33In jener Zeit, sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seht euch also vor, und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.
35Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. 36Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen. 37Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

„Seht euch also vor“ (Mk 13, 33)

Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, ließ sich Jesus nach vielen Bemühungen sehen, eng an mich gedrückt; Er hielt mein Herz in seinen Händen, hatte den Blick fest auf mich gerichtet und sprach zu mir:
„Meine Tochter, wenn eine Seele Mir ihren Willen gegeben hat, ist sie nicht mehr frei, das zu tun, was ihr gefällt, sonst wäre es keine wahre Schenkung. Die wahre Schenkung bedeutet, dass man den eigenen Willen ständig Dem geopfert hält, dem man ihn geschenkt hat.
Und das ist ein Martyrium der ständigen Aufmerksamkeit, das die Seele Gott darbringt. Was würdest du von einem Märtyrer sagen, der sich heute opfert, um jede Art von Schmerzen zu erleiden und sich morgen zurückzieht?
Du würdest feststellen, dass er keine wahre Disposition zum Martyrium hatte und eines Tages schließlich seinen Glauben verleugnen wird. So sage Ich zur Seele, die Mich mit ihrem Willen nicht tun lässt, was Mir gefällt, die ihn Mir bald gibt und ihn bald wieder zurückzieht: ‚Tochter, du bist nicht disponiert zum Opfer und zur Märtyrerin für Mich, denn das wahre Martyrium besteht in der Kontinuität.
Du kannst dich ergeben oder angeglichen nennen, aber keine Märtyrin. Eines Tages wirst du dich schließlich von Mir zurückziehen und aus allem ein Kinderspiel machen.’
Sei daher aufmerksam und lasse Mir die volle Freiheit, an dir das zu tun, was Mir am besten gefällt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 13. September 1904)

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Nachdem ich mich an diesem Morgen sehr abgemüht hatte, sah ich unseren Herrn als Gekreuzigten. Ich küsste die Wunden seiner Hände und leistete Wiedergutmachung und betete, dass Er alle menschlichen Werke heiligen, vervollkommnen und reinigen möge, aus Liebe zu dem, was Er in seinen heiligsten Händen gelitten hat, und der gebenedeite Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Werke, die meine Hände am meisten schmerzen und meine Wunden am meisten verschärfen und erweitern, sind die guten Werke, die ohne Aufmerksamkeit getan werden; denn der Mangel an Aufmerksamkeit beraubt ein gutes Werk seiner Lebendigkeit, und Dinge, die kein Leben haben, sind immer dem Verfaulen nahe und ekeln Mich daher an; und in den Augen der Menschen ist ein gutes Werk ohne Aufmerksamkeit ein größerer Skandal als die Sünde selbst, da man weiß, dass die Sünde Finsternis ist und es kein Wunder ist, dass die Finsternis kein Licht spendet.
Doch das gute Werk, das Licht ist, aber Finsternis verbreitet, verletzt das menschliche Auge so sehr, dass es nicht mehr weiß, wo es das Licht finden kann, und somit ist dies[es gute Werk] für den Menschen ein Hindernis auf dem Weg des Guten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 6. September 1905)

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… „Ach, meine Tochter, es ist mein Wille, der wünscht, dass [dich] alle kennen und gleichsam als neuen Himmel und Mittel der neuen Regeneration auf dich hinzeigen; du selbst wirst wie begraben in meinem Willen sein.
Mein Wille muss wie die Atemluft sein, die man nicht sieht, doch fühlt. Man sieht sie nicht, und doch vermittelt sie das Leben. Sie dringt überall ein, auch in die innerste Faser, um jedem Herzschlag Leben zu geben. Wo immer sie eintritt, in die Dunkelheit, in die Tiefen, in die geheimsten Räume, macht sie sich zum Leben von allem.
So wird mein Wille mehr als die Luft in dir sein, der von dir ausgeht und sich zum Leben von allem macht. Sei daher aufmerksamer und folge dem Willen deines Jesus, denn die Aufmerksamkeit wird dich erkennen lassen, wo du bist und was du tust.
Die Kenntnis wird dich den göttlichen Königspalast meines Willens mehr würdigen und wertschätzen lassen. Stelle dir vor, eine Person befindet sich im Palast eines Königs und weiß nicht, dass diese Wohnstätte dem König gehört.
Sie wird ihr keinerlei Wertschätzung entgegenbringen, sondern zerstreut, schwätzend und lachend umhergehen, und sich auch nicht für den Empfang der Gaben des Königs disponieren.
Doch wenn sie wüsste, dass dies der Königspalast ist, würde sie die Dinge mit Aufmerksamkeit betrachten und sie schätzen; sie würde auf Zehenspitzen gehen, leise sprechen und wäre ganz Aug und Ohr, um zu sehen, ob der König aus einem Zimmer herauskommt und gleichsam in Erwartungshaltung, um große Gaben vom König zu empfangen.
Siehst du, die Aufmerksamkeit ist der Weg zur Erkenntnis, die Kenntnis verändert die Person und die Dinge und bereitet die Seele auf den Empfang großer Gaben vor.
Da du also weißt, dass du im Palast meines Willens bist, wirst du immer empfangen und so viel nehmen, dass du allen deinen Brüdern geben kannst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 21. Juli 1923)

