele unser Geld der Liebe zu eigen hat, was sie zur Besitzerin all unserer Güter macht! Wir geben diese Währung der Liebe jedoch [nur] einer Seele, die in unserem Willen lebt, da sie diese nicht verschwenden, sondern sie zu bewahren wissen und vermehren wird, um Uns immer mehr zu lieben und in den Flammen, die Uns verzehren, Erleichterung zu verschaffen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 10. Mai 1938)

„Wessen Bild und Aufschrift ist das?… So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22, 20+21)

Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, kam der geliebte Jesus und sprach zu mir:
„Meine Tochter, du hast (noch) nichts ausgesagt über die Erschaffung des Menschen, des Meisterwerkes der schöpferischen Kraft, wo der Ewige nicht in Tröpfchen, sondern in Wellen und Strömen seine Liebe, seine Schönheit und Meisterkunst einsetzte, und vom Übermaß der Liebe ergriffen, sich selbst zum Mittelpunkt des Menschen einsetzte; aber Er wollte eine würdige Wohnstätte im Menschen. Was tut also diese unerschaffene Majestät? Sie erschafft den Menschen nach Ihrem Bild und Gleichnis, haucht aus der Tiefe Ihrer Liebe einen Atem aus, und flößt mit Ihrem allmächtigen Hauch dem Menschen das Leben ein, stattet ihn mit ihren Eigenschaften aus, die den Proportionen eines Geschöpfes angemessen sind, und macht ihn so zu einem kleinen ‚Gott‘. Alles, was du in der Schöpfung siehst, ist eigentlich Nichts im Vergleich zur Erschaffung des Menschen; o, wie viele schönere Himmel, Sterne und Sonnen breitete Gott in der erschaffenen Seele aus, welche Vielfalt an Schönheit, welche Harmonien; es genügt zu sagen, dass Er den Menschen betrachtete und ihn so schön fand, dass Er sich in ihn verliebte; und eifersüchtig auf dieses sein Wunderwerk, machte Er sich selbst zum Beschützer und Besitzer des Menschen und sprach zu ihm: „Alles habe Ich für dich erschaffen, Ich gebe dir die Herrschaft über alles, alles gehört dir, und du wirst ganz Mir gehören“. Du wirst die Meere der Liebe, die innigen und direkten Verbindungen, die Ähnlichkeit zwischen Schöpfer und Geschöpf, nicht ganz begreifen können. Ach, Tochter meines Herzens, wenn das Geschöpf erkennen würde, wie schön seine Seele ist, wie viele göttliche Gaben sie enthält, und wie sie alle geschaffenen Dinge an Schönheit, Macht und Licht übertrifft, sodass man sagen kann, dass sie ein kleiner Gott ist und eine kleine Welt, die alles in sich enthält – o wie würde der Mensch sich selber mehr hochschätzen und eine so seltene Schönheit, ein so unerhörtes Wunder der Schöpferkraft auch nicht mit der leisesten Schuld beflecken! Aber das Geschöpf, beinahe blind, wenn es darum geht, sich selbst zu erkennen, und noch viel blinder in der Erkenntnis ihres Schöpfers, beschmutzt sich mit tausend Schändlichkeiten, sodass sie das Werk des Schöpfers dermaßen entstellt, dass man es nur mit Mühe erkennt. Denke du selber nach, wie groß unser Schmerz darüber ist; komm daher in meinen Willen, und komm gemeinsam mit Mir vor den Thron des Ewigen, um für unsere Brüder genugzutun und Wiedergutmachung zu leisten für alle Akte, die sie (als Dank dafür) leisten hätten sollen, dass Er sie nämlich als ein Wunder der Liebe seiner Allmacht erschaffen hat, während sie so undankbar sind.“
In einem Augenblick befanden Wir Uns vor dieser Höchsten Majestät, und im Namen aller drückten Wir unsere Liebe, unseren Dank und unsere Anbetung dafür aus, dass Er uns mit einem solchen Übermaß der Liebe erschaffen und mit solch schönen Eigenschaften ausgestattet hat. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 24. Februar 1919)

