1Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben. 2Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.
3Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen? 4Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.
5Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr. 6Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.
7Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

„Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr“ (Mk 16, 5)

Indem ich in meinem gewohnten Zustand der Leiden und der Beraubungen fortfuhr, verbringe ich diese Zeit mit Jesus gleichsam im Schweigen, ganz an Ihn hingegeben wie ein kleiner Säugling. Mein süßer Jesus ließ sich also in meinem Inneren erblicken und sprach zu mir:
„Meine Tochter, das Vertrauen auf Mich ist die kleine Wolke aus Licht, in der die Seele so eingehüllt ist, dass alle ihre Ängste, alle Zweifel und Schwächen verschwinden. Denn das Vertrauen auf Mich bildet für sie nicht nur diese Lichtwolke, die sie ganz einhüllt, sondern ernährt sie mit entgegengesetzten Speisen, die die Kraft haben, alle Ängste, Zweifel und Schwächen zu zerstreuen.
In der Tat zerstreut das Vertrauen auf Mich die Furcht und ernährt die Seele mit reiner Liebe, löst die Zweifel auf und gibt ihr die Sicherheit, nimmt die Schwäche hinweg und verleiht ihr Stärke, ja macht sie sogar so kühn im Umgang mit Mir, dass sie sich an meine Brust heftet und saugt. Sie saugt und ernährt sich, und will auch keine andere Nahrung.
Und wenn sie sieht, dass sie beim Saugen nichts bekommt – was Ich zulasse, um sie zu größtem Vertrauen anzuregen – wird sie weder müde noch trennt sie sich von meiner Brust, sondern saugt noch stärker und stößt mit dem Kopf gegen meine Brust, und Ich lache darüber und lasse sie gewähren.
Die vertrauende Seele ist also mein Lächeln und meine Unterhaltung; denn wer auf Mich vertraut, liebt Mich, schätzt Mich, hält Mich für reich, mächtig und unermesslich.
Wer Mir hingegen misstraut, liebt Mich nicht wirklich, entehrt Mich, hält Mich für arm, machtlos und klein. Welche Beleidigung meiner Güte!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 8. Oktober 1919)

„Erschreckt nicht!“ (Mk 16, 6)

… „Meine Tochter, fürchte dich nicht. Die Angst ist die Geißel für das arme Nichts, sodass es, von der Geißel der Angst geschlagen, spürt, wie es erliegt und das Leben verliert. Die Liebe hingegen lässt das Nichts sich zum Alles aufschwingen, das es mit Göttlichem Leben füllt. So empfindet das Nichts das wahre Leben, das keinem Tod unterliegt, sondern endlosem Leben.
Wisse nun, dass unser Göttliches Wesen so große Liebe zum Menschen hegt, dass Wir ihm von unserem Eigentum geben, damit er mit seinem Schöpfer in einen Wettstreit treten kann. Daher schenken Wir ihm unseren Willen, unsere Liebe und selbst unser Leben, damit er sich dies alles zu eigen macht, um die Leere seines Nichts aufzufüllen und Mir so Willen für Willen, Liebe für Liebe, Leben für Leben geben kann. Obwohl Wir dem Menschen all dies [zuvor] gegeben haben, nehmen Wir es an, als wäre es sein Eigen und freuen Uns, dass er mit Uns wetteifern kann: er gibt Uns [seine Gabe] und Wir empfangen sie, um ihm von neuem das zu geben, was er Uns gab, damit er Uns ständig beschenken kann; es sei denn, der Mensch möchte nichts erhalten – dann empfindet er die Leere seines Nichts – ohne einen Göttlichen Willen, der ihn heiligt, und ohne die Liebe, die ihn antreibt, seinen Schöpfer zu lieben. Somit fallen alle Übel auf dieses Nichts herab, die Peitsche der Angst, die Finsternis des Schreckens, der Regen alles Elends und aller Schwächen, sodass er das Leben schwinden fühlt. Armes Nichts, das nicht vom Alles erfüllt ist!”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 12. Oktober 1930)

