14In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. 15Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.
16Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. 17Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu.
18Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn. 19Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen.
20Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. 21Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
22Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. 23Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!
24Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; 25weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.
26Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. 27Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.
28Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! 29Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
30Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

„In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an“ (Mt 25,14)

… Nach diesen Worten zog Er sich in mein Inneres zurück, und ich fuhr fort, den unzähligen Akten des Göttlichen Fiat nachzufolgen. Dann fing der gebenedeite Jesus erneut zu sprechen an:
“Meine Tochter, es ist eine Eigentümlichkeit meines Göttlichen Willens, alles was Er besitzt, in Sicherheit zu bringen. Wenn Er daher als ihr Besitzer in die Seele eintritt, bringt Er alle Dinge in Sicherheit, die Heiligkeit, die Gnade, die Schönheit, alle Tugenden.
Damit alles gesichert sei, ersetzt Er in der Seele alles auf göttliche Weise durch seine eigene göttliche Heiligkeit, Schönheit und seine Tugenden. Indem Er sein Siegel auf ihnen anbringt, das für jede Veränderung unantastbar ist, macht Er die Seele für jegliche Gefahr unantastbar.
So hat die Seele, die in meinem Willen lebt, nichts mehr zu fürchten, denn Er hat alles mit seiner eigenen göttlichen Sicherheit abgesichert.
Der menschliche Wille hingegen macht alles instabil, selbst die Heiligkeit. Die Tugenden, die nicht unter der kontinuierlichen Herrschaft meines Fiat stehen, sind ständigen Gefahren und dauernden Schwankungen ausgesetzt.
Die Leidenschaften haben freie Bahn, um alles auf den Kopf zu stellen und die mit vielen Opfern erworbenen Tugenden und die Heiligkeit zu überwältigen.
Fehlt die ständig lebensspendende und nährende Eigenschaft meines Willens, der allen Übeln Tür und Tor versperrt, so hat der menschliche Wille Mittel und Wege, um den Feind, die Welt, die Selbstschätzung, Armseligkeit und Unruhe eindringen zu lassen, die der [nagende] Holzwurm für die Tugenden und die Heiligkeit sind.
Wenn dieser Holzwurm da ist, hat die Seele nicht die ausreichende Kraft, um im Guten fest und standhaft zu bleiben. Deshalb ist alles unsicher, wenn mein Göttlicher Wille nicht herrscht.
Zudem ist das Unglück, dass unser Göttlicher Wille nicht unter den Völkern herrscht, so groß, dass alle Dinge in ständiger Schwankung sind.
Unsere eigene Schöpfung, alle Güter der Erlösung, [die Wir geben möchten] sind unregelmäßig, immer wieder unterbrochen, denn da unser Fiat nicht unter den Menschen herrscht, können Wir nicht immer die Güter selbst schenken.
Vielmehr müssen Wir Uns oft der Schöpfung und Erlösung bedienen, um sie gegen den Menschen zu bewaffnen, weil sich der menschliche Wille gegen den Unseren stellt.
So müssen Wir sie aus Gerechtigkeit schlagen, damit sie begreifen, dass, weil unser Wille nicht herrscht, der menschliche Wille unsere Gaben zurückweist und Uns damit zwingt, sie zu strafen.
Selbst die Verherrlichung, die Uns der Mensch durch die Schöpfung und Erlösung darbringt, ist nicht fest (unverrückbar), sondern ändert sich bei jedem Akt des menschlichen Willens.
So sind auch die geringen Zinsen seiner Liebe und Verherrlichung, die der Mensch Uns geben sollte, weil Wir ihm so viel gegeben haben – kein fixer Ertrag (keine f. Rendite), sondern alles ist unregelmäßig. In der Tat, unser Wille allein besitzt die Eigenschaft, seine eigenen Akte und die Akte der Seele, in der Er herrscht, unerschütterlich und andauernd zu machen.