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Ich fühlte mich ganz betrübt, und mein süßer Jesus, der sich kaum zeigte, sagte zu mir: „Mut, meine Tochter, sei Mir treu und aufmerksam, denn Treue und Aufmerksamkeit bringen einen ausgeglichenen Seelenzustand hervor, bilden eine einheitliche Stimmung in der Seele und festigen den vollkommenen Frieden; und dieser macht sie zur Herrin, auf eine Art, dass sie tut, was sie möchte und erreicht, was immer sie will.
Im Besonderen gleicht eine Seele, die in meinem Willen lebt, der Sonne, die sich nie ändert; [nur] einer ist ihr Akt, nämlich aus ihrer Sphäre Licht und Wärme herab zu senden. Sie tut nicht heute dies und morgen etwas anderes, sondern führt stets treu und beständig dasselbe aus.
Doch während ihr Akt einer ist, wie viele verschiedene Akte geschehen doch, wenn dieser [eine] Akt herabsteigt und auf die Erdoberfläche trifft! Beinahe unzählige: Findet die Sonne eine halb geschlossene Blume, so öffnet sie diese mit dem Kuss ihres Lichtes und ihrer Wärme und verleiht ihr Färbung und Wohlgeruch. Trifft sie eine herbe Frucht, lässt sie diese reifen und teilt ihr Süßigkeit mit. Findet sie grüne Felder, färbt sie diese gold-gelb.
Trifft sie auf faulige Luft, reinigt sie diese mit dem Kuss ihres Lichtes; kurz, sie gibt allen Dingen alles Nötige für ihre Existenz auf dieser Erde, und bewirkt, dass alles den enthaltenen Nutzen hervorbringen kann, wie es von Gott eingerichtet wurde. So ist die Sonne mit ihrer Treue, und indem sie stets dasselbe tut, die Erfüllung des Willens Gottes über alle geschaffenen Dinge.
O, würde die Sonne nicht stets gleichmäßig ihr Licht senden, welche Schwankungen, welche Unordnung gäbe es doch hier auf Erden, und der Mensch könnte nicht planen und weder die Felder noch die Pflanzen einschätzen, und müsste sich sagen: ‚Wenn mir die Sonne nicht ihr Licht und ihre Wärme spendet, weiß ich nicht, wann ich ernten soll, noch wann die Früchte reif werden.‘
So ist es auch mit einer treuen und aufmerksamen Seele. In meinem Willen ist ihr Akt [nur] einer, doch die Wirkungen sind unzählige; ist sie hingegen unbeständig und unaufmerksam, dann ist sie sowohl für sich selbst wie für Mich unberechenbar, und das Gute, das sie hervorbringen kann, ist nicht festzulegen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 13. Februar 1923)

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… „Wisse, dass mein Wille sich wie ein König in jedem geschaffenen Ding verkleidet hat. Wenn die Geschöpfe Ihn unter diesem Gewand erkennen, offenbart Er sich und spendet im Übermaß seine göttlichen Akte und königlichen Gaben, die nur dieser himmlische Herrscher geben kann.
Wird Er aber nicht erkannt, so bleibt Er unbeachtet und verborgen und macht weder Aufsehen noch Prunk um seine königliche Person, noch spendet Er die Überfülle seiner Geschenke, die nur ein so heiliger Wille geben kann.
Die Menschen berühren zwar seine Hülle, wissen aber nichts von Ihm und seinen Gaben und empfangen auch nichts. Und mein Wille verbleibt in seinem Schmerz, dass Er nicht erkannt wurde und ist bedrückt, dass Er seine göttlichen Gaben nicht geben kann; wenn Ihn nämlich die Seele nicht erkennt, fehlt ihr die Fassungskraft und der Wille für den Empfang der königlichen Gaben.
Ich gleiche einem König, der verkleidet mitten unter den Leuten geht: sind diese aufmerksam, dann werden sie ihn, auch wenn er keinen Königsornat trägt, an seinem Verhalten und seinem Angesicht erkennen. Sie werden ihn umgeben, als König ehren und ihn um Gaben und Gunsterweise bitten.
Der König wird die Aufmerksamkeit jener belohnen, die ihn unter seiner Verkleidung erkannten und ihnen mehr als das Gewünschte geben. An denen, die ihn nicht erkennen, wird er unbeobachtet vorübergehen und ihnen nichts geben, zumal sie selbst ja nichts von ihm erbitten und ihn für einen aus dem Volk halten.
So handelt auch mein Wille, wenn Er unter der Hülle der geschaffenen Dinge erkannt wird. Er gibt sich zu erkennen und wartet nicht einmal wie der König, bis er um Gaben und Gunsterweise gebeten wird, sondern sagt von selbst: ‚Ich bin hier, was willst du?‘
Dann schenkt Er überreichliche Gaben und himmlische Gunsterweise; doch geht mein Wille noch weiter als der König. Er bilokiert sich und schenkt der Seele, die Ihn erkannt hat, sein eigenes Leben – was der König nicht tun kann…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 12. März 1933)

