1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. 2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. 3Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
4Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt. 5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
6Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. 8Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch“ (Joh 15,4)

Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand und vereinte mich mit Unserem Herrn, indem ich seine Gedanken, seinen Herzschlag, seine Atemzüge und all seine Bewegungen mit den meinen zu einem einzigen vereinigte, und dann machte ich noch die Meinung, zu allen Menschen zu gehen und jedem einzelnen all dies zu schenken; und da ich mit Jesus am Ölberg vereint war, schenkte ich noch allen und jedem einzelnen und auch den Seelen im Fegefeuer, seine Blutstropfen, seine Gebete und Leiden, und alles Gute, das Er tat, damit alle Atemzüge, Bewegungen und Herzschläge der Geschöpfe wiederhergestellt, geläutert und vergöttlicht würden; und ich gab ihnen die Quelle aller Schätze, nämlich seine Leiden, als ihre Heilmittel für alles.
Während ich das tat, sprach Jesus in meinem Inneren: „Meine Tochter, mit diesen deinen Absichten verwundest du Mich ständig, und da du sie so oft machst, folgen die [Liebes]Pfeile schnell aufeinander, und Ich werde stets auf neue verwundet.“
Und ich fragte: „Wie ist es möglich, dass Du verwundet bist und Dich [dennoch] verbirgst und mich durch das Warten auf dein Kommen so leiden lässt? Sind dies die Wunden – ist das die Liebe, die Du zu mir hast?“
Darauf Er: „Vielmehr habe Ich noch gar nichts gesagt, gemessen an all dem, was Ich dir sagen sollte, und die Seele selbst kann, während sie noch auf Erden pilgert, nicht alle Schätze und die Liebe zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer begreifen, dass nämlich ihr Wirken, ihre Worte, ihr Leiden – dies alles in meinem Leben ist, und sie nur, wenn sie auf diese Weise handelt, allen Gutes tun kann.
Ich sage dir nur, dass jeder deiner Gedanken, Herzschläge und Bewegungen, jedes Glied und jedes leidende Gebein an dir – wie so viele Lichter sind, die von dir ausgehen, mich berühren und Ich sie zum Wohl aller auflöse, und Ich dir dafür dreimal so viele andere Lichter der Gnade zurücksende, und im Himmel die [entsprechenden] Glorienlichter.
Es genügt, wenn Ich dir sage, dass diese innige Verbindung so stark ist, dass der Schöpfer die Orgel ist, das Geschöpf der Klang, der Schöpfer die Sonne, das Geschöpf die Strahlen, der Schöpfer die Blume, das Geschöpf der Duft.
Kann etwa das eine ohne das andere sein? Sicher nicht. Glaubst du, dass Ich deine inneren Aktivitäten und Leiden nicht berücksichtige? Wie könnte ich sie vergessen, wenn sie von Mir selbst ausgehen und eine Einheit mit Mir bilden?
Als Ergänzung füge Ich noch an, dass jedes Mal wenn man an meine Leiden denkt, es so ist, als würde man diesen Schatz, der ja für alle bereitliegt, auf die Bank bringen, um ihn zu vermehren und zum Wohl aller zu verteilen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 21. November 1907)

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15,5)

Diesen Morgen fand ich nach langem Warten schließlich meinen süßesten Jesus und klagend sagte ich: „Mein geliebtes Gut, wie kannst Du mich so lange warten lassen? Weißt Du etwa nicht, dass ich ohne Dich nicht leben kann, und meine Seele ein ununterbrochenes Sterben erfährt?“
Und Er: „Meine Geliebte, jedes Mal, wenn du Mich suchst, bereitest du dich vor zu sterben, denn was ist der Tod in Wahrheit, wenn nicht die stabile und andauernde Vereinigung mit Mir? So war mein Leben ein ständiges Sterben aus Liebe zu dir, und dieser ununterbrochene Tod war die Vorbereitung für das große Opfer des Sterbens am Kreuz für dich.
Wisse, wer in meiner Menschheit lebt und sich von den Werken meiner Menschheit ernährt, der macht aus sich einen großen Baum voll überreicher Blüten und Früchte, welche die Nahrung Gottes und der Seele sind. Wer außerhalb meiner Menschheit lebt, dessen Werke sind widerwärtig für Gott und unfruchtbar für ihn selbst.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 17. Februar 1902)