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Ich war ganz im Heiligen Wollen Gottes versenkt, und mein süßer Jesus, der mich mit einem erhabenen Licht erfüllte, sagte zu mir: „Meine Tochter, meine Menschheit – wie heilig und rein sie auch war – hätte nicht die vollständige Erlösung bewerkstelligen können, wenn mein Höchster Wille meinem menschlichen Willen nicht den Eintritt in den Göttlichen Willen gewährt hätte. Meinem menschlichen Willen hätte die Allsicht gefehlt, um alle sehen zu können, die Unermesslichkeit, um alle zu umfassen, die Allmacht, um alle zu retten, und der Modus der Ewigkeit (die Freiheit des Wirkens im ewigen Modus), um alles [wie] in einem einzigen Akt zu besitzen und alles wieder in Ordnung zu bringen. So hatte mein Göttlicher Wille die erste Rolle beim Erlösungswerk, die zweite meine Menschheit. Wäre da nicht mein Göttlicher Wille, so wäre die Erlösung nur für wenige und zeitlich begrenzt gewesen, denn ohne das Licht der Allsicht, die Mich alle erkennen lässt, hätte Ich Mich nicht auf alle erstrecken können. Um die Erlösung zu beginnen, tat Ich also nichts anderes, als die Türen des Höchsten Willens, die der erste Mensch geschlossen hatte, für meine Menschheit zu öffnen und gab dadurch meiner Menschheit freies Feld, um sie die Erlösung im Schoß meines Höchsten Willens vollbringen zu lassen. Seit damals ist niemand anderer mehr in mein Göttliches Wollen eingetreten, um als dessen Besitzer, in voller Freiheit, zu wirken, so als wäre mein Wille der seine, um sich seiner ganzen Macht und der Güter, die Er enthält, zu erfreuen. Mein Wille ist in Mir wie die Seele für den Leib, und wenn es für die Heiligen die größte Gnade war, meinen Willen zu tun, der [nur] als Widerschein in sie eingetreten ist, was wird erst dann sein, wenn die Seelen nicht nur die Widerspiegelungen empfangen, sondern in Ihn eintreten und seine ganze Fülle genießen werden?
Nun, wie es für die Bewerkstelligung der Erlösung notwendig war, dass meine Menschheit und mein menschlicher Wille [ständigen] Zutritt zum Göttlichen Willen hatten, so ist es jetzt für die Erfüllung des „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“ notwendig, dass Ich neuerlich die Pforten des Ewigen Willens auftue und ein anderes Geschöpf eintreten lasse, und ihm freies Feld gebe, vom größten bis zum kleinsten Akt in der Allsicht, Unermesslichkeit und Macht meines Willens zu wirken. Wenn du in Ihn eintreten wirst, und deine Gedanken, Worte, Werke, Schritte, Wiedergutmachungen, Leiden, Liebe, Danksagungen darbringst, so wird der Höchste Wille alle deine Akte prägen. Deine Akte empfangen das göttliche Abbild, mit dem Wert von göttlichen Akten, die, da sie unendlich sind, für alle aufkommen, alle erreichen können, und solchen Einfluss auf die Gottheit haben, dass sie diesen Höchsten Willen auf die Erde herabsteigen lassen und die Güter bringen, die Er enthält. Es wird so sein wie beim Metall, bei Gold oder Silber: solange nicht das Bild des Königs aufgeprägt ist, besitzt es keinen Währungswert, doch sobald dieses aufgeprägt wird, gilt das Metall als Währung und ist im ganzen Reich im Umlauf. Es gibt kein Land, keine Stadt, keinen wichtigen Ort, wo dieses Metall nicht sein Ansehen als Geld genießt, und kein Mensch kommt ohne dieses aus…. Ob das Metall unedel oder kostbar ist, ist egal; wenn ihm nur das Bild des Königs aufgeprägt ist, ist es im ganzen Reich im Umlauf, hat Vorrang bei allen und wird von allen geliebt und respektiert. So ist allem, was die Seele in meinem Willen tut, das göttliche Bild aufgeprägt, und daher ist es im Himmel und auf der Erde im Umlauf, besitzt die Oberherrschaft über alle und schenkt sich freigebig jedem, der es wünscht; es gibt keinen Ort auf der Erde, wo man nicht seine wohltuenden Wirkungen genießen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 5. August 1923)