Solange also nicht unser Göttliches Fiat regiert, ist alles instabil. Die Schöpfung, die Erlösung, die Sakramente sind alle gefährdet, denn der menschliche Wille ist so: Bald treibt er Missbrauch, bald erkennt er den Einen nicht an, der ihn so geliebt und ihm so viele Wohltaten erwiesen hat, bald tritt er unsere Güter selbst mit Füßen.
Solange also unser Wille nicht regiert, der unter den Menschen die göttliche Ordnung, seine Festigkeit und Harmonie und seinen immerwährenden Tag des Lichts und des Friedens aufrichten wird, wird alles für den Menschen und für Uns gefährdet sein.
Unsere eigenen Dinge werden bedrückender Gefahr ausgesetzt sein und den Menschen nicht die überreichen Güter schenken können, die sie enthalten.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. April 1929)

„Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!“ (Mt 25, 21)

Ich versenkte mich in den Heiligen Willen Gottes. Und während ich meinen Rundgang durch alle geschaffenen Dinge machte, um ihnen mein „Ich liebe Dich” aufzuprägen, damit überall und auf allem mein „Ich liebe Dich” als Vergeltung für die große Liebe Jesu widerhalle, kam ich zu dem Punkt, wo ich meinem Gott all jene Liebe erwiderte, mit der Er gerade im Schoß der Himmlischen Mutter empfangen wurde. In diesem Augenblick trat mein geliebter Jesus aus meinem Inneren heraus und sprach zu mir:
„Meine Tochter, meine unzertrennliche Mutter wurde, um Mich, das Ewige Wort, empfangen zu können, von der Höchsten Majestät mit Meeren von Gnaden, des Lichtes und der Heiligkeit bereichert.
Sie wirkte so erhabene und viele Akte der Tugend, der Liebe, des Gebetes, der Sehnsucht und der glühenden Seufzer, dass Sie alle Generationen an Liebe, Tugend und den Akten übertraf, die nötig waren, um den ersehnten Erlöser zu erlangen.
Als Ich nun in der Höchsten Königin die vollständige Liebe aller Geschöpfe sah und alle Akte, die notwendig waren, um zu verdienen, dass das Wort empfangen werden könne, fand Ich in Ihr die Vergeltung für die Liebe aller. Ich fand auch unsere wiederhergestellte Ehre und alle Akte der Erlösten, sogar von denen, denen meine Erlösung wegen ihrer Undankbarkeit zur Verdammung gereichen sollte.
So wandte meine Liebe den höchsten Prunk auf und Ich wurde empfangen. Deshalb hat sie gleichsam ein natürliches und heiliges Anrecht auf den Namen einer Mutter, denn indem Sie alle Akte aller Generationen umfasste und für alle Ersatz leistete, war es so, als würde sie alle aus ihrem mütterlichen Schoß zu neuem Leben gebären.
Wisse, wenn Wir unsere Werke tun, so müssen Wir dem auserwählten Geschöpf, dem Wir das Werk anvertrauen, so viel Liebe, Licht und Gnade verleihen, dass es Uns die gesamte Vergeltung und Herrlichkeit für das ihm anvertraute Werk bringen kann.
Unsere Macht und Weisheit würden sich nicht vom Beginn eines Werkes an auf die Bank des Geschöpfes legen, gleichsam um einen Bankrott zu erleiden. So muss unser Werk in dem Geschöpf, das im ersten Akt berufen wird, sichergestellt sein, und Wir müssen alle Zinsen und eine, dem Werk, das Wir anvertraut haben, gleichwertige Glorie einheben.
Wenn unser Werk später auch anderen Geschöpfen mitgeteilt wird, und es wegen deren Undankbarkeit Gefahr laufen sollte, fehlzuschlagen, so können Wir dies eher hinnehmen, weil jene Seele, der wir unser Werk zu Beginn anvertraut hatten, Uns ermöglicht hat, den ganzen Gewinn anstelle des Versagens der anderen Geschöpfe einzunehmen.