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Bei seinem Kommen zog mich mein stets liebenswürdiger Jesus fest an sich, in ein unermessliches Licht hinein und sagte zu mir:
„Kleine Tochter meines Willens, dieses unermessliche Licht, das du siehst, ist mein Höchster Wille, dem nichts entgeht. Wisse, als Ich den Himmel, die Sonne, die Sterne usw. erschuf, setzte Ich für alle die Grenzen, den Platz, die Anzahl fest, sie können weder zu- noch abnehmen.
Alle Dinge halte Ich gleichsam in meiner Hand. So schuf Ich, als Ich den Menschen erschuf, zugleich jeden Verstand, jeden Gedanken, alle Worte, Werke, Schritte und alles Übrige, was von den Menschen, vom ersten bis zum letzten, der existiert, ausgeführt werden sollte.
Und das war wie ganz natürlich in Mir, umso mehr, als Ich selbst Handelnder und Zuschauer selbst eines Gedankens sein sollte. Wenn der Mensch ihn nicht ohne Mich vollbringen konnte, wie sollte Ich ihn nicht kennen und auch deren Anzahl? So schwimmt in meinem Willen das ganze Wirken der Geschöpfe, wie die Fische in einem großen Meer schwimmen.
Doch da Ich den Menschen nicht als Sklaven, sondern frei erschuf – es wäre nämlich weder eine Zierde für Mich, noch ein würdiges Werk, das aus meinen Händen hervorgegangen ist, wenn Ich diesen Menschen gehemmt und ohne Freiheit ins Dasein treten hätte lassen, und Ich hätte auch nicht sagen können: „Lasst ihn Uns machen nach unserem Bild und Gleichnis”, wenn Ich ihn nicht frei gemacht hätte – wollte Ich ihn mit Freiheit ausstatten; Ich war frei, frei sollte auch er sein; und außerdem gibt es auch nichts, was eine Person mehr martert, als eine erzwungene Liebe zu geben, was Misstrauen, Verdächtigungen, Ängste und beinahe Abscheu in dem bewirkt, der sie empfängt.
Siehst du, wo jeder Akt des Geschöpfes, auch ein Gedanke, seinen Ursprung hat? In der Heiligkeit meines Willens, mit diesem Unterschied: wenn der Mensch will, kann er diesen Gedanken, dieses Wort usw. in guter oder böser Weise verrichten, heilig oder schlecht.
Mein Wille war also bekümmert, dass Er die Akte so vieler, in denen Er der Handelnde war, in todbringende Akte für Mich und für sie verwandelt sah.
Deshalb wollte Ich, dass mein Wille, der sich auf doppelte Weise zum Handelnden eines jeden Aktes machte, einen weiteren göttlichen Akt über alle breiten sollte, der Mir gemäß der Heiligkeit meines Willens mit ebenso vielen göttlichen Akten vergelten sollte.
Doch brauchte es jemanden, um dies zu tun. Und hier ist meine Menschheit, heilig und auch frei, die kein anderes Leben wünschte als allein den Göttlichen Willen, und in diesem unermesslichen Meer schwimmend ging sie daran, jeden Gedanken, jedes Wort und Werk der Geschöpfe zu verdoppeln und breitete über alle einen Akt des Göttlichen Willens aus.
Und dies erwies Gott dem Vater Genugtuung und Verherrlichung auf eine Art, dass Er den Menschen ansehen und ihm die Pforten des Himmels öffnen konnte. Und Ich verknüpfte den menschlichen Willen noch stärker, wobei Ich ihn stets frei ließ, damit er sich nicht vom Willen seines Schöpfers loslöse – was der Grund war, warum er in so viel Unheil gestürzt war.
Doch damit war Ich nicht zufrieden. Ich wollte, dass auch meine Mutter, die ebenfalls Heilig war, Mir in das unermessliche Meer des Höchsten Willens folgte, und gemeinsam mit Mir alle menschlichen Akte verdoppelte, indem sie auf alle Akte der Geschöpfe das doppelte Siegel, nach dem Meinen, der in meinem Willen getanen Akte aufprägte.
Wie süß war für Mich die Gesellschaft meiner unzertrennlichen Mutter in meinem Willen! Die Gemeinschaft im Wirken erzeugt das Glück, das Wohlgefallen, die zärtliche Liebe, den Wettbewerb, die Übereinstimmung, die Heldenhaftigkeit; die Einsamkeit bringt das Gegenteil hervor.
Wie Ich also gemeinsam mit meiner lieben Mutter wirkte, so erhoben sich Meere der Wonne und des Wohlgefallens von beiden Seiten: Meere der Liebe, die miteinander wetteiferten, wobei eines sich im anderen versenkte und großen Heroismus hervorbrachte.
Und nicht nur für Uns allein erhoben sich diese Meere, sondern auch für jene, die Uns in unserem Willen Gesellschaft leisten würden. Mehr noch, Ich könnte sagen, dass sich diese Meere in ebenso viele Stimmen verwandelten, die den Menschen riefen, in unserem Willen zu leben, um ihm die Glückseligkeit, die ursprüngliche Natur und alle Güter zurückzuerstatten, die er mit seinem Rückzug aus unserem Willen verloren hatte.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 11. November 1922)