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… Danach entschwand mir der liebenswürdige Jesus, und ich fühlte mich wie versenkt in seinen Willen. Ich fühlte meine arme Niedrigkeit im Kontakt mit der göttlichen Größe, Höhe und Unermesslichkeit; meine Armseligkeit berührt von den göttlichen Reichtümern; meine Hässlichkeit reichte an die ewige Schönheit; so lebte ich in seinem Willen im Widerschein Gottes, und während ich alles von Ihm empfing, fand ich alles und brachte die ganze Schöpfung gleichsam in meinem Schoß zu Füßen der ewigen Majestät. Mir schien, dass ich in seinem Willen nichts anderes tat, als zum Himmel aufzusteigen und auf die Erde herabzusteigen, um von neuem aufzusteigen und Ihm alle Generationen zu bringen, Ihn für alle zu lieben und von allen wieder lieben zu lassen. Als ich das tat, zeigte sich mein Jesus von neuem und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wie schön und köstlich ist es, das Geschöpf in unserem Willen leben zu sehen; es lebt in unserem Widerschein und absorbiert dabei in sich die Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer: die Seele wird stets schöner, reicher und so groß, dass sie alle ergreifen und Uns alles bringen kann, und sie schöpft so viel Liebe von Uns, dass sie Uns für alle lieben kann; Wir finden alles in ihr, unsere ganze Liebe, die Wir bei der Schöpfung aufwandten, unsere Genugtuung, unsere Freude und die Vergeltung für unsere Werke. Unsere Liebe zur Seele, die in unserem Willen lebt, ist so groß und gewaltig, dass das, was Wir von aus Natur sind, die Seele kraft unseres Willens wird. Alles gießen Wir in sie aus, nicht eine Faser lassen Wir aus, die Wir nicht mit dem füllen würden, was Uns gehört. Wir erfüllen sie so sehr, bis sie nach außen überfließt und göttliche Flüsse und Meere um sich herum schafft; in diese Meere steigen Wir herab, um Uns zu unterhalten, Wir bewundern mit Liebe unsere Werke und fühlen Uns gänzlich verherrlicht. Meine Tochter, lebe daher im reinsten Licht meines Willens, wenn du willst, dass dein Jesus von neuem dieses Wort wiederhole, das Er bei der Erschaffung des Menschen aussprach: ‘Kraft unseres Willens lasset Uns diese Seele schaffen nach unserem Abbild und Gleichnis.’” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 13. März 1924)

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Ich setzte meinen Rundgang in der ganzen Schöpfung fort, um jedem Akt des Höchsten Willens in jedem geschaffenen Ding zu folgen. Da trat mein stets liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren heraus, um mich durch das ganze Himmelsgewölbe zu begleiten, und als Wir zu jedem geschaffenen Ding kamen, erbebte Jesus vor Freude und Liebe. Dann hielt Er inne und sagte zu mir:
„Meine Tochter, Ich schuf den Himmel und konzentrierte meine Liebe zum Menschen im Himmel, und um ihm größere Freude zu bereiten, übersäte Ich ihn mit Sternen. Ich liebte nicht den Himmel, sondern den Menschen im Himmel, und für ihn schuf Ich ihn. Wie stark und groß war meine Liebe, als Ich über dem Haupt des Menschen dieses blaue Firmament ausbreitete. Es war geziert mit den strahlendsten Sternen, wie ein Pavillon, dass weder Könige noch Herrscher etwas Vergleichbares haben. Doch Ich gab mich nicht damit zufrieden, meine Liebe zum Menschen im Himmel zu konzentrieren, der ihm zur reinen Wonne gereichen sollte.