Dies ist der Grund, weshalb Wir Ihr alles gaben und alles von Ihr erhielten, damit das ganze Kapital der Erlösung unversehrt bleiben und durch Sie unsere Herrlichkeit vervollständigt und unsere Liebe vergolten werden konnte.
Welcher kluge Mensch legt von Anfang an sein Kapital auf eine Bank, die daran ist, bankrott zu gehen? Zuerst sichert er sich ab, und dann vertraut er sein Kapital an; es kann zwar sein, dass es später einen Fehlschlag gibt; trotzdem kann ihm dies keinen schweren Schaden zufügen, denn aus den schon erhaltenen reichlichen Zinsen ist sein Kapital schon wieder hereingekommen (hat sich amortisiert).
Wenn der Mensch so handelt, dann umso mehr Gottes unbegreifliche Weisheit. Hier handelte es sich nicht um irgendein Werk, um ein kleines Kapital, sondern um das erhabene Erlösungswerk und um den ganzen Preis des unendlichen und unschätzbaren Wertes des Ewigen Wortes.
Es war ein einzigartiges Werk, und das Herabsteigen des Ewigen Wortes auf die Erde konnte nicht von neuem wiederholt werden, deshalb mussten Wir es in der Himmlischen Herrin in Sicherheit bringen.
Da Wir Ihr alles anvertrauten, sogar das Leben Gottes selbst, musste Sie bei Uns als unsere Vertrauenswürdige für alle aufkommen und sich zur Bürgin und Verantwortlichen für dieses göttliche Leben, das Ihr anvertraut war, machen, wie Sie es in der Tat durchführte.
Nun, meine Tochter, was Ich tat und von meiner Himmlischen Mutter im großen Erlösungswerk wünschte, das will Ich mit dir beim großen Werk des Höchsten FIAT tun.
Das Werk des Göttlichen FIAT ist ein Werk, das alles umfassen muss: Schöpfung, Erlösung und Heiligung. Es ist die Grundlage von allem, es ist das Leben, das in allem fließt und alles in sich einschließt.
Da es keinen Anfang hat, ist es Anfang aller Dinge und Ziel und Vollendung unserer Werke.
Du siehst also, das Kapital, das Wir dir anvertrauen wollen, ist überreichlich groß. Du hast es nicht berechnet, doch weißt du, was Wir dir im Höchsten FIAT anvertrauen?
Wir vertrauen dir die ganze Schöpfung an, das ganze Kapital der Erlösung und jenes der Heiligung. Mein Wille ist universell und war in allen Dingen wirksam, so ist es gerecht, dass das, was Ihm angehört, dir anvertraut werde.
Möchtest du etwa meinen Willen ohne seine Werke? Wir können nicht unser Leben ohne unsere Werke und Güter schenken: wenn Wir geben, geben Wir alles.
Und wie mein Wille in der Himmelskönigin, als Er Ihr das WORT schenkte, auch seine Werke und Güter konzentrierte, so wird es auch bei dir sein: indem Wir dir unseren Höchsten Willen verleihen, der in dir regiert und herrscht, geben Wir dir alle zu Ihm gehörenden Werke.
Deshalb schenken Wir dir dauernd so viele Gnaden, Kenntnisse, Fassungskraft, damit das Höchste FIAT von Anfang an keinen Fehlschlag erleiden möge, und du musst Es in Sicherheit bringen und Uns die Vergeltung der Liebe und Herrlichkeit der ganzen Schöpfung, Erlösung und Heiligung darbringen.
Deine Aufgabe ist also groß und universell und muss alle und alles einschließen, sodass, wenn unser den anderen Geschöpfen mitgeteilter Wille manchen Fehlschlag erleiden sollte, Wir in dir die Kompensation für die Leere der anderen finden müssen.