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… „Meine Tochter, willst du es wissen? Die Beziehungen zwischen Mir und dir sind wie die Beziehungen zwischen den Reben und dem Weinstock. Der Weinstock bildet die Reben. Sie empfangen die Lebenssäfte, um aus dem Weinstock [heraus] zu wachsen, um sich mit Blättern und Trauben zu kleiden.
So besteht zwischen dem Weinstock und den Reben eine solche Einheit, dass die Reben ohne ihn sich weder heranbilden, noch Leben haben können, und der Weinstock würde ohne die Reben keinen beachtlichen Eindruck machen noch Früchte tragen.
Deshalb herrschen zwischen den beiden solche [enge] Beziehungen, solche Bande der Einheit, dass sie dasselbe Leben bilden und untrennbar voneinander sind.
Wenn sie sich trennen, bleibt der Weinstock unfruchtbar, ohne Pracht und ohne Frucht, und die Reben sterben ab und verdorren. Nun, der Weinstock ist dein Jesus, und die Rebe bist du, die Beziehungen zwischen dir und Mir sind unzertrennlich.
Eines ist das Blut, das in unseren Adern kreist, einer der Wille, einer der Herzschlag. Ich bilde dein Leben, und du stellst meine Herrlichkeit und meine Frucht dar.
Ich genieße es, im Schatten der dichten Weinblätter deiner Rebe auszuruhen und die Traube meines Weinstocks zu pflücken und sie zu meiner Wonne zu verkosten.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 25. August 1927)