Da Ich Mich in Liebe mit ihm vergnügen wollte, wollte Ich die Sonne erschaffen. Indem Ich in der Sonne so viel Liebe zum Menschen konzentrierte, liebte Ich den Menschen in der Sonne, nicht die Sonne. Daher legte Ich in sie die Liebe der Notwendigkeit, weshalb die Sonne für die Erde notwendig war, damit sie den Pflanzen und dem Wohlergehen des Menschen dienen sollte. Ich legte die Liebe des Lichtes in sie, die ihn erleuchten, Liebe des Feuers, die ihn wärmen sollte, und alle Wirkungen, die dieser Himmelskörper hervorbringt, die unzählig sind. Die Sonne ist ein ständiges Wunder am Himmelsgewölbe, das mit seinem Licht zum Wohle aller herabsteigt. So viele Besonderheiten der Liebe zum Menschen konzentrierte Ich in der Sonne, die diese Güter und Wirkungen hervorbringt.
O wenn das Geschöpf wenigstens meiner Liebe Aufmerksamkeit schenkte, die ihm die Sonne entgegenbringt, wie glücklich würde Ich Mich fühlen und wie vergolten für die große Liebe, die Ich in diesen meinen göttlichen Berichterstatter und Träger meiner Liebe und meines Lichtes gelegt habe! Während mein Wille wirkte und sich zum Leben in jedem geschaffenen Ding machte, um sich, auch mittels dieser Dinge, den menschlichen Generationen als Leben zu geben, konzentrierte Sich meine Liebe, die ihren Weg in meinem ewigen FIAT ging, in diesen Dingen, um den Menschen zu lieben. So konzentrierte Ich also in jedem geschaffenen Ding, im Wind, im Meer, in der kleinen Blume, im singenden Vögelchen, in allem – meine Liebe, damit alle Dinge dem Menschen Liebe entgegenbrächten. Doch um diese meine Sprache der Liebe zu hören, zu verstehen und zu empfangen, musste der Mensch Mich lieben, sonst wäre die ganze Schöpfung wie stumm für ihn und ohne Leben.
Nachdem Ich nun alles erschaffen hatte, formte Ich die Natur des Menschen mit meinen eigenen Schöpferhänden. Als Ich die Knochen formte, die Nerven ausbreitete, das Herz gestaltete, konzentrierte Ich meine Liebe in ihm. Danach bekleidete Ich ihn mit Fleisch, und schuf gleichsam die schönste Statue, die kein anderer Künstler je machen kann. Ich sah ihn an und entbrannte so sehr in Liebe zu ihm, dass meine Liebe überfloss und Ich sie nicht zurückhalten konnte, und als Ich ihn anhauchte, flößte Ich ihm das Leben ein.
Doch Wir waren noch nicht zufrieden. Die Heiligste Dreifaltigkeit wollte ihn im Übermaß ihrer Liebe mit Intellekt, Gedächtnis und Wille beschenken. Entsprechend seiner Fassungskraft als Geschöpf, bereicherten Wir ihn mit allen Eigenschaften unseres göttlichen Wesens. Die ganze Gottheit war völlig darauf bedacht, den Menschen zu lieben und sich in ihn zu ergießen. Vom ersten Augenblick seines Lebens an spürte Adam die ganze Kraft unserer Liebe, und aus dem Grunde seines Herzens drückte er mit seiner Stimme die Liebe zu seinem Schöpfer aus. O welches Glück empfanden Wir, als Wir unser Werk, die von Uns geformte Statue, sprechen hörten, die Uns liebte, und zwar mit vollkommener Liebe! Es war der Widerschein unserer Liebe, der aus ihm hervorging. Diese Liebe war nicht von seinem Willen verseucht worden, daher war sie vollkommen, weil sie die Fülle unserer Liebe besaß. Bis dahin hatte keines der von Uns erschaffenen Dinge Uns beteuert, dass es Uns liebe. Als Wir nun vernahmen, dass der Mensch Uns liebte, waren unsere Freude und unser Wohlgefallen so groß, dass Wir ihn als Vollendung unseres Festes als König über das ganze Universum einsetzten und als das schönste Juwel unserer schöpferischen Hände.