———————-

… „Meine gesegnete Tochter, die Angst – und mag sie auch heilig sein – ist stets eine menschliche Eigenschaft. Sie unterbricht den Flug der Liebe und erzeugt Befürchtung und Mühe auf dem Weg des Guten, da die Seele stets zur Rechten und zur Linken blicken muss und schließlich sogar Den fürchtet, der die Seele so sehr liebt.
Die Furcht raubt den süßen Schmelz des Vertrauens, das sie in den Armen ihres Jesus leben lässt; und wenn sich die Seele zu sehr fürchtet, verliert sie Jesus und lebt für sich selbst.
Die Liebe hingegen ist Göttliche Tugend und kann mit dem Feuer ihrer reinigenden Kraft die Seele von jeglichem Makel läutern. Sie vereint und wandelt sie in ihren Jesus um und flößt ihr so viel Vertrauen ein, dass sie von Jesus hingerissen ist.
Der sanfte Zauber des Vertrauens ist so groß, dass sie sich gegenseitig entzücken und nicht ohne einander sein können. Wenn die Seele überhaupt etwas beachtet, dann schaut [und prüft] sie nur, ob sie Den liebt, Der sie so sehr liebt.
So wird ihr ganzes Wesen in die Liebe eingeschlossen, und da die Liebe der unzertrennliche Spross des Göttlichen Willens ist, gibt sie meinem Göttlichen Willen seinen ersten herrscherlichen Platz, der sich auf alle menschlichen und spirituellen Akte der Seele erstreckt und alles adelt.
Obwohl die menschlichen Akte dieselbe Form und Materie besitzen, aus der sie gebildet wurden und sich im Äußeren nicht ändern, bleibt die ganze Veränderung in der Tiefe des menschlichen Willens.
Es werden nämlich alle Akte der Seele, selbst die gleichgültigsten Dinge, ins Göttliche verwandelt und vom Göttlichen Willen bestätigt, der unaufhörlich am Werk ist und über alles, was die Seele tut, seinen Frieden ausbreitet; als wahre Mutter bereichert Er seine teure Tochter andauernd mit Göttlichen Eroberungen.
Verbanne daher jede Furcht. In meinem Willen haben weder Furcht noch Ängste noch Misstrauen ein Existenzrecht – es ist nichts, was zu Uns gehört: Lebe also nur von meiner Liebe und meinem Willen.
Wisse, dass das Vertrauen auf Mich eine der reinsten Freuden ist, welche die Seele Mir bereiten kann: sie ist für Mich Tochter und Ich tue mit ihr, was Ich will.
Das Vertrauen auf Mich zeigt der Seele sozusagen, wer Ich bin, nämlich das unermessliche Sein, Dessen Güte endlos und dessen Erbarmen grenzenlos ist.
Je mehr Vertrauen Ich finde, desto mehr liebe Ich sie und bin noch großzügiger gegen die Seelen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia DI Irmengard Haslinger Für den privaten Gebrauch Band 33; 26. Mai 1935)

„Er ist auferstanden, er ist nicht hier“ (Mk 16, 6)

… „Meine Tochter, wie viel Licht und Herrlichkeit besaß meine Menschheit in meiner Au30ferstehung, da Ich im Lauf meines Lebens auf dieser Erde nichts anderes tat, als den Höchsten Willen in jeden meiner Akte, in jeden Atemzug, jeden Blick – in alles einzuschließen!
Und wie Ich Ihn einschloss, so bereitete Mir der Göttliche Wille die Herrlichkeit und das Licht in meiner Auferstehung vor; da Ich in Mir das unermessliche Meer des Lichtes meines Willens enthielt, ist es kein Wunder, dass, wenn Ich schaue, spreche, Mich bewege, so viel Licht aus Mir hervorströmt, dass Ich allen Licht geben kann.
Nun will Ich dich in diesem Licht fesseln und überwältigen, um in dir so viele Samen der Auferstehung zu säen, wie viele Akte du in meinem Willen tust.
Er allein lässt die Seele und den Leib zur Herrlichkeit auferstehen, Er ist der Keim der Auferstehung zur Gnade, Keim der Auferstehung zur höchsten und vollkommensten Heiligkeit, Same der Auferstehung zur Herrlichkeit.
Wenn also die Seele ihre Akte in meinem Wollen vollbringt, so bindet sie dabei stets neues göttliches Licht, denn mein Wille ist seinem Wesen nach Licht, und wer in Ihm lebt, besitzt die Eigenschaft, alle Gedanken, Worte und Werke und alles, was er tut, in Licht zu verwandeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 2. April 1923)

„Dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat“ (Mk 16, 7)

Als ich in meinem gewöhnlichen Zustand war, dachte ich an unseren Herrn, als er am Gipfel des Kalvarienberges ankam und völlig entkleidet und mit bitterer Galle getränkt wurde. Ich betete zu Ihm und sagte: „Mein anbetungswürdiger Herr, ich sehe an Dir nichts als ein Gewand aus Blut, geschmückt mit Wunden.
Als Gaumenfreuden und Vergnügen sehe ich die Bitterkeit der Galle, und als Ehre und Ruhm sehe ich Demütigung, Schmach und Kreuze. Ich bitte Dich, lasse nicht zu, dass ich in den Dingen dieser Erde noch anders als Mist und Schmutz sehe, nachdem Du so viel gelitten hast!
Gib, dass ich kein anderes Vergnügen mehr kenne als Dich allein, und meine ganze Ehre keine andere mehr sei als die des Kreuzes.“ Da ließ Er sich sehen und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wenn du anders handeltest, dann würdest du die Reinheit des Blickes verlieren, ein Schleier würde sich auf deine Augen legen und du würdest das Glück verlieren, Mich zu sehen.
In der Tat, das Auge, das sich nur an den Dingen des Himmels freut, hat die Kraft, Mich zu sehen, wer sich aber an den irdischen Dingen ergötzt, hat die Eigenschaft, die Dinge der Erde zu sehen, denn da sein Auge sie anders sieht, als sie [wirklich] sind, sieht er sie und liebt sie.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 1. Mai 1904)