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… “Meine Tochter, in Uns, in unserer Gottheit, genügt ein einziger Akt, um alles zu tun. Dieser Akt ist Wille, Gedanke, Wort, Werk und Schritt. So ist ein einziger Akt von Uns – Stimme, die spricht, Hand, die arbeitet, Fuß, der geht. Indem er alles einhüllt, wenn das Geschöpf denkt, arbeitet, spricht und geht, ist es die Kraft unseres einzigen Aktes, der in jedem geschöpflichen Akt widerhallt und das Gut des Gedankens, des Wortes und alles Übrigen mitteilt.
Deshalb kann man sagen, dass Wir – der Drei-Eine Gott – der Träger aller Geschöpfe und all ihrer Akte sind. O wie beleidigt es Uns, wenn unser Akt die Gedanken, Werke und Schritte der Geschöpfe trägt und dabei nicht nur nicht für Uns getan wird, sondern sogar um Uns zu beleidigen!
Die Geschöpfe bedienen sich unserer eigenen Akte, um die Waffen herzustellen, mit denen sie Uns verwunden! Menschliche Undankbarkeit, wie bist du groß!
Die Seele aber, die unseren Göttlichen Willen tut und in Ihm lebt, vereint sich mit unserem einen einzigen Akt und bildet einen einzigen Willensakt mit unserem Akt.
Sie wirkt zusammen mit unserem Akt und macht sich gemeinsam mit Uns zum Gedanken, zur Stimme, zum Werk und Schritt aller. O, wie freuen Wir Uns, dass unsere Kraft die menschliche Kleinheit erfüllt und sie daher zusammen mit Uns zur Trägerin aller Akte der Geschöpfe macht.
Diese Seele bedient sich aller unserer Akte, nicht um Waffen daraus zu machen, um Uns zu verwunden, sondern Waffen zu unserer Verteidigung, um Uns zu lieben und zu verherrlichen.
So nennen Wir sie unsere Kriegerin, die unsere Rechte verteidigt.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 14. Dezember 1928)

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Meiner Gewohnheit entsprechend folgte ich den Akten des Göttlichen Willens in der Schöpfung und begriff, dass sie mit ihrem Schöpfer so eng verbunden ist wie ein Glied, das sich der Einheit mit seinem Leib erfreut.
Kraft dieser Einheit nimmt das Glied die Wärme, die Bewegung und das Leben wahr. Als ich darüber nachdachte, sagte mein stets liebenswürdiger Jesus zu mir:
„Meine Tochter, jedes geschaffene Ding ist ein bestimmtes Glied von Mir. Als solches nützt es Mir, um die Ordnung und das Leben der Schöpfung aufrecht zu erhalten. Ich bediene Mich der Schöpfung, um meine Barmherzigkeit in einem Augenblick zu offenbaren, meine Macht in einem anderen Moment, meine Gerechtigkeit im nächsten.
Mehr noch, da diese Schöpfung in meinen Göttlichen Willen versenkt ist, kann sie sich weder bewegen noch funktionieren, wenn mein Göttliches Fiat ihr nicht die Bewegung oder die Fähigkeit zur Funktion verleiht.
Nun ist das Geschöpf genauso wie die Schöpfung ein Glied Gottes: Solange es mit Gott vereint bleibt, nimmt es an allen Eigenschaften Gottes teil, wie ein mit dem Körper verbundenes Glied am Blutkreislauf, an der Wärme und Bewegung desselben Leibes teilnimmt.
Doch wer bewahrt diese Einheit felsenfest und dieses Glied, d.h. das Geschöpf, permanent und in voller Kraft mit seinem Schöpfer verbunden? Mein Göttlicher Wille!
Er ist das Band der Einheit und der Übertragung von Wärme und Bewegung. Somit macht Er das Leben seines Schöpfers in jeder Bewegung fühlbar und bringt effektiver als das Blut die Göttliche Heiligkeit, Stärke, Liebe und Güte, kurz – alle Eigenschaften seines Schöpfers – in diesem Glied in Umlauf.
Doch wenn mein Wille nicht da ist, ist das Geschöpf ein abgetrenntes Glied, das nicht an der Übertragung des Lebens im Körper teilnehmen kann. Das Glied scheint verbunden zu sein, aber es ist gleichsam ein gelähmtes Glied, das kaum lebendig und bewegungslos ist.
Es wird dem Göttlichen Haupt Sorge und Kummer bereiten, ein Glied zu haben, dem Es nicht das Gut seines Lebens mitteilen kann.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 20. Mai 1930)