Wie schön war der Mensch in den ersten Zeiten seiner Erschaffung! Er war unser Widerschein, und diese Widerspiegelungen verliehen ihm eine große, unsere Liebe entzückende Schönheit und machten ihn in allen seinen Akten vollkommen. Vollkommen war die Herrlichkeit, die er seinem Schöpfer gab, vollkommen seine Anbetung, seine Liebe, seine Werke. Seine Stimme war so harmonisch, dass sie in der ganzen Schöpfung widerhallte, denn er besaß die Harmonie Gottes und die jenes Fiats, welches ihm das Leben verliehen hatte. Alles in ihm war Ordnung, denn unser Wille verlieh ihm die Ordnung seines Schöpfers, beseligte ihn und ließ ihn an Ähnlichkeit mit Uns zunehmen, gemäß unserem Wort: ‘Lasst Uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis”. Jeder seiner Akte, die in der Einheit des Lichtes des Höchsten FIAT getan wurden, war eine Nuance göttlicher Schönheit, die er erwarb. Jedes seiner Worte war eine weitere harmonische Note, die erklang. Alles war Liebe in ihm. In allem pries er unsere Herrlichkeit, Macht und unendliche Weisheit. Alles, Himmel, Sonne und Erde, brachten ihm Freuden, Seligkeit und Liebe von Dem, Der ihn erschaffen hatte.
Wenn du eine Statue nach deinem größten Wohlgefallen formen und dich dann ganz in sie ergießen und ihr alle Lebenssäfte verleihen könntest, und ihr mit der Herrschaft deiner Liebe das Leben geben könntest, wie sehr würdest du sie nicht lieben? Und wie sehr wünschtest du, dass sie dich liebe? Wie groß wäre die Eifersucht deiner Liebe, dass alles ganz dir zur Verfügung sei und du auch nicht einen Herzschlag dulden würdest, der nicht ganz für dich wäre? Ach, du würdest dich selbst in deiner Statue betrachten, und daher würdest du bei jeder Kleinigkeit, die nicht für dich getan wird, einen Riss empfinden, der dir zugefügt wird. So bin Ich. Alles, was das Geschöpf nicht für Mich tut, gleicht ebenso vielen Rissen, die Ich fühle, umso mehr, als die Erde, die es trägt, Mir gehört, die Sonne, die es erleuchtet und wärmt, Mir gehört, das Wasser, das es trinkt, die Speise, die es aufnimmt, Mir gehört. Alles ist Mein, es lebt auf meine Kosten, und während Ich dieser meiner schönen Statue alles gebe, ist sie nicht für Mich. Wie groß wird also mein Schmerz, die Schmach und die Beleidigung sein, welche Mir diese Statue zufügt: denke selbst darüber nach, meine Tochter!
Du sollst nun wissen, dass nur mein Wille Mir meine Statue wieder so schön zurückgeben kann, wie Ich sie formte, denn Er ist der Bewahrer aller unserer Werke, der Träger aller unserer Widerspiegelungen, sodass die Seele in unserem Widerschein lebt, welcher ihr, wenn sie liebt, die Vollkommenheit der Liebe verleiht; wenn sie arbeitet, [verleiht er ihr] die Vollkommenheit der Werke. Mit einem Wort, alles was sie tut, ist vollkommen in ihr, und diese Vollkommenheit verleiht ihr so viele Schattierungen mannigfaltiger Schönheit, dass sie den Künstler, der sie gebildet hat, in sich verliebt macht. Deshalb liebe Ich es so sehr, dass das Höchste FIAT bekannt und sein Reich unter den Menschen errichtet werde, um die Ordnung zwischen Schöpfer und Geschöpf zu festigen, damit Wir wieder unsere Güter gemeinsam mit ihm teilen. Nur unser Wille besitzt diese Macht. Ohne Ihn kann es nicht viel Gutes geben, noch kann unsere Statue so schön zu Uns zurückkehren, wie sie aus unseren schöpferischen Händen hervorgegangen ist.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 29. Oktober 1926)

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Ich bin stets in der Gewalt des Göttlichen Fiat. Meine Kleinheit wird nicht müde, in und außerhalb von Ihm zu kreisen, wobei ich die sichere Hoffnung hege, mich in seinem Licht zu verzehren und danach verlange, stets noch tiefer in seine Kenntnis einzudringen, um neue göttliche Freuden verkosten zu können. Jede weitere Kenntnis ist nämlich ein zusätzlicher Geschmack, den man verkostet und der den Appetit auf weitere anregt. Manchmal spürt man unstillbaren Hunger, der nie gesättigt wird und möchte mit offenem Mund diese himmlische Speise immerdar empfangen. Nun war mein Geist mit so vielen Dingen über den Göttlichen Willen erfüllt. Wollte ich sie alle niederschreiben, wüsste ich nicht, woher ich das Papier nehmen sollte, daher schränke ich mich ein, so viel ich kann. Da nun einige Zweifel in meinem Geist aufkamen, besuchte mein Himmlischer Lehrmeister Jesus seine kleine Neugeborene und sagte zu mir:
„Gesegnete Tochter, ein Akt hat dann einen Wert, wenn man das darin enthaltene Gut kennt. Je besser die Seele diesen Wert kennt, umso mehr erwirbt sie, da sie diesen Akt auf der Grundlage des Wertes verrichtet, den sie kennt; und unsere Vatergüte vermag niemanden zu betrügen oder zu täuschen: wenn Wir den Wert eines Aktes zu erkennen geben, so deshalb weil Wir [der Seele] diesen Wert schenken möchten, den Wir geoffenbart haben; und das sichere Zeichen ist die Kenntnis selbst, die diesen Wert bereits in sich besitzt.