Da Wir unseren Willen in dir in Sicherheit bringen, wird, wenn du Uns die Liebe, die Herrlichkeit und alle Akte darbringst, welche die anderen Geschöpfe Uns geben müssten, unsere Herrlichkeit immer vollständig sein, und unsere Liebe wird ihre gerechten Zinsen einheben.
So wirst auch du unsere Vertraute sein, die Verantwortliche für den dir anvertrauten Göttlichen Willen und seine Bürgin.”
Nun, während Jesus dies sagte, wurde ich von solchem Schrecken erfasst und begriff die ganze Last meiner Verantwortung. Ich fürchtete sehr, dass ich nichts geringeres als das ganze Gewicht und Werk eines Göttlichen Willens in Gefahr bringen könnte und sagte: „Meine Liebe, ich danke Dir für so viel Güte mir gegenüber, doch ich fühle, dass es zu viel ist, was Du mir geben willst.
Ich spüre ein unendliches Gewicht, das mich zermalmt, und meine Kleinheit und Unfähigkeit haben weder die Kraft noch die Fähigkeit. Da ich fürchte, dass ich Dir missfallen und nicht alles umfassen könne, gehe doch zu einem anderen, fähigeren Geschöpf, damit all dieses Kapital deines Höchsten Willens sicherer sei und Du die ganzen gleichwertigen Zinsen für ein so großes Kapital einnehmen kannst.
Ich hatte nie an eine so große Verantwortung gedacht, doch nun, wo Du sie mich verstehen lässt, fühle ich, dass mir die Kräfte fehlen, und ich fürchte meine Schwachheit.”
Jesus drückte mich an sich, um meine überwältigende Furcht zu lindern, und fügte hinzu:
„Meine Tochter, Mut, fürchte dich nicht, es ist dein Jesus, der dir allzu viel geben will. Kann Ich etwa nicht frei darüber verfügen, zu geben was Ich will? Willst du vielleicht meinem vollständigen Werk, das Ich dir anvertrauen will, eine Grenze setzen?
Was würdest du sagen, wenn meine Himmlische Mutter Mich, das Ewige Wort, aufnehmen hätte wollen, ohne jedoch seine Güter und die Akte, die nötig waren, um Mich zu empfangen?
Wäre dies wahre Liebe und wahre Einwilligung gewesen? Sicher nicht. So möchtest du meinen Willen ohne seine Werke und ohne die Akte, die Ihm gebühren? Nun, um dir diesen Schrecken zu nehmen, sollst du wissen, dass alles, was Ich dir gesagt habe, d.h. dieses so große Kapital, bereits in dir ist.
Nachdem Ich dich die Praxis erwerben ließ, Mir die Erwiderung der Herrlichkeit und Liebe der ganzen Schöpfung, Erlösung und Heiligung zu bringen und dich alles und alle umschließen ließ, und gesehen habe, dass Mir gleichwertige Zinsen mit Leichtigkeit zurückflossen, da wollte Ich dir dann mit größerer Klarheit das große Kapital meines Willens, das dir anvertraut wurde, bekannt machen, damit du das große Gut kennst, das du besitzt.
Wenn du es kennst, kann Ich die Urkunde des dir anvertrauten Kapitals unterzeichnen, und dir zugleich die Empfangsbestätigung der Zinsen geben, die du Mir bringst.
Wenn du Ihn nicht kennen würdest, könnte man weder die Urkunde für das Kapital noch die Quittung für die Zinsen anfertigen; daraus folgt also die Notwendigkeit, es dich wissen zu lassen.
Außerdem, warum fürchtest du dich so sehr, dass du Mich sogar zu einem anderen Geschöpf schicken willst? Hast du nicht in dir eine Liebe, die „Ich liebe Dich” für alle und für alles sagt, eine Bewegung, die Mir für die Bewegung aller vergilt, und die in allem, was du tust, alle umschließt, um Mir wie in einer einzigen Umarmung, die Akte, Gebete, die Herrlichkeit und Wiedergutmachung aller zu geben? Wenn du es bereits tust, warum fürchtest du dich?”