„Bleibt wach!“ (Mk 13, 33)

… Dann verbrachte ich die Nacht, in der ich weder meine Augen zum Schlaf schließen konnte, noch mich mein liebenswürdiger Jesus wie gewohnt besuchte; wenn Er nämlich kommt, nicke ich in Ihm ein – und dies ist für mich mehr als Schlaf.
Aber ich verbrachte diese Zeit, indem ich die Stunden seiner Passion hielt und meine gewohnten Runden in seinem anbetungswürdigen Willen machte.
So sah ich, dass es schon Tag wurde [das passiert mir oft], und ich sagte mir: „Meine Liebe, Du bist weder gekommen, noch hast Du mich schlafen lassen, wie soll ich daher heute ohne Dich weitermachen?”
Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, in meinem Willen gibt es weder Nächte noch Schlaf: es ist immer voller Tag und voller Wachzustand; es ist keine Zeit zum Schlafen, da es viel zu tun gibt, viel zu holen und vieles, um in Ihm glücklich zu sein.
Deshalb musst du lernen, in dem langen Tag meines Willens zu leben, damit mein Wille seinen ständigen Akt in dir lebendig sein lasse.
Du wirst jedoch die schönste Ruhe finden, weil mein Wille dich immer mehr in deinen Gott aufsteigen lässt und Ihn dir immer mehr verständlich macht.
Je mehr du Gott begreifst, umso weiter wird deine Seele werden, um diese ewige Rast mit allen Wonnen und Freuden, die die Ruhe Gottes in sich birgt, aufnehmen zu können. O, welch schöne Rast wird das für dich sein – eine Ruhe, die nur in meinem Willen zu finden ist!”
Als Er dies sagte, trat Er aus meinem Inneren heraus, schlang seine Arme um meinen Hals und drückte mich fest an sich. Auch ich streckte meine Arme aus und drückte Ihn fest an mich… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 29. Juni 1925)

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… Der menschliche Wille hält den armen Menschen wie eingeschläfert. Er schläft und sein Schlaf hindert ihn daran, alle Zärtlichkeiten und Feinheiten der Liebe zu hören und zu sehen, die ihm sein himmlischer Vater bereitet, die Überraschungen, die Er ihm machen will.
Der Schlaf hindert ihn, die Freude und Wonne zu empfangen, die ihm sein Schöpfer geben will, und den erhabenen Stand seiner Erschaffung zu begreifen.
Armer Mensch, eingeschlafen für das wahre Gut, und taub, um von meinem Willen, Der sein Offenbarer ist, seine [eigene] edle Geschichte, seinen Ursprung, seine Höhe und wunderbare Schönheit anzuhören. Wenn er dann aufwacht, hört er – aber hört entweder auf die Sünde, auf seine Leidenschaften, oder auf Dinge, die keinen ewigen Ursprung haben.
Er macht es genauso wie ein schlafendes Kind. Wenn es aufwacht, weint es, ist launenhaft und quält den armen Vater, der quasi darunter leidet, einen so unruhigen Sohn zu haben.
Daher ist mein Göttlicher Wille dabei, so viele Wahrheiten über Sich zu enthüllen, um den Menschen aus seinem langen Schlaf aufzuwecken: der Mensch soll, in meinem FIAT aufwachend, den Schlaf des menschlichen Willens ablegen, das Verlorene zurückerwerben, und die Küsse, die Liebe und die zärtlichen Kunstgriffe wahrnehmen, die sein Schöpfer ihm auf Seinem eigenen Schoß gibt.
So ist jede Kenntnis über meinen Göttlichen Willen ein Schrei, eine Stimme, die Ich ertönen lasse, ein Weckruf, um den Menschen vom Schlaf des menschlichen Willens aufzuwecken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 3. Juni 1928)