———————-

… „Jesus, meine Liebe, welch glückliche Zeiten waren dies! Glücklicher jene Leute, die – wenn sie es nur wollten – sich Dir nähern, mit Dir sprechen und bei Dir bleiben konnten!“
Darauf Jesus: „Ach, meine Tochter, die wahre Glückseligkeit bringt mein Wille mit sich, nur Er schließt alle Schätze in der Seele ein, und indem Er sich selbst zur Krone um die Seele macht, setzt Er sie zur Königin der wahren Glückseligkeit ein. Nur diese Seelen werden die Königinnen meines Thrones sein, weil sie aus meinem Willen hervorgehen.
Es ist wohl wahr, dass jene Leute nicht glücklich waren, dass viele Mich sahen, aber Mich nicht erkannten, weil mein Wille in ihnen nicht seinen Wohnsitz als Mittelpunkt des Lebens hatte; daher verblieben sie, obwohl sie Mich sahen, unglücklich, und nur jene, die die Gnade erhielten, in ihren Herzen den Keim meines Willens zu empfangen, disponierten sich für die Gnade, Mich als Auferstandenen zu sehen.
Nun, das Wunder meiner Erlösung war die Auferstehung, die – mehr als eine glänzende Sonne – meine Menschheit krönte und auch meine kleinsten Akte mit einem Glanz und solchem Wunder erstrahlen ließ, dass Himmel und Erde staunten; die Auferstehung wird Anfang, Fundament und Erfüllung aller Güter, sowie die Krone und Glorie aller Seligen sein.
Meine Auferstehung ist die wahre Sonne, die in würdiger Weise meine Menschheit verherrlicht, sie ist die Sonne der katholischen Religion und die wahre Ehre jedes Christen; ohne Auferstehung wäre es wie ein Himmel ohne Sonne, ohne Wärme und Leben.
Nun, meine Auferstehung ist das Symbol der Seelen, die die Heiligkeit in meinem Willen bilden werden; die Heiligen der vergangenen Jahrhunderte sind Symbol meiner Menschheit; obwohl sie ergeben waren, hatten sie keine beständige Handlungsweise in meinem Willen, empfingen also nicht die Prägung der Sonne meiner Auferstehung, sondern die Prägung der Werke meiner Menschheit vor der Auferstehung; es werden daher viele sein, gleichsam als Sterne werden sie einen schönen Schmuck am Himmel meiner Menschheit bilden; aber die Heiligen des Lebens in meinem Willen, die meine auferstandene Menschheit symbolisieren, werden wenige sein.
In der Tat sahen viele Menschenmassen und Unmengen von Leuten meine Menschheit, bevor Ich starb, aber meine auferstandene Menschheit sahen wenige, nur die Glaubenden, und die am besten disponiert waren, und Ich könnte sagten, nur jene, die den Keim meines Willens in sich enthielten; denn ansonsten hätte ihnen die notwendige Sicht gefehlt, um meine glorreiche und auferstandene Menschheit schauen zu können, und somit Zuschauer meines Aufstiegs zum Himmel zu sein.
Meine Auferstehung nun versinnbildlicht die Heiligen, die in meinem Willen leben. Dies zurecht, weil jeder Akt, jedes Wort, jeder Schritt, usw., der in meinem Willen vollbracht wird, eine göttliche Auferstehung ist, die die Seele empfängt, eine Prägung der Glorie, die ihr aufgedrückt wird.
Es ist ein Herausgehen aus sich selbst, um in die Gottheit einzutreten, wo sie sich in der glänzenden Sonne meines Willens verbirgt und dort liebt, wirkt und denkt.
Wen sollte es wundern, wenn die Seele gänzlich auferstanden und eins geworden mit der Sonne meiner Glorie bleibt und für Mich meine auferstandene Menschheit symbolisiert? Aber wenige sind es, die sich dazu disponieren, weil die Seelen, selbst in der Heiligkeit, etwas als ihr eigenes Gut wollen.
Die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen hingegen hat nichts, gar nichts eigenes, sondern sie ist ganz von Gott, und damit sich die Seelen dafür disponieren, sich von den eigenen Gütern loszuschälen, braucht es zu viel; daher werden diese Seelen nicht zahlreich sein.
Du bist nicht bei der Anzahl der vielen, sondern der wenigen; sei deswegen stets aufmerksam auf den Anruf und auf deinen beständigen Flug.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 15. April 1919)