In diesem Augenblick sah ich mich von anderen Seelen umgeben, und Jesus ging zu ihnen, und als Er vorbeiging, schien Er alle zu berühren, um zu sehen, ob bei seiner Berührung die Bewegung seines göttlichen Lebens heraustrat, doch es trat nichts heraus.
Dann kehrte Er zu mir zurück, nahm meine Hand und drückte sie fest, und bei seiner Berührung trat ein Licht aus mir heraus, und Jesus sagte voll Freude zu mir:
„Dieses Licht ist die Bewegung des göttlichen Lebens in dir. Ich bin zu den anderen Seelen gegangen, wie du gesehen hast und habe meine Bewegung nicht gefunden. Wie kann Ich ihnen also das große Kapital meines Willens anvertrauen? Deshalb habe Ich dich erwählt und das genügt, sei aufmerksam und fürchte dich nicht.”

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Ich setzte meine Runden im Höchsten Fiat fort, und als mein armer Geist im Garten Eden ankam, sagte ich: ‘Anbetungswürdige Majestät, ich komme zu Dir, um Dir die geringfügigen Zinsen meines ‘Ich liebe Dich’, ‘Ich bete Dich an’, ‘Ich verherrliche Dich’, ‘Ich danke Dir’ und ‘Ich preise Dich’ zu bringen.
Ich bringe meine kleinen Zinsen [als Vergeltung] dar, weil Du mir einen Himmel, eine Sonne, Luft, Meer, eine blühende Erde geschenkt hast, und alles, was Du für mich erschaffen hast. Du hast mir einmal gesagt, dass Du jeden Tag mit mir Abrechnung halten und diese kleinen Zinsen von mir einnehmen willst.
So sollten Wir stets in Übereinstimmung seien, und ich kann die ganze Schöpfung, die Du mir als kleine Tochter deines Willens gegeben hast, sicher auf der kleinen Bank meiner Seele aufbewahren.“
Als ich das tat, kam mir ein Gedanke: ‘Wie kannst du so großen Zinsen Genüge tun? Und was ist dein ‘Ich liebe Dich’, ‘Ich bete Dich an’, ‘Ich danke Dir’ schon Großes?‘
Als ich darüber nachdachte, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, es war eine Übereinkunft zwischen Mir und dir, dass Ich die ganze Schöpfung auf die Bank deiner Seele legte, und du Mir die Zinsen dafür geben solltest, indem du die Schöpfung mit deinem ‘Ich liebe Dich’, ‘Ich bete Dich an’, ‘Ich danke Dir’ erfüllst.
Da Ich dich nun wegen eines so großen Kapitals gleichsam in Verlegenheit gebracht sah, und aus Angst, dass du Mir diese große Gabe zurückweisen willst, sagte Ich, um dich zu ermutigen und die Zinsen zu erhalten: ‘Ich bin mit geringen Zinsen zufrieden, und Wir werden täglich die Abrechnung hier in Eden machen.
So werden Wir einig und stets im Frieden bleiben, und du wirst dir keine Sorgen machen, dass dein Jesus ein so großes Kapital auf deine Bank gelegt hat.’
Und kennst du übrigens den Wert eines ‘Ich liebe Dich’ in meinem Willen nicht? Mein Wille erfüllt den Himmel, die Sonne, das Meer, den Wind – überallhin breitet Er sein Leben aus.
Daher breitet mein Fiat, wenn du sagst ‘Ich liebe Dich’, ‘Ich bete Dich an’ usw., dein ‘Ich liebe Dich’ im Himmel aus, und dein ‘Ich liebe Dich’ wird noch ausgedehnter als der Himmel. Dein ‘Ich bete Dich an’ dehnt sich in der Sonne aus und wird größer und länger als ihr Licht.
Dein ‘Ich verherrliche Dich’ breitet sich im Wind aus und wandert durch die Luft und über die ganze Erde, und seine Seufzer und Windstöße, die bald zärtlich, bald machtvoll sind, sagen: ‘Ich verherrliche Dich’.
Dein “Ich danke Dir” breitet sich im Meer aus, und die Wassertropfen und flitzenden Fische sagen: ‘Ich danke Dir’. Und Ich sehe, wie der Himmel, die Sterne, die Sonne, das Meer, der Wind mit deinen ‘Ich liebe Dich’, mit deiner Anbetung usw. erfüllt sind und sage: ‘Wie freut es Mich, dass Ich alles auf die Bank der kleinen Tochter meines Willens gelegt habe, da sie Mir die von Mir gewollten Zinsen ausbezahlt.
Da sie in Ihm lebt, gibt sie Mir göttliche und gleichwertige (äquivalente) Zinsen, weil mein Fiat ihre kleinen Akte ausbreitet und sie ausgedehnter als die ganze Schöpfung macht.’
Wenn sehe, dass du nach Eden kommst, um Mir deinen kleinen Zinsen zu geben, blicke Ich dich an und sehe in dir meinen Göttlichen Willen verdoppelt – Einen in dir, und den Anderen in Mir, obwohl Er nur Einer ist. Ich sehe, dass mein eigener Wille Mir die Zinsen ausbezahlt, und so wird Mir damit Genüge getan (und Ich bin damit zufrieden).
Wie wohlgefällig ist es Mir, dass mein Wille dem Geschöpf die Möglichkeit verlieh, meinen Willen Selbst zu verdoppeln, damit es seinen Schöpfer zufriedenstellen kann! Meine Tochter, wie viel Unvergessliches gibt es doch in diesem Eden!
Hier erschuf unser Fiat den Menschen und entfaltete einen so großen Liebesaufwand, dass Es Sich in Strömen über ihn ergoss, sodass Wir immer noch das süße Murmeln vernehmen, mit dem Wir Uns über ihn ergossen.
Hier begann das Leben unseres Fiat im Geschöpf, und die süße und teure Erinnerung an die Akte, die der erste Mensch in Ihm tat. Diese Akte existieren bis heute noch in unserem Willen und sind für ihn gleichsam Unterpfänder, dass er wiedergeboren wird, um das Reich unseres Fiat wieder in Besitz zu nehmen.
In diesem Eden gibt es [auch] die leidvolle Erinnerung an den Fall des Menschen und an seinen Austritt aus unserem Reich. Seine Schritte sind Uns noch im Ohr, als er unser Göttliches Fiat verließ.
Und da ihm dieses Eden gegeben war, solange er im Fiat leben sollte, waren Wir gezwungen, ihn daraus zu vertreiben und verspürten den Schmerz, das Werk, das Uns am teuersten war, ohne sein Reich und leidend umherirren zu sehen.
Unser einziger Trost waren die Pfänder seiner Akte, die in unserem Willen verblieben waren und welche die rechtmäßigen Ansprüche für die Menschheit einforderten, wieder dorthin zurückzukehren, von wo sie ausgegangen war.
Deshalb also erwarte Ich dich in Eden: Ich möchte nämlich die geringen Zinsen von dir einheben, damit Wir das erneuern können, was Wir bei der Schöpfung taten und die Vergeltung für eine so große, von den Menschen nicht verstandene Liebe erhalten. Zudem wollen Wir einen liebenden Vorwand finden, um das Reich unseres Göttlichen Willens [wieder] schenken zu können.
So wünsche Ich, dass auch dir dieses Eden teuer sei, damit du Uns bittest und drängst, dass der Beginn der Schöpfung und das Leben unseres Fiat mitten unter die Menschheitsfamilie zurückkehre.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 14. Juni 1929)

„Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben“ (Mt 25,29)

Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, kam mein stets liebenswürdiger Jesus sehr oft; nun lehnte Er seinen Kopf an den meinen und sagte: „Meine Tochter, Ich brauche Ruhe.