Wir gleichen einem König, der ein Papier, das [an sich] keinen Wert hat, bedrucken lässt: hier schreibt er 100 darauf, dort 1000 und dort eine Million. Das Papier hat überall die gleiche Qualität und Form, doch ihr Wert entspricht der Zahl [, die der König aufgebracht hat]. Wer verleiht also dem Papier seinen Wert? Die Zahl und das Abbild des Königs, der es als Geld für sein Reich benützt.
So handeln auch Wir: Das Papier ist der Akt des Geschöpfs, die Kenntnis ist unser göttliches Abbild, der Wert ist die Zahl, die Wir daraufsetzen. Was Wunder also, dass Wir behaupten, dass ein einziger Akt in unserem Willen an Wert alle Akte aller anderen Geschöpfe zusammen, die außerhalb von Ihm getan werden, übertrifft? Es ist unser Bild, das sich gleichsam auf das Papier des menschlichen Aktes aufprägt, und der Wert unserer Erkenntnis, der die Zahl hinzufügt. Sind Wir nicht frei, die von Uns gewünschte Zahl auf das Papier des menschlichen Willens zu schreiben? Wenn der König ungehindert eine gewünschte Zahl auf ein ganz unedles Papier setzen kann, so können Wir mit noch mehr Recht jenes Geld herausbringen, das in unserer azurblauen [himmlischen] Heimat in Umlauf sein soll.
Zudem war unser Wille unsere unentgeltliche Gabe an den Menschen. Er zahlte Uns nichts, um sie zu erhalten. Er besaß weder Geld noch ausreichende Mittel für die Bezahlung, außer das höchst unedle Papier seines menschlichen Willens, das er Uns zu seinem Unglück nicht einmal leihen wollte, damit er unsere große Gabe für sich behalten könne. Darüber hinaus waren Wir sein ganz zärtlicher und liebender Vater. Zwischen Vater und Kindern wird nicht Buch geführt, da ja bekanntlich der Vater den Kindern geben muss. Und diese sollen aus Pflicht der Gerechtigkeit die Geschenke ihres Vaters mit Liebe und Achtung bewahren.
Daher ist es notwendig, den Göttlichen Willen zu kennen; Wir schenken die Kenntnisse schrittweise, damit die Geschöpfe diese so große Gabe schätzen, die Wir ihnen unentgeltlich geben möchten. Die Kenntnis erzeugt das Verlangen und den Wunsch, noch mehr zu erfahren, und so wird der menschliche Wille nach und nach für die Umwandlung und Vereinigung mit dem Göttlichen Willens bereitet. Wir führen weder Buch noch beachten die Zahlungsfähigkeit [der Seele], sondern werden [dem menschlichen Willen] unser Bild und die unschätzbare Zahl eines göttlichen Wertes aufprägen. Wir sind zufrieden, wenn Wir unsere Kinder reich und glücklich sehen – an unseren eigenen göttlichen Wonnen und Reichtümern.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 27. November 1932)