———————-

Ich fühlte mich wegen der Beraubung meines süßen Jesus bedrückt, und tat nichts anderes, als Ihn zu rufen, Ihn zu ersehnen, doch vergebens; nachdem ich mich sehr abgemüht hatte und nicht mehr konnte, kam Er, und wer weiß, wie viele Dinge ich Ihm sagen wollte, doch Er stieg in die Höhe auf, ohne mir Zeit zu lassen, und ich blickte auf Ihn und rief Ihn: Jesus, Jesus, komm!
Auch Er sah mich an und ließ aus seiner Person einen Tau auf mich herabregnen, der mich gleichsam ganz mit Perlen bedeckte, und dieser Tau zog Ihn zu mir, sodass Er sich zu mir herabneigte und sagte:
„Meine Tochter, der Wunsch, Mich zu sehen, zerreißt den Schleier, der zwischen der Zeit und der Ewigkeit existiert, und der wiederholte Wunsch lässt die Seele auffliegen, um sich Mir zu nähern.
Meine Liebe ist gleichsam ruhelos, wenn Ich sehe, dass die Seele Mich wünscht und Ich Mich nicht blicken lasse: meine Liebe beruhigt sich erst dann, wenn Ich Mich nicht nur sehen lasse, sondern ihr neue Charismen und neue Pfänder der Liebe verleihe.
Meine Liebe ist stets dabei, dem Geschöpf neue Liebesgaben zu geben, und sobald Ich sehe, dass mein Wille die wirkende und führende Rolle übernimmt, sich dem Menschen zu schenken, feiert meine Liebe ein Fest, läuft, ja fliegt zu ihm hin und macht sich zur Wiege des Menschen.
Und wenn sie sieht, dass er nicht in seiner Wiege ausruht, schaukelt sie ihn und singt für ihn, damit er ruhe und an ihrer Brust schlafe; und während er schläft, haucht sie in seinen Mund, um ihm neues Leben der Liebe zu geben.
Wenn sie aufgrund seines unterbrochenen Atems sieht, dass sein Herz nicht glücklich ist, bildet meine Liebe mit dem Atem, mit dem sie ihn anhaucht, die Krippe in seinem Herzen, um die Bitterkeit, die Hindernisse, das Ungemach von ihm zu nehmen und ihn mit Liebe zu beglücken.
Und wenn er aufwacht, o wie freut sich meine Liebe, ihn wiedergeboren, glücklich und voller Leben zu sehen und sagt zu ihm: „Schau, Ich habe dich auf meinem Schoß gewiegt, um dich ruhen zu lassen, Ich habe während deines Schlafes an deiner Seite gewacht, damit du stark und glücklich aufwachst, und ganz anders als du gewesen bist.
Jetzt will Ich die Wiege für deine Schritte sein, deine Werke, deine Worte, für alles. Denke daran, dass du von Mir gewiegt wirst, und in die Wiege meiner Liebe lege deine Liebe, damit Wir Uns, miteinander vereinend, gegenseitig glücklich machen.
Achte darauf, nichts anderes hineinzulegen, ansonsten würdest du Mich betrüben und Mich bitterlich weinen lassen.“ Es ist meine Liebe, die sich dem Menschen am meisten annähert, die sogar die Wiege ist, wo er geboren wird, obwohl in meiner Gottheit alles Harmonie ist, wie die Glieder in voller Harmonie mit dem Körper sind.
Obwohl die Intelligenz der leitende Teil ist, wo der Wille des Menschen seinen Sitz hat, kann man sagen, dass, wenn er es nicht will, das Auge nicht sieht, die Hand nicht arbeitet, der Fuß nicht geht.
Wenn er jedoch will, sieht das Auge, arbeitet die Hand, läuft der Fuß, alle Glieder setzen sich in Übereinstimmung. So ist es mit meiner Gottheit: Mein Wille übernimmt den führenden Teil, und alle anderen Eigenschaften setzen sich in volle Harmonie, um dem zu folgen, was mein Wollen möchte, deshalb wirken die Weisheit, die Macht, die Wissenschaft, die Güte etc. mit.
Und da alle meine Eigenschaften, obwohl untereinander verschieden, in der Quelle der Liebe leben und von Liebe überfließen, ist es somit die Liebe, die läuft, die handelt, die sich hingibt, und all meine anderen Eigenschaften wirken mit ihr mit.
Was außerdem für den Menschen das Nötigste ist, ist die Liebe. Die Liebe ist wie das Brot für das natürliche Leben. Er kann ohne Wissenschaft, Macht oder Weisheit auskommen, es sind höchstens Dinge, die zeitweise und unter Umständen nötig sind.
Doch was würde man sagen, wenn Ich den Menschen geschaffen, ihn aber nicht geliebt hätte? Und was nützte es, ihn zu erschaffen, wenn Ich ihn nicht liebte?
Dies würde Mir zur Unehre gereichen und wäre kein Werk, das Meiner würdig wäre, der Ich nichts anderes zu tun weiß, als zu lieben. Und was wäre mit dem Menschen, wenn er nicht einen Ursprung der Liebe hätte und nicht lieben könnte? Er wäre hässlich und keines Blickes würdig.
Daher muss in allem die Liebe walten; die Liebe sollte in allen menschlichen Handlungen im Umlauf sein, wie das Bild des Königs in der Währung eines Reiches im Umlauf ist.
Und wenn im Geld nicht das Bild des Königs eingeprägt wäre, würde es nicht als Währung anerkannt werden. Wenn die Liebe also nicht [in einem Werk] zirkuliert, wird es nicht als mein Werk anerkannt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 17. Februar 1922)