Die unerschaffene Intelligenz will sich in der geschaffenen Intelligenz ausruhen, doch um die wahre Ruhe zu finden, sollte Ich in der deinen die ganze Ehre und Freude vorfinden, welche all die anderen Intelligenzen Mir geben sollten.
Deshalb will mein Wille deine Fassungskraft vergrößern, um diese Ruhe finden zu können. Nein, Ich bin nicht zufrieden, wenn mein Wille nicht all das in dich hineinlegt, was die anderen Mir schulden.“
Dann schien es, dass Er meinen Verstand anhauchte, und er wurde wie von so vielen Fäden aus Licht angekettet, als geschaffene Intelligenzen aus den Händen unseres Schöpfers hervorgegangen sind, und jeder Lichtfaden bekannte: „Herrlichkeit, Anerkennung, Ehre usw. an meinen dreimal heiligen Gott.“
Und Jesus sagte: „Ach ja, jetzt kann Ich Mich ausruhen; Ich finde die Vergeltung der Intelligenz der Schöpfung, der geschaffene Verstand vereinigt sich mit dem unerschaffenen Verstand.“
Nachdem Er seinen Kopf auf mein Herz gelegt hatte, und Er anscheinend keine volle Ruhe fand, setzte Er seinen Mund auf mein Herz und hauchte es an. Bei jedem Atemzug vergrößerte sich mein Herz, und dann fügte Er hinzu: „Tochter, Ich bin entschlossen, zu ruhen, deshalb will Ich dein Herz so sehr anhauchen, um die ganze Liebe hineinzulegen, die die ganze übrige Schöpfung Mir geben sollte.
Meine Ruhe kann nicht vollkommen sein, wenn Ich nicht die Vergeltung der Liebe finde, die aus Mir hervorgegangen ist, deshalb will Ich in diesem Herzen die Liebe finden, die alle Mir geben sollten. Mein Wille wird dieses Wunder in dir wirken, und dein Herz wird eine Note für alle haben, die mir „Liebe“ sagt.“
Dann legte Er von neuem seinen Kopf auf mein Herz und ruhte sich aus. Wie schön war es, Jesus ruhen zu sehen! Dann verschwand Er und kam zurück: bald wollte Er sich über den Händen ausruhen, bald über den Schultern.
Es schien, als wollte Er sehen, ob meine ganze Person geeignet war, Ihm Ruhe zu verschaffen. Dann sprach Er zu mir: „Meine Geliebte, wie viel Liebe empfinde Ich für dich!
Die ganze Liebe, die Ich den anderen geben sollte und die sie zurückweisen, konzentriere Ich in dich. Ich höre in dir das Echo meines Schöpferwortes: „Lasst Uns den Menschen machen nach unserem Abbild und Gleichnis“, und Ich sehe dessen Erfüllung.
Ach, nur Unser Wille wird den Menschen zu seinem ersten Ursprung zurückkehren lassen! Unser Wille wird all die göttlichen Impressionen in den menschlichen Willen hineinlegen, und den einen im Anderen überwältigend, wird Er ihn auf seinen Flügeln in die Arme seines Schöpfers tragen, nicht hässlich, wie die Schuld ihn gemacht hat, sondern rein und schön und seinem Schöpfer ähnlich.
Deshalb will Ich, dass du alle Eindrücke meines Willens in dem deinen aufnimmst, damit Himmel und Erde nichts als den Göttlichen Willen erkennen können, der in dir handelt, von dem sie sich wie überwältigt fühlen werden; und alle werden die Wohltat des Wirkens Gottes im Geschöpf empfangen.
Sei deshalb in allem bereit und sei Mir treu.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 9. Juni 1922)