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Jesus, mein göttlicher Erlöser! Nimm mich mit deinen drei Jüngern mit, um dir Beistand zu leisten in deiner Todesangst am Ölberg. Gemahnt durch den sanften Vorwurf, den du an Petrus, Jakobus und Johannes gerichtet hast, weil sie eingeschlafen waren, will ich wenigstens eine Stunde mit dir im Garten Gethsemane wachen, möchte wenigstens eine jener Wunden empfinden, die dein zum Tod betrübtes Herz fühlte, wenigstens einen Hauch deiner schmervollen Atemzüge in mich aufnehmen.
Ich will meinen Blick auf dein göttliches Antlitz richten und zusehen, wie es erbleicht, wie sich Betrübnis und Angst auf deinen Zügen malen, bis es sich schließlich herabneigt in den Staub der Erde.
Ich sehe bereits, mein liebevoller Jesus, wie deine Gestalt wankt und schließlich zu Boden fällt; sehe, wie deine erstarrten Hände sich zum Gebet falten, höre die Seufzer, den Schrei der Liebe und der unsäglichen Schmerzen, der zum Himmel emporsteigt.
Mein Jesus, in Todesangst versetzt im düsteren Garten Gethsemane, o lass doch in dieser Stunde etwas von deinem anbetungswürdigen Blute, das aus allen deinen Gliedern quillt, auf mich herabfließen.
O kostbares Blut meines höchsten Gutes, das für mich zu Tode betrübt ist, ich möchte dich kosten, dich trinken bis zum letzten Tropfen; mit dir kosten und trinken wenigstens einen Schluck des bitteren Kelchs, der dem Geliebten meiner Seele bereitet ist, und in mir die Wonnen seines göttlichen Herzens fühlen.
O möchte doch mein Herz zerspringen aus Reue darüber, dass ich so oft meinen Herrn beleidigt habe, der für mich in Todesangst versetzt ist.
Jesus, gib mir die Gnade und steh mir bei, dass ich bei der Betrachtung deiner Ölbergstunden mit dir leiden und meinen Seufzern und Tränen freien Lauf lassen kann. Schmerzhafte Mutter Maria!
Lass mich Anteil haben an den Leiden deines von Schmerz durchbohrten Herzens für Jesus, der im Garten Gethsemane Todesangst erduldet. Amen. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Vorbereitungsgebet für die drei Ölbergstunden im Garten Gethsemane)

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Mein süßes Leben! Gestatte, dass ich dich mit meinen Armen stütze. Willst du wieder zu deinen geliebten Jüngern gehen? Wie groß ist dein Schmerz, als du sie von neuem eingeschlafen findest!
Du sprichst mit bebender und schwacher Stimme: „Meine Kinder, schlaft nicht! Meine Stunde ist gekommen. Seht ihr nicht, in welchem Zustand ich bin? O steht mir bei und verlasst mich nicht in den Stunden äußerster Bedrängnis.“
Jesus, du bist so unkenntlich geworden, dass dich deine Jünger ohne die Anmut und Sanftmut deiner Stimme nicht erkannt hätten. Nachdem du ihnen Wachen und Beten empfohlen hast, kehrst du in den Garten zurück, aber mit einer neuen Wunde im Herzen.
Sehe ich doch in ihr die Vergehen jener Seelen, die trotz deiner Gunsterweise, Gaben und Gnaden in der Nacht der Prüfung deine Liebe und deine Gaben vergessen, dem geistigen Schlaf verfallen und so den Geist der Wachsamkeit und Ausdauer im Gebet einbüßen.
Mein Jesus! Wenn man dich einmal geschaut und die Süßigkeiten besonderer Gnaden verkostet hat, dann ist großer Starkmut vonnöten, um Widerstand zu leisten, wenn man sich deiner Gaben beraubt sieht.
Darum bitte ich für jene Seelen, deren Nachlässigkeit, Gleichgültigkeit und deren Beleidigungen für dein Herz die bittersten sind, du mögest sie mit deiner Gnade umgeben und auf ihrem Weg aufhalten, wenn sie nur einen Schritt tun, der dir im Geringsten missfallen könnte, damit sie nicht den Geist beharrlichen Gebetes verlieren. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 23 bis 24 Uhr: Dritte Stunde der Todesangst Jesu am Ölberg)