1Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: 2Es begann, wie es bei dem Propheten Jesaja steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.
3Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! 4So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden.
5Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. 6Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
7Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. 8Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

„Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen“ (Mk 1, 2)

Ich dachte an das große Interesse meines stets liebenswürdigen Jesus, seinen Heiligen Willen bekannt zu machen und sagte mir: ‘Er liebt, ersehnt und wünscht die Ankunft seines Reiches, und doch zögert Er so lange, es unter den Völkern erscheinen zu lassen.
Wenn Er wollte, kann Er doch alles, die Macht fehlt Ihm nicht, und Er könnte in einem Augenblick Himmel und Erde überwältigen. Wer kann seiner Macht widerstehen? Niemand.
Zumal in Jesus Wollen und Können ganz dasselbe sind – warum also zögert Er bis jetzt?‘ Als ich darüber nachsann, bewegte sich mein süßer Jesus, machte Sich in meinem Inneren bemerkbar und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wenn man ein Gut ersehnt, wünscht und haben möchte, so disponiert man sich damit für seinen Empfang. Und wenn man dieses so sehr ersehnte Gut bekommt, dann liebt, schätzt und bewahrt man es und begrüßt es als das lang ersehnte Geschenk und als den Überbringer des lang ersehnten Gutes.
Nicht nur das, es ist ein weiteres Übermaß unserer Liebe, dass Wir wollen, dass der Mensch das Gute, das Wir ihm schenken möchten, ersehne; er soll nämlich etwas von sich dazu beitragen, wenigstens seine Seufzer, Gebete und den Wunsch nach diesem Guten, damit Ich ihm sagen kann:
„Siehst du, du hast es dir verdient, denn von dir aus hast du getan, was du konntest, um es zu erlangen, und Wir geben es dir von ganzem Herzen“, wobei aber alles die Wirkung unserer Güte ist.
Darum zeigen Wir den Geschöpfen zuerst, was Wir ihnen geben wollen. Wir nehmen [mit den Menschen] sozusagen Korrespondenz auf, indem Wir Uns brieflich ankündigen und unsere Boten schicken, die ihnen verkünden sollen, was Wir geben wollen.
So sollen sie sich disponieren und nach dem große Gut sehnen, das Wir gewähren wollen. Gingen Wir bei der Erlösung nicht genauso vor? Viertausend Jahre lang warteten die Völker: je näher die Zeit heranrückte, umso dringender waren die Ankündigungen und häufiger die Briefe, um die Seelen für die Ankunft Christi vorzubereiten.
So ist es auch mit dem Reich meines Göttlichen Willens: Ich zögere noch, da Ich möchte, dass sie Es kennenlernen, darum beten, seine Herrschaft ersehnen und den großen Schatz begreifen, den es mit sich bringt, und Ich ihnen also sagen kann: ‚Ihr habt es gewollt und habt es euch verdient, und Es kommt bereits, um in eurer Mitte zu herrschen.
Indem ihr Es kennengelernt, erbetet und ersehnt habt, habt ihr sein auserwähltes Volk gebildet, in welchem es herrschen und regieren kann.‘
Ohne Volk kann man kein Reich begründen; dies ist noch ein weiterer Grund, dass man um den Wunsch meines Göttlichen Willens nach seiner Herrschaft auf Erden wissen soll.
Sie sollen ja darum beten, Ihn ersehnen und sich bereiten, sein Volk zu bilden, in dessen Mitte Er herabsteigen und seinen Palast, seine Residenz, seinen Thron errichten soll. Wundere dich daher nicht über die Verzögerung, obwohl du siehst, wie groß mein Verlangen ist, dass mein Wille herrsche.
Es sind die Wege unserer unergründlichen Weisheit, die alles mit Ordnung verfügt und diesen zeitlichen Verzug dazu benutzt, um das Wissen [um dieses Reich] voranzubringen – was die Form von Briefen, Telegrammen, Telefonaten und Botschaften annimmt, um das Volk für die Gabe des Lebens in meinem Göttlichen Willen zu bereiten.
Bete daher, und lasse deinen Flug in Ihm andauernd sein.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 26. Februar 1930)

——————–

Meine Hingabe an den Göttlichen Willen dauert an, und ich versuche so viel ich kann, meine kleinen Akte mit jenen des Göttlichen Willens zu vereinigen, um einen einzigen mit den seinen zu bilden und gleichsam sagen zu können:
‘Was Du tust, das tue [auch] ich. Ich tauche in dein Licht ein, um mich zugleich mit Dir auszudehnen, und so kann ich alle mit deinem Willen selbst umarmen und lieben.’
Als ich das tat, sagte mein geliebter Jesus zu mir: „Meine Tochter, die in meinem Göttlichen Willen getanen Akte besitzen solche Eigenschaft und solche Macht, dass sie sich in göttliche Botschafter verwandeln, die sich von der Erde zum Himmel hin aufmachen.
Da diese Botschafter aus dem Inneren meines Göttlichen Willens ausgehen – obgleich von einer Seele abgesandt, die in Ihm arbeitet und lebt – haben sie freien Zutritt in unser himmlisches Vaterland.
Sie bringen die frohe Kunde, dass die Erde das Reich unseres Willens ersehnt, da eine kleine Verbannte in Ihm lebt und wirkt und nichts anderes tut, als sich eben jenes Willens zu bedienen, der im Himmel herrscht, um seine Herrschaft auf Erden – so wie im Himmel – zu erbitten. Wie viele Geheimnisse verbergen doch diese Botschafter des Lichtes!
Das Licht unseres Göttlichen Willens ist schon von sich aus der Sekretär, der Schriftführer aller göttlichen und menschlichen Dinge und versteht das wahre Geheimnis zu wahren; während scheinbar [nur] Licht zu sehen ist, verbirgt mein Wille in diesem Licht alle Geheimnisse und alle Dinge, niemand kann ihm entfliehen.
Dieses Licht birgt in sich das große Geheimnis der ganzen Schöpfungsgeschichte. Es vertraut aber seine Geheimnisse nur denen an, die in seinem Licht leben wollen.
In der Tat, das Licht besitzt die Eigenschaft, die Seelen für das Leben und Verständnis seiner göttlichen Geheimnisse zu bereiten, und wenn nötig, der Seele anzuordnen, ihr Leben für die lebendige Verwirklichung seiner innersten Geheimnisse und des Zweckes der Schöpfung einzusetzen, der allein jener war, dass unser Wille wie im Himmel so auf Erden herrsche.
Wenn du, meine Tochter, daher darauf achtest, stets in meinem Willen zu leben, wird Er dir alle Geheimnisse der Schöpfungsgeschichte anvertrauen, in deiner Seele all seine Freuden und innersten Leiden niederlegen.
Er wird in dir als seiner Sekretärin mit seinem pulsierenden Licht – sich in einen Pinsel verwandelnd – die Sonne, den Himmel, die Sterne, das Meer, den schönen Blumenschmuck malen.
In der Tat, wenn Er spricht, begnügt Er sich nicht mit bloßen Worten – da seiner unauslöschlichen Liebe und seinem grenzenlosen Licht Worte nicht genügen – sondern Er will Taten setzen.
Daher spricht Er, während Er seine Geheimnisse anvertraut, mit seiner Schöpferkraft und schafft die neue Schöpfung im Geschöpf. Er begnügt sich nicht mit der Mitteilung seiner Geheimnisse, sondern möchte die Werke tun, die seine Geheimnisse enthalten. So wird man in der Seele, die in meinem Willen lebt, neue Himmel, noch strahlendere Sonnen als in der Schöpfung sehen.
Du musst nämlich wissen, dass Er sehnsüchtig und brennend danach verlangt, stets zu wirken, doch Er sucht eine Seele, die Ihn anhören und seine Schöpferkraft empfangen möchte, um seine Werke nicht der Nutzlosigkeit preiszugeben.
Um sicher zu sein, sucht Er in der Seele seinen eigenen Willen. Wenn Er Ihn findet, weiß Er, dass seine Werke durch sein eigenes Göttliches Fiat sichergestellt sind und hält sich daher in nichts zurück und schafft [in der Seele] die schönsten Werke und größten Wunder.
O Gewalt meines allmächtigen Willens – würden alle Dich kennen, dann würden sie Dich lieben und Dich herrschen lassen, und die Erde würde sich in den Himmel verwandeln!” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 22. August 1931)

——————–

Meine Hingabe im Fiat dauert an, doch fühle ich lebhaft meine äußerste Armut, meine Nichtigkeit und den ständigen Schmerz über die Beraubung meines guten Jesus.
Wäre da nicht sein Göttlicher Wille, der mich unterstützt und mich sehr oft mit dem Himmel verbrüdert, auf eine Weise, dass Er mir neues Leben eingießt, so hätte ich nicht weitermachen können ohne meinen Jesus.
Er stiehlt sich so oft davon und verbirgt sich, und ich bleibe gleichsam auf dem Scheiterhaufen der Liebe, im Feuer der Liebe, um auf Ihn zu warten.
Ich verzehre mich langsam, und erst, wenn ich zum Äußersten komme, wiederholt Jesus seinen kurzen Besuch. Da überlegte ich: ‘Jesus hat mich mit Ketten gefesselt und gebunden, und es besteht keine Gefahr, dass sie zerbrechen könnten.
Ich bin wirklich die arme Gefangene. O wie gerne hätte ich meine Himmlische Mutter in meiner Gesellschaft, damit ich unter ihrer Führung so leben kann, wie es im Göttlichen Willen nötig ist!’
Als ich darüber nachdachte, wiederholte mein süßer Jesus seinen kurzen Besuch und sprach voller Güte zu mir: „Meine teure Gefangene!
Wie freue Ich Mich, dass Ich dich gefesselt und gebunden habe, da meine Fesseln und Ketten besagen, dass allein meine Liebe Fesseln und Ketten verwendete, damit du Mir zur Verfügung stehst und eine Gefangene nur für Mich bist. Doch weißt du was? Die Liebe möchte entsprechend vergolten werden.
Wenn Ich dich zur Gefangenen machte, machte Ich Mich zuerst für dich in deinem eigenen Herzen zum Gefangenen, und da Ich nicht allein sein will, machte Ich dich zur Gefangenen, sodass Ich sagen kann: ‘Wir sind zwei Gefangene, der eine kann nicht ohne den anderen sein.’
So können wir das Reich meines Göttlichen Willens vorbereiten. Werke allein zu tun ist nicht angenehm, aber die Gesellschaft macht sie wohlgefällig, treibt zur Arbeit an, versüßt das Opfer und gestaltet die schönsten Werke.
Als Ich sah, dass du unsere Himmlische Mutter als deine Führerin herbeiriefst, jubelte dein Gefangener Jesus vor Freude, ihre süße Gesellschaft bei unserer Arbeit zu haben.
Wisse, dass Sie die wahre und himmlische Gefangene meines Göttlichen Willens war, deswegen kennt Sie alle Geheimnisse und Wege und besitzt die Schlüssel seines Reiches.
Ja noch mehr, die königliche Gefangene bereitete in jedem Akt, den Sie tat, den Platz, um die Akte der Seele aufzunehmen, die im Göttlichen Willen getan werden.
O, wie schaut die Himmlische Herrin voll Erwartung und Bereitschaft aus, ob die Seele in meinem Fiat wirkt, damit Sie mit ihren Mutterhänden diese Akte nehmen und sie in ihre [eigenen] Akte einschließen kann – als Unterpfänder und als Gegenmittel, dass man das Reich des Göttlichen Willens auf Erden ersehnt!
So wurde dieses Reich schon von Mir und der Himmlischen Herrin errichtet, es existiert bereits und muss den Menschen nur noch geschenkt werden; damit Ich es geben kann, muss man es kennen.
Da Sie die heiligste und größte Kreatur ist, die kein anderes Reich kannte als nur das Reich meines Göttlichen Willens, nimmt Sie den ersten Platz in Ihm ein.
Mit Recht wird die Himmelskönigin die Verkünderin, Botin und Führerin eines so heiligen Reiches sein. Bete daher zu Ihr, rufe Sie an, und Sie wird dich führen und lehren und all deine Akte mit ganz mütterlicher Liebe aufnehmen, um sie in die Ihren einzuschließen und zu dir sagen:
‘Die Akte meiner Tochter sind wie die Akte ihrer Mama, daher können sie bei den Meinen bleiben, um den rechtmäßigen Anspruch der Menschen auf den Empfang des Reiches des Göttlichen Willens zu verdoppeln.’
Da Gott dieses sein Reich geben soll und die Geschöpfe es empfangen sollen, braucht es Akte auf beiden Seiten, um diese Absicht zu erreichen.
So ist Jene, die mehr Einfluss, mehr Macht und Gewalt über das Herz Gottes hat, die Herrin des Himmels. Ihre Akte werden an der Spitze sein, gefolgt von den Akten der anderen Geschöpfe, die kraft meines Willens in göttliche [Akte] verwandelt wurden, um ihnen das Recht zu schenken, dieses Reich zu empfangen.
Wenn Gott diese Akte sieht, wird Er sich geneigt fühlen, es zu gewähren, um der Liebe willen, die Er in der Schöpfung hatte, wo Er alles geschaffen hatte, damit sein ‚Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden‘; und damit jedes menschliche Geschöpf ein Reich seines Willens sei, in dem sein Wille seine totale Herrschaft habe.
Also stets vorwärts im Wirken und im Leben im Höchsten Fiat!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 13. März 1932)

——————–

… “Meine kleine Tochter meines Wollens, warum fürchtest du dich? In meinem Willen gibt es keine Ängste, sondern höchste Liebe, Mut und Festigkeit. Hat die Seele einmal etwas beschlossen, so rückt sie nicht mehr davon ab, sodass sie, die in Ihm lebt, nicht bittet, sondern befiehlt und als Besitzerin, als Herrin selbst nehmen kann, was sie will.
Wir stellen ihr alles zur Verfügung, und zwar deshalb, weil alles in ihr geheiligt und heilig ist, zumal sie, die ja in unserem Willen lebt, nur das will oder nehmen oder Uns befehlen wird, was Wir selber wollen: daher sind Uns ihre Befehle wohlgefällig, sie erfreuen Uns, und Wir selbst sagen zu ihr: ‘Nimm und sage Uns: was willst du noch? Ja, je mehr du nimmst, desto glücklicher wirst du Uns machen.’
Es ist vielmehr so: wenn die Seele unseren Willen wünscht, dann sind alle ihre Akte wie ebenso viele Boten zwischen dem Himmel und der Erde, sie steigen beständig auf und nieder – einmal als Boten des Friedens, oder der Liebe oder der Herrlichkeit.
Manchmal gelingt es ihnen, der Gerechtigkeit Gottes Einhalt zu gebieten, indem sie ihren gerechten Zorn auf sich nehmen. Wie viel Gutes tun diese Botschafter!
Wenn Wir sie vor unseren Thron kommen sehen, erkennen Wir Uns selbst in diesen Akten, die unter dem menschlichen Schleier der geschöpflichen Akte verkleidet, unseren Willen in sich verbergen.
Aber es ist immer Er, unser Wille, und mit Wohlgefallen sagen Wir: ‘Wie viel Liebeskunst besitzt Er doch! Er verbirgt sich in den Akten der Kreatur, um nicht erkannt zu werden, aber Wir erkennen Ihn trotzdem, und da [auch] Wir Ihn lieben, lassen Wir Ihn tun, was Er will.’
So nennen Wir diese Akte unsere Akte, und als solche anerkennen Wir sie: nur dass die Seele dabei mitgewirkt hat und ihnen mit ihren Akten gleichsam die Hülle geliefert hat, um sich zu bedecken.
Daher ist die Seele die Stütze, worauf mein Göttlicher Wille aufruht und sich daran erfreut, sein Leben zu entfalten, indem Er unerhörte Wunder wirkt und sich im Geschöpf verbirgt und sich gleichsam mit ihren menschlichen Hüllen bedeckt.
Ja, mehr noch, da die Schöpfung und alle Geschöpfe ihren Ursprung in seinem Fiat haben, und die Schöpfung in diesem Fiat lebt, wächst und bewahrt wird, so ist das Fiat Protagonist und Zuseher aller Akte der Seele.
Und sie wird ihr Leben in seinem Fiat führen und in einem von Ihm gewollten Akt zum Himmel fliegen. So gehört alles Ihm, alle Rechte sind sein, niemand kann meinem Fiat entkommen.
Der einzige Unterschied ist, dass der, der in meinem Willen lebt, ein gemeinsames Leben mit Ihm führt, Ihn kennt, über all sein Wirken informiert ist, Ihn mit seiner Gesellschaft erfreut, seine Freude darstellt und die Bekräftigung dessen bildet, was mein Wille in der Seele tun will.
Wer hingegen nicht in meinem Willen lebt, kennt Ihn nicht, bleibt isoliert und gereicht Ihm zum ständigen Schmerz.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 12. Oktober 1937)

„Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“ (Mk 1,3)

… „Nun, du musst wissen, je größer das Werk ist, das Ich tun will, umso mehr Vorbereitungen sind nötig. Wie viele Prophezeiungen, wie viele Vorbereitungen, wie viele Jahrhunderte sind nicht meiner Erlösung vorausgegangen? Wie viele Symbole und Zeichen haben nicht die Empfängnis meiner Himmlischen Mutter vorweggenommen?
Nach vollbrachter Erlösung nun musste Ich den Menschen in den Gütern der Erlösung festigen, und dafür wählte Ich die Apostel aus als Bestärker der Früchte der Erlösung, die mit den Sakramenten den verlorenen Menschen aufsuchen und ihn in Sicherheit bringen sollten. Deshalb ist die Erlösung Rettung, es bedeutet, den Menschen vor jedem Abgrund zu retten.
Aus diesem Grund habe Ich dir ein anderes Mal gesagt, dass es etwas Größeres als selbst die Erlösung ist, die Seele in meinem Willen leben zu lassen: Denn sich zu retten, indem man ein mittelmäßiges Leben führt, bald fällt und bald wieder aufsteht, ist nicht so schwierig, und dies hat meine Erlösung erfleht, denn Ich wollte den Menschen um jeden Preis retten.
Dies habe Ich meinen Aposteln als Schatzwaltern der Erlösungsfrüchte anvertraut. Da Ich also noch das Geringere tun musste, bewahrte Ich das Größere für später auf, und behielt Mir andere Epochen vor zur Vollendung meiner hohen Pläne.
Nun, das Leben in meinem Willen ist nicht nur Rettung, sondern es ist Heiligkeit, die sich über alle anderen Arten von Heiligkeit erheben muss, welche den Stempel der Heiligkeit ihres Schöpfers tragen muss.
Deshalb mussten zuerst die geringeren Heiligkeiten einander folgen, wie ein Gefolge, Träger, Boten und Vorbereiter dieser Heiligkeit, die ganz göttlich ist.
Und wie Ich bei der Erlösung meine unvergleichliche Mutter als Verbindungsglied mit Mir erwählte, von dem alle Früchte der Erlösung herabsteigen sollten, so wählte Ich dich als Verbindungsring, aus dem die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen ihren Anfang nehmen sollte.
Und da sie aus meinem Willen hervorgegangen ist, um Mir die vollständige Glorie des Zweckes zu bringen, für den der Mensch erschaffen wurde, muss er auf demselben Weg meines Willens zurückkehren, um zu seinem Schöpfer heimzukehren.
Was wunderst du dich also? Das sind seit Ewigkeit festgesetzte Dinge, und niemand wird es zuwege bringen, dass Ich davon abrücke.
Und da diese Angelegenheit groß ist – es geht um die Errichtung meines Reiches in der Seele auch auf Erden – ging Ich vor wie ein König, der ein Reich in Besitz nehmen soll: Er geht nicht als Erster hin, sondern lässt zuerst seinen Königspalast vorbereiten, dann schickt er seine Soldaten, um das Reich zu bereiten und die Völker als seine Untertanen zu disponieren.
Dann folgen die Ehrengarden und die Minister, und der Letzte ist der König: das ist ehrenvoll für einen König.
So tat Ich es: Ich ließ meinen Palast bereiten, welcher die Kirche ist; die Soldaten waren die Heiligen, um Mich bei den Völkern bekannt zu machen; dann folgten die Heiligen, die Wunder säten, als meine vertrautesten Minister; und nun komme Ich als König, um zu herrschen, deshalb musste Ich eine Seele auswählen, wo Ich meine erste Wohnstätte errichten sollte, und dieses Reich meines Willens gründen.
Lass Mich deshalb herrschen und gib Mir volle Freiheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 3. Dezember 1921)

„Er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (Mk 1,8)

Ich verschmolz mich meiner Gewohnheit entsprechend im Heiligen Willen Gottes, und während ich so gut ich es vermochte, versuchte, mit meiner kleinen Liebe meinem Jesus für alles, was Er in der Erlösung getan hatte, zu vergelten, bewegte sich mein liebenswürdiger und sanfter geliebter Jesus in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Meine Tochter, erreiche mit deinem Flug in meinem Willen alle von Mir eingesetzten Sakramente, steige in ihren Grund hinab, um Mir deine kleine Erwiderung der Liebe zu geben.
O, wie viele heimliche Tränen von Mir wirst du hier finden, wie viele bittere Klagen, wie viele unterdrückte Seufzer des Heiligen Geistes. Er stöhnt andauernd wegen unserer so sehr enttäuschten Liebe.
Die Sakramente wurden eingesetzt, um mein Leben auf Erden inmitten meiner Kinder fortzusetzen, doch, ach, wie viele Leiden! Deswegen empfinde Ich die Notwendigkeit deiner kleinen Liebe; sie mag klein sein, doch mein Wille wird sie für Mich groß machen.
Meine Liebe erträgt es nicht, dass eine Seele, die in meinem Willen leben soll, sich nicht mit meinen Leiden verbindet und Mir nicht ihre kleine Vergeltung der Liebe für alles gibt, was Ich getan habe und leide.
Siehe also, meine Tochter, wie meine Liebe in den Sakramenten seufzt: Wenn Ich ein Neugeborenes getauft werden sehe, weine Ich vor Schmerz, denn während Ich ihm mit der Taufe die Unschuld wiederherstelle, meinen Sohn wiederfinde, seine verlorenen Rechte über die Schöpfung, das Lächeln der Liebe und des Wohlgefallens wiederherstelle, den Feind in die Flucht schlage, damit er kein Recht mehr über seine Seele habe, es den Engeln anvertraue, und der ganze Himmel ihm ein Fest feiert – so verwandelt sich doch mein Lächeln bald in Schmerz, das Fest in Trauer: Ich sehe, dass dieser Getaufte einer meiner Feinde sein wird, ein neuer Adam, vielleicht sogar eine Seele, die verloren geht.
O wie klagt meine Liebe in jeder Taufe!
Besonders dann, wenn noch dazu der Diener, der tauft, dies nicht mit jenem Respekt, dieser Würde und Zierde tut, die einem Sakrament gebührt, welches die neue Wiederherstellung enthält.
Ach, oft hat man mehr Aufmerksamkeit für eine Bagatelle, für irgendeine Show, als für die Spendung eines Sakramentes; so fühlt sich meine Liebe vom Taufenden und vom Getauften getroffen und stöhnt mit unaussprechlichen Seufzern.
Möchtest du Mir also nicht für jede Taufe eine Vergeltung der Liebe, ein liebevolles Seufzen geben, um meinen leidvollen Seufzern Gesellschaft zu leisten?…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 5. November